Im Zeichen des Roten MilansZwischen Harz und Hainleite
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Dom zum Heiligen Kreuz NordhausenTausendjährige Reichs- und Hansestadt
Motiv HEINRICH I., im Jahr 912 zum Herzog von Sachsen und Thüringen gewählt, und seine Frau MATHILDE mussten ihre Burgen und Erbgüter ständig inspizieren. Sie zogen also durch die Lande und immer wieder auch nach Nordhausen. Auf der dortigen Burg wurden mindestens zwei ihrer Kinder geboren: Gerberga (915) und im Jahr nach der Wahl HEINRICHS zum König sein gleichnamiger Sohn (920). Zur Absicherung seiner Frau MATHILDE vermachte der König ihr am 13. Mai 927 seine Güter in Duderstadt, Nordhausen, Quedlinburg und Pöhlde sowie Einkünfte aus den Orten Gudersleben und Woffleben. Damit fand Nordhausen die erste urkundliche Erwähnung. 961 gründete Königin MATHILDE, die ihren Mann um fast 32 Jahre überlebte, auf der Reichsburg ein Damenstift. Von den Ottonen bis zu den Staufern wurde Nordhausen mit seinem Königshof mehrfach von deutschen Königen und Kaisern aufgesucht. 1158 gab Kaiser FRIEDRICH I., Barbarossa (um 1122- 1190) allen Reichsbesitz in Nordhausen an das Damenstift, welches im Jahr 1200 in ein Chorherrenstift umgewandelt wurde. Kaiser FRIEDRICH II. (1194-1250) erhob Nordhausen zur freien Reichsstadt. Mit dieser Geschichte eng verbunden ist die Geschichte des Doms zum Heiligen Kreuze, wovon eine gusseiserne Tafel an der Ummauerung zur Domstrasse hin kündet. Der romanische Taufstein stammt aus dem ehemaligen Kloster Ilfeld. 1277 gab es einen Aufstand der Handwerker und Kleinbürger gegen die Reichsritter, die Reichsburg wurde von Handwerkern und Kleinbürgern zerstört. Im späten Mittelalter erhielt sich Nordhausen seine Reichsfreiheit durch Bündnisverträge mit Erfurt, Mühlhausen und anderen Städten. Das Kurfürstentum Sachsen wirkte als Schutzmacht. Seit 1430 gehörte Nordhausen zur Hanse. Im Jahr 1500 wurde die Stadt Teil des Niedersächsischen Reichskreises. Später gehörte Nordhausen zur preußischen Provinz Sachsen und ist seitdem Kreisstadt.

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Motiv Stadtinformation Nordhausen
Tel.: (03631) 696797
www.nordhausen.de
Frauenbergkirche Nordhausen und alte Eiche KrimderodeVom Gartenschaugelände an den Stadtrand
Motiv Im Zentrum der Stadt Nordhausen fand 2004 eine Landesgartenschau statt. So wurde nicht nur das Gelände am Petersberg mit dem markanten Judenturm umgestaltet, neue Treppen führen auch hinab zum Frauenberg. Dort wurde um das Jahr 1200 erstmals eine dreischiffige, romanische, kreuzförmige Pfeilerbasilika urkundlich erwähnt. Sie gehörte zu einem Zisterzienserinnenkloster. Die Basilika fiel im April 1945 zu großen Teilen einem Bombenangriff zum Opfer. Seit der Landesgartenschau gibt ein stilisiertes Mittelschiff aus modernen Stahlanbauten an die 1954-1967 teilweise restaurierte Kirche (Querhaus und Chor) auch wieder ein Raumgefühl vom ehemaligen Langhaus. Von den drei Glocken des bereits 1997 errichteten Glockenturms stammt nur die kleine mittelalterliche Glocke aus dem früheren Helmturm der Frauenbergkirche. Von der Frauenbergkirche ist es nicht weit bis zum Bahnhof. Seit 2004 verkehren die Fahrzeuge der Straßenbahn Nordhausen nicht mehr nur innerhalb der Stadt, sondern über das Gleis der Harzquerbahn bis nach Ilfeld. Da die Strecke nach Ilfeld jedoch keine Fahrleitung besitzt, wurden für die Linie 10 neue Fahrzeuge mit Hybridantrieb beschafft. Innerhalb der Stadt Nordhausen beziehen diese ihren Antriebsstrom direkt aus der Fahrleitung, außerhalb erfolgt der Antrieb diesel-elektrisch. Auch fahren die Triebwagen der Harzer Schmalspurbahnen teilweise bis auf den Bahnhofsvorplatz. So bietet sich