Im Zeichen des BuchfinkenZwischen Harz und Harly
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Artenreicher Trockenrasen Kanstein bei Langelsheim
Motiv Nordöstlich von Langelsheim begrenzt der über 30 Meter hohe Steilhang der Kansteinhochfläche die Aue der Innerste. Hier stand im Frühmittelalter während des 9. und 10. Jh. eine äußerst bedeutsame Wallburg, von der wenig bekannt ist und die in der Nachkriegszeit durch Kalksteinabbau nahezu vollständig zerstört wurde. Die Burg lag strategisch besonders günstig, da sie zwei Furten im Zuge der südlichen Trasse der Via regis kontrollierte. Dieser Königsweg (im allgemeinen Sprachgebrauch „Hellweg“ oder „Alte Straße“ genannt) war im frühen Mittelalter wohl die wichtigste Fernverbindung, die die Pfalz Aachen im Westen über Paderborn mit der zunächst östlichsten Grenzpfalz Magdeburg verband. Kaiser KARL DER GROSSE (748-814) benutzte diese vermutlich schon in der Jungsteinzeit bestehende Wegeverbindung bei seinen Feldzügen gegen die Sachsen. Die nur teilweise ergrabene Burg dürfte nach der fränkischen Eroberung Sachsens zur Landsicherung gegründet worden sein. Die in den Abwehrkämpfen gegen die Ungarn und als Königsburg der an die Macht gelangten Liudolfinger wichtige Kansteinburg verlor wahrscheinlich mit dem Tod OTTOS III. (980-1002) ihre Bedeutung, als sein Nachfolger HEINRICH II. (973-1024) das nahe gelegene Goslar ausbaute und 1017 die Pfalz von Werla an der Oker nach Goslar verlegte. Der Kanstein ist vom Bahnhof Langelsheim oder mit dem PKW gut erreichbar. Am südlichen Fuß der ehemaligen Burg ermöglicht eine von der Kreisstraße Langelsheim – Jerstedt aus ansteigende Talung den Aufstieg auf die Hochfläche. Bei genauerem Hinsehen sind die ehemaligen Wallanlagen der Burg auf dem ursprünglich weitgehend ebenen Gelände der Hochfläche erkennbar. Der weite Blick nach Norden in die Innersteaue, nach Westen über die Stadt Langelsheim, nach Süden auf den Harzrand und nach Osten über die Kansteinhochfläche und das Harzvorland lässt die strategische günstige Lage deutlich werden. Der Kanstein ist Bestandteil der neu eingerichteten „Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters“, die vom ottonischen Königshof in Brüggen über die ehemalige Pfalz Dahlum (beide Landkreis Hildesheim) mit einem Abstecher zur Kaiserpfalz Goslar zur ehemaligen Pfalz Werla (Landkreis Wolfenbüttel) führen. Durch die besonderen Reliefformen des Kansteins, die den Boden prägenden Ausgangsgesteine, die klimatischen Verhältnisse und zum Teil auch durch historische Nutzungsformen bedingt, sind hier verschiedene Pflanzengesellschaften heimisch. Auf den steil geneigten, Wind und Regen ausgesetzten Kalkflächen wächst das Kalk-Blaugras Sesleria varia, ein ausgedehntes Vorkommen mit großem Seltenheitswert, das sich wahrscheinlich nach dem Abschmelzen des Inlandeises der letzten Eiszeit auf der seither unveränderten Steilwand angesiedelt hat. Über Jahrtausende verhinderte die Innerste durch immer wiederkehrende Hochwässer den Aufwuchs eines das Kleinklima verändernden Gehölzsaums. Die Zähmung der Innerste und die Rekultivierung alter Halden- und Hüttenstandorte im Umfeld des Kansteins führten zu Veränderungen des Landschaftsbildes, der fortschreitende Kalkabbau zum Verlust der historischen Bedeutung des Kansteins.
