Vom Kaiserweg zur Pfalz Bodfeld
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Des Kaisers FluchtwegAm Ausgangspunkt
Der Regionalverband Harz ist Träger der Naturparke Harz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Mit Förderung des Landes Niedersachsen hatte er 2006 in einem ersten Faltblatt den „Kaiserweg“ beschrieben. Dieser verbindet die Harzburg am Nordharzrand in Niedersachsen mit der Königspfalz Tilleda im südlichen Harzvorland in Sachsen-Anhalt. Auf ihm soll in der Nacht vom 8. auf den 9. August 1073 Kaiser HEINRICH IV. (1050-1106) während des Aufstands sächsischer Bauern von seiner belagerten Burg über den Harz geflohen sein. Wir wollen seinem Fluchtweg nach Süden jedoch nur das kurze Stück vom Burgberg der Harzburg bis zur Schutzhütte an der Luisenbank folgen. Hier ist der Ausgangspunkt unserer Tour Richtung Osten. Von Bad Harzburg aus können wir mit der Seilbahn auf den Burgberg fahren. Von April bis November gibt es daneben sogar die Möglichkeit, den Ausgangspunkt unserer Wanderung direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (Haltestelle „Abzweig Eckertalsperre“). „Der Grüne Harzer“, die Buslinie Nr. 875 der KVG Braunschweig, verkehrt während dieser Jahreszeit als Ringverkehr im Nationalpark Harz.
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Zeugnisse deutscher Teilung Zur Eckertalsperre
Motiv Die Eingliederung in das fränkische Reich unter KARL DEM GROSSEN brachte dem im nordwestdeutschen Raum siedelnden Volk der Sachsen nicht nur das Christentum (einschließlich Bistumsgründungen), sondern auch neue Herrschaftsstrukturen und die Übernahme des Lehnswesens. Auf der Grundlage der fränkischen Grafschaftsverfassung wurden sächsische Adlige als Grafen über meist mehrere sächsische Gaubezirke eingesetzt. Grafen galten als die Stellvertreter des Königs, sie übten die Gerichtsbarkeit aus. Manchen Familien gelang es, Grafenrechte und Besitzrechte in ihrer Hand zu bündeln und sich damit eine herausgehobene Machtposition zu sichern. Einer dieser sächsischen Herzöge wurde gar 919 zum König gewählt: HEINRICH I. († 936). Aus dem Ostfrankenreich wurde das deutsche Reich. Des Königs Lieblingspfalz war Quedlinburg. Den Harz-Elbe-Saale-Unstrut-Raum baute er zum Herzstück seiner Königsherrschaft aus. Er regierte „mit langer Leine“, d.h. er beließ den Mächtigen seines Reiches die Herrschaftsgewalt in ihren Territorien. Sein Geschlecht, das der Ottonen, starb im 11. Jh. aus. Nachkommen anderer einstmals mächtiger sächsischer Adelsgeschlechter mit Besitzungen in der Harzregion, wie das der Askanier, leben noch heute. Nach 1180 war das Königsgut im und am Harz an das Reich zurückgefallen und wurde neu zu Lehen vergeben. Mehreren gräflichen Familien bot sich die Chance zum Aufstieg in die Reichsunmittelbarkeit. Die Harzgrafschaften Blankenburg, Regenstein, Hohnstein, Scharzfeld, Wernigerode und Stolberg entstanden. Wir können hier nicht umfassend die Zersplitterung der Territorialgewalt unter weltlichen (Herzögen, Grafen, Edelherren) und kirchlichen Landesherren (Erzbischöfe und Bischöfe) darstellen, auch nicht wie irgendwann die Welfen (Braunschweig und Hannover) und später die Hohenzollern (Preußen) zunehmend Einfluss gewannen in der Harzregion. Als im Jahr 1942 eine 235 m lange und 65 m hohe Mauer erstmals die Ecker staute, markierte das kleine Flüsschen jedenfalls die Grenze zwischen den preußischen Provinzen Hannover (im Westen) und Sachsen (im Osten). Noch konnte man ungestraft über die Mauerkrone wandern, bis dann infolge des Zweiten Weltkriegs auf der Grundlage des Londoner Protokolls genau hier die Grenze zwischen den westlichen Besatzungszonen und der sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR, verlaufen sollte. Es entstand eine Mauer auf der Mauer, die bis 1989 unüberwindbar war. Als Zeichen des Zusammenwachsens der Harzregion finden wir an der Eckertalsperre heute die Stempelstelle Nr. 1 der Harzer Wandernadel. Mit dem Wasser aus der Talsperre werden hauptsächlich die Regionen Braunschweig, Wolfenbüttel und Wolfsburg versorgt.