uns eine Möglichkeit, schnell und bequem den Stadtrand zu erreichen. Dort, am Haltepunkt Nordhausen-Krimderode angekommen, gehen wir durch die Freiheitsstraße zur B4. Etwa 200 m weiter in nördlicher Richtung führt ein steiler Pfad hinauf zur „Flehmüllers Eiche“. Sie ist ob ihres stattlichen Alters von über 600 Jahren und wegen ihres exponierten Standorts hoch über der Zorge-Niederung eines der markantesten Baumnaturdenkmale in der gesamten Harzregion. Der Sage nach flüchtete hier hinauf der Müller der an der Zorge gelegenen Gipsmühle vor jedem Hochwasser und flehte immer wieder um Hilfe für sich, seine Familie und den Erhalt seiner Mühle. Offenbar wurden die Hilferufe des „Flehmüllers“ erhört, auf jeden Fall rettete ihm der Liethberg sein Leben und das seiner Familie. Aus Dankbarkeit soll er die Eiche gepflanzt haben.
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MotivTourismus – Informationszentrum
Nordhausen
Tel.: (03631) 902154
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Jakobikirche Rüdigsdorf Ausflug in die „Rüdigsdorfer Schweiz“
Motiv Im Jahr 1760 bereisten die Schweizer Maler ANTON GRAFF (1736-1813) und ADRIAN ZINNG die Sandsteinformationen an der Elbe flussaufwärts von Dresden und gaben dem kleinen Gebirge den Namen „Sächsische Schweiz“. Seither wurden weitere Landschaften als „Schweiz“ tituliert, sofern nur einige Felsen hervortraten. In der „Rüdigsdorfer Schweiz“ sind es vor allem Kalkfelsen und aufgelassene Steinbrüche. Doch ehe wir einen von diesen bewundern können, führt uns der Karstwanderweg von der Flehmüllers Eiche auf der Höhe in Richtung Rüdigsdorf. Unsere Blicke schweifen hinüber zum Mühlberg (316 m über NN) bei Niedersachswerfen und zum Harzrand. Nach ca. 3 km erreichen wir eine Kreuzung, von der Wege abgehen nach Harzungen (1,4 km), ins Harzfelder Holz (Fortsetzung des Karstwanderwegs) oder eben nach Rüdigsdorf (0,5 km). Wir wählen letzteren und sind bald an der kleinen St. Jacobikirche. Von der Kapelle aus dem 12. Jh. ist als ältester Teil der Turm erhalten. Unter ihm öffnet sich der Altarraum – ein schlichtes Kreuzgewölbe – mit einem spitzbogigen Triumphbogen hin zum Kirchenschiff, welches 1527 an den Chorturm angebaut wurde. Orgel und Altarfenster stammen aus dem 19. Jh. Eine der beiden wertvollen Bronzeglocken sollte im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden. Sie fand sich jedoch nach Kriegsende auf einem Hamburger „Glockenfriedhof“, von wo sie unter Vermittlung des Landesbischofs von Hannover, JOHANNES E. R. LILJE (1899-1977) ihren Weg zurück in die Gemeinde Rüdigsdorf fand. Rüdigsdorf unterstand als freies Reichsdorf bis 1436 nicht dem Gaugericht, sondern dem Gericht des Heiligen Römischen Reiches in Nordhausen. Die Gemeinde hatte jährlich um Pfingsten Steine für den Bau der Stadtmauer an Nordhausen zu liefern, als Reichsdorf war es aber von Zollabgaben an die Reichsstadt befreit. „Armer Sünderstein“ wurde der letzte Grenzstein zwischen Rüdigsdorf und Nordhausen genannt, weil an ihm Verbrecher zwischen Stadt und Grafschaft ausgetauscht wurden. Wir gehen nun auf der Rüdigsdorfer Straße zurück in Richtung Krimderode bis wir rechter Hand einen aufgelassenen Gipsbruch entdecken (Geopunkt 6 im Gebiet der Landmarke 7 des UNESCO-Geoparks). Der Gips ist feingeschichtet. In die teilweise durch Ton und Karbonate verunreinigten Schichten sind sogenannte „Alabasterkugeln“ eingelagert. Die Gebilde von 20 bis 40 cm Durchmesser bestehen aus reinem Gips, der sich leicht bearbeiten lässt. Bekannt sind Figuren aus Alabaster sowie Alabastervasen. Von der Straße weist ein Schild in Richtung Infopunkt Alabastergips Rüdigsdorf. Auf diesem Weg wandern wir zurück nach Nordhausen.