Schöne Aussicht vom Harlyturm Klosterkirche Wöltingerode
Motiv Im Jahr 1174 übergaben die Grafen von Wöltingerode ihren am südlichen Fuße des Harly gelegenen Stammsitz der Kirche zur Gründung eines Klosters und siedelten zum Wohldenberg bei Seesen um. Den Ordensregeln folgend errichteten die Zisterzienserinnen, die bereits 1189 das Kloster belegen, die Klosterkirche als romanische kreuzförmige Basilika mit Stützenwechsel ohne Turm. Über der westlich angrenzenden kryptenartigen Unterkirche erbauten sie den Nonnenchor, der zum Kreuzgang und zu den Zellen und den Gemeinschaftsräumen führte. Nach einer Feuersbrunst 1676 wurde das Kloster um 1700 in seiner heutigen barocken Form wieder aufgebaut. 1718 kam der Turm hinzu. Durch Dekret des Königreichs Westfalen vom 13.05.1809 wurde das Nonnenkloster aufgehoben. 1816 übernahm die Klosterkammer die Anlage und trennte Krypta und Nonnenchor ab. Letzterer dient der Stadt Vienenburg als Veranstaltungsort, während in der Krypta die auf dem Klostergut gebrannten Spirituosen gelagert und verkauft werden. Ein Besuch von Kirche, Krypta und Klostergut lohnt nicht nur wegen der geistigen Getränke! Der nördlich gelegene, knapp sechs Kilometer lange und einen Kilometer breite Höhenzug des Harly lädt zum Wandern ein. Aufgrund der Vielfalt seines geologischen Aufbaus beherbergt der Harly auf engem Raum eine große Zahl naturnaher Waldgesellschaften. Im westlichen Teil stockt ein seltener, wärmeliebender Eichen-Elsbeeren-Wald. Seine Krautschicht wird vom Blauroten Steinsame Lithospermum purpureocaeruleum beherrscht. Neben den Naturdenkmalen „Waldmänneken- Höhle“ und „Kräuter-August-Höhle“ ist der 1986 wiedererrichtete Harlyturm wegen der hervorragenden Aussicht bevorzugtes Wanderziel. Der seit dem Mittelalter auf der Südseite des Harly abgebaute Rogenstein war bevorzugtes Baumaterial, beispielsweise auch für das Kloster Wöltingerode. Im östlichen Teil des Harly zeugen überwachsene Wälle und Gräben von der ehemaligen Harlyburg. Im welfisch-staufischen Spannungsbereich erbaute der Welfenkönig OTTO IV., Sohn HEINRICHS DES LÖWEN, 1203/1204 diese Burg, um den Heer- und Handelsweg zwischen Braunschweig und Goslar zu beherrschen sowie die Ost-Westverbindung im Nordharzraum zu kontrollieren. OTTO IV. konnte damit die staufisch gesinnte Stadt Goslar von den mit ihr verbündeten Städten abschneiden. Ein Angriff auf die Harlyburg führte zum Gegenschlag auf die Stadt Goslar, die 1206 erobert und gnadenlos geplündert wurde. Im Frühjahr 1218 erkrankte der Kaiser auf der Harlyburg schwer und wurde auf die besser ausgebaute Harzburg gebracht, wo er am 19. Mai verstarb. 1291 wurde die zur Raubritterburg heruntergekommene Harlyburg belagert, und musste nach einer Schlacht übergeben werden. Ein Gericht verfügte ihre Zerstörung.
