Landmarke 9
Bodetal - Teufelsmauer
Harzgrundgebirge Sagenhafte Roßtrappe bei Thale ( 1 )
Motiv Am Eingang des Bodetals gibt es ausreichend Parkplätze. Von dort gelangen wir innerhalb weniger Minuten zur Talstation des Sesselliftes – der bequemste Weg hinauf zur Roßtrappe. Wer das Wandern liebt, dem sei jedoch die Route Präsidentenweg – Eselsteig – Roßtrappe empfohlen. Der Präsidentenweg beginnt im Bodetal, ein kurzes Stück hinter der Talstation der Seilbahn. Nachdem wir im Verlauf des Aufstiegs die Trasse des Sesselliftes gequert haben, sind es nur noch wenige Windungen des Serpentinenwegs bis zu den 32 Treppenstufen, die hinauf auf den Granitfelsen der Bülowhöhe führen. Von der Bülowhöhe bzw. vom Aussichtspunkt am Berghotel Roßtrappe eröffnet sich an schönen Tagen ein wunderbarer Ausblick in das Harzvorland. Das eigentliche Ziel ist die Roßtrappe selbst, erreichbar vom Berghotel aus auf einem gut ausgeschilderten Wanderweg. Eine aus dem Reich der Riesen stammende Sage erzählt von der Königstochter Brunhilde, die von Bodo, einem böhmischen Prinzen, verfolgt wurde. Durch einen kühnen Sprung ihres Rosses vom Hexentanzplatz über das Bodetal konnte sie sich retten. Das Pferd Bodos schaffte es nicht. Beide stürzten in die Tiefe, wo Bodo – verwandelt in einen schwarzen Hund – im Bodekessel die Krone bewacht, die Brunhilde bei ihrem Sprung verlor. Der Fluss soll nach ihm benannt sein. Ein Huf des Pferdes der Prinzessin schlug so tief in den Fels ein, dass der Abdruck heute noch zu sehen ist. Der Roßtrappenfelsen besteht überwiegend aus Granit. Dieser wird von verschieden starken Quarzadern durchzogen, was an mehreren Stellen gut erkennbar ist. Nach dem Besuch der Roßtrappe lohnt immer ein Abstieg in das Bodetal entlang der Serpentinen der „Schurre“. Die „Schurre“ führt durch Geröllhalden des verwitterten Felsgesteins. Im Tal lädt das Gasthaus „Königsruhe“ zur Rast ein. Geologische Führungen werden von der Thale-Information vermittelt. Ein besonderes Angebot des Bauspielhauses richtet sich an Kinder: die Mythenschatzsuche ( 03947-778899).
Motiv
Motiv Thale-Information
in der Rathausstraße 1
Tel.: (03947) 2597

www.thale.de
Kultplatz, Refugium und Bergtheater Hexentanzplatz Thale ( 2 )
Motiv Wir erreichen den Hexentanzplatz mit der Kabinenbahn, alternativ auch zu Fuß oder mit dem Auto. „Feldspat, Quarz und Glimmer – das vergess ich nimmer!“ Wer sich diesen Spruch ein prägt, der weiß immer, welche drei Minerale hier gesteinsbildend waren. Die Granitfelsen von Hexentanzplatz und Roßtrappe waren bedeutende altheidnische Kultstätten. Der zeitweise Aufenthalt von Menschen kann anhand von Bodenfunden bis in die Jungsteinzeit dokumentiert werden. Um 750 v. Chr. wurde eine Wallanlage errichtet. Reste des „Sachsenwalls“ sind auf dem Weg vom Parkplatz zum Bergtheater noch heute erkennbar. In Anlehnung an die Geschichten um den Hexentanzplatz baute der Berliner Architekt BERNHARD SEHRING (1855–1941)hier die Walpurgishalle. Das Blockhaus im altgermanischen Stil wurde 1901 fertiggestellt. Im Innern befinden sich fünf Bilder des Malers HERMANN HENDRICH (1854–1931), die die Walpurgisnachtszene aus Goethes „Faust“ illustrieren. Außerdem kann ein Opferstein mit germanischen Schriftzeichen besichtigt werden, der während der Bauarbeiten an der Walpurgishalle gefunden wurde. Der Tierpark auf dem Hexentanzplatz ist ein wichtiges Refugium heimischer bzw. ehemals im Harz heimischer Arten, darunter Braunbär, Luchs und Wolf. Eine ganz besondere Attraktion ist das Harzer Bergtheater, welches in eine nach Nordosten geöffnete Schlucht eingebettet ist, von wo der Blick bis zur Teufelsmauer und weit darüber hinaus in das nördliche Harzvorland reicht.