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Ruinen Ebersburg Herrmannsacker und Heinrichsburg Neustadt Kleines Burgenland I
Motiv Dort wo der von Stolberg kommende „Alte Nordhäuser Weg“ nahe Herrmannsacker den Harzrand erreicht (Gasthaus Sägemühle) liegt hoch über der Straße auf einer Bergkuppe die Ruine der Ebersburg. Die Anlage wurde wahrscheinlich zwischen 1181 und 1183 erbaut (Gründung der Thüringer Landgrafen). Gut erhalten sind ein mächtiger Rundturm mit hochgelegenem Eingang und das Kammertor zur ovalen, zweigeteilten Oberburg (23 x 60 m). Südlich grenzte die Vorburg an (30 x 60 m), und östlich legte sich die Unterburg vor (20 x 50 m). Die Ringmauer läuft um drei Seiten der Ober- und Unterburg und schließt im Westen und Osten an die Ringmauer der zwingerähnlichen Vorburg. Da die romanische Anlage nicht erweitert wurde, ist sie ein Musterbeispiel einer kleinen romanischen Harzburg. Nach 1587 wurde die Burg verlassen und verfiel. Nach dem Abstieg von der Ebersburg wandern oder fahren (Fahrradweg) wir auf dem Harzrundweg in Richtung Neustadt (ca. 5 km). Noch ehe wir Neustadt erreichen, weist eine Informationstafel des UNESCO-Geoparks auf das Felsentor (Geopunkt 4 im Gebiet um die Landmarke 7). Wir gehen die paar Schritte zum Felsentor, folgen der Beschilderung Richtung Heinrichsburg und erklimmen den 351 m über NN liegenden Bergsporn. Von der einstmals 40 x 80 m großen Anlage sind keine Gebäudereste mehr erhalten, jedoch ein Rest der 2 m starken Mantelmauer. Wahrscheinlich war die Burg eine Schutzanlage für die „Alte Heerstraße“, die am Fuße des Berges vorbeiführte. Erwähnung findet die Burg im Jahr 1344 als „hus zcu dem Heinrichsberge“. Heimischer Laubwald hat den Burgberg zurückerobert. Am Fuße der Mantelmauer wächst ein heimischer Strauch aus der Familie der Spindelstrauchgewächse. Wegen Form und Farbe seiner im Spätherbst reifenden Früchte wird er Pfaffenhütchen genannt.
