Im Zeichen des Turmfalken Zwischen Harz und Rotenberg
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Kirche St. Nikolai und Ruine Sachsenburg Karstlandschaft Bad Sachsa
Motiv Lassen wir unsere Naturerlebnistour zu Zeugnissen der Romanik entlang der Sonnenseite des Harzes in Bad Sachsa beginnen. Den Zusatz „Bad“ trägt die Stadt bereits seit 1905 in ihrem Namen. In ihrem Zentrum ließ zu jener Zeit ein Holzindustrieller einen großzügigen Garten anlegen, der heute als Stadtpark öffentlich zugänglich ist. Das lässt mit Recht auf lange Tradition und viel Erfahrung im Kur- und Erholungswesen schließen. Gleich am Stadtpark befindet sich die Kirche St. Nikolai mit ihrem um 1190 erbauten romanischen Westturm. Rundbogige Zwillingsfenster schmücken sein oberstes Geschoss. Das Kirchenschiff wurde um 1300 an den Turm angebaut. Der kleine Fachwerkanbau stammt von 1691, das Deckengemälde schuf 1725 JOHANN GEORG HOYER aus Nordhausen. Bad Sachsa hat eine wunderschöne Umgebung: im Norden die Wälder des Harzes, im Süden die vielgestaltige Karstlandschaft. Von der Walkenrieder Straße (L604) in Richtung Wieda geht rechts eine Straße mit dem Namen „Blumenberg“ ab (Ausschilderung zum städtischem Bauhof). Dort entdecken wir zunächst eine Gruppe aus Kreuzsteinen und einem Steinkreuz. Eine Informationstafel erklärt die Geschichte dieser mittelalterlichen Sühnesteine. Linker Hand queren Furt und Brücke einen kleinen Bach. An der Brücke bemerken wir einen weiteren interessanten Stein, einen Grenzstein mit den Initialen „KP“ für Königreich Preußen und „HB“ für Herzogtum Braunschweig. Der eingemeindete Ort Neuhof gehörte anders als Sachsa zu Braunschweig. Sachsa, das spätestens seit 1238 zur Grafschaft Hohnstein gehörte, fiel im Ergebnis des Westfälischen Friedens von 1648 zusammen mit dem Fürstentum Halberstadt an den Kurfürsten von Brandenburg. Bis 1945 war Bad Sachsa im Landkreis Grafschaft Hohnstein mit der Kreisstadt Nordhausen Teil der preußischen Provinz Sachsen. Dass es später nicht zur DDR gehörte, war Ergebnis eines zwischen dem britischen und sowjetischen Oberkommando vereinbarten Gebietstausches, in dessen Folge der östliche Teil des braunschweigischen Landkreises Blankenburg am Nordharz der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet wurde. Wir halten uns rechts in Richtung Sachsenstein, wandern entlang der von Mönchen im Mittelalter angelegten Teiche hinauf zur Ruine der Sachsenburg. HEINRICH IV. (1050-1106) aus dem Geschlecht der Salier, bekannt durch seinen Gang nach Canossa, ließ zur Festigung seiner Herrschaft rings um den Harz acht Burgen errichten. Während die Harzburg am Nordharzrand als Residenzburg mit Stiftskirche und Grablege ausgebaut wurde, verkörperten Burgen wie die Sachsenburg den wehrhaften Typ seines Burgensystems. Hier saßen als ständige Besatzung landfremde Dienstmannen (Ministeriale), die von den umwohnenden Sachsen und Thüringern Bauleistungen und Zufuhren forderten. Nach einem erfolgreichen Aufstand der Bauern gegen HEINRICH IV. (Sachsenaufstand, Flucht von der Harzburg), musste sich der König 1074 im Frieden von Gerstungen verpflichten, seine verhassten Burgen schleifen zu lassen. Die Ruine der Sachsenburg liegt auf einem Sporn der Blumenbergsköpfe. Von dort können wir hinüberschauen zum Sachsenstein (Landmarke 16 des UNESCO-Geoparks). In der Mitte der 5.400 m2 großen Hauptburg finden wir Reste des Rundturms (Wohnturm, Durchmesser 13,5 m). Die 2 m dicken Mauern wurden in der für die salische Zeit typischen Technik ausgeführt (Schale aus Schichtmauerwerk; fester Kern teilweise in Fischgrätentechnik und mit Abschnittsfugen). Zurück auf dem Rundweg sind mächtige Baumgestalten unser nächstes Ziel.
