Landmarke 4
Brocken
Brocken
Höhepunkt eines jeden Harzbesuchs Der Brocken ( 1 )
Eine Wanderung auf
den Brocken können
wir vielerorts beginnen,
oder wir fahren
mit der Harzer
Schmalspurbahn auf
den mit 1.141 m ü.
NHN höchsten Berg
des Geoparks.
Bei einem Rundgang
um die oberhalb
der natürlichen
Waldgrenze liegende
Brockenkuppe
finden wir die schon
von JOHANN WOLFGANG
VON GOETHE (1749-1832) beschriebenen Granitfelsen
„Teufelskanzel“ und „Hexenaltar“. Das vorherrschende
Gestein des Brockens ist ein Syenogranit („Kerngranit“); flach
nach Süd einfallende Lagerklüfte prägen diese Klippen.
Nicht nur bei dem hier oben oft rauen Wetter lädt das
Brockenhaus (welches auch Infostelle für den Geopark ist) zu
einer (Zeit-) Reise durch die Vielfalt und Magie des höchsten
Berges Norddeutschlands ein. Wir erleben auf vier Etagen
alles Wissenswerte zur Geschichte und Natur des Berges und
zu seiner einzigartigen Geologie, Flora und Fauna. Gleich am
Eingang werden wir zu einem virtuellen Flug auf dem
Hexenbesen eingeladen und begeben uns sodann auf die
Spur berühmter Brockenwanderer, darunter HEINRICH HEINE
(1797-1856) oder HERMANN LÖNS (1866-1914). Die militärische
Nutzung des Brockens in der jüngsten deutsch-deutsch en
Vergangenheit sowie die Nutzung des Gebäudes als Abhörzentrale der Staatssicherheit der DDR sind weitere Themen
im Brockenhaus. Geotop und zugleich auch Biotop sind die
Hochmoore. Einsichten in die ökologischen Zusammenhänge
des Nationalparks Harz bekommen wir im Brockenhaus
an schaulich vermittelt. Für alle Altersgruppen ansprechend
präsentiert wird auch die Geschichte der weltweiten
Verbreitung der Nationalparkidee. Bevor wir dann über den
Aufgang zur Kuppel hin aus auf die Aussichtsterrasse
gelangen, präsentiert sich uns die deutsche Rundfunk- und
Fernsehgeschichte anhand
vieler Originalexponate aus
jener Zeit, in der die Bilder
laufen lernten. Ein Abstecher
in die Cafeteria rundet den
Besuch ab.Täglich geöffnet. www.nationalparkbrockenhaus. de
Gewachsen seit der letzten Eiszeit Torfhaus & Oberharzer Hochmoore ( 2 )
Der Westhang des Brockens
ist mit im langjährigen Durchschnitt
ca. 1.500 mm Niederschlag/
Jahr eines der regenreichsten
Gebiete Deutschlands. Es ist deutlich maritim
geprägt. Die vorherrschend
westlichen Winde treiben die
Wolken herbei, die sich dann
am Brocken abregnen. Die
in folge von nur knapp 3°C Jahresdurchschnittstemperatur
geringe Verdunstung und die Ausprägung des Reliefs bedingen
einen Wasserüberschuss als Voraussetzung für die Entstehung
von Regenmooren. Diese sind ähnlich einem Uhrglas
zu ihrer Mitte hin aufgewölbt und werden deshalb auch als
Hochmoore bezeichnet. In der Region rund um Brocken und
Bruchberg finden wir so Moore und Moorfichtenwälder auf
knapp 30 km2.