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MotivNeustadt-Information
Tel.: (036331) 46277
www.neustadt-harz.de
Ruinen Hohnstein Neustadt und Ilburg Ilfeld Kleines Burgenland II
Motiv Zu den romanischen Herrenburgen, die in die Endzeit der Salier fallen, gehört auch die Burg Hohnstein auf einer Porphyrkuppe über der 1372 erstmals erwähnten Gemeinde Neustadt. Als Erbauer gilt KONRAD VON SANGERHAUSEN (um 1120). Durch Erbfolge kam die Burg 1145 in den Besitz der Gemahlin von ELGER II. VON ILFELD. Er ist der Stammvater des Harzgrafengeschlechts von Hohnstein, das mehrfach im Konflikt mit der benachbarten Reichsstadt Nordhausen stand. 1373 wurde die Grafschaft geteilt: Grafschaft Hohnstein-Lohra-Klettenberg südlich der Wipper und nördlich des Flüsschens Grafschaft Hohnstein-Heringen-Kelbra. Nach einem Familienstreit kamen Burg und Herrschaft Hohnstein 1417 in den Besitz der Stolberger Grafen. Während des Dreißigjährigen Kriegs besetzte 1627 der sächsische Oberst CHRISTIAN VITZTHUM VON ECKSTÄDT Burg und Grafschaft. Für die Burg wollte er Schutzgeld erpressen. Weil die verarmte Herrschaft das Geld aber nicht aufbringen konnte, wurde die Burg Hohnstein zu Weihnachten niedergebrannt. Die Ruine ist heute Eigentum des Landkreises Nordhausen. Ein 1908 erbautes gemütliches Gasthaus lädt auf dem Burgberg zur Einkehr ein. Viel weniger als von der Burg Hohnstein ist auf dem heutigen Burgberg im nahe gelegenen Ort Ilfeld von der Ilburg erhalten geblieben. Graf ELGER I. VON BIELSTEIN ließ die Burg als castrum Yleborgk um das Jahr 1150 errichten. Nachdem ELGER II. in den Besitz der nahen Burg Hohnstein gekommen war, stiftete er das Kloster Ilfeld. Die Burg wurde aufgegeben und diente als Steinbruch für den Bau des Klosters.

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Motiv Südharztouristik Ilfeld-Information
Tel.: (036331) 32033
www.suedharztouristik.de
St. Maria in monte Ellrich Frauenberg und „Schwanenteich“
Motiv Das älteste sakrale Bauwerk im Landkreis Nordhausen ist die St. Marienkirche auf dem Frauenberg. Die sehr kleinen und hoch sitzenden schmalen Fenster weisen sie als Wehrkirche aus, die bereits um 720 geweiht wurde. Die historische Stadt entwickelte sich nicht um den Frauenberg herum, sondern südwestlich von diesem. Zwischen Ellrich und Sülzhayn legten Walkenrieder Mönche im 13. Jh. Fischteiche an. Einer von ihnen ist der Frauenbergsteich, nach welchem wir aber auf der Suche nach der nahen Frauenbergkirche besser nicht fragen, denn in Ellrich ist er eher als „Schwanenteich“ bekannt. Stockenten können wir auf dem Teich beobachten, einige Seerosen wachsen hier, und eine wunderschöne Birkenallee lädt zum Spaziergang ein. Die Stadt ist längst über ihre Stadtmauer hinaus gewachsen. Häuserzeilen reichen entlang der Straße Richtung Sülzhayn bis zum Frauenbergsteich.

Fremdenverkehrsbüro Ellrich
Tel.: (036332) 260
www.ellrich.info
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Ehemalige Kapelle Elende Eichsfelder Pforte
Motiv Elende – ein Ortsteil der Stadt Bleicherode - ist ein kleines Straßendorf an der B80. Unmittelbar an der Bundesstraße in Fahrtrichtung Nordhausen stehen rechts zwei Steinkreuze. Das am Kopf leicht beschädigte Sühnekreuz aus Kalkstein zeigt die lateinische Kreuzform. Zu wessen Gedenken es ursprünglich errichtet wurde ist unbekannt. Erinnert es an einen getöteten oder einen verunglückten Menschen, der unvermittelt starb, ohne die heiligen Sterbesakramente empfangen zu haben? Die Tradition nahe am Ort des plötzlichen Todes Steinkreuze zu errichten ist seit dem 13. Jh. überliefert. Mit der Einführung der „Carolina“ 1532 endete das Sühnebrauchtum. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fällt uns das Gebäude einer ehemaligen Kapelle auf. Sie wurde im Jahr 1257 erbaut. Als Baumaterial fand insbesondere Muschelkalk Verwendung, neben dem Buntsandanstein das gebirgsbildende Gestein der Hainleite. Nördlich von Elende lohnt ein Spaziergang zum Galgenberg. Nachdem wir die Autobahn auf einer Brücke überquert haben, eröffnet sich ein Blick auf die Eichsfelder Pforte: links Ausläufer der Hainleite, rechts die beginnenden Bleicheröder Berge. Dort hindurch führen A38, B80 und Eisenbahn aus der protestantischen Harzregion ins katholische Eichsfeld. Unser weiterer Weg hinauf zum Galgenberg ist von alten Pflaumenbäumen gesäumt.