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Durch das frühere Sperrgebiet
Motiv Soviel vorweg: Bisher führte unser Weg durch den Nationalpark Harz, und in demselben bleiben wir auch noch bis nahe Ilsenburg. Der Natur soll in einem Nationalpark absoluter Vorrang eingeräumt werden, und so besteht ein strenges Wegegebot. Auch wenn die Neugier uns plagt, nach den wenigen verbliebenen Zeugnissen der früheren innerdeutschen Grenze können wir deshalb nicht überall suchen! Die Zäune sind ohnehin vollständig abgebaut. Es gab ihrer mindestens zwei auf dem früheren Hoheitsgebiet der DDR, die mehr oder weniger parallel verliefen. Zunächst einen 3 m hohen Streckmetallzaun als in der Regel letztes Hindernis kurz vor der tatsächlichen Grenzlinie, markiert mit Betonsäulen. Das zwischen Zaun und Grenze liegende Gebiet galt als „Niemandsland“. Am Sperrzaun waren zeitweise zusätzlich Minen (Selbstschussanlagen) montiert. Nach Osten hin schlossen sich Panzersperren oder Gräben und ein 12 m breiter Spurenstreifen an. Dann folgte ein Kolonnenweg, auf welchem die Grenzsoldaten immer paarweise zu Fuß oder motorisiert patrollierten. Um Kontakt halten zu können zu den Nachbarposten bzw. zum kommandierenden Offizier, der auf einem massiven Turm saß, führten die Soldaten das so genannte „Gummiohr“ mit. Es war ein mit Mikrophon kombiniertes Hörgerät, welches mit dem Grenzmeldenetz verbunden werden musste. Betonsäulen mit den entsprechenden Steckern finden sich noch in den Wäldern. Einen Kolonnenweg erreichen wir nach kurzer Wegstrecke. Die typischen Betonplatten werden wohl als letzte Zeugnisse der einstmals umfangreichen Grenzanlagen überdauern. Aus den Waben quellen verschiedenartige Pflanzen: kleine Fichtensämlinge, Huflattich … Schnell würden sie den Kolonnenweg überwuchern, würde er nicht mehr begangen und befahren werden. Am nächsten Kolonnenweg, den wir Richtung Ilsenburg erreichen, stand der zweite Zaun. Dieser Grenzsignalzaun war nicht so hoch, aber zusätzlich ausgestattet mit Strom führenden Stacheldrähten. Bei Kontakt wurde eine Alarmanlage mit optischen und akustischen Signalen ausgelöst. Heute ist es hier gastlicher. In einer Schutzhütte finden wir die Stempelstelle Nr. 3 „Am Kruzifix“ der Harzer Wandernadel. Das im Zuge der Errichtung der Grenzanlagen zerstörte gusseiserne Kreuz wurde neu errichtet. Der Vers aus der Bibel, war sicher nicht passend zur Grenze aus der Zeit des Kalten Krieges: Christus ist mein Leben. Sterben ist mein Gewinn (Phil. 1, 21).
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Heinrich-Heine-Wanderweg Im Ilsetal
Motiv Vom Kruzifix führt uns unser Weg durch das Große Sandtal hinab ins Ilsetal. Bis hierhin reichte während der deutschen Teilung das Sperrgebiet. Hier vereint sich wie eh und je der uns begleitende Bach mit der Ilse. „Das ist nun die Ilse, die liebliche, süße Ilse. Sie zieht sich durch das gesegnete Ilsetal, an dessen beiden Seiten sich die Berge allmählich höher erheben, und diese sind bis zu ihrem Fuße meistens mit Buchen, Eichen und gewöhnlichen Blattgesträuche bewachsen.“ Der Dichter HEINRICH HEINE (1797-1856), aus dessen „Harzreise“ dieses Zitat stammt, stieg während seiner Göttinger Studentenzeit im Herbst 1824 vom Brocken in das Ilsetal hinab. Er beschrieb die Natur beinahe beiläufig. Aus welchen Arten sich das „gewöhnliche Blattgesträuche“ zusammensetzte, wusste ein anderer bedeutender Mann ganz genau: Oberforstmeister HANS DIETRICH VON ZANTHIER (1717-1778). Er trat 1747 in den Dienst der Grafen zu Stolberg- Wernigerode mit dem Auftrag, die gräflichen Forsten „in eine erwünschte Aufnahme zu bringen und die Einkünfte zu mehren." Während seiner drei Jahrzehnte währenden Tätigkeit in Ilsenburg ließ er ertragreiche Wirtschaftswälder anlegen und gründete die erste deutsche Forstakademie. Hier konnte er sein Hauptanliegen verwirklichen: die Verbindung von Theorie und Praxis in der Ausbildung. Seine rationelle Forstkultur wurde zum Vorbild der Forstwirtschaft in ganz Deutschland. Am Zanthier-Platz, den wir alsbald erreichen, erinnert ein schlichter Stein an den bedeutenden Forstmann und Lehrer. Auf der anderen Talseite erhebt sich die mächtige Granitklippe des Ilsesteins.
