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Brocken

Höhepunkt eines jeden Harzbesuchs

Brocken

Teufelskanzel und Hexenaltar
Teufelskanzel und Hexenaltar

Eine Wanderung auf den Brocken können wir vielerorts beginnen. Einfacher ist es, mit der Harzer Schmalspurbahn auf den mit 1.141 m ü. NHN höchsten Berg des Geoparks mitten im Nationalpark Harz zu fahren. Hier ist ein Rundgang mit viel Weitsicht um die oberhalb der natürlichen Waldgrenze liegende Brockenkuppe möglich. Dabei entdecken wir die schon von Johann Wolfgang von Goethe beschriebenen Granitfelsen „Teufelskanzel“ und „Hexenaltar“. Flach nach Süd einfallende Lagerklüfte prägen diese Klippen. Die vorherrschende Granitvarietät ist ein Syenogranit.

Nicht nur wenn der Brocken in den Wolken steckt lädt das Brockenhaus – höchste Infostelle des GeoParks – zu einer (Zeit-) Reise durch die Vielfalt und Magie des höchsten Berges Norddeutschlands ein.

Brockenhaus
Brockenhaus

Auf vier Etagen erleben wir alles Wissenswerte zur Geschichte und Natur des Berges sowie über seine einzigartige Geologie, Flora und Fauna. Am Eingang wird uns zunächst ein virtueller Flug auf dem Hexenbesen angeboten. Dann  begeben wir uns auf die Spur berühmter Brockenwanderer, darunter Heinrich Heine oder Hermann Löns. Die militärische Nutzung des Brockens sowie die Nutzung des Gebäudes als Abhörzentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR sind weitere Themen im Brockenhaus. Welche Aufgaben hat ein Nationalpark? Diese Frage wird für alle Altersgruppen anschaulich beantwortet – mit spannenden Einsichten in die ökologischen Zusammenhänge. Bevor wir dann zur Kuppel hinaus auf die Aussichtsterrasse gelangen, präsentiert sich die deutsche Rundfunk- und Fernsehgeschichte anhand vieler Originalexponate aus der Zeit, in der die Bilder laufen lernten. Ein Abstecher in die Cafeteria rundet den Besuch ab.

Täglich geöffnet. | www.nationalpark-brockenhaus.de

Gewachsen seit der letzten Eiszeit

Torfhaus und Oberharzer Hochmoore

Brockenblick
Brockenblick

Das Gebiet am Westhang des Brockens ist eines der regenreichsten Deutschlands und deutlich maritim geprägt. Die vorherrschend westlichen Winde treiben die Wolken herbei, die sich dann am Brocken abregnen. Im Verlauf eines Jahres nur 3° C Durchschnittstemperatur, eine geringe Verdunstung und die Ausprägung des Geländes haben einen Wasserüberschuss zur Folge – ideale Voraussetzungen für die Entstehung von Regenmooren. Diese sind ähnlich einem Uhrglas zu ihrer Mitte hin aufgewölbt und werden deshalb auch als Hochmoore bezeichnet. In der Region rund um Brocken und Bruchberg finden wir Moore und Moorfichtenwälder auf knapp 30 Quadratkilometern. Um einen Eindruck von der wunderschönen Moorlandschaft gewinnen zu können, fahren wir nach Torfhaus und besuchen zunächst das Nationalpark-Besucherzentrum, das auch GeoPark-Infostelle ist. Von dort folgen wir dem Goetheweg in Richtung Brocken. Bald erreichen wir linker Hand das waldfreie Radaubornmoor, auch „Großes Torfhausmoor“ genannt. Ein Holzsteg macht die Schönheit dieses Hochmoores im Quellgebiet der Radau erlebbar. Der Goetheweg bildet mit dem begleitenden Abbegraben einen künstlichen Moorrand. Die Vermoorung begann zu Ende der letzten Eiszeit und schon vor ca. 3.000 Jahren hatte das Moor nahezu die heutigen Ausmaße erreicht. Es ist eines der ältesten Hochmoore des Harzes.