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Die Harzburg
Motiv Die von HEINRICH IV. errichtete Harzburg war Teil eines territorialpolitischen Burgenprogramms, welches er verfolgte, um nach den Jahren der Vormundschaft seinen Einfluss auf das Königsgut rund um den Harz zurück zu gewinnen. Der seinerzeit völlig neue Burgentyp zeichnete sich durch eine siedlungsferne Höhenlage, sehr starke Befestigungswerke und eine ständige Besatzung mit landesfremden schwäbischen Ministerialen aus. Im Jahr 1068, drei Jahre nach Beginn der offiziellen Regentschaft HEINRICH IV., muss die Harzburg im Wesentlichen fertig gestellt gewesen sein. Sie hob sich hervor durch aufwendige Bauwerke für Repräsentationszwecke und zum Aufenthalt des Königs sowie der Anlage eines Stifts mit Kirche. Im Jahr 1073 kam es zum Ausbruch offener Feindseligkeiten zwischen sächsischen Fürsten und HEINRICH IV., der sich von Goslar auf die Harzburg zurückzog. Ein Heer der aufständischen Sachsen belagerte daraufhin die Burg. In der Nacht vom 9. auf den 10. August 1073 floh der König, um eine bessere Ausgangsbasis gegen den sich ausbreitenden Aufstand zu haben. Bei Hersfeld kam es am 27. Januar 1074 zur Schlacht, die HEINRICH IV. verlor. In den Friedensverhandlungen musste er der Schleifung der Harzburg zustimmen, zögerte aber die Zerstörung hinaus. Das übernahm der Volkszorn, der auch vor der Schändung der Reliquien und der königlichen Grablegen nicht Halt machte. Dies bewirkte einen Stimmungsumschwung zugunsten des Königs, der daraufhin 1075 die Sachsen vernichtend schlug und unterwarf. Seine Auseinandersetzung mit dem Papst verhinderte jedoch den Wiederaufbau der Burg. FRIEDRICH I., Barbarossa (1122-1190) ließ nach den Auseinandersetzungen mit dem unterworfenen HEINRICH DEM LÖWEN 1181 die Harzburg als Zeichen seiner Macht und zur Sicherung des Goslarer Krongutes und der dortigen Erz- und Silbervorkommen, wieder aufbauen. Als Burgherren setzte er die Grafen von Wöltingerode-Wohldenberg ein. Der Konflikt zwischen Welfen und Staufern entflammte später erneut. Nach der Ermordung des Staufers König PHILIPP VON SCHWABEN 1208 konnte der Welfe OTTO IV. die Macht für sich erringen und wurde 1209 zum Kaiser gekrönt. Die Harzburg war wohl sein Lieblingsort. Die verfallene Burg ließ der Herzog von Braunschweig, AUGUST DER JÜNGERE (1579-1666), einreißen. Von Bad Harzburg aus können wir mit der Seilbahn hinauf zum Burgberg fahren.
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Bad Harzburg und der Naturpark Harz
Motiv Der Naturpark Harz/Niedersachsen wurde 1960 gegründet. Teilgebiete des Naturparks wurden später Nationalpark. Beide Parks gehören zu den Nationalen Naturlandschaften und sind hervorragende Wandergebiete. Mit Fertigstellung der ersten Deutschen Staatsbahn von Braunschweig nach Bad Harzburg, damals noch Neustadt genannt, war der Harz ab 1841 als Sommerfrische leichter erreichbar. Der Ort Neustadt unter der Harzburg entwickelte sich: Das Badewesen wurde ausgebaut, Hotels, Pensionen und Villen entstanden. 1892 benannte sich der Ort nach der oberhalb auf 483 m Höhe gelegenen Harzburg und bekam 1894 Stadtrecht. Von der Burg ist das gesamte nördliche Harzvorland bis hin zum früheren Standort der altsächsischen Pfalz Werla bei Schladen überschaubar. Die ehemals am Harzrand entlangführende alte Fernstraße vom Rhein zur Elbe ließ sich vom Burgberg aus kontrollieren. Seit 1929 bringt eine Seilbahn die Besucher auf den Burgberg, der wie zu Zeiten HEINRICH IV. eine herrliche Aussicht in das Harzvorland ermöglicht. Seit über 100 Jahren werden die Wanderwege im Harz vom Harzklub ausgeschildert. So besteht keine Gefahr, dass wir uns verlaufen. Von Bad Harzburg aus führen gut ausgeschilderte Wanderwege zum Kreuz des deutschen Ostens, zur Rabenklippe und zur Sennhütte. Das streckenweise wildromantische Eckertal an der Grenze zu Sachsen- Anhalt, die Eckertalsperre und der Radauwasserfall bieten sich ebenfalls als Wanderziele an.