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Hudeeichen und romanischer SteinsargDurch das NSG Priorteich/Sachsenstein nach Walkenried
Motiv Im 315 ha großen Naturschutzgebiet „Priorteich/ Sachsenstein“ befindet sich nördlich der Ruine Sachsenburg eine Gruppe mächtiger alter Eichen. Weil unter ihnen einstmals Rinder und Schweine weideten, sprechen wir von „Hudeeichen“. Es handelt sich um fast 300jährige Traubeneichen Quercus petraea mit einer Wuchshöhe von 29 m und einem Stammdurchmesser von 1,2 m. Weiter geht es vorbei am Priorteich, einem von einstmals hier in der Gegend von Zisterziensermönchen angelegten 365 Teichen. Walkenried wurde 1085 erstmals urkundlich erwähnt. Unser Ziel dort ist das im Jahr 1127 von Zisterziensern gegründete Kloster. Die romanische Klosteranlage wurde im 13. Jh. durch einen großartigen gotischen Neubau ersetzt. Im restaurierten Klausurgebäude befindet sich seit 2006 ein hervorragendes ZisterzienserMuseum. Hier entdecken wir einen romanischen Steinsarg, gefertigt aus Dolomit. Er wird der Stifterin des Klosters, ADELHEID VON WALKENRIED (2. Hälfte 11. Jh. – 1. Hälfte 12. Jh.) zugeschrieben. Das Kopfende des in zwei Teile zerbrochenen Sargs besitzt innen eine Stufe mit ausgehöhlter Kopfstelle.

www.kloster-walkenried.de
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St. Andreas Tettenborner Grenzland
Motiv In südwestlicher Richtung gelangen wir über die L603 von Walkenried nach Tettenborn. Die Straße verläuft bis Neuhof parallel der früheren innerdeutschen Grenze. Wer sich für dieses noch junge Kapitel unserer Geschichte interessiert, der ist in Tettenborn gut aufgehoben. Der Verein Grenzlandmuseum e. V. hat im Dorfgemeinschaftshaus eine wirklich sehenswerte Ausstellung zum Thema eingerichtet. Sachkundige Führungen werden garantiert. Doch zunächst begrüßt uns am Ortsrand ein großer Aufsteller. Tettenborn gehört heute zwar politisch zur Stadt Bad Sachsa, was die Bürger jedoch nicht davon abhielt, ihrem Ortsteil 1983 ein eigenes Wappen zu geben. Die blaue Farbe und der Wellenpfahl im Wappen sollen auf die Endung „-born“ im Ortsnamen hinweisen, die schwarze Wolfsangel auf weißem Grund geht auf das Rittergeschlecht derer von Tettenborn zurück, das schon in einer Urkunde des Klosters Walkenried aus dem Jahre 1237 im Zusammenhang mit dem Ort genannt wird. Nach einer Familienchronik soll die Gründung des Ortes auf einen Fürsten mit Namen „Dedo“ oder „Tette“ aus dem Gefolge des Sachsenherzogs Wittekind zurückgehen. Der Graf soll um etwa 800 hier ein Vorwerk errichtet und es später einem Ritter aus seinem Gefolge gegeben haben. Tettenborn war hernach immer Grenzland: zwischen den Grafschaften Clettenberg und Scharzfels, dann - zur Grafschaft Hohnstein gehörend - zwischen Preußen, Hannover und Braunschweig, nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone, fortan im so genannten „Zonenrandgebiet“ und nun im niedersächsischen Landkreis Osterode am Harz direkt an der Grenze zum Freistaat Thüringen. Im Dorf befindet sich heute nahe der Kirche ein Jugend- und Bildungshaus. Die Kirche selbst ist um 1140 auf einem Berg erbaut, der romanische Turm mit seinen doppelten Rundbogenfenstern prägt das Bild.