www.torfhaus.info

Im Quellgebiet der Bode

Feuersteinklippe

Feuersteinklippe
Feuersteinklippe

Der kleine Wintersport- und Luftkurort Schierke liegt südöstlich des Brockens im Tal der Kalten Bode. Er ist idealer Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark Harz. 1898 bekam der Ort von Wernigerode aus Anschluss an die Harzquerbahn. 1899 wurde die Brockenbahn eröffnet. Der Schierker Bahnhof ist Ausgangspunkt unserer geologischen Wanderung, die mit einem Abstecher zur nahe gelegenen Feuersteinklippe, einem rötlich gefärbten Granitfelsen, beginnt. Auf verschlungenen Pfaden oder im Winter besser auf dem Winterwanderweg vom Bahnhof Schierke aus, wandern wir weiter in Richtung Erdbeerkopf und folgen der Beschilderung Richtung Ahrensklint (822 m ü. NHN). Wie schon die Feuersteinklippe weist auch der Ahrensklint eine intensive senkrechte und waagerechte Klüftung auf, die bei der Abkühlung des erstarrenden Magmas entstand. Entlang dieser Klüfte griffen die Kräfte der Verwitterung an und zerlegten das Gestein in rundliche Blöcke, die an übereinander gestapelte Wollsäcke erinnern. Diese „Wollsackverwitterung“ ist für alle hiesigen Granitformationen typisch. Die Klippe des Ahrensklints liegt unweit des Glashüttenwegs, dessen Name darauf hinweist, dass der quarzreiche Granitgrus früher im Harz zu Glas verarbeitet wurde. Die Klippe kann über Treppen bestiegen werden. Von dort aus haben wir einen weiten Ausblick. Zurück wandern wir über den Pfarrstieg zur Kirche in Schierke (2,3 km). Das neue Nationalparkhaus direkt an der Brockenstraße ist wichtige Informationsstelle für alle Interessierten. Die Ranger, eine Ausstellung zur sagenumwobenen Bergwildnis rund um den mystischen Berg sowie stets aktuelle Wetterinformationen helfen Besuchern bei ihrer Wanderplanung. Auch der GeoPark ist Thema.

www.schierke-am-brocken.de

Granit und Hornfels

Oderteich und Rehberger Graben

Schwimmende Granit-Wollsäcke
Schwimmende Granit-Wollsäcke

Vom Parkplatz Oderteich an der B 242 wandern wir entlang des Rehberger Grabens nach Süden. Oderteich und Rehberger Graben wurden 1714 - 1723 angelegt, um die Andreasberger Bergwerke mit Antriebswasser für die Bergwerksmaschinen zu versorgen. Bald erreichen wir einen Aufschluss der Granitverwitterung. Unter dem Einfluss des feucht-warmen Klimas im Tertiär verwandelte sich der Kalifeldspat teilweise in das Tonmineral Kaolinit, wodurch der Granit zerfiel. Die Umwandlung erfolgte ungleichmäßig – teils ist das Gestein bereits zu sandigem Grantigrus zerfallen und der Granitverband ist soweit aufgelöst, dass nur noch einzelne Blöcke im sandigen Grus "schwimmen".

Am Goetheplatz
Am Goetheplatz

Wir wandern weiter zum „Goetheplatz“. Hier ist ein Kontakt der Granitintrusion zu erkennen – zu Hornfels verändertes älteres Sedimentgestein lagert über dem später aufgedrungenen Granit. 1783 wurde Goethe hier in seiner irrigen Ansicht bestärkt, der Granit sei das „neptunische Urgestein“. Vom Grabenweg aus geht der Blick tief hinab in das Odertal. Am gegenüberliegenden Hang sind Blockmeere zu erkennen. Im Talgrund weisen Vorkommen von Moränenablagerungen sowie Schuttdecken, Staubecken-Schluffe und -Sande darauf hin, dass es in einigen Harztälern im Pleistozän kleine Gletscher gab. Der Weg führt weiter zur Nationalpark- Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus. Das Gebäude wurde 1772 als Unterkunft für den Grabenwärter errichtet, der für die Instandhaltung des Wasserlaufs verantwortlich war. Von hier wandern wir schließlich über die Jordanshöhe mit ihrem gesteinskundlichen Lehrpfad zur Bergstadt Sankt Andreasberg, die heute ein Ortsteil der Stadt Braunlage ist. Dort findet alljährlich im September / Oktober die Kunstausstellung „Natur– Mensch“ statt.