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Gründung der Stadt Goslar
Motiv Die Zeugnisse der mehr als tausendjährigen Geschichte von Rammelsberg und Altstadt Goslar machen sie zum Weltkulturerbe. Schon lange vor dem 10. Jh. wurde am Rammelsberg Bergbau betrieben. Erst verbesserte Abbaumöglichkeiten und die Gewinnung von Silber aus den Rammelsberger Erzen, verbunden mit einer verbesserten landwirtschaftlichen Produktion, die zu einer „Bevölkerungsexplosion“ und einer Welle von Stadtgründungen führte, dürften aber Grundlage der Entwicklung Goslars zur Stadt gewesen sein. Die Urzelle Goslars war zunächst wohl nur ein königlicher Jagdhof mit einer Mühle an der Gose. Hier entstand unter HEINRICH II. der Pfalzbezirk. Ein weiterer Siedlungsbereich könnte auf dem Georgenberg gelegen haben, ein dritter - das Bergdorf mit eigener Kirche - am Hang des Rammelsbergs. Wohnten dort die Bergleute, so sollen die Verhüttungsspezialisten am Fuße des Steinbergs, dem Frankenberg gewohnt haben. Unterhalb des Wirtschaftshofes bildete sich die Marktsiedlung mit Marktplatz, Marktkirche und Rathaus als Zentrum der zukünftigen Stadt heraus.
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Goslar Pfalzbezirk
Motiv Der Pfalzbereich ist gut ausgeschildert vom Bahnhof aus erreichbar. Parkplätze befinden sich unterhalb der Pfalz. Die Bedeutung, die der Bergbau am Rammelsberg für die deutschen Kaiser erlangte, führte im frühen 11. Jh. dazu, dass die aus sächsischer Zeit stammende wichtige Pfalz Werla bei Schladen durch Goslar Konkurrenz erhielt. HEINRICH III. verlegte díe Königspfalz vollständig nach Goslar. Unter seiner Herrschaft entstand um 1050 ein neuer Residenzbereich mit Pfalzgebäude und gegenüberliegender Stiftskirche St. Simon und Juda. Die neue Pfalz Goslar wird bis 1253 durch viele Hoftage zu einem Mittelpunkt der Reichsherrschaft. Erhalten ist neben dem Saalbau noch die Pfalzkapelle St. UIrich. Von der Stiftskirche, Vorbild für die späteren in Goslar errichteten Kirchen, ist lediglich der stadtseitige Eingang - die um oder kurz nach 1150 errichtete Domvorhalle - erhalten geblieben. In ihr befinden sich der Kaiserstuhl umgeben von steinernen Schranken, sowie romanische und gotische Architekturfragmente. Die Pfalz, welche eine wechselvolle Geschichte erlebte, wäre wegen Baufälligkeit beinahe wie die Stiftskirche im 19. Jh. abgebrochen worden, hätten nicht die Preußenkönige sie als Legitimation ihrer Herrschaft benötigt und von 1868 bis 1879 umfassend wiederhergestellt. Im Erdgeschoss liegt der ursprünglich über eine Warmluftheizung im Fußboden beheizbare Wintersaal, im Obergeschoss der große Saal mit aufwendigen Fensterarkaden aus staufischer Zeit. Die Wandausmalung mit Historienbildern von HERMANN WISLICENUS (1825-1899) sollte den Anspruch Preußens belegen, Erbe der mittelalterlichen Kaiserwürde zu sein. Der Wintersaal beherbergt eine sehenswerte Ausstellung über die mittelalterlichen Wanderkaiser, die, von Pfalz zu Pfalz reitend, ihr Reich regierten. Die im Süden an die Königspfalz anschließende doppelstöckige Pfalzkapelle St. Ulrich entwickelt sich von einem griechischen Kreuz im Grundriss des Untergeschosses zu einem Achteck im Obergeschoss. Die Grabplatte HEINRICHS III., die ursprünglich in der Vierung der Stiftskirche stand, wurde 1884 mit seinem Herzen hier untergebracht. Vor seinem Tod hatte er verfügt, dass sein Herz in Goslar bleiben solle, während sein Leichnam in der Grablege der Salier, dem Dom zu Speyer beizusetzen sei.