Fahrzeiten Kabinenbahn & Sessellift:
Ostern bis Okt. 9.30 - 18.00 Uhr*
Nov. bis Jan. 10.00 - 16.30 Uhr*
Feb. bis Ostern 10.00 - 16.30 Uhr*

* z. T. nur an den Wochenenden
Geologische Entwicklung des Gebietes
Die Landschaftsgeschichte des Harzes und seines Vorlandes ist durch einige grundlegende Hebungsprozesse geprägt. Gesteine und tektonische Strukturen im Gebiet geben diesen Erscheinungen Ausdruck. Die erste Reliefbildung kann durch den Aufstieg des Ramberg-Plutons angenommen werden, als Zeugnis des Eindringens granitischer Schmelzen in vorher gebildete und bereits in Hebung befindliche Gesteine am Rande einer Versenkungszone. Dies geschah vor etwa 300 Mio. Jahren am Ende des Erdaltertums. Der zweite Aufstiegsprozess zeichnet sich im Bereich der sogenannten Aufrichtungszone ab, an der die Hebung der Harz- Pultscholle von der Zeit der höheren Kreide vor etwa 75 Mio. Jahren erkennbar ist. In dieser Phase bewegten sich die Gesteine des Harzes entlang zweier im Norden und Süden des Gebirges laufender Hauptstörungsbahnen, der Harznordrand-Störung und der Harzsüdrand-Störung. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Aufrichtungsbewegungen sind die imposanten steilstehenden Sandsteinbänke der „Teufelsmauer“. Eine weitere Episode der Hebungsprozesse im Bereich des Harzes wird im Quedlinburger Sattel deutlich. Diese Struktur entstand durch das Empordringen eines länglichen Salzdomes aus dem Untergrund (beginnend vor 190 Mio. Jahren und bis heute andauernd). Zwischen der Aufrichtungszone und dem Quedlinburger Sattel erstreckt sich die Blankenburger Mulde, die einerseits durch flachliegende Schichten der Kreidezeit und des Tertiärs geprägt ist. Andererseits finden sich hier auch Reste der pleistozänen Vereisungsphasen. Eiszeitlichen Ursprungs sind ebenfalls die Lößschichten, auf denen sich im Harzvorland die fruchtbaren Schwarzerdeböden bildeten. Verwitterung und Erosion wirkten unterschiedlich auf die Gesteine ein. Der Granit des Rambergs entwickelte die charakteristischen Figuren der Wollsackverwitterung. Je nach Resistenz wurden die umgebenden Tonschiefer, Grauwacken und Kalke in unterschiedlichen Klimaepisoden ausgeschwemmt, gelöst oder herauspräpariert, so dass die heutige hügelige Mittelgebirgslandschaft des Unterharzes entstehen konnte. Die Aufrichtungszone zieht als schmale Zone steil stehender Schichten entlang der Harznordrandstörung und dokumentiert in spektakulärer wie auch komplexer Weise die Aufstiegsphasen der Harzscholle.
