Naturpark - Preis 2001

Herzberg gewinnt Naturpark-Preis 2001
Motiv
Motiv Der diesjährige Naturpark-Wettbewerb befasst sich mit der Gestaltung "Innerörtlicher Gewässer". Die eingesandten Unterlagen zeigen, wie umfassend das Thema ist und wie unterschiedlich die Sichtweisen sein können. Innerörtliche Gewässer, ob Fließgewässer oder stehendes Gewässer, sprechen die Sinne an, vom Wasser geht eine magische Anziehungskraft aus. Die ökologische Betrachtung von Gewässern fordert eine eindeutige Trennung zwischen Gewässern, die der menschlichen Nutzung dienen und denen die als Lebensraum und Rückzugsgebiet der standorttypischen Fauna und Flora dienen. Schönheit und Besonderheit der Gewässer, der ästhetische Wert, können so in der Kulturlandschaft erhalten werden.
Der diesjährige Wettbewerb soll beispielhafte Verschmelzungen zwischen Naturschutz und Erholungsansprüchen im Sinne der Nachhaltigkeit aufzeigen. Dabei ist die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Grundlagen ein wichtiger Aspekt.
Motiv

Der Preisträger

Herzberg liegt idyllisch mit 233 m ü. NN am Südrand des Harzes, die Stadt ist mit rd. 17 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Landkreis Osterode. Den Mittelpunkt des Ortes bildet der großflächige Natursee "Jues", er ist ca. 30 Meter tief und dehnt sich über fast sieben Hektar aus. Vor 8 000 bis 14 000 Jahren entstand dieser Erdfallsee durch Veränderungen im Karstgestein. Das Stadtgebiet umfasst den flachen Kessel des Siebertals und ist umgeben von drei Bergen: Großer Knollen (687 m), Acker (865 m) mit der Hanskühnenburg und im Süden der Rotenberg (274 m).
Der Juessee ist mit seinem verträumten Charme ein Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste. Die naturnahe Ufergestaltung ist Lebensraum zahlreicher Pflanzenarten, dabei sind im Baumbestand vorrangig Schwarzerle und verschiedene Weidenarten zu finden. Etwas abgegrenzt schließt sich im Süden ein kleiner Teich an, der natürlich belassen ein eigenes Biotop darstellt und somit ein Rückzugsgebiet für zahlreiche Tierarten wie Wasservögel, Singvögel und Fischarten ist. Das gesamte Areal ist parkähnlich gestaltet, ein Rundweg führt den Erholungssuchenden oder Wanderer auf einem beschilderten Karstweg um den Juessee. Zum Verweilen laden Ruheplätze ein, der Blick auf den See zeigt an windstillen Tagen die Silhouette des Herzberger Schlosses. Das 960-jährige Welfenschloss, das größte Schloss in Fachwerkbauweise Niedersachsens, war die Wiege des englischen Königshauses. Viele der Auswahlkriterien sind hier erfüllt, ein Beispiel ist die Wegebefestigung. Verwand wurde eine Kiesaufschüttung, die Regenwasser versickern lässt. Einige Abschnitte des Uferbereiches sind mit Trockenmauern eingefasst. In der Bewertung des Sees war die Nutzbarkeit für den Tourismus, die Funktionalität im Zusammenfluss von Natur- und Landschaftsschutz ein wichtiger Aspekt. Direkt am See liegt das Cafe "Seeschlösschen", von hier aus kann man im Sommer eine Bootsfahrt genießen. Teile des Gewässers werden in den Sommermonaten zu einer Erfrischung für Badelustige. Für Erholungssuchende ist der Juessee eine grüne Oase der Stadt, ein Natursee, dessen Umfeldgestaltung im Sinne des Naturparks Harz vorbildlich ist.
Die weiteren Teilnehmer
Darlingerode ("Neuer Hasenteich")
Motiv Den Ort Darlingerode durchfließt der Rammelsbach. Durch den Betrieb von Wassermühlen wurde das Fließgewässer angestaut zu Mühlenteichen.
Gemeinde Bad Sachsa (Die Uffe)
Motiv Noch bis Ende der 80er Jahre floss die Uffe im Bereich der Orstmitte in Halbschalenrohren und auf Betonsteinpflaster.
Gemeinde Bad Suderode (Kalte-Tal-Bach)
Motiv Durch den Ort BAd Suderode fließt ausgehend vom "Kalten Tal" der "Kalte-Tal-Bach", er verbindet sich auf Höhe des Bahnhofs mit dem Hagentalbach und es entsteht der Quarmbach.
Stadt Bad Harzburg (Die Radau)
Motiv In der historischen Nutzungsgeschichte wird die Radau, der Wildbach, als Flößereigewässer benannt. Hier am Ufer der Radau fand die erste Besiedlung statt.
Stadt Quedlinburg (Die Bode)
Motiv Die Stadt ist reich mit Wasseradern durchsetzt. Die Bode, als größtes Gewässer hat ein verzweigtes Grabensystem mit Mühlgraben, Stiefelgraben und Holländergraben.