Um einen Eindruck von der wunderschönen Moorlandschaft
gewinnen zu können, fahren wir nach Torfhaus. Zur Einstimmung
besuchen wir hier das Nationalpark-
Besucherzentrum, das auch Geopark-Infostelle ist. Von dort
folgen wir dem Goetheweg in Richtung Brocken. Bald erreichen
wir linker Hand das waldfreie Radaubornmoor, auch
„Großes Torfhausmoor“ genannt. Ein Holzsteg macht die
ganze Schönheit dieses Hochmoores im Quellgebiet der
Radau erlebbar. Der Goetheweg bildet mit dem begleitenden
Abbegraben einen künstlichen Moorrand. Die Vermoorung
begann zu Ende der letzten Eiszeit und schon vor ca. 3.000
Jahren hatte das Moor bereits fast die heutigen Ausmaße
erreicht. Es ist eines der ältesten Hochmoore des Hochharzes.www.torfhaus.info
Im Quellgebiet der Bode Feuersteinklippe ( 3 )
Der kleine Wintersport- und
Luftkurort Schierke liegt südöstlich
des Brockens im Tal der Kalten
Bode. Er ist idealer Ausgangspunkt
für Touren in den Nationalpark
Harz. Im Jahr 1898 bekam der Ort
von Wernigerode aus Anschluss an
die Harzquerbahn, und im Jahr
1899 wurde die Brockenbahn
eröffnet.
Der Schierker Bahnhof ist Ausgangspunkt
unserer geologisch en
Wanderung, die mit einem Abstecher zur nahe gelegenen Feuersteinklippe, einem rötlich
gefärbten Granitfelsen, beginnt. Auf verschlungenen Pfaden
oder im Winter besser auf dem Winterwanderweg vom
Bahnhof Schierke aus wandern wir weiter in Richtung
Erdbeerkopf und folgen der Beschilderung Richtung
Ahrensklint (822 m ü. NHN). Wie schon die Feuersteinklippe weist auch der Ahrensklint eine intensive senkrechte und
waagerechte Klüftung auf, die bei der Abkühlung des
erstarrenden Magmas entstand. Entlang dieser Klüfte griffen
die Kräfte der Verwitterung an und zerlegten das Gestein in
rundliche Blöcke, die an übereinander gestapelte Wollsäcke
erinnern. Diese Wollsackverwitterung ist für alle hiesigen
Granitformationen typisch. Die Klippe des Ahrensklints liegt
unweit des Glashüttenwegs, dessen Name darauf hinweist,
dass der quarzreiche Granitgrus früher im Harz zu Glas
verarbeitet wurde. Die Klippe kann über Treppen bestiegen
werden. Von dort aus haben wir einen weiten Ausblick.
Zurück wandern wir über den Pfarrstieg zur Kirche in
Schierke (2,3 km).
Granit und Hornfels Oderteich und Rehberger Graben ( 4 )
Ausgehend vom Parkplatz Oderteich
an der B242 können wir entlang des
Rehberger Grabens nach Süden bis
nach Sankt Andreasberg wandern.
Der Oderteich mit seinem Fassungsvermögen
von 1,7 Mio. m3 und der
über 7 km lange Rehberger Graben
wurden 1714 - 1723 angelegt, um die
Bergwerke in Sankt Andreasberg mit
dem notwendigen Wasser zum Antrieb
der Bergwerksmaschinen zu versorgen.
Nach ca. 0,5 km erreichen wir
einen Aufschluss der Granitverwitterung. Unter dem Einfluss
des feucht-warmen Klimas im Tertiär verwandelte sich der
Kalifeldspat durch Wasseraufnahme teilweise in das
Tonmineral Kaolinit, wodurch der Granit seine Festigkeit
einbüßte und zerfiel. Diese Umwandlung erfolgte nicht an
allen Stellen gleichmäßig – vielmehr gibt es einzelne Bereiche,
in denen das Gestein bereits zu Sand zerfallen ist und andere
Bereiche mit noch intakten Granitblöcken. In diesem
Aufschluss ist der Granitverband bereits soweit aufgelöst,
dass nur noch einzelne große Blöcke in einer sandigen
Grundmasse schwimmen.
Wir wandern weiter zum
sogenannten „Goetheplatz“.