Industriegeschichte Hüttenmuseum Thale ( 3 )
Motiv Zwischen Bahnhof Thale und Talstation der Seilbahn liegt das 1986 ge gründete Hüttenmuseum. Das Museum zeigt die über 300-jährige Entwicklung der Eisenverhüttung und Eisenverarbeitung am Standort Thale. Wer kennt sie nicht - die Emailletöpfe aus Thale? 1835 wurde hier das erste Blechgeschirremaillierwerk Europas gebaut. Ein Zehntel des Weltbedarfs an Emailgeschirr deckten Anfang des 20. Jh. die Produktionsstätten Thales! Eine Besonderheit ist eine Tandem-Walzenzugdampfmaschine, die von 1912 bis zur Stilllegung des Blockwalzen werkes 1990 arbeitete. Über eine Kammwalze trieb die Dampfmaschine die Blockstraße mit drei Walzen gerüsten an. Seit 2009 kann die restaurierte und mit Motorkraft reaktivierte Dampfmaschine von April bis Oktober nach Voranmeldung besichtigt werden.

Öffnungszeiten: Mai bis Okt.: Di. - Fr. 9.00-17.00 Uhr Sa./So. 10.00-18.00 Uhr
Nov bis Apr.: Di. - So. 9.00-17.00 Uhr
Führungen & museumspädagogische Angebote auf Anfrage: (0 39 47) 7 22 56
Klamm und Hornfels Durch das Bodetal nach Treseburg (4)
Motiv Das zwischen Thale und Treseburg gelegene wildromantische Bodetal ist das bedeutendste Felsental nördlich der Alpen. Es inspirierte viele deutsche Dichter, unter ihnen HEINRICH HEINE, THEODOR FONTANE, JOHANN WOLFGANG V. GOETHE und FRIEDRICH GOTTLIEB KLOPSTOCK, zur literarischen Verarbeitung. Beispielhaft für die beeindruckende Geologie sind zum Einen die mit fast 90 Grad steilen Felswänden einzige Klamm im Harz (flussaufwärts vom Gasthaus „Königsruhe“) und zum Anderen weiter talaufwärts von der Teufelsbrücke, die sichtbare Kontaktgrenze von Granit und Hornfels (ein durch heiße Magmenkontaktmetamorph veränderter ursprünglicher Tonschiefer). Von Treseburg ist ein Spaziergang zum Aussichtspunkt „Wilhelmsblick“ 4 zu empfehlen, den wir von der Straße Richtung Thale bzw. Wienrode aus durch einen in den Felsen gehauenen Stollen erreichen können. Entlang der Straße treten in schiefriger Matrix sehr große Gesteinsbrocken auf. Diese untermeerischen Rutschmassen (Olisthostrome) entstanden zu Beginn der Gebirgsbildung.
Grenzen Inlandeis und Preußischer Saalstein ( 5 )
Motiv Zwei Kaltzeiten erreichten den Nordharzrand: die Elster-Kaltzeit und die Saale-Kaltzeit. Vor un gefähr 380.000 Jahren, während der Elster- Kaltzeit, gelangte die Gletscherfront erstmalig an den Harz. Im Osten wurde der Harz bis zur Höhe Friedrichsbrunn vom Eis überfahren. Eiszeit-Denksteine an der Hauptstraße in Friedrichsbrunn 6 und am Lühner Torplatz in Blankenburg markieren die Südgrenze der Inlandvereisung. Der Eiszeit-Denkstein zeigt nicht nur die Grenze der Inlandvereisung, sondern auch eine Grenze aus der jüngeren Geschichte Deutschlands: die Staatsgrenze der bis 1990 existierenden DDR. Eine andere Grenze, die des Herzogtums Anhalt und des Königreichs Preußen, markiert der Preußische Saalstein. Er befindet sich auf der linken Seite des Kalten Tales zwischen Friedrichsbrunn und Bad Suderode. Wie der gegenüberliegende Anhaltische Saalstein (siehe Faltblatt zu Landmarke 15 ) ist der Preußische Saalstein eine imposante Felsklippe mit Blockschutthalde im Zweiglimmergranit des Ramberg-Plutons. Auch die ehemalige Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Braunschweig, verläuft von Nord nach Süd durch die Landmarke 9 . Sie wurde 1844 mit zahlreichen Steinen markiert. Für Geschichtsinteressierte empfiehlt der Regionalverband Harz den Führer „Harz grenzenlos. Entlang histor ischer Grenzwege durch Natur und Geschichte“.
