Über den Harz Natur erleben am Kaiserweg
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Vom Heidenstieg zum WeitwanderwegDer Kaiserweg
Im Jahre 1258 wird eine via – eine Fahrstraße – erwähnt, deren Verlauf teils identisch ist mit dem 45 km langen Abschnitt des Kaiserwegs zwischen Bad Harzburg und dem Auekopf bei Walkenried. Befahrbar war sie allerdings nur mit zweirädrigen Harzkarren, in denen Erz und Handelsgüter transportiert wurden. Heute wechseln mit Langholzwagen befahrbare und ausschließlich für Wanderer nutzbare Abschnitte einander ab. Der Kaiserweg ist einer der wichtigsten Weitwanderwege in Deutschland und Bestandteil des Weges Deutscher Kaiser und Könige (www.wanderbares-deutschland.de). Er verbindet den Burgberg Bad Harzburg in Niedersachsen mit der Königspfalz Tilleda in Sachsen-Anhalt, nachdem er auch ein gutes Stück durch Thüringen verläuft.
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Sportliche Leistung oder genussvolles Schweben Hinauf zur Harzburg
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Geschichte im Schatten alter Bäume Auf dem Burgberg
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Im Nationalpark Harz Nach Oderbrück
Motiv Vom Burgberg wieder zum Antoniusplatz zurückgekehrt, wandern wir nun in südöstlicher Richtung auf dem Kaiserweg weiter. An der Säperstelle (N 51°52.08’; E 010°34.69’) angekommen, laden eine Schutzhütte (Stempelstelle Nr. 121 für Wanderpass „Harzer Wandernadel“), zahlreiche Bänke im Freien und die gefasste Quelle des „Sachsenbrunnen“ auch größere Wandergruppen zu einer letzten Rast im Naturpark ein. Anders als im benachbarten Sachsen-Anhalt gehört der Nationalpark Harz in seinem niedersächsischen Teil nicht zum Naturpark. An der Säperstelle erreichen wir die Nationalparkgrenze. Sichtbares Zeichen ist zunächst der Wechsel der Beschilderung. Statt der traditionellen Schildertafeln des Harzklubs, werden uns auf den nächsten 24 km durch den Nationalpark aus Holz gearbeitete Schilderbäume den rechten Weg weisen. Es ist zunächst ein sehr schöner Wanderweg, der uns zwischen der 500er und der 520 m über NN verlaufenden Höhenlinie am Südwesthang des Kaltetalkopfs entlang führt. Ständig wechseln die Waldbilder. Dort wo der Weg durch Fichtenstangenholz führt, ist die Trasse aufgehauen, Laubhölzer wie die Rotbuche erobern ihre ursprünglichen Standorte zurück. Zur frühen Sommerzeit schmückt der Rote Fingerhut den Wegesrand. Als Zwergstrauch ist die Heidelbeere vertreten. Wer die Einladung der zahlreichen Bänke zu einer weiteren Pause ignoriert, erreicht nach gut einer Viertelstunde Fußmarsch den versteckt liegenden Reuscheteich (N 51°51.68’; E 010°35.58’). Wir beobachten Libellen und wundern uns, wie die Wasserläufer auf der Wasseroberfläche laufen können. Von nun an verläuft der Kaiserweg über Echoplatz und vorbei am Grillplatz Molkenhaus auf geschotterten Forststraßen. Sportliches Wandern überwiegt den Naturgenuss. Kinder können wir motivieren, indem wir ihnen versprechen, bald einen wunderschönen Waldspielplatz mit allerlei hölzernen Spielgeräten zu erreichen (N 51°51.25’; E 010°34.51’). Täglich fünfmal verkehrt zwischen dem Waldspielgelände und Bad Harzburg der Nationalparkbus. Am Waldspielgelände wird das Landschaftsbild dank einer großen Waldwiese mit weitem Ausblick wieder reizvoller. Unser nächstes Ziel ist die Schutzhütte an der Luisenbank, deren Name wohl eine Würdigung der Königin Mutter (1776-1810) des Reichsgründers Kaiser WILHELM I. ist. Von dort aus verlassen wir nach 200 m wieder die Forststraßen; der Kaiserweg gleicht nun wieder vorübergehend einem Pfad, der durch einen Fichtenhochwald führt. An lichten Stellen wachsen Himbeeren. Am Sellenberg bewegen wir uns dann auf der Nationalparkgrenze. Bis zur Kreuzung des Ulmer Wegs ist hier auch der Kaiserweg wieder befahrbar. Vorbei am Abbenstein (769 m über NN) und an den Luisenklippen vereinen sich für ein kurzes Stück Kaiserweg und der vom Torfhaus zum Brocken führende Goetheweg (hier öffentliche Toiletten). Wieder getrennt von den vielen Brockenwanderern fallen uns am höchsten Punkt, den wir auf dem Kaiserweg erreichen, zwei Granitklippen auf (N 51°47.42’; E 010°34.00’). Sie werden „Hopfensäcke“ genannt und sind typische Beispiele für das, was von Geologen als „Wollsackverwitterung“ bezeichnet wird. Noch arbeitet der Borkenkäfer daran, aber bald werden die Klippen (868 m über NN) völlig freistehen. Mit dem der Oder zuströmenden moorbraunen Wasser wandern wir hinab zum Gasthaus Oderbrück, das zur gemütlichen Einkehr einlädt.