In den Felsklippen, die
rechter Hand hinter dem
Rehberger Graben aufragen,
ist ein Kontakt der Granitintrusion
zu erkennen: Hier
lagert zu Hornfels verändertes
älteres Sedimentgestein
auf dem später aufgedrungenen
Granit. Dieser
Aufschluss wurde bereits
von GOETHE im Jahr 1783
besucht, der hier in seiner
(irrigen) Ansicht bestärkt
wurde, der Granit sei das
„neptunische Urgestein“, das alle jüngeren Sedimente
unterlagere. GOETHE war von diesem Aufschluss so angerührt,
dass er schließlich auf die Schultern des ihn begleitenden
Zellerfelder Berghauptmanns FRIEDRICH W. H. V. TREBRA (1740 -
1819) stieg, um seine Hand direkt auf die Kontaktfläche
legen zu können.
Vom Grabenweg aus geht der Blick tief hinab in das steilwandig
eingeschnittene Odertal. Auf dem gegen überliegenden
Hang sind große Blockmeere zu erkennen. Unten
im Tal weisen Vorkommen von Moränenablagerungen sowie
Schuttdecken, Staubecken-Schluffe und -Sande darauf hin,
dass einige Harztäler im Pleistozän in geringem Maße
vergletschert gewesen sind.
Der Weg führt weiter zur Nationalpark-Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus, das 1772 als Unterkunft für den Grabenwärter
errichtet wurde, der für die Instandhaltung des Wasserlaufs verantwortlich war. Von hier führt der Weg über die
Jordanshöhe mit einem gesteinskundlichen Lehrpfad
schließlich zur Bergstadt Sankt Andreasberg.
Gaipel, Schacht, Stollen, Wasserräder … Grube Samson und Nationalparkhaus ( 5 )
Die Silberlagerstätte von Sankt
Andreasberg gilt wegen ihres
Reichtums an gut kristallisierten
Mineralen als das „Schatzkästchen“
des Harzes. Auf rund 20
meist geringmächtigen Erzgängen
treten hier, anders als im
übrigen Oberharz, neben sulfidischen
Blei-, Zink- und Kupfererzen
auch Silbererze auf. Insgesamt
lieferte dieses weltberühmte Revier rund 320 t
Silbermetall. Zum Bergwerksmuseum Grube Samson gehören
die komplett erhaltenen Tagesanlagen der 1910 stillgelegten,
810 m tiefen Silbererzgrube. Mit der weltweit einzigen noch in
Betrieb befindlichen Drahtseil-Fahrkunst erhielt die Anlage das
Prädikat eines internationalen Maschinenbaudenkmals. Zwei
große Wasserräder, ein funktionsfähiges Kunstrad (12 m Ø)
und ein um 1890 gebautes Kehrrad (9 m Ø) vermitteln einen
lebendigen Eindruck von der hochentwickelten montanen
Wasserkraftnutzung. Die Schachtanlage dient nicht nur als
Museum, sondern auch als Quelle für umweltfreundliche
Energie: Sechs Wasserkraftwerke, zwei davon im Samson-
Schacht, produzieren alternative Energie. Der Gaipel der
Grube Samson beheimatet außerdem das Harzer Roller-
Kanarien-Museum. Bergbau zum Anfassen erleben wir im
angeschlossenen Schaubergwerk „Catharina Neufang“. Das
Lehrbergwerk Grube Roter Bär vermittelt historischen Bergbau.
Ausgerüstet mit Helm und Grubenlampe erhalten wir unter
fachkompetenter Führung Einblick in den „Alten Mann“, d. h.