Motiv
Aufrichtungszone Großvater und Hamburger Wappen bei Blankenburg (6)
Motiv Zwischen dem Großvater bei Blankenburg, dem am weitesten westlich gelegenen Felsen der Teufelsmauer, und Timmenrode liegt eines der abenteuerlichsten Wandergebiete der Region. Ein anspruchsvoller Weg mit vielen kleinen Kletterstrecken verläuft auf oder entlang der Felsen der Teufelsmauer, die hier meist im Wald versteckt sind. Immer wieder sind sie aber hoch genug, um reizvolle Blicke auf den Harzrand oder das nördliche Harzvorland freizugeben. Parallel dazu, am Südhang des etwa 5 km langen Höhenzugs, kann auch ein von Hindernissen freier Weg genutzt werden. Der Wald ist sehr vielfältig: alte Rotbuchen, Traubeneichen und Kiefern sowie angrenzende Streuobstwiesen bilden hier den Lebensraum sieben verschiedener Spechtarten, vom Schwarzspecht bis zum Wendehals. Kinder würden es in diesem Gebiet sicher über den Zeitraum eines zweiwöchigen Urlaubs aushalten, denn Halbhöhlen und andere Verstecke in den Felsen garantieren abenteuerliche Erlebnisse. Die Silhouette der Felsformation nahe Timmenrode erinnert an die Türme im Wappen der Hansestadt Hamburg. Wegen dieser Ähnlichkeit tragen die Felsen auch den Namen „Hamburger Wappen“. Die anstehenden Gesteine gehören zur Heidelberg- Formation, die hier am Harzrand große Gerölle aus älteren Gesteinen enthält. Sie sind Zeichen des frühen Aufstiegs des Harzes und der Erosion von Buntsandstein und Muschelkalk. Beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in das Gebiet ist das Hotel „Helsunger Krug“. Vom Bahnhof Blankenburg führt ein 3 km weiter Wanderweg in das Gebiet.
Motiv
MotivTourist- und Kulturinformation Blankenburg (Harz)
Tel.: (03944) 2898
www.blankenburg.de
Eines der ältesten Naturschutzgebiete Teufelsmauer bei Weddersleben ( 8 )
Motiv Rundwanderungen können am Parkplatz an der Friedensbrücke zwischen Weddersleben und Neinstedt begonnen werden. Die imposante Teufelsmauer ist keine vom Menschen erbaute Mauer und auch des Teufels Hand war nicht im Spiel. Der Sage nach wollten Gott und der Teufel die Erde unter sich aufteilen. Dazu hatten sie vereinbart, dass alles Land, welches der Teufel in einer einzigen Nacht bis zum ersten Hahnenschrei mit einer Mauer umbaut, ihm gehöre. Der Teufel machte sich fleißig ans Werk und war fast fertig. Eine Frau, die noch vor dem Morgengrauen aufgebrochen war, um ihren Hahn auf dem Markt zu verkaufen, stolperte, der Hahn erschrak und fing zu krähen an. Pech für den Teufel - seine Bauzeit war um. Aus Wut darüber riss er die Mauer teilweise wieder ein, was deren heutige Gestalt erklären soll. Doch die Teufelsmauer entstand durch Gesteinsbewegungen, die während des Harzaufstieges zur Steilstellung der mächtigen Bänke des Heidelbergsandsteins führten. Vor ca. 80 Mio. Jahren wurde das Harzgrundgebirge herausgehoben und nach Norden aufgeschoben. Die als Schichtrippe erscheinende Teufelsmauer besteht aus silifiziertem Sandstein. Erste menschliche Besiedelungen gab es in der Altsteinzeit. Die um die ganze Teufelsmauer herum verstreut liegenden Felstrümmer wurden bis in das 19. Jh. hinein für verschiedene Bauzwecke abgebaut. Danach begann man auch direkt aus der Mauer heraus Steine zu brechen. Die Gefahr, dass die Mauer vollständig verschwand, war abzusehen. Aus diesem Grund erließ der Königlich Preußische Landrat WEYHE bereits im Jahr 1833 ein Verbot, dort Steine und Sand abzubauen da: „es nicht geduldet werden kann, dass die Teufels mauer, welche der ganzen Gegend zur Zierde gereicht, durch Abbrechen der Steine von derselben zerstört werde“.