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GoslarKirchen und andere Zeugnisse der Romanik
Motiv Innerhalb des Mauerrings entstanden neben dem Domstift St. Simon und Juda und nach dessen Vorbild weitere Kirchen, von denen noch die Pfarrkirchen St. Cosmas und Damian (Marktkirche; 2. Viertel des 12. Jahrhunderts), St. Jakobi (2. Hälfte des 11. Jahrhunderts), St. Peter und Paul auf dem Frankenberg (frühes 12. Jahrhundert) und das Benediktinerinnenkloster St. Mariae in horto (Neuwerkkirche, etwa 1180 Baubeginn) vorhanden sind. Ergänzungen um weitere Seitenschiffe (Marktkirche), Umbauten zur Hallenkirche (St. Jakobi), Veränderungen der Westwerke aus statischen Gründen (Frankenberg) oder wegen Bränden (Marktkirche) führten zu Abwandlungen, lassen die Gemeinsamkeiten aber immer noch deutlich werden. Die nahe dem Bahnhof gelegene Neuwerkkirche zeigt den Stil der Romanik in reinster Ausprägung. An ihrer Südseite wurde vor wenigen Jahren ein romanischer Garten neu angelegt. Hier sind die Pflanzenarten zu finden, die als Heil-, Gewürz- und Zierpflanzen typisch für mittelalterliche Klostergärten waren. Innerhalb der Altstadt finden sich noch viele romanische Zeugen, so das Spital zum Großen Heiligen Kreuz nahe der Pfalz, zunächst ein Spital zur Beherbergung hilfsbedürftiger Durchreisender, später ein „Altersheim“, oder steinerne Wohntürme der Patrizier, die in Fachwerkhäuser einbezogen wurden. Zudem zeigt das Städtische Museum an der Abzucht eine Vielzahl romanischer Zeugnisse, insbesondere aus dem abgebrochenen Dom, beispielsweise den Krodoaltar. Bei einer Entdeckungsreise durch die Altstadt von Goslar sollte die Besteigung des Nordturms der Marktkirche eingeplant werden. Aus der Höhe erschließt sich die zu Füßen liegende Stadt mit ihrem Gewirr von Gassen, schiefer- und ziegelgedeckten Fachwerkhäusern, den dominanten Kirchen und der Pfalz besonders eindrucksvoll. Der Verlauf der ehemaligen Stadtbefestigung zeichnet sich durch das Breite Tor, den Zwinger, einige Mauertürme und die mit alten Bäumen bewachsene Wallanlage ab. Es lohnt, mit einem Stadtplan ausgerüstet, den Verlauf der früheren Befestigungsanlagen bei einem Spaziergang nachzuvollziehen. Im Bereich des Zwingers wird die Abfolge von Feldmauer, Graben, Wall und Stadtmauer besonders deutlich.