www.harzregion.de/kultur/kunst.html

Gaipel, Schacht, Stollen, Wasserräder …

Grube Samson und Nationalparkhaus

Grube Samson
Grube Samson

Die Sankt Andreasberger Silberlagerstätte gilt als Mineralien-„Schatzkästchen“. Auf zahlreichen Erzgängen treten hier neben Blei-, Zink- und Kupfererzen auch Silbererze auf. Insgesamt lieferte das Revier rund 320 t Silber. Zum Bergwerksmuseum Grube Samson gehören die erhaltenen Tagesanlagen der 1910 stillgelegten, 810 m tiefen Grube. Mit der weltweit einzigen noch in Betrieb befindlichen Drahtseil-Fahrkunst erhielt die Anlage das Prädikat eines internationalen Maschinenbaudenkmals. Zwei große Wasserräder, ein funktionsfähiges Kunstrad und ein um 1890 gebautes Kehrrad vermitteln Eindrücke von der Wasserkraftnutzung. Der Gaipel beheimatet auch das Harzer Roller-Kanarien-Museum. Bergbau zum Anfassen erleben wir im angeschlossenen Schaubergwerk „Catharina Neufang“.

Nationalparkhaus
Nationalparkhaus

Der geologisch-bergbauhistorische Wanderweg am Beerberg führt zu Bergbaurelikten und erschließt die Wiege des hiesigen Silberbergbaus, denn hier wurden um 1520 die reichen Silbererze entdeckt. Beide Ziele können wir vom Großparkplatz Wäschegrund an der Sommerrodelbahn bequem erwandern. In der Erzwäsche, der ehemaligen Aufbereitung der Grube Samson, lädt das Nationalparkhaus Sankt Andreasberg zu einer Zeitreise ein. Im Erlebniskino reisen wir um Jahrmillionen in die Urzeit des Harzes zurück. Wir können nacherleben, wie ehemals die Wälder und die Wasserressourcen ausgebeutet wurden und wie sich die Natur heute im Nationalpark wieder erholt. „Natur Natur sein lassen“ lautet dessen Motto. Auch dieses Haus ist eine GeoPark-Infostelle.

www.nationalparkhaus-sanktandreasberg.de
www.harzer-roller.de

Ins frühere Grenzgebiet

Eckertalsperre und Eckergneis

Staumauer
Staumauer

Südlich des Radauwasserfalls biegen wir in das Radautal ein und parken hier. Auf der Wanderung zur Eckertalsperre passieren wir den Aufschluss „Kohlebornskehre“, wo eine Informationstafel auf Harzburgit hinweist. Überwiegende Bestandteile dieses Gesteins, das hier seine Typlokalität (Ort der wissenschaftlichen Erstbeschreibung) hat, sind serpentinisierte Olivine und Orthopyroxene. Die Eckertalsperre ist der höchstgelegene Stausee der Harzwasserwerke und liegt mitten im Nationalpark Harz. Die Staumauer ist eine 235 m lange und 65 m hohe Gewichtsmauer, die mit ihrem Eigengewicht von 420.000 t dem Druck von 13,3 Mio. Kubikmeter Wasser standhält. Die Talsperre wurde unter Einsatz von Zwangsarbeitern 1942 fertiggestellt. Damals trennte die Ecker die preußischen Provinzen Sachsen im Osten und Hannover im Westen. Als Folge des Zweiten Weltkriegs verlief später ebendort die innerdeutsche Grenze. Eine auf der Staumauer belassene Grenzsäule kündet heute noch von jener Zeit.

Grenzsäule
Grenzsäule

An den Ufern des Stausees ist der Eckergneis aufgeschlossen. Informationstafeln erläutern geologische Details. Es handelt sich um stark veränderte Sedimente des frühen Erdaltertums. Altersbestimmungen ergaben als jüngste Werte ca. 400 Mio. Jahre und deuten auf eine Ablagerung im Unterdevon hin. Vor über 300 Mio. Jahren gelangten diese Sedimente durch Versenkung in Tiefen bis ca. 20 km in Bereiche mit hohen Drücken und Temperaturen von über 600° C. Unter diesen Bedingungen entstehen Glimmerschiefer und Gneise. Da sie im Fall des Eckergneises aus Sedimenten hervorgegangen sind, spricht man von Paragneisen.