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Burg Lohra Vom Grafensitz zum Offenen Haus
Motiv In der Zeit der Regentschaft der Ottonen wandelte sich die Grafschaft vom ursprünglichen Dienstadel (Stellvertreter des Königs in einer Verwaltungseinheit) zum Geburtsadel. Grafenämter und Lehen wurden fortan vererbt. Mit dem Tod von HEINRICH II. († 1024), König des Ostfrankenreichs seit 1002 und seit 1014 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, erlosch das Geschlecht der Ottonen im Mannesstamm endgültig. Während der folgenden Regentschaft der Salier beginnt die Geschichte des Lohraer Grafengeschlechts. Sie reicht bis in das 11. Jh. zurück, doch die Periode der urkundlichen Erwähnung dauert nur von 1116 (Graf BERINGER I. VON LAHRE) bis 1221. Auf dem Gelände eines germanischen Heiligtums und einer Fluchtburg hoch oben über dem heutigen Ort Großlohra errichteten sie die größte Burg des südwestlichen Vorharzes. Als seltenes Baudenkmal ist eine romanische Doppelkapelle erhalten (Titelbild, erbaut zwischen 1120 und 1180). In ihr blieb das Obergeschoss der Herrschaft vorbehalten, das einfache Volk fand Platz im Untergeschoss. Doppelkapellen wie die auf der Burg Lohra gab es nur in Burgen des Hochadels. Und so finden wir Graf LUDWIG VON LAHRE auch in der Umgebung von Kaiser LOTHAR III. VON SÜPPLINGENBURG (1075-1137), römisch-deutscher König seit 1125 und ab 1133 Kaiser. Die Herrschaft der Grafen von Lahre reichte bis ins Werratal und bis in die Niederungen nördlich der Hainleite. Zu den Nachbarn gehörten die Grafen von Hohnstein. Später war die Burg u. a. im Besitz der Grafengeschlechter von Beichlingen, Klettenberg und Hohnstein. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 (Beendigung des Dreißigjährigen Krieges) fiel sie an Preußen und wurde als Amt Lohra bis 1977 als landwirtschaftliches Gut genutzt. Wir erreichen die Burg über den steilen Burgstieg von Großwenden aus oder mit dem Auto, indem wir von Friedrichslohra die Hainleite hinauf in Richtung Friedrichsrode fahren. Am Rande einer großen Rodungsfläche, dort wo die Straße nach Friedrichsrode von der nach Ebeleben führenden Straße abzweigt, führt am Waldrand entlang ein Fahrweg Richtung Amt Lohra. Der Fahrweg wird linksseitig von alten Eschen gesäumt. Am Ende erreichen wir eine mächtige solitär wachsende Esche (Parkmöglichkeit und Informationstafel). Von hier aus erkunden wir das ausgedehnte Burggelände.
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St.Gangolf Münchenlohra Von Naturgewalt bedroht
Motiv Wahrscheinlich um 1170 stifteten die Lohraer Grafen ein Mönchskloster im früheren „Monkelare“. Belegt ist jedoch nur die Nutzung des Klosters von Benediktinerinnen und Augustinerchorfrauen. Als Teil der Klosteranlage in Münchenlohra blieb in ihrer ursprünglichen Bestimmung einzig die Kirche St. Gangolf, eine romanische Pfeilerbasilika erhalten. Die übrigen Klostergebäude wurden nach der Reformation abgerissen, als sich das ehemalige Kloster 1590-1701 im Besitz der Familie von Gladbeck befand. Die Kirche jedoch ließ BODO VON GLADBECK im Jahr 1666 reparieren. Seinen Grabstein finden wir in der Kirche. Nach dem Aussterben derer von Gladbeck wurde Münchenlohra zu einer Domäne, später (ab 1712) preußische Staatsdomäne. Beginnend 1732 wurden nun die Kirchtürme, Teile der Westapsis, die Nebenapsiden und Seitenschiffe abgerissen, Hauptschiff und Kreuzarme zu einer Dorfkirche umgebaut. Später gab der preußische Generalkonservator FERDINAND VON QUAST (1807-1877) die entscheidenden Anstöße zur Wiederherstellung, die auch schließlich bis auf die Westapsis 1882-1885 erfolgte. Danach bedrohte jedoch eine Naturgewalt weiterhin das Bauwerk. Wegen Karsterscheinungen im Baugrund (wasserlöslicher Gips) bildeten sich Risse im Mauerwerk. Versuche, die Fundamente mit Beton zu stabilisieren scheiterten zunächst in den 1980er Jahren. Eine schrittweise Neufundamentierung begann dann 1994. Die auf einer Anhöhe stehende ehemalige Klosterkirche prägt das Landschaftsbild nördlich der Hainleite. Der Weg hinauf zu ihr ist in Münchenlohra von einer prächtigen Lindenallee bestimmt. Auf der Westseite der Kirche wächst ein imposanter Spitzahorn. Rote Milane segeln hier oft in der Thermik.