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Goslar Romanische Kirchenruinen
Motiv Auf dem Georgenberg, von dessen Rand sich ein eindrucksvoller Blick auf Goslar und den Rammelsberg bietet, stehen die Sockelmauern einer Kirche, die mit ihrem achteckigen Grundriss eine der bedeutendsten Nachfolgebauten des Aachener Münsters war. Dieses Augustiner-Chorherrenstift war eine Gründung Kaiser KONRADS II. (990-1039). Im Jahr 1527, als Herzog HEINRICH VON BRAUNSCHWEIGWOLFENBÜTTEL (1489-1568) sich im nahegelegenen Kloster Riechenberg einquartiert hatte und die Stadt Goslar bedrohte, um so seinem Anspruch auf die Eigentumsrechte am Rammelsberg und die Hoheitsrechte über Verhüttungsbetriebe und Forsten Ausdruck zu verleihen, entluden sich die religiösen und sozialen Spannungen der Reformationszeit darin, dass aufgebrachte Bürger das dem Herzog zugeneigte katholische Kloster zerstörten. Auch die weiteren vor der Stadtmauer liegenden Kirchen, in denen sich der Herzog hätte verschanzen können, wurden dem Erdboden gleichgemacht: im Süden am Fuße des Rammelsberges die Kirche Johannes im Bergedorf, im Nordwesten die Kommende zum Heiligen Grabe und im Osten das Kollegiatsstift St. Peter. Ihre Grundmauern sind weitgehend erhalten und lohnen einen Besuch. Die Reste des Chorherrenstiftes auf dem Petersberg lassen sich vom Breiten Tor und vom Osterfeld aus erreichen. Der Weg führt am Klusteich und am Klusfelsen vorbei. Diese imponierende 15 - 20 m hohe Felsrippe besteht aus Hilssandstein, der sich vor etwa 110 Mio. Jahren in einem flachen Meer ablagerte und durch den Aufstieg des Harzes senkrecht gestellt wurde. Hilssandstein war ein beliebter Werkstein im Bereich Goslar, der besonders für feinere Architekturelemente verwendet wurde. Im Klusfelsen befindet sich eine aus dem Fels gehauene Kapelle. Oberhalb des Felsens bietet der sogenannte Märchenblick (siehe Titelfoto) ein Panorama der Stadt Goslar. Wenige Meter weiter liegen die Reste des 1050 von HEINRICH III. und seiner Frau Agnes gestifteten Klosters, dessen Anlage die Form der Pfalzkirche aufgreift. Eine weitere Kirche, die noch in den Grundmauern zu erkennen ist, liegt südlich der Bergdorfstraße (am Hang des Rammelsberges) und ist von dieser Straße über Fußwege erreichbar. Sie bildete den Mittelpunkt des Bergdorfes, einer der ersten Siedlungszellen auf halben Weg zwischen Marktsiedlung und Bergwerken, die sich außerhalb des späteren Mauerrings weit nach Süden den Hang des Rammelsberges hochzog. Diese erstmals 970 erwähnte Bergmannssiedlung verlor später wegen der abseitigen Lage zur sich entwickelnden Stadt Einwohner und wurde in den Wirren des Jahres 1527 zerstört und aufgegeben. Im Umfeld der Kirchenruine sind Reste der Befestigung des Bergdorfes, bestehend aus einem System von Wall, Graben und Hecken zu entdecken. Die angrenzenden Wiesen am Rammelsberg wie an den anderen Goslarer Bergen zeugen von ihrer landwirtschaftlichen Nutzung: hier befanden sich Nutzgärten, Ackerflächen und Wiesen, auf denen das Winterfutter für das in der Stadt gehaltene Vieh gewonnen wurde. Darüber hinaus finden sich in der Landschaft zwischen Bergdorf und Erzbergwerk vielfältige Zeugen des Bergbaus. Bis in das Hochmittelalter reichen die vielen Hohlwege zurück, die dem Abtransport der Erze von den Gruben zu den Hüttenplätzen dienten. Zahlreiche Halden sind an ihrem schütteren Bewuchs erkennbar. Durch den Bergbau versiegte Bachläufe und die Trasse einer alten Erzabfuhrbahn sind ebenso zu entdecken wie Reste der Landwehr. Vom Ausflugslokal des Maltermeisterturms, dem ältesten erhaltenen übertägigen Gebäude des Rammelsberges aus dem 15. Jahrhundert, das zur Überwachung und Verteidigung und später als Anläuteturm diente, bietet sich ein grandioser Blick auf Goslar und das Harzvorland. Die vierte Kirche, die den Unruhen des Jahres 1527 zum Opfer fiel, war die Klosterkirche „Zum Heiligen Grabe“ an der gleichnamigen Straße unweit von Bahnhof und Hauptpost. Vermutlich wurde diese Niederlassung des Johanniterordens Ende des 12. Jh. gegründet. Das Besondere der Kirche: Im Kirchengebäude stand nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche eine Nachbildung des Grabes Jesu. Das leere Grab Jesu ist für den christlichen Glauben von zentraler Bedeutung. Aus dem Wunsch, diese Stätte nicht nur im fernen Jerusalem verehren zu können, wurden in Europa seit dem frühen Mittelalter architektonische Nachbildungen errichtet. Wenn auch in anderer Form, so sind weitere Heilige Gräber in der Stiftskirche von Gernrode und im Magdeburger Dom zu finden. In Goslar sind nur die Überreste des 6,40 m langen und 2,25 m breiten Gebäudes in einer kleinen Grünanlage neben der Straße erhalten.