Motiv
Geologischer Wanderweg Blankenburg ( 9 )
Rabenklippe Am Kloster Michaelstein bei Blankenburg beginnt ein knapp 5 km langer geologischer Rundwanderweg. Zahlreiche Aufschlüsse am Weg ermöglichen einen einzigartigen Einblick in rund 400 Mio. Jahre Erdgeschichte. Besonders erwähnt sei hier der Hanganschnitt im Teufelsbachtal, wo fast senkrecht aufgerichtete Bänke des Muschelkalkes anstehen, die diskordant (ungleich) von sandigen Mergeln und Sandsteinen der Oberkreide (Campan) überlagert sind. Dieser Hanganschnitt ist eine geologische Besonderheit von internationalem Rang. Auch das Mundloch der ehemaligen Heilschlammgrube finden wir am gut ausgeschilderten geologischen Rundwanderweg. An den einzelnen Aufschlüssen geben Informationstafeln Auskunft über die jeweiligen Gegebenheiten.
Blankenburger Mulde Helsunger Bruch bei Timmenrode ( 10 )
Motiv Nordöstlich der Teufelsmauer bei Timmenrode erstreckt sich ein eis zeitliches Erosionsbecken. Aus dem Harz abfließende Wässer haben diese Mulde ausgeräumt. In dieser Mulde befindet sich eine zweigeteilte Beckenhohlform, die durch Einsinken infolge unterirdischer Salzauswaschung entstand. Im Verlauf der Zeit bildete sich in wenigstens einer der Hohlformen ein durch kalkhaltiges Schichtwasser gespeister See, und es sammelten sich typische Seeablagerungen (Mudden) an. Auf dem Boden dieses nährstoffarmen Sees wuchs ein dichter Rasen von Armleuchteralgen, an dem sich dann der im Wasser gelöste Kalk abscheiden konnte. In den Kalkmudden gefundene kleine Muscheln sind Beleg da für, dass das Helsunger Bruch zu Recht als einziges Kalkflachmoor des nördlichen Harzvorlandes angesehen wird. Im Prozess der weiteren Verlandung verschilfte das Gebiet. Der über den Mudden aufliegende Torf besteht fast ausschließlich aus abgestorbenem Schilf. Nachdem der Preußen könig FRIEDRICH II. (1712-1786) im 18. Jh. die Torfgewinnung forcieren ließ, begann 1752 auch im Helsunger Bruch der Torfabbau. Mit Beginn der Förderung von Braunkohle bei Nachterstedt und Königsaue verlor der Torf als Energielieferant an Bedeutung. Heute wird nur noch kleinflächig Torf als Heilmittel abgebaut und kommt bei der Behandlung von Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen in der Teufelsbadklinik Blankenburg zur Anwendung. Reste des intakten Moores sind im NSG „Hammelwiese“ geschützt.