www.gm-badsachsa.de
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Burgruine ScharzfelsRundwanderung über dem Odertal bei Scharzfeld
Motiv Sie wurden bereits erwähnt: die Grafen von Scharzfeld. Erste Erwähnung fand „Scartfeld“ durch eine Schenkungsurkunde vom 16. Mai 972, wonach Kaiser OTTO I. (912- 973) Burg oder Dorf Scharzfeld dem Kloster Phölde vermachte. Auf dem Reichstag zu Goslar 1130 erwarb LOTHAR III. VON SÜPPLINGENBURG (1075-1137) die Burg Scharzfeld nebst Zubehör vom Magdeburger Erzbischof im Tausch gegen Kloster und Festung Alsleben (Saale). Burg Scharzfels wurde zu einer Reichsfestung ausgebaut. 1402 kam die Burg als Lehen des Fürstentums Grubenhagen, einem Teilfürstentum des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, in den Besitz des Grafen von Hohnstein. Als 1596 die Grubenhagensche Linie des Welfenhauses ausstarb erbte Herzog HEINRICH JULIUS VON BRAUNSCHWEIGWOLFENBÜTTEL (1564-1613) die Festung. Später ging sie in den Besitz des Welfenhauses der Linie Hannover über, ehe die bis dahin nie bezwungene Festung (ab 1627 Garnision) 1761 während des Siebenjährigen Krieges von Franzosen erobert und zerstört wurde. Unseren „Feldzug“ beginnen wir am Zoll Barbis, dort wo die B243 die alte B27 kreuzt (Parkmöglichkeit). Hier folgen wir dem Karstwanderweg. Der steil ansteigende Weg durch den Wald ist gesäumt von einer Allee alter Laubbäume, meist Bergahorn Acer pseudoplatanus, einer in Bergmischwäldern unserer Region heimischen Baumart. Bald erreichen wir eine ebene Terrassenfläche. Von Unterund Vorburg ist hier einzig das Brunnenhaus erhalten. Der ca. 25 m tiefe Brunnen schließt Dolomitfelsen und darunter liegenden Tonschiefer auf. Er muss als Zisterne genutzt worden sein. Von der Terrassenfläche (Standort Stempelstelle Nr. 151 der Harzer Wandernadel) führt eine im 19. Jh. im neoromanischen Stil errichtete Freitreppe hinauf zur Oberburg. Die in den Felsen eingehauenen Gänge und Räume sind noch vorhanden, von Palas, Wehrturm und –mauer sind jedoch nur Reste erhalten. Nach Besichtigung der Burgruine beschließen wir, aus dem „Feldzug“ eine Rundwanderung über Scharzfeld zu machen. Wir wandern also nicht direkt zurück, sondern besuchen die nur 1 km entfernte, bereits erwähnte Einhornhöhle. „Haus Einhorn“ am Höhleneingang ist nicht nur eine beliebte Einkehrmöglichkeit, sondern seit 2007 auch Informationszentrum des UNESCO-Geoparks.

www.geopark-harz.de
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Pfalz und Kloster, König Heinrichs VogelherdPöhlde, herausragender Ort des frühen Reiches
Motiv Beginnen wir unsere Betrachtung des geschichtsträchtigen Ortes in der Gegenwart. Auf den Grundmauern des früheren Klosters wurde 1688 die heutige Kirche St. Johannis und Servatii errichtet (geöffnet Mi.- So. 9-17 Uhr). Nahe an ihrem Turm wächst ein Baum, dessen Äste bis zur Erde herunterhängen. Es ist eine Hänge-Esche, eine Zuchtform der heimischen Gemeinen Esche Fraxinus excelsior aus der Familie der Ölbaum- Gewächse. Wegen der tief herunterhängenden Äste wird sie auch als „Traueresche“ bezeichnet und häufig auf Friedhöfen gepflanzt. Angrenzend an das Kirchenschiff ist der Grundriss des mittelalterlichen Kreuzgangs durch Steinplatten dargestellt. Das Benediktinerkloster wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. 573 Jahre zuvor, am 16. Mai 952, hatte OTTO I. eine Urkunde unterzeichnet und bestimmt, dass das Kloster neben der bereits bestehenden Pfalz als Mönchsabtei errichtet werden sollte. Seine Mutter, MATHILDE VON RINGELHEIM (895-968), hatte ihn gebeten, ihren Adelshof nach dem Tode ihres Mannes, König HEINRICH I., in ein Kanonikerstift umwandeln zu lassen. Reste der königlichen Gebäude der Pfalz wurden durch Ausgrabungen im angrenzenden Pfarrgarten nachgewiesen. Die Pfalz Pöhlde suchte HEINRICH I. häufig auf, und auch HEINRICH II. († 1024) weilte neunmal hier. Weihnachten 1012 empfing er dort Gegenpapst GREGOR VI., verschwieg ihm gegenüber jedoch, dass er bereits mit Papst BENEDIKT VIII. in Verhandlungen stand. Der erste deutsche König, HEINRICH I. - genannt „Heinrich der Vogeler“ - soll verschiedenen Sagen nach im Jahr 919 während des Vogelfangs die Nachricht seiner Wahl zum König des Ostfrankenreiches erhalten haben. Eine Sage nennt als Ort des Ereignisses Quedlinburg, eine andere Pöhlde! Auf dem Rotenberg bei Pöhlde befand sich zu jener Zeit eine mächtige Anlage mit Ober- und Unterburg, Wallanlage und Zangentoren. Sie wurde im Zuge mehrerer Ausgrabungen untersucht. Dortige Keramikfunde wurden in die Zeit 8.-10. Jh. datiert. Die Burg trägt heute den Namen „König Heinrichs Vogelherd“.