Im Tal der Ilse

Nationalparkgemeinde Ilsenburg

Hüttenmuseum
Hüttenmuseum

Ilsenburg liegt mitten auf der Nordrandstörung des Harzes. Seine hier gelegene, als Jagdpfalz genutzte Reichsburg Elysynaburg schenkte Kaiser Otto III. dem Bistum Halberstadt. Unter Verwendung von Rogenstein wurde auf dem Burggelände zwischen 1078 und 1087 die Klosterkirche als romanische Basilika erbaut. In ihren Mauern verbirgt die Klosterkirche umfangreiche Fragmente eines in Europa einzigartigen Gipsestrichfußbodens.

Knapp 2 km SW des Klosters befand sich auf dem Granitfelsen des Ilsesteins eine Höhenburg. Sie gehörte zu den Befestigungen, die Kaiser Heinrich IV. (1050-1106) am Nordharz anlegen bzw. hatte ausbauen lassen. Papst Parschalis II (V 1118) ließ die Burg 1105 zerstören, nachdem Kaiserliche vom Ilsestein aus plündernd über klösterliche Güter hergefallen waren.

 

 

Klosterkirche
Klosterkirche

Damals wurde im Harz bereits seit langem Eisenerz abgebaut. 1530 gründete Graf Botho III. zu Stolbergwernigerode die Fürst Stolberg-Hütte, die 200 Jahre lang ein wichtiger Roh- und Gusseisenhersteller war. Ihrer Berühmtheit wegen besuchte sogar der russische Zar Peter I. auf seiner legendären Reise nach Holland die Hütte. Wasserkraft der Ilse und die Harzer Wälder waren wichtige Ressourcen der Hütte. Der Raubbau an den Wäldern veranlasste Oberforstmeister Hans Dietrich von Zanthier zu planmäßigen Wiederaufforstungen; „Nachhaltigkeit“ zog so auch in die Forstwirtschaft ein. Das Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg informiert über diese Geschichte und beherbergt eine Sammlung von Eisenkunstguss vom 16. - 20. Jh. Sehenswert sind auch der Industrielehrpfad „Vom Erz zum Metall” und das Nationalparkhaus Ilsetal, wo die Ranger gern über den beliebten Heinrich Heine-Wanderweg und andere Themen informieren.

Öffnungszeiten Hütten- und Technikmuseum:
Mi – Sa 13 – 16 Uhr

Tourist-Information Ilsenburg
Tel.: (039452) 1 94 33
www.ilsenburg-tourismus.de

Durch die Steinerne Renne

Ottofelsen

Ottofelsen
Ottofelsen

Nordöstlich der Zeterklippen und des Hohnekamms entwässert die Holtemme das Gebiet. Vom Bahnhof Steinerne Renne aus begleiten wir den Fluss in die Berge. Die erste geologische Station liegt nahe des Bahnhofs der Harzer Schmalspurbahnen. Der Nachbau einer historischen Krananlage zeigt die Granitverarbeitung. Wir passieren einen Gedenkstein und folgen der Holtemme durch die Steinerne Renne bis zum gleichnamigen Hotel. Der dortige Wasserfall ist ein gutes Beispiel für „rückschreitende Erosion“. Durch die von der Verwitterung herauspräparierten Granitfelsen erhielt das Tal seinen wilden Charakter. Wir verlassen es und folgen der Ausschilderung Richtung Lochstein und Ottofelsen. Nach 0,5 km erreichen wir den „Lochstein“, eine markante Granitklippe mit soweit fortgeschrittener Wollsackverwitterung, dass man hindurchschauen kann. Dann sind wir auch bald am Ottofelsen.

Steintransportwagen der HSB
Steintransportwagen der HSB

Treppen führen hinauf auf das Granitplateau – wir haben hier wunderschöne Aussichten auf den Brocken und das Harzvorland. Als Rückweg wählen wir den Fahrweg im Thumkuhlental vorbei am Haus der Bergwacht. Links erkennen wir bald einen aufgelassenen Granitsteinbruch. Schotter und Steine wurden mit einer Feldbahn zur 1898 fertiggestellten Harzquerbahn transportiert. Von der ehemaligen Verladestation folgen wir dem Weg entlang den Gleisen der Harzquerbahn. Auch hier am Beerberg ging der Bergbau um. Preußen gründete 1707 in Wernigerode ein Königliches Bergamt. Die Grube „König Friedrich“, deren Mundloch wir bald erreichen, erinnert daran, dass Friedrich II. von Preussen den Bergbau förderte.