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Dorfkirchen Steinbrücken und Hain Feldspaziergang für Heimatliebende
Motiv Südlich von Nordhausen erstreckt sich eine hüglige Ackerlandschaft, die wohl kaum jemals Touristenscharen anzulocken vermag. Doch wer sich vorgenommen hat, seine Heimat zwischen Harz und Hainleite kennen zu lernen, der sollte nahe der Autobahnanschlussstelle Nordhausen einmal die B4 verlassen und in den Ort Steinbrücken hineinfahren. Wir stellen unser Auto an der Dorfstraße gleich bei der Kirche ab. Die schlichte Chorturmkirche St. Michaelis wurde vermutlich im 18. Jh. erbaut, doch der Turm gehörte schon zu einem Vorgängerbau aus dem 12. Jh. Im Inneren finden wir einen barocken Altar mit Kruzifix. Der alte Turm harrt einer denkmalgerechten Sanierung und bietet so lange noch Einflugmöglichkeiten für Schleiereule und Turmfalke. Durch die Schulstraße verlassen wir Steinbrücken und bleiben auf dem westwärts führenden Feldweg bis sich alsbald die Möglichkeit bietet, in südliche Richtung abzubiegen. Schnell wird die Landschaft abwechslungsreicher. Die kleinen Wäldchen lassen wir immer links liegen, erfreuen uns an den alten Streuobstwiesen. Es wird einsam. Schilder, die uns den Weg weisen könnten, sind nicht zu entdecken. So beschwören wir den Pfadfindergeist. Solange es in südlicher Richtung leicht bergan geht, sind wir richtig. Der Höhenunterschied zwischen Steinbrücken und dem Turmberg (281 m über NN) westlich von Hain beträgt genau 100 m. In Hain scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Bremer Stadtmusikanten könnten von hier stammen, jedenfalls sind Esel, Hund und Hahn zu hören, Katzen sonnen sich auf Mauern und Fensterbrettern. Mitten im Ort breitet eine alte Eiche ihren Schirm über die Denkmäler für die gefallenen Söhne beider Weltkriege. Im Kirchgarten stehen alte Obstbäume. Die Kirche selbst ist eine kleine romanische Saalkirche aus dem 13. Jh. Als Baumaterial überwiegt Röt (Oberer Buntsandstein). Der romanische Taufstein ist vermutlich einer der ältesten der Region.
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Ausgewählte Übernachtungsmöglichkeiten
MotivParkhotel Südharz
Ellrich – Sülzhain
Tel.: (036332) 2860
MotivHotel “Hufhaus“
Harzhöhe, Ilfeld
www.hotelhufhaus.de
Tel.: (036331) 48125
MotivHotel "Am Kloster"
Ilfeld/Südharz
www.harzhotel-kloster.de
Tel.: (036331) 366
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Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Natur- und Kulturerlebnistour „Im Zeichen des Roten Milans“. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in die Geschichte der Harzregion. Weitere Faltblätter dieser und anderer Serien können Sie beim Regionalverband Harz bestellen (siehe Impressum). Verwaltungs-Verlag München, Lizenz-Nr. 06/04/50. Weitere Stadtpläne unter www.stadtplan.net
Text & Fotos: Dr. K. George