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Fastweg und Kirche St. PankratiusÜber den Rotenberg nach Hattorf
Motiv Beim Besuch von „König Heinrichs Vogelherd“ fällt uns auf, dass die Wallanlage durch einen Weg zertrennt wird. Es ist der „Fastweg“, ein bereits im Mittelalter wichtiger Weg auf dem Kamm/First des Rotenbergs, der in nordwestlicher Richtung bei Wulften die „Nürnberger Heerstraße“ erreicht. In diese Richtung wandern wir nun und erfahren alsbald auf einem Schild die Geschichte der ersten urkundlichen Erwähnung des Fastwegs: Im Jahr 1002 wird der Markgraf von Meißen, EKBERT I., auf seiner Rückreise vom Reichstag zu Duisburg auf dem Fastweg von den Grafen von Northeim und Katlenburg verfolgt und in der Walpurgisnacht in der Pfalz Pöhlde ermordet, weil er Anspruch auf den Thron erhob. Heute prägen friedliche Laubwälder den Buntsandsteinhöhenzug des Rotenbergs, dessen höchster Punkt 317 m ü. NN misst. Auf einer Brücke quert der Fastweg heute auch die B27. Nach etwa 8 km verlassen wir den Fastweg, um unser nächstes Ziel im nahe gelegenen Hattorf zu erreichen. Dort ist der Wehrturm einer alten Burganlage Wahrzeichen des staatlich anerkannten Erholungsortes am Zusammenfluss von Sieber und Oder. Er ist wahrscheinlich so alt wie das 1055 jährige Dorf. Von der Burganlage blieb, abgesehen von Turm und Resten eines Burggrabens, nichts weiter erhalten. Der 23 m hohe Turm ist heute Kirchturm (Glocken seit 1648), eigens angebrachte Nistkästen sind Brutplatz des Turmfalken. Vogel fliegt dort ein und aus Friedlich am Sonntagmorgen, Oben im stillen Gotteshaus Glaubt er sein Nest geborgen. Die heutige Kirche – ein Fachwerkbau - wurde 1756 eingeweiht. Ein Gedenkstein erinnert an WILHELM BUSCH, der von 1841 bis 1907 regelmäßig Hattorf besuchte und auch die eben zitierte Strophe dichtete. Im Pfarrhaus wohnte seit 1887 sein Neffe. Aufnahmen aus jener Zeit sind in der Wilhelm-Busch-Stätte zu sehen, die sich in der ehemaligen Aufbahrungshalle nördlich der Kirche befindet. Von Mai bis September ist sie täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Zu einem Kirchenbesuch außerhalb der Gottesdienstzeiten können wir uns im Pfarrbüro melden.