Entfernung ca. 15 km

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Mittelalterliche WegepflasterungÜber Königskrug zur Schutzhütte Helenenruh
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Entfernung ca. 15 km

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Wo war die Grenze?Über Walkenried nach Nordhausen
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Entfernung ca. 23 km

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Im Zauber der JahreszeitenDurch Goldene Aue und Badraer Schweiz
Motiv Zwischen Bremer Klippe und Eichenberg – ehe wir Walkenried erreichten – führte der Kaiserweg ein Stück entlang auf einer Wasserscheide; nach Osten entwässern die Berge zum Flüsschen Zorge. Nachdem wir Nordhausen verlassen haben führt der Kaiserweg nun in südöstlicher Richtung entlang der Zorge durch die Goldene Aue. Südlich von Bielen bis fast hin nach Heringen ist ihr Landschaftsbild nicht mehr allein von ausgedehnten, im Frühling vom blühenden Raps und im Sommer vom reifen Getreide goldwogenden Feldern geprägt: Der Bergbau geht um! Große Seen sind Zeugnis des Kiesabbaus. Gewonnen wurde und wird hier das Material, was Flüsse wie die Zorge in der jüngeren Vergangenheit der Erdgeschichte vom Harzgebirge abgetragen und in der Aue abgelagert haben. Ehe wir südlich von Heringen die Goldene Aue verlassen, verweilen wir etwas in dem Ort und nehmen das in Sanierung befindliche Renaissanceschloss in Augenschein. Im 17. Jh. war es zeitweilig Residenz des Herzogs von Braunschweig. Südlich von Heringen liegt noch ein Gasthaus am Weg. Danach geht es wieder in die Berge. Diese sind jedoch keinesfalls so hoch, wie der Name „Badraer Schweiz“ vermuten lässt. Alles ist relativ. Alles? Nicht so die Ausblicke die sich uns von hier oben bieten: auf den Harz, die Goldene Aue, die Aulebener Fischteiche und den Helmestausee – ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, wo sich alljährlich im Herbst Tausende Kraniche versammeln. Der Weg ist bis Badra gut begehbar und ordentlich ausgeschildert. Erst östlich von Badra scheint er wenig begangen. Wir planen unsere Tour deshalb so, dass wir diesen Wegeabschnitt begehen, nachdem das Gras nicht mehr taunass ist. Erreichen wir Badra zu zeitig, lohnt der Gang zum Gasthaus. Eine Interessengemeinschaft präsentiert dort eine beispiellose Sammlung historischer Grenzsteine. Wir befinden uns im Grenzgebiet der Fürstenhäuser Schwarzburg- Sondershausen und Schwarzburg- Rudolstadt zum Königreich Preußen. Östlich von Badra geht es weiter über den Kyffhäuser zum Ziel.

Entfernung ca. 23 km

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Der kleine Bruder des HarzesÜber den Kyffhäuser zur Pfalz Tilleda
Motiv Die letzte Etappe auf dem Kaiserweg führt uns über den Kyffhäuser. „Kleiner Bruder des Harzes“ wird das Gebirge auch gelegentlich genannt. Nicht weil dort ebenfalls ein Natur- und Geopark eingerichtet wurde, sondern wegen seiner geologischen Entstehungsgeschichte: Während der Zeit der Oberkreide wurde der Kyffhäuser als Bruchscholle emporgehoben. Die nördliche Bruchkante erhebt sich 300 m über die Goldene Aue, aus der uns der Kaiserweg hier hinauf führte. Eindrucksvoll erlebbar ist das Szenario am Aussichtspunkt „Brockenblick“. Herausgetreten aus den Hallen der Rotbuchenwälder können wir hier bei klarer Sicht stolz zurückblicken auf den Oberharz, den wir im ersten Teil unserer Wanderung bezwungen haben. Im Norden überragt der Auerberg – wie der Ravensberg ein Vulkan aus der Endzeit des Erdaltertums - den Unterharz, und die Ruine Rothenburg liegt uns gleichsam zu Füßen. Vorbei am Fernsehturm des Kulpenberg (473 m über NN) führt uns der Kaiserweg nicht zum bekannten Denkmal für Kaiser FRIEDRICH I. - genannt Barbarossa, sondern durch Langes Tal und Wolwedatal hinab zum Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda. Hier endet der Kaiserweg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Pfalz im Jahr 972 zu Zeiten der Regentschaft von Kaiser OTTO I. (912- 973). Zahlreiche Könige hielten dort in den folgenden 200 Jahren Hof, darunter im Jahr 1180 auch FRIEDRICH I. (1122- 1190). Die Reste der Burganlage können wir heute bewundern; zahlreiche Gebäude wurden nach originalem Vorbild aus Holz und aus in umliegenden Gruben gewonnenem Lehm wieder aufgebaut.

Entfernung ca. 14 km



Am Ziel: Freilichtmuseum
Königspfalz Tilleda
Täglich geöffnet
Apr.- Okt. 10-18 Uhr,
Nov. & März 10-16 Uhr
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Ausgewählte Hotels
MotivHotel Tannenhof
Bad Harzburg
www.solehotels.de
(05322) 96880
MotivLandhotel „Sachsenhof“
Kelbra am Kyffhäuser
www.sachsenhof.de
(034651) 4140
Seit 2003 ist der Regionalverband Harz Träger des Naturparks Harz/ Sachsen-Anhalt und seit 2005 auch Träger des Naturparks Harz in Niedersachsen. Der Harz ist Teil des Geoparks Harz.Braunschweiger Land.Ostfalen. Im Jahr 2005 wurde er in das Europäische Geopark- Netzwerk aufgenommen und als UNESCO-Geopark international anerkannt (www.worldgeoparks.eu). Im Südosten grenzt der Naturpark Kyffhäuser an. Der Übersichtskarte können Sie die Lage des Gebietes und den Verlauf des Kaiserwegs entnehmen. Wir wünschen Ihnen interessante Erlebnisse und gute Erholung im Natur- und Geopark Harz.
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Text und Fotos: Dr. Klaus George