„Begegnung I“ und „Begegnung II“ heißen zwei Teile eines Kunstwerks an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen den Städten Vienenburg in Niedersachsen und Osterwieck in Sachsen-Anhalt. Das Gesamtkunstwerk entstand im Auftrag des Regionalverbandes Harz als Teilprojekt des Erforschungs- und Erprobungsvorhabens „Erlebnis Grünes Band“ des Bundesamtes für Naturschutz.
Am 1. März begegneten sich vor Ort Künstler, Politiker, Vertreter der Jury und weitere Gäste. Begrüßt wurden sie von Landrat Joachim Claus, dem Vorsitzenden des Regionalverbandes Harz, und von Vienenburgs Bürgermeisterin Astrid Eltner auf der Hofstelle des Landwirts Gerhard Hohaus an der Alten Heerstraße Wiedelah. Nach einem kurzen Fußmarsch dann der spannende Moment: Lutz Stratmann, Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen, enthüllte die Skulptur „Begegnung I“. In seiner Ansprache verwies er auf die Bedeutsamkeit der Kunstwerke gerade an einem solchen Ort, an dem von der ehemaligen innerdeutschen Grenze nichts mehr zu sehen ist. Schon für die Generationen der unter 25-jährigen, für die die Einheit Deutschlands eine Selbstverständlichkeit ist, seien solche Erinnerungspunkte enorm wichtig. Das Kunstwerk würdigte der Minister als gelungene Erinnerung, an das was vor 20 Jahren geschehen war. Für die Künstlergemeinschaft Anna Kölle, Nicole Mentner und Detlef Kiep sprach der in Braunlage lebende Künstler anschließend über die Intention des Kunstwerks. Der Riss, der durch den Betonsockel des auf der Westseite stehenden Kunstwerks geht, zeichnet den Verlauf der früheren innerdeutschen Grenze zwischen Niedersachsen und den ostdeutschen Ländern nach. Schaut man durch ihn hindurch auf die jungen Rapspflanzen, so zeigt er sich als „Grünes Band“. Und schärft man den Blick auf den Horizont, so wird das Gegenstück sichtbar. Ungewollt, aber frei auch so interpretierbar: ein Schlüsselbart für das Tor zur Freiheit. Die Bronzefiguren auf beiden Teilen des Gesamtkunstwerkes: die Wartenden. Weiter zum Standort von „Begegnung II“ ging es für die Festgesellschaft mit insgesamt sechs Pferdestärken auf drei Wagen. In Sachsen-Anhalt begrüßte Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ aus Osterwieck die Gäste und fand bewegende Worte der Erinnerung. Gero Hammer, Vorsitzender des Kulturausschusses des Regionalverbandes Harz, informierte anschließend über den Wettbewerb, der im Ergebnis zur Auswahl des Entwurfs der Künstlergemeinschaft um Detlef Kiep geführt hatte. Mit den beiden Kunstwerken soll das „Grüne Band“, das im fruchtbaren Ackerland nur noch abschnittsweise erkennbar ist, durchgängig visualisiert werden. Vom „Harzer Grenzweg“, einem weiteren Teilprojekt des Erforschungs- und Erprobungsvorhabens „Erlebnis Grünes Band“ ist es nur ein kurzer Abstecher zu den Skulpturen. C.L. & K. G.
Zu unseren Bildern (von links):
Festgäste v. l.: Landrat Dr. Michael Ermrich, Landrat Joachim Claus, Anna Kölle, Minister Lutz Stratmann, Detlef Kiep und Nicole Mentner am Kunstwerk „Begegnung I“
Gero Hammer, Vorsitzender der Jury, am Kunstwerk „Begegnung II“
Bürgermeisterinnen bei ihrer ersten persönlichen Begegnung, v. l.: Astrid Eltner, Ingeborg Wagenführ. Fotos: Dr. Klaus George
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