Jährlich am Freitag vor Walpurgis lädt der Regionalverband Harz an wechselnden Orten innerhalb der fünf Mitgliedslandkreise zu seinem Jahresempfang. Ende April 2013 versammelten sich die geladenen Gäste im Kursaal Bad Sachsa im Landkreis Osterode am Harz. Begrüßt wurden sie vom stellvertretenden Landrat Klaus Liebing (Landkreis Osterode am Harz). Als dienstältestes Mitglied des Vorstandes hielt Landrat Dr. Michael Ermrich (Landkreis Harz) den Jahresrückblick. Die wieder eindrucksvolle Bilanz und sein bevorstehendes Ausscheiden aus dem Vorstand nahm er am Ende seiner Rede zum Anlass, einerseits nochmals bis in die 1990er zurückzublicken und andererseits zu mahnen. Der Harz ist eine Region jeweils am Rande der drei Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Landkreise der Harzregion müssen deshalb auch in Zukunft zusammenhalten, um machtvoll Stimme für den Harz erheben zu können. Und mit Blick auf die Vorstandswahl am 18. Dezember wörtlich: „Bis dahin hatten dann die neu gewählten Landräte in den Landkreisen Goslar und Harz etwas Zeit, sich damit vertraut zu machen, warum wir im Harz einen gemeinsamen Regionalverband und einen gemeinsamen Tourismusverband auch künftig brauchen werden.“ Mit Dr. Michael Ermrich wird der letzte Landrat den Vorstand verlassen, der 1992 persönlich aktiv mitgewirkt hat an der Gründung des Regionalverbandes Harz, des Kulturverbands Harz und des Vereins Naturpark Harz. Es waren die drei Verbände, die 1995 zum neuen Regionalverband Harz zusammengegangen sind. Während der 21 Jahre war Landrat Dr. Michael Ermrich immer zugleich Visionär und Garant für Stabilität. Dafür dankte Klaus Liebing im Namen des Regionalverbandes.
Nach einem musikalischen Intermezzo standen traditionell Preisverleihungen an. Als erster Laudator würdigte der Kulturjournalist und Kantor h. c. Carsten Jelinski die „Harzbuerger Themenbrueder“. Mit ihrer Art Musik zu machen, füllt die Gruppe den riesigen Raum musikalischer Leere zwischen den beiden Polen der Liedermacher Georg Danzer, Rainhard Fendrich u. a. auf der einen und der Repräsentanten bayerisch-alpenländischer Musik (Wildecker Herzbuben, Heino ...) auf der anderen Seite. Ihr Können stellten die Männer um Markus Matuschke während des Empfangs eindrucksvoll unter Beweis und ernteten am Ende Standing Ovations für ihre Interpretation der „Köhlerliesel“.
Als Mitglied der Jury hielt Christiane Linke die Laudatio auf Daniel Wehmeyer. Hätten seine Eltern vor Jahren geahnt, welchen Berufswunsch ihr Sohn entwickeln würde, sie hätten Daniel zum 9. Geburtstag sicher kein Pony geschenkt! Inzwischen bewirtschaftet er 300 ha und veredelt das erzeugte Futter als Züchter des Harzer Roten Höhenviehs zu hochwertigem Fleisch aus ökologischer Produktion. Die erkennbare Rührung in den Augen der Festgäste, darunter in denen seiner Eltern, und die Dankbarkeit für die damit verbundenen Verdienste um den Erhalt unserer Kulturlandschaft ließen alle Zweifel vergessen! Kinder, die rechtzeitig lernen, Verantwortung (auch für ein Pony) zu übernehmen, sind dazu auch im Berufsleben befähigt. Landwirtschaft ist heute Daniel Wehmeyers Berufung. In seiner kurzen Erwiderung lud er alle ein, am 23. Juni seinen Hof in Düna zu besichtigen. Vielleicht, so stellt er fragend in Aussicht, werden dann auch die „Harzbuerger Themenbrueder“ für Unterhaltung sorgen, und Umweltminister Stephan Wenzel unter den Gratulanten sein. Letzterer konnte aus terminlichen Gründen nicht am Walpurgisempfang teilnehmen, schrieb aber, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Harz freut. K. G.
Zu unserem Bild:
Inmitten der „Harzbuerger Themenbrueder“ verließt Landrat Dr. Michael Ermrich den Text der Urkunde zum Harzer Kulturpreis 2013.
Foto: Dr. Klaus George
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