Raubgrafenburg im Sandsteinfelsen Regenstein bei Blankenburg ( 11 )
Motiv Der Regenstein ist ein freistehendes Sandsteinmassiv mit einer nach Norden abfallenden 75 m tiefen Steilwand. Der Felsen besteht aus einem Sandstein der Oberen Kreide (Heidelbergschichten). Auf Grund seiner exponierten Lage wurde der Regenstein schon frühzeitig als Burgstandort genutzt. Es wird angenommen, dass im 12. Jh. die Grafen von Regenstein hier ihr Domizil einrichteten. Die Burg wurde seinerzeit fast vollständig aus dem Fels herausgearbeitet. In der Quedlinburger Geschichte ist zu lesen, dass Graf ALBRECHT II. von Regenstein im Jahre 1336 in Streit mit dem Bischof von Halberstadt geriet. Der Graf überfiel und besetzte Teile Quedlinburgs und die Gersdorfer Burg. Schließlich wurde der Graf gestellt und gefangengenommen. Im sogenannten „Raubgrafenkasten“, welcher heute noch im Schlossmuseum Quedlinburg zu sehen ist, wurde er der Legende nach gefangengehalten. Im 17. Jh. begann die Festungsgeschichte auf dem Regenstein. Trotz Schleifung der Anlage durch die Preußen im 18. Jh. kann man das ehemalige militärische Befestigungswerk in seiner Gesamtheit und in vielen Details noch gut erfassen.

Öffnungszeiten Burgruine: Apr.–Okt. tgl. 10.00 - 18.00 Uhr und
Nov. bis März Mi. bis So. 10.00 - 16.00 Uhr
Quedlinburger Sattel Schlossberg Quedlinburg ( 12 )
Motiv An der Südflanke des Quedlinburger Sattels erhebt sich der Schlossberg. Der herzynisch streichende Quedlinburger Sattel trennt den östlichen Teil der subherzynen Kreidemulde in die Halberstädter Mulde im Norden und die Blankenburger Mulde im Süden. Die Unterkreide-Sandsteine sind am westlichen Schlossberg sehr gut aufgeschlossen. Die Lage des Schlossberges - exponiert, nahe am Wasser der Bode und umgeben von fruchtbarsten Böden - war wohl ein Grund dafür, dass HEINRICH I. (876- 936) hier nach seiner Krönung zum deutschen König im Jahre 919 eine Pfalz errichten ließ. Das von ihm und seiner Frau MATHILDE (895-968) gegründete Freiweltliche Damenstift erlangte in der folgenden Zeit große Macht im Deutschen Reich. In der bis heute erhaltenen romanischen Stiftskirche ist der Quedlinburger Domschatz ausgestellt - eine Sammlung von kostbaren Reliquien und Evangeliaren. Außerdem befinden sich in der Kirche fünf Teilstücke des ältesten bekannten Knüpf teppichs des Abendlandes. Das Schloss, welches bis 1802 Wohn- und Repräsentationszwecken des Stiftes diente, beherbergt ein Museum mit Ausstellungen zur geologischen und geschichtlichen Entwicklung der Stadt und ihrer Umgebung. Die zum UNESCO-Welt kultur erbe gehörende Altstadt von Quedlinburg ist mit ihren ca. 1.200 Fachwerkhäusern eines der größten Flächendenkmale Deutschlands.
Kamel und Weinberg Königsstein bei Westerhausen ( 13 )
Motiv Den Weinberg gibt es tatsächlich am Königstein; „Kamel“ ist im Volksmund die Bezeichnung des imposanten Felsens des Königsteins, dessen Silhouette an ein ruhendes Kamel erinnert. Wie der Schlosssberg Quedlinburg markiert der verhärtete Sandstein des Königsteins (190 m über NN) die Südflanke des Quedlinburger Sattels. Die Sandsteine sind hier ebenfalls durch Kieselsäure imprägniert und infolgedessen „quarzitisch“ geworden, was eine be trächtliche Härte des Gesteins verursachte. Die wellige Oberfläche der Felswände kommt durch dünne verkieselte Adern und Zonen inhomogener Verfestigung zustande. Dort, wo die neue Bundesstraße 6 den Höhenzug quert, wurde im Vorfeld der Bauarbeiten eine aufwändige Grabanlage der Kugelamphorenkultur aus der mittleren Jungsteinzeit (etwa 3.000 bis 2.800 v. Chr.) ausgegraben.