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GeotropismusAuf dem Naturlehrpfad
MotivAn der weiter talwärts gelegenen Blankschmiedebrücke queren wir nicht die Ilse, sondern nehmen den Fußweg an ihrem rechten Ufer. Auf dem sehr informativen Naturlehrpfad erfahren wir zunächst Wissenswertes über den weiteren Verlauf der Ilse. Rechter Hand steht das Brunnenhaus der Prinzess Ilse- Quelle. Im Bachbett bestimmen vom Wasser rund geschliffene Granitblöcke noch immer das Bild, obwohl das Tal jetzt Quarzitschichten aus dem Unterkarbon angeschnitten hat. Mehrere interessante Aufschlüsse lassen Einblicke in die Erdgeschichte zu. Schichtung und Kluftbildung werden erklärt. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich aber bald auf den Stamm einer abgestorbenen und teilweise umgebrochenen Rotbuche. Er ist über und über mit Baumpilzen bewachsen. Es sind die Fruchtkörper des Zunderschwamms, der bis zu 30 Jahre alt werden kann. Wie andere Baumpilze zeigt auch er einen ausgeprägten Geotropismus: Neu zuwachsende Fruchtschichten werden zum Erdboden ausgerichtet. Bricht der Wirtsbaum um oder ein Teil des Stammes ab, bilden die Fruchtkörper neue Fruchtschichten, die gegenüber den zuerst gewachsenen Schichten um 90 Grad gedreht sind; gut zu sehen am liegenden Teil des Stammes, der langsam zerfällt und von Brombeeren überwuchert wird. Schon Steinzeitmenschen nutzten die locker-filzige Mittelschicht des Pilzes zum Feuer entfachen. Sicher haben Sie die Redewendung schon einmal gehört: „Brennt wie Zunder!“ Nun geht es über die Drahtmühlenbrücke. Ein kurzes Stück weiter zweigt der Mühlgraben ab. Das Wasser setzte Wasserräder in Bewegung. Transmissionsriemen übertrugen die Kraft auf die Maschinen einer Achsschmiede, einer Sägemühle sowie einer Nagelhütte. Der Mühlteich der Nagelhütte ist noch erhalten. Die Nagelhütte selbst ist heute eine urgemütliche Gaststätte. Unser Ziel ist aber das ehemalige Kloster. Am Blochhauer Platz queren wir die Ilsebrücke und entdecken bald die imposante Anlage mit Gebäudeteilen aus der Zeit der Romanik (unser Titelbild). Weitere Informationen zum Kloster Ilsenburg enthält das Faltblatt „Zwischen Ilsestein und Regenstein“ aus der Serie „Naturerleben an der Straße der Romanik“, das beim Regionalverband Harz bestellt werden kann. Ilsenburg selbst ist von Wernigerode oder Vienenburg aus bequem erreichbar mit den modernen Zügen des HarzElbeExpress.