die verlassenen Grubengebäude. Der mit rund 40 Infotafeln
ausgestattete Geologisch-Berg bauhistorische Wanderweg am
Beerberg führt zu zahlreichen Bergbaurelikten und erschließt
gewissermaßen die Wiege des Sankt Andreasberger Silberberg
baus. Hier wurden um 1520 die ersten reichen Silbererze
entdeckt. Beide Ziele können wir vom Großparkplatz im
Wäschegrund an der Sankt Andreasberger Sommerrodelbahn
aus bequem erwandern. In der Erzwäsche, der ehemaligen
Aufbereitung der Grube Samson,
lädt das Nationalparkhaus Sankt
Andreasberg zu einer Zeitreise
ein. Im Erlebniskino reisen wir
um Jahrmillionen in die
Entstehungszeit des Harzes
zurück. Wir können nacherleben,
wie ehemals die Wälder und die
Wasserressourcen ausgebeutet
wurden und wie sich die Natur
heute im Nationalpark wiedererholt. „Natur Natur sein lassen“
lautet dessen Motto. Auch dieses Haus ist eine Geopark-
Infostelle.www.nationalparkhaus-sanktandreasberg.de
www.harzer-roller.de
Tourist-Information Sankt Andreasberg(0 55 82) 8 03 36
www.sankt-andreasberg.de
Eckertalsperre und Eckergneis ( 6 )
Südlich des Radauwasserfalls
biegen wir in das Radautal und
parken hier. Auf der Wanderung
zur Eckertalsperre passieren
wir den Aufschluss
„Kohlebornskehre“, wo uns
eine Informationstafel darüber
informiert, dass hier Harzburgit
auftritt. Überwiegende Bestandteile
des Harzburgits sind serpentinisierte
Olivine und Orthopyroxene. Wegen der Reflektion
des Orthopyroxens wird dieses
Gestein auch „Schillerfels“ genannt.
Der Aufschluss ist
Typuslokalität des Harzburgits.
Die Eckertalsperre ist der am
höchsten gelegene Stausee der
Harzwasserwerke. Die Staumauer ist eine 235 m lange und 65
m hohe Gewichtsmauer, die mit ihrem Eigengewicht von
420.000 t dem Wasserdruck standhält (Stauinhalt 13,3 Mio.
m3). Die Talsperre wurde 1942 fertiggestellt. Damals trennte
die Ecker die preußischen Provinzen Sachsen im Osten und
Hannover im Westen. Als Folge des Zweiten Weltkriegs verlief
später ebendort die innerdeutsche Grenze, und die
Grenztruppen der DDR errichteten eine Mauer auf der Staumauer.
Eine dort belassene Betongrenzsäule kündet heute
noch von jener Zeit.
An den Ufern des Eckerstausees tritt ein interessantes Gestein
zu Tage – der Eckergneis. Zwei Informationstafeln erläutern
geologische Details.
Im Tal der Ilse Nationalparkgemeinde Ilsenburg ( 7 )
Seine als Jagdpfalz genutzte
Reichsburg Elysynaburg schenkte
OTTO III. (980-1002) nebst Inventar
und Burgbesatzung dem Bistum
Halberstadt. Unter Verwendung
von Rogenstein wurde auf dem
Burggelände 1078-1087 die Klosterkirche
als dreischiffige kreuzförmige
romanische Basilika
erbaut. In ihren Mauern verbirgt
die Klosterkirche umfangreiche
Fragmente eines in Europa einzigartigen
Gipsestrichfußbodens.
Weil Mönche und Burgbesatzung ständig im Zwist lagen,
baute die Burgbesatzung auf dem gegenüberliegen den Ilsestein
(Granit) eine neue Höhenburg. Im Jahre 1106 wurde
diese je doch auf päpstlichen Erlass zerstört. Fortan konnte
sich das Ilsenburger Kloster ungestört zu einem kulturellen
und wirtschaftlichen Mittelpunkt des nördlichen Harzvorlandes
entwickeln. Zu jener Zeit wurde im Harz bereits seit langem
Eisenerz abgebaut. Im Jahr 1530 gründete Graf BOTHO III. ZU
STOLBERG-WERNIGERODE (1467-1538) die heutige Fürst Stolberg-
Hütte. 1546 wurde in Ilsenburg der erste Hochofen errichtet.
Die Berühmtheit der Ilsenburger Eisenindustrie veranlasste
später Zar PETER I. (1682-1725) auf seiner legendären Reise
nach Holland zu einem Abstecher an
den Harz. Die Eisenhütte in Ilsenburg
war 200 Jahre lang eine der größten
Roh- und Gusseisenhersteller der
deutschen Staaten. Neben den reichen
Erzvorkommen waren die Wasserkraft
der Ilse und Holz die erforderlichen
Ressourcen. HANS DIETRICH VON ZANTHIER
(1717-1778), Oberforstmeister der
längst auch über Ilsenburg herrschenden
Grafen zu Stolberg-Wernigerode,
sah den Raubbau an den Wäldern des
Harzes und führte planmäßige Wiederaufforstungen durch. Der heute in aller
Munde geführte Begriff der „Nachhaltigkeit“
hat auch hier im Harz seinen
Ursprung.