Fossilienreichtum Salzberg Quedlinburg ( 14 )
Motiv Am Ortsausgang Quedlinburg in Richtung Warnstedt befindet sich an der südlichen Flanke des Quedlinburger Sattels der Salzberg. Der Salzbergmergel stammt aus der Oberkreide (Santon). Seine Schichten sind in einer Ablagerung der oberen Kreide an der Straße aufgeschlossen. Diese Typuslokalität ist Fundort verschiedenster Fossilien, besonders Muscheln und Schnecken, aus der Kreidezeit und deswegen als Naturdenkmal geschützt.
Marienglas Seweckenberge Quedlinburg ( 15 )
Motiv Das Landschaftsschutzgebiet „Seweckenberge“ ist der östlichste Ausläufer des Quedlinburger Sattels. Wir können das Gebiet von Quedlinburg aus über die Straße zur Gersdorfer Burg erreichen. Vom Turm der Seweckenwarte, die zu dem ehemaligen Wartensystem um Quedlinburg gehört, haben wir einen guten Blick über die Blankenburger Mulde und auf die Aufrichtungszone mit den Gegensteinen (Landmarke 15 ) sowie den Harz. Der frühere Bürgermeister Magdeburgs, OTTO VON GUERICKE (1602–1686), auch bekannt wegen seiner Experimente (Magdeburger Halbkugeln), berichtete über einen Fossilfund, der hier 1663 gemacht wurde. Er nahm an, dass die gefundenen Knochen von einem Einhorn stammten. Der Universalgelehrte GOTT FRIED WILHELM LEIBNIZ (1646–1716) übernahm den Bericht in seine „Protogaea“ (Urgeschichte der Erde). Wie sich herausstellte, handelte es sich aber tatsächlich um Knochen eines Mammuts. Auch später wurde in den Gipsschlotten Knochenmaterial weichselzeitlicher Säugetiere gefunden. In den ehemaligen Steinbrüchen wurde Gips der Anhydrit-Folge abgebaut. Auch Marienglas – eine besondere Form des Gipses – kommt hier vor. Marienglas ist ein durchsichtiger, fensterglasähnlicher Gips. Im Mittelalter wurde Marienglas als Glasscheiben ersatz für Reliquienbehälter und Marienbilder verwendet – daher der Name.
Ausgewählte Informationsstellen,
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
MotivAusflugsgaststätte und Hotel
„Helsunger Krug“ Blankenburg
www.helsunger-krug.de
Tel.: (0 39 44) 35 30 61
MotivGasthaus und Hotel
„Königsruhe“ Thale
www.koenigsruhe.de
Tel.: (0 39 47) 27 26
MotivFerienhotel und Reisedienst
„Forelle“ Treseburg
www.hotel-forelle.de
Tel.: (03 94 56) 5 64 - 0
MotivFamilotel / Family Club Harz
Quedlinburg
www.familyclub.de
Tel.: (0 39 46) 7 72 20
MotivBerggasthof und Pension
„Ziegenkopf“ Blankenburg
www.ziegenkopf.de
Tel.: (0 39 44) 35 32 60
MotivBerghotel Roßtrappe - Thale
www.rosstrappe-berghotel.de
Tel.: (03947) 3011
Motiv
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Natur- und Geoparks Harz!

Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München-www.stadtplan.net-Lizenz-Nr.07-08-110
Autoren: Dr. K. George, C. Linke & Dr. T. Steiger
Fotos: George, Köhler, Linke, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie des Landes Sachsen Anhalt