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Goslar Kloster Riechenberg
Motiv Von den Ruinen des Heiligen Grabes ist es nicht weit zum 1826 eröffneten Friedhof an der Hildesheimer Straße, einem gartenarchitektonischen Kleinod und flächenhaften Denkmal, das Mausoleen bedeutender Goslarer Bürger, Familiengräber, Soldatenfriedhöfe und Begräbnisstätten der Täter und Opfer der nationalsozialistischen Diktatur aufweist. Am nördlichen Friedhofsrand führt der Riechenberger Weg durch Ackerflächen zu einer weiteren romanischen Kostbarkeit: dem in der Feldflur eingebetteten Stift Riechenberg. Dieses - ehemals zu Braunschweig gehörende - Stift war der Ort, an dem die Auseinandersetzungen zwischen den Braunschweiger Herzögen und der Stadt Goslar mit dem 1552 geschlossenen Riechenberger Vertrag ihr für die Stadt Goslar wenig günstiges Ende nahmen. Im Jahr 1131 besetzte der Bischof BERNHARD I. VON HILDESHEIM († 1154), das Benediktinerkloster Riechenberg mit Augustiner- Chorherren. Bereits 1154 wird in einer Urkunde seines Nachfolgers eine Krypta erwähnt, die somit um 1150 errichtet sein musste. 1803 wurde das Stift aufgehoben, später als Steinbruch missbraucht. Von der kreuzförmigen Basilika ist insbesondere die Krypta erhalten (Führungen Mai-Oktober immer dienstags 14:30 und 15:30 Uhr, Eingang Rosenpforte in der südlichen Klostermauer). In den Kapitellen staut sich eine Fülle von Phantasiemotiven mit dämonischen Beschwörungen; Tiere und Masken werden mit Rankenwerk umwoben, wobei die Kämpfer in die Ornamentierung einbezogen sind. An den Basen finden wir Ecksporen. Ebenfalls reich verziert sind die Säulenschäfte. Heute nutzt die evangelische Gethsemane- Bruderschaft die instand gesetzten Gebäude. Zum Morgen- und Abendgebet zwischen Montag Abend und Samstag Abend wird eingeladen (7:00 bzw. 18:00 Uhr). Die Landschaft um Kloster und Wirtschaftshof lohnt einen Spaziergang.
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Ausgewählte Übernachtungsmöglichkeiten
Motiv Hotel Winterberg
Bad Harzburg
www.solehotels.de
Tel.: (05322) 928692
MotivHotel Tannenhof
Bad Harzburg
www.solehotels.de
Tel.: (05322) 96880
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Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Natur- und Kulturerlebnistour „Im Zeichen des Buchfink“. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in die Geschichte der Harzregion. Weitere Faltblätter dieser und anderer Serien können Sie beim Regionalverband Harz bestellen (siehe Impressum). Verwaltungs-Verlag München, Lizenz-Nr. 06/04/50. Weitere Stadtpläne unter www.stadtplan.net
Text: Günter Piegsa
Fotos: George, Piegsa