Das Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg in formiert nicht
nur über die Stadtgeschichte, sondern zeigt auch technische
Funktionsmodelle und beherbergt eine reiche Sammlung von
Eisenkunstguss vom 16. bis zum 20. Jh. Der neu eingerichtete
Industrielehrpfad „Vom Erz zum Metall” informiert über technische
und historische Zusammenhänge der Erzverhüttung.
Einen Besuch wert ist auch das Nationalparkhaus Ilsetal.Öffnungszeiten Hütten- und Technikmuseum:
Dienstag bis Freitag 10:00 – 16:00 Uhr
Sonntag 13:30 – 16:30 Uhr
Tourist-Information IlsenburgTel.: (03 94 52) 1 94 33
www.ilsenburg-tourismus.de
Im Flussgebiet der Holtemme Durch die Steinerne Renne zum Ottofelsen ( 8 )
Nordöstlich der Zeterklippen und des Hohnekamms
entwässert die Holtemme das Gebiet.
Sie fließt weiter durch Wernigerode und
Halberstadt, um schließlich bei Krottorf in die
Bode zu münden.
Vom Bahnhof Steinerne Renne aus begleiten
wir die Holtemme entlang ihres Hauptlaufes
hinauf in die Berge. Die erste geologisch
interessante Station liegt bereits nahe des
Bahnhofs der Harzer Schmalspurbahnen: Der
Nachbau einer historischen Krananlage zeigt
Phasen der Verarbeitung des anstehenden
Granits zu Werksteinen. Nach einer kurzen
Rast wandern wir weiter, passieren einen
Gedenkstein und begleiten die Holtemme
durch die Steinerne Renne bis zum gleichnamigen
Hotel. Der dortige Wasserfall ist ein
gutes Beispiel für „rückschreitende Erosion“.
Durch die von der Verwitterung heraus präparierten
Granitfelsen erhält das Tal seinen wildromantischen
Charakter.
Auf unserem weiteren Weg
verlassen wir nun das Tal und
folgen der Ausschilderung
Richtung Lochstein und Ottofelsen.
Nach 0,5 km er reichen
wir den Lochstein, der in
manchen Wanderkarten auch
als „Gebohrter Stein“ bezeichnet
wird. Es ist eine markante
Granitklippe mit soweit fortgeschrittener
Wollsackverwitterung, dass man an einer
Stelle durch den Stein hindurchschauen
kann. Etwa zwei Stunden nach Beginn unseres
Aufstiegs am Bahnhof Steinerne Renne erreichen wir schließlich
den Ottofelsen. Treppen führen hinauf auf das Felsplateau der
mächtigen Granitklippe. Lohn der Anstrengung en sind wunderschöne
Aussichten auf den Brocken und in das Harzvorland.
Als Rückweg wählen wir den Fahrweg im Thumkuhlental vorbei
am Haus der Bergwacht. Linker Hand erkennen wir alsbald
einen aufgelassenen Granitsteinbruch; Schotter und Steine
wurden mit einer elektrisch betriebenen Feldbahn (Stromerzeugung im Wasserkraftwerk Rennetal) bis zur Verladestation
an der im Jahr 1898 fertig gestellten Harzquerbahn transportiert und dort umgeladen. Von der ehemaligen Verladestation
folgen wir nun dem Weg entlang den Gleisen der Harzquerbahn.
Auch hier am Beerberg ging der Bergbau um. Preußen
gründete 1707 in Wernigerode ein Königliches Bergamt. Die
Grube „König Friedrich“, deren Mundloch wir bald er reichen,
erinnert auch daran, dass FRIEDRICH II. VON PREUSSEN (1712-1786)
den Bergbau durch weitgehende Privilegien förderte,
z. B. mit dem Recht auf freie Niederlassung für die Bergleute.