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Bunte Stadt am HarzNach Wernigerode
MotivAuf dem Harzklub-Hauptwanderweg 50F (gekennzeichnet mit) gelangen wir von Ilsenburg nach Wernigerode. Nach einem kurzen Aufstieg durch artenreichen Laubwald läuft der Weg parallel zum Mönchs- oder Pfenniggraben. Es ist die mittelalterliche Wasserversorgung des Klosters Ilsenburg. Weiter geht es durchs Klosterholz in Richtung Gasthaus Waldschänke Öhrenfeld. Wir sind in einem Zechsteingebiet mit typischen Karsterscheinungen. An der ehemaligen gräflichen Kalkhütte entstand durch Auslaugung unterirdischer Gipslager ein mächtiger Erdfall: eine Doline. Über die Geschichte der Kalkhütte berichtet eine Informationstafel. Nach einer kurzen Rast in der Schutzhütte wandern wir weiter, teilen uns den Weg streckenweise mit Radfahrern, die auf dem R1 unterwegs sind. Wernigerode erreichen wir im Ortsteil Hasserode nahe der Jugendherberge. „Der Weg Deutscher Kaiser und Könige“ führt nun direkt durch die vom Schriftsteller und Journalisten HERMANN LÖNS (1866-1914) als „Bunte Stadt am Harz“ gelobte frühere Residenzstadt: Schöne Ecke, Altes Amtshaus, Lustgarten mit Archiv. Hier lagern Urkunden und Akten aus über tausend Jahren, die das Gebiet der früheren Preußischen Provinz Sachsen betreffen. Die älteste Urkunde datiert auf den 10. September 960. Es ist die Gründungsurkunde des nahe gelegenen Klosters Drübeck, ausgestellt in Magdeburg und unterzeichnet von Kaiser OTTO I. (912- 973). Neuere Dokumente befassen sich mit staatlichen Betrieben und Massenorganisationen der DDR, und auch Akten des Landesbergamtes sind hier archiviert. Vom Lustgarten aus steigen wir hinauf auf den Agnesberg (Stempelstelle Nr. 31 der Harzer Wandernadel), genießen den einmalig schönen Blick auf das Schloß Wernigerode®, und lenken unsere Schritte dann auf dem Annaweg wieder in das Innere des Harzes.
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Schlosswasserreise und TierparkAnnaweg mit Abstecher
Motiv Der Annaweg trug früher den Namen „Oberer Röhrenweg“. Zum Hochbehälter auf dem Agnesberg führten im 18. Jh. zunächst Holzrohre, später Ton- und zuletzt Eisenrohre im sanften Gefälle Wasser heran, das für Schloss, herrschaftliche Gärten und Beamtenhäuser benötigt wurde. Der Annaweg und im weiteren Verlauf ein hier ebenfalls „Kaiserweg“ benannter Weg folgen deshalb annähernd den Höhenlinien entlang der Berghänge. Wir müssten also keine steilen Steigungen mehr bewältigen, würden wir uns nicht einen kleinen Abstecher in den Wildpark Christianental erlauben. In vielen Gehegen und Volieren beherbergt er heimische Tierarten, darunter Luchs, Uhu und die schlauen Kolkraben. Es ist eine einmalig schöne Anlage in natürlicher Umgebung und verfügt über ein gemütliches Gasthaus. Wir brauchen keine Angst zu haben, uns zu verlaufen, denn der Abstecher ist vom Harzklubzweigverein Wernigerode hervorragend ausgeschildert. Am Wildschweingehege geht es durch das Louisental wieder hinauf. Dort wo der Annaweg in weitem Bogen das Louisental quert, entdecken wir ein Stollenmundloch. Eine Informationstafel erklärt die „Schlosswasserreise“, die Anlage zur Wasserversorgung, die auf Graf CHRISTIAN ERNST ZU STOLBERG-WERNIGERODE (1691-1771) zurückgeht. Er hatte den Regierungssitz der Grafschaft von Ilsenburg zurück nach Wernigerode verlegt und das Schloss umfangreich umbauen lassen. 1714 erkannte er die Oberhoheit Brandenburg-Preußens über seine Grafschaft an. Wir wandern nun wieder auf dem Annaweg. Louisental und Annaweg sind benannt nach den beiden Töchtern des Grafen CHRISTIAN FRIEDRICH ZU STOLBERG-WERNIGERODE (1746-1824). Christian Friedrich verehrte den bereits erwähnten, im Dienste der Grafschaft stehenden Oberforstmeister VON ZANTHIER als Freund und Wanderführer und ließ ihm zu Gedenken in dessen Todesjahr am Annaweg einen Stein setzen. Eine Sitzgruppe lädt heute zur Rast ein, hier haben wir einen wunderschönen Blick zurück zum Schloß Wernigerode®. Auf dem weiteren Weg können uns gelegentlich Reiter begegnen. Die friedfertigen Haflingerpferde, auf deren Rücken sie unterwegs sind, haben unten im Mühlental ihre Ställe (Reiterhof). Geräusche der im Tal verlaufenden Straße erreichen uns in der Einsamkeit des Waldes, in der Ferne verhallt von Zeit zu Zeit das Pfeifen der Dampflokomotiven der Harzer Schmalspurbahn. Auch vom Rastplatz „Sieben Börner“ haben wir wieder einen schönen Schlossblick. Ein Stück weiter ermöglicht die Steingleie einen Abstieg ins Tal zur Haltestelle der Stadt- und Regionalbusse. Unser Weg trägt fortan den Namen „Kaiserweg“