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Alte BurgHistorische Marktsiedlung Osterode am Harz
Motiv Über die Kreisstadt Osterode am Harz kann im Kontext dieses Faltblatts nicht geschrieben werden, ohne wenigstens den südlich gelegenen Ortsteil Düna erwähnt zu haben, denn einleitend wurde bereits auf archäologische Grabungsbefunde von hohem wissenschaftlichen Rang im hier betrachteten Gebiet hingewiesen. Südlich der Domäne Düna konnte ein frühmittelalterlicher Herrensitz (3.-13. Jh.) nachgewiesen werden, an welchem (Ober-) Harzer Erze verhüttet wurden! Die Siedlung Osterode ist wahrscheinlich erst im 9. oder 10. Jh. gegründet worden. 1130 wird ein kaiserlicher Vogt WERNER VON OSTERODE genannt, die Reichsburg selbst gut 20 Jahre später. Sie schützte die Harzstraße, den Übergang über die Söse und die für die Versorgung des Harzer Bergbaus enorm wichtige Marktsiedlung, die bereits um 1100 Münz- und Braurecht besaß. Nach der Teilung des Welfenhauses geriet Osterode 1286 an die Grubenhagener Linie, die dann dort auch residierte. Die ebenfalls in welfischen Besitz gelangte Burg verfiel im 16. Jh. und wurde danach als Steinbruch benutzt. Einzig Reste des mächtigen romanischen Wohnturms, ehemals in sechs Geschosse unterteilt, prägen heute noch das Stadtbild mit. Ein anderes Wahrzeichen Osterodes, das 1239 Goslarer Stadtrecht erhielt und sich zwei Jahre später der Hanse anschloss, ist die Marktkirche St. Ägidien, deren als breiter Westriegel ausgebildeter schmuckloser Turm wahrscheinlich aus dem 13. Jh. stammt. Genauer datieren lässt sich St. Jacobi am Schlossplatz, die bereits 1218 als Kirche eines Zisterzienserinnenklosters genannt wurde. Nach der Aufhebung des Klosters wurden dessen Gebäude im 16. Jh. zum Schloss umgebaut. Die Klosterkirche war nun Schlosskirche und erfuhr, die 1751/52 einen umfangreichen Umbau. Den Mut, auch einmal einheimische Bäume zur Gestaltung des Stadtgrüns zu verwenden, bewiesen die Verantwortlichen durch solitäre Pflanzung einer Rotbuche Fagus sylvatica auf dem Schlossplatz. Sie kann bis zu 40 m hoch werden und sich in Zeiten zunehmender Klimaerwärmung zu einem wertvollen Schattenspender entwickeln. Die Rotbuche ist die wichtigste Laubbaumart im Naturpark Harz.
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Wehrhafte Burg Windhausen
Motiv In Windhausen hat die Samtgemeinde Bad Grund ihren Sitz. Erstmals im Jahr 1234 wird an diesem Ort auch eine Burg erwähnt. Es war eine wehrhafte Anlage, Reste der einstmals 6 m hohen Ringmauer sind noch heute erhalten. Über ihre verschiedenen Besitzer berichtet eine Informationstafel vor Ort. Ein Besuch des Burgbergs lohnt aber auch wegen verschiedener Naturbesonderheiten. So findet sich im artenreichen Baumbestand eine mächtige, nach ihren roten Blättern benannte Blutbuche. Botanisch handelt es sich um eine Rotbuche, auf deren Sämling ein Zweig einer rotblättrigen Mutante gepfropft wurde. Die Gittelder Blutbuche zeigt dies sehr eindrucksvoll an der scharfen Grenze zwischen rissiger und glatter Rinde. Einige Schritte weiter ist eine Wiese wegen des Vorkommens von Wildtulpen als Naturdenkmal geschützt. Die Tulpen entfalten jährlich im April ihre gelben Blüten.
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St. Johannis und St. Moritz Flecken Gittelde
Motiv Last but not least: Im 10. Jh. zunächst wahrscheinlich ein Außenhof der Königspfalz Pöhlde, ist der an der Thüringer Heerstraße gelegene Flecken Gittelde seit 953 selbst als Königshof überliefert. Auf dem Königshof befand sich an der Stelle der Kirche St. Johannis eine zum Bistum Mainz gehörige Burgkapelle. Neben Goslar verfügte Gittelde bereits im Jahr 965 über eine eigene Münze sowie über das Zoll- und Marktrecht. 963 bis 970 ließ der Erzbischof von Magdeburg die Gittelder Moritzkirche erbauen. Ihr Kirchenschiff wurde 1867/68 im neuromanischen Stil „restauriert“. Münzen wurden in Gittelde bis 1622 geprägt. Auf den Gittelder Pfennig, ein 1,4 g schweres Silberstück aus dem Jahr 1040, weist das Gittelder Wappen noch heute hin. An der St. Johanniskirche wächst eine als Naturdenkmal geschützte Sommerlinde Tilia platyphyllos – die in hiesiger Gegend typische Art der „Dorf- oder Gerichtslinde“. Wir verlassen Gittelde auf dem „Harzrundweg“ (Radweg) in nordwestlicher Richtung. Nach etwa 3 km erreichen wir die Eichenweghütte.