Touristinformation WernigerodeTel.: (0 39 43) 63 30 35
www.wernigerode-tourismus.de
Uranprospektion und Bergbau-Lehrpfad Lossen-Denkmal und Thumkuhlental ( 9 )
Von Wernigerode führt eine Straße
durch das Drängetal nach Drei
Annen Hohne und Schierke. Kurz
nachdem wir den Wernigeröder
Ortsteil Hasserode verlassen
haben, erreichen wir auf der
rechten Seite das Lossen-Denkmal.
Dort biegen wir nach rechts ab und
fahren bis zum Wanderparkplatz.
Dieser liegt eben so wie das Denkmal
unmittelbar am Naturkundlich-
Geologischen Lehrpfad Hasserode.
Ehe wir dem Lehrpfad das Thumkuhlental
hinauf folgen, gehen wir
das kurze Stück zurück zur Straße
und schauen uns das Denkmal
etwas genauer an. Es wurde im Jahr
1896 zu Ehren des Geologen KARL
AUGUST LOSSEN (1841-1893)
errichtet. LOSSEN hatte sich als Königlicher Landesgeologe der
Preußischen Geologischen Landesanstalt Berlin und Professor
an der Königlichen Bergakademie Berlin um die Erforschung
der Geologie des Harzes besonders verdient gemacht. Das
Material des Granitobelisken stammt von den westlich von
Drei Annen Hohne gelegenen Leistenklippen. Die den Sockel
umlagernden Säulen zeigen verschiedene Gesteine aus dem
gesamten Harz.
Unsere kurze Wanderung im Thumkuhlental beginnen wir am
Wanderparkplatz auf dem Fußweg, der an dem „Braunes
Wasser“ genannten Bachberg anführt. Schon bald erreichen wir
einen interessanten Aufschluss und
nur ein kurzes Stück weiter ein
Stollenmundloch. Es liegt etwas
versteckt hinter einer Halde, auf
der eine alte Fichte mit imposanten
Luftwurzeln wächst. In der ersten
Hälfte des 17. Jh. wurden hier
Kobalterze („Hasseröder Blau”) zur
Herstellung blauer Farbe abgebaut.
Ende des 18. Jh. vernichtete eine
Hochwasserkatastrophe die gesamte
Anlage, darunter auch eine Wasserkunst. Weiter talaufwärts
wurde eine funktionsfähige Wasserkunst als Demonstrationsanlage nachgebaut. Die letzte Episode des Bergbaus im Thumkuhlental fiel in die Zeit des „Kalten Krieges“ im 20. Jh. Es
erfolgte ein Versuchsbergbau auf Uran. Spurenhafte Uranmineralisationen waren im heutigen Sachsen-Anhalt seit Ende
des 19. Jh. bekannt. Untersucht wurden insbesondere die
teilweise mächtigen Karbonspatgänge der Wismut-Kobalt-
Nickel-Formation. Im Ergebnis der Erkundung konnte in der
ehemaligen Kobalterz-Grube „Aufgeklärtes Glück“ eine Uranvererzung nachgewiesen werden. Wie alle anderen Harzer
Uran-Kleinstvorkommen erwies sich aber auch das Hasseröder
Gangrevier als nicht bauwürdige mineralogische Besonderheit.
Daher blieb der Harz von negativen Auswirkungen des Uranbergbaus
verschont.
Tiefengesteine mit Kontaktzone
Geologische Entwicklung des Gebietes
Geologische Entwicklung des Gebietes
Durch die variszische Gebirgsbildung, die im Oberkarbon vor
ca. 300 Mio. Jahren stattfand, wurden infolge der Plattentektonik
die überwiegend marinen Sedimente dieses Gebietes gefaltet,
geschiefert und schließlich als Teil des großen variszischen Faltengebirges über den Meeresspiegel gehoben. Infolge dieser
tektonischen Aktivitäten drang glutflüssiges Magma auf, das in
den Gesteinen des Harzes stecken blieb und abkühlte. Durch
diese sogenannte Granitintrusion entstand der heutige
Brockengranit in zahlreichen Varietäten – das