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Eisenerzrevier und MarmorbruchHinauf zum Hartenberg
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SchlosskopfZum Ziel
Motiv Unsere hier beschriebene Wanderung auf einem der „Wege Deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters“, dem bereits im 10. Jh. erwähnten Trockweg, nähert sich dem Ende. Ehe wir die Straße von Heimburg nach Elbingerode überqueren, fällt rechter Hand noch ein besonders markanter, übermannshoher Grenzstein auf. Er markiert einen Punkt, wo sich im 18. Jh. die Grenzen dreier Herrschaften berührten und wird deshalb „Drei-Herren- Stein“ genannt. Für die Grafschaft Wernigerode, aus deren Gebiet wir kamen, findet sich das W, das P für Preußen wurde später hinzugefügt. Die angrenzende Grafschaft Blankenburg, die zum Herzogtum Braunschweig gehörte, ist mit den Buchstaben B gekennzeichnet. Der Buchstabe E auf der dritten Seite steht schließlich für das Amt Elbingerode, seit 1705 zu Hannover gehörig. An der Straße fällt uns ein dreieckiger Wegestein auf. Wir müssen von dort zunächst etwa 200 m die unbefestigte Straße Richtung Eggeröder Brunnen entlanglaufen, ehe wir auf den links abzweigenden breiten Forstweg abbiegen. Es geht durch einen dunklen Fichtenforst bis zu einer großen Kahlfläche. Dort wo ein kleiner Tümpel als Laichbiotop angelegt wurde und sich seit neuestem eine Sitzgruppe befindet, können wir nach Westen blickend einen alten Laubwald erkennen. Frisch gepflanzte kleine Eichen säumen die letzte kurze Wegstrecke zu unserem Ziel. Eine Informationstafel erläutert die Situation der im Jahr 1885 ausgegrabenen Reste einer in das 9./10. Jh. zu datierenden massiven Gebäudegruppe. Es handelt sich vermutlich um die Reste der legendären Königspfalz Bodfeld. Anhand von in den Jahren 944 bis 1068 ausgestellten Urkunden lassen sich für diese Pfalz 17 Aufenthalte fast aller zur damaligen Zeit regierenden Herrscher nachweisen. Bodfeld selbst fand erstmals im Jahr 935 in einer Urkunde HEINRICHS I. Erwähnung. Es ist die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung im Inneren des Harzes überhaupt! Da die meisten der 17 in Bodfeld ausgestellten Urkunden auf Herbstmonate datiert sind, wird angenommen, dass die hohen Herrschaften Bodfeld als Jagdpfalz nutzten. Kaiser HEINRICH III. (1017-1056) aus dem Geschlecht der Salier verstarb hier im Jahr 1056 in Anwesenheit von Papst VICTOR II. (um 1022-1057). Letzterer war vom Hoftag in Goslar im September 1056 nicht nach Rom zurückgekehrt, sondern beim Kaiser geblieben. Ein schlichtes Holzkreuz markiert heute die Stelle, wo sich dereinst die Kapelle der Burganlage befand.
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Ausgewählte Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
MotivHotel Tannenhof
Bad Harzburg
www.solehotels.de
Tel.: (05322) 96880
MotivHotel „Am Anger“
Wernigerode
www.hotel-am-anger.de
Tel.: (03943) 9232-0
MotivSchaubergwerk Büchenberg
Elbingerode
www.schaubergwerk-buechenberg.de
Tel.: (039454) 42200
MotivLandhaus „Zu den Rothen
Forellen“ – Ilsenburg
www.rotheforelle.de
Tel.: (039452) 93 93
Seit 2003 ist der Regionalverband Harz Träger des Naturparks Harz/Sachsen- Anhalt und seit 2005 auch Träger des Naturparks Harz in Niedersachsen. Der Harz und seine Vorländer sind Teil des Geoparks Harz.Braunschweiger Land.Ostfalen, der als UNESCO-Geopark international anerkannt wurde (www.worldgeoparks.eu). Der Übersichtskarte können Sie die Lage des Gebietes und den Verlauf der bisher in der königsblauen Faltblattserie des Regionalverbands Harz beschriebenen Teile des Netzes der „Wege Deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz“ entnehmen. Wir wünschen Ihnen interessante Erlebnisse und gute Erholung im Natur- und Geopark Harz!
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Text und Fotos: Dr. Klaus George