Uranprospektion und Bergbau-Lehrpfad

Lossen-Denkmal und Thumkuhlental

Lossen-Denkmal
Lossen-Denkmal

Von Wernigerode fahren wir in Richtung Schierke. Nach Verlassen des Ortsteils Hasserode bemerken wir rechter Hand bald das Lossen-Denkmal, wo wir rechts abbiegen und bis zum Wanderparkplatz fahren. Dieser liegt wie das Denkmal am Naturkundlich-Geologischen Lehrpfad Hasserode. Ehe wir diesem das Thumkuhlental hinauf folgen, gehen wir zurück zum Denkmal. Es wurde 1896 zu Ehren des berühmten Harzgeologen Karl August Lossen errichtet. Das Material des Granitobelisken stammt von den nahen Leistenklippen. Die den Sockel umlagernden Säulen bestehen aus Harzer Gesteinen. Unsere Wanderung im Thumkuhlental beginnen wir am Wanderparkplatz auf dem Fußweg, der am „Braunes Wasser“ genannten Bach bergan führt.

Lehrpfad
Lehrpfad

Schon bald erreichen wir einen Bachaufschluss und wenig weiter ein Stollenmundloch. Es liegt versteckt hinter einer Halde, auf der eine Fichte mit Luftwurzeln wächst. In der ersten Hälfte des 17. Jh. wurden hier Kobalterze zur Herstellung blauer Farbe („Hasseröder Blau”) abgebaut. Ende des 18. Jh. vernichtete eine Hochwasserkatastrophe die Anlage, darunter eine Wasserkunst. Weiter talaufwärts wurde eine funktionsfähige Wasserkunst als Demonstrationsanlage nachgebaut. Die letzte Episode des Bergbaus fiel in die Zeit des „Kalten Krieges“ im 20. Jh., als hier Versuchsbergbau auf Uran umging. Untersucht wurden insbesondere die teilweise mächtigen Karbonspatgänge. Im Ergebnis der Erkundung konnte in der ehemaligen Kobalterz-Grube „Aufgeklärtes Glück“ nur eine geringe Uranvererzung nachgewiesen werden. Daher blieb die Region von negativen Auswirkungen des Uranbergbaus verschont.

Touristinformation Wernigerode
(0 39 43) 63 30 35
www.wernigerode-tourismus.de

Tiefengesteine mit Kontaktzone

Geologische Entwicklung des Gebietes

Geologische Entwicklung des Gebietes
Geologische Entwicklung des Gebietes

Durch die variszische Gebirgsbildung vor ca. 300 Mio. Jahren im Oberkarbon wurden die Ablagerungsgesteine im Zuge der Plattentektonik gefaltet, geschiefert und als Teil eines Faltengebirges über den Meeresspiegel gehoben. Dann drang glutflüssiges Magma auf, das im Gebirge stecken blieb und abkühlte. So entstanden die Tiefengesteine Gabbro und Granit. Beim Eindringen der Magmen sind die Umgebungsgesteine kontaktmetamorph verändert worden. Am Gesteinskontakt entstanden durch die hohen Temperaturen harte, erosionsbeständige Hornfelse. Die Umgebung des Granit-Gabbro-Massivs wird aus Tonschiefern und Grauwacken des Devons und Unterkarbons (ca. 440 - 320 Mio. Jahre) gebildet. Im Devon flossen bei untermeerischen Vulkanausbrüchen Diabas-Laven aus. Erst durch die spätere Hebung und Abtragung der Deckschichten gelangten alle diese Gesteine an die Oberfläche. Durch die Harzhebung wurde das Brockenmassiv am Nordrand auf jüngere Gesteine des Harzvorlandes aufgeschoben und die Gesteinsschichten steil aufgerichtet, teilweise sogar überkippt.

© Regionalverband Harz e. V.
Quedlinburg 2018. Alle Rechte vorbehalten.


Autoren: Dr. Friedhart Knolle & Dr. Klaus George
Fotos: Dr. Klaus George & Walter Wimmer
Zeichnung: Dr. Hans-Joachim Franzke & Irene Joß