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Versteck der Geliebten Ruine Stauffenburg
Motiv Von der Eichenweghütte aus folgen wir der Beschilderung zur Stauffenburg und gelangen bald an das Denkmal für Forstmeister Willy WOBST (1897-1978). Er leitete 1943-1962 das Forstamt Stauffenburg und gründete mit wenigen Gleichgesinnten 1950 die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft. An strategisch wichtiger Stelle über der Thüringer Heerstraße zwischen Seesen und Nordhausen (heute die B243), auf der Kuppe des 346 m über NN gelegenen Stauffenbergs, ließen die Grafen von Katlenburg im 11. Jh. die Stauffenburg errichten. Durch den Gütertausch der Stauffer und der Welfen, fiel auch sie im 12. Jh. an Herzog HEINRICH DEN LÖWEN, der sie jedoch nach seiner Entmachtung 1180 wieder an Kaiser Barbarossa verlor. Das Stammesherzogtum Sachsen wurde zerschlagen. Später war die Burg in wechselndem Besitz, u. a. auch des Erzbistums Magdeburg. Ab dem 14. Jh. war die Burg Sitz des herzoglichen Amtes für das Bergwerks- und Hüttenwesen in Gittelde. Nachdem sie zuletzt als Gefängnis diente, wurde die Stauffenburg ab 1778 als Steinbruch genutzt. In Resten der einstmals mächtigen Oberburg erhalten sind restaurierte Teile von Palas, Bergfried und Ringmauer. Auf einem die Unterburg abschließenden Vorhügel stehen auch noch die Reste der ebenfalls einstmals mächtigen „Eva-Linde“ (Stammumfang ca. 7 m). Ihr Name erinnert an EVA VON TROTT, die Geliebte HEINRICHS II. VON BRAUNSCHWEIG-WOLFENBÜTTEL (1489- 1568), im Volksmund spöttisch der „wilde Heinz von Wolfenbüttel“. Der Herzog hielt die Hofdame 1532-1541 auf der Burg verborgen. Sie schenkte ihm zehn Kinder!
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Ausgewählte Übernachtungsmöglichkeiten
MotivParkhotel Flora
Bad Grund
www.ParkhotelFlora.de
Tel.: (05327) 83910
MotivHotel-Pension „Am Kurmittelhaus”
Bad Grund
www.hotel-am-kurmittelhaus.de
Tel.: (05327) 1710
MotivHotel garni „Sonnenhof”
Bad Sachsa
www.sonnenhof-bad-sachsa.de
Tel.: (05523) 94370
MotivHotel „Lindenhof”
Bad Sachsa
www.lindenhof-badsachsa.de
Tel.: (05523) 1053
MotivJugend- und Bildungshaus
Bad Sachsa-Tettenborn
www.jubi-haus.de
Tel.: (05523) 8995
MotivHotel „Harzer Hof“
Herzberg am Harz-Scharzfeld
www.hotel-harzerhof.de
Tel.: (05521) 994700
MotivHotel „Englischer Hof“
Herzberg
www.englischer-hof.de
Tel.: (05521) 89690
MotivHotel „Landhaus Schulze“
Herzberg
www.landhaus-schulze.de
Tel.: (05521) 89940
MotivHotel „Landhaus Meyer“
Osterode-Riefensbeek
www.hotel-landhaus-meyer.de
Tel.: (05522) 3837
MotivHotel „Sauerbrey“
Osterode-Lerbach
www.hotel-sauerbrey.de
Tel.: (05522) 50930
MotivHotel „Zum Röddenberg“
Osterode am Harz
www.hotel-zum-roeddenberg.de
Tel.: (05522) 90540
Weitere Auskünfte:
MotivInformationen: www.webbsa.de
Tel.: (05523) 94430
MotivVerkehrsverein Hattorf e.V.
Tel.: (05584) 371
www.hattorfamharz.de
MotivTourist-Zentrum
Bad Grund
Tel.: (05327) 700 710
www.bad-grund.de
Tourist-Information Osterode am Harz
Dörgestraße 40
37520 Osterode am Harz
Tel.: (05522) 318 - 360
touristinfo@osterode.de
www.osterode.de
MotivFörderverein Deutsches
Gipsmuseum und
Karstwanderweg e. V
www.karstwanderweg.de
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Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Natur- und Kulturerlebnistour „Im Zeichen des Turmfalken “. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in die Geschichte des UNESCO-Geoparks und der Naturparke Harz.
Text: Dr. K. George
Fotos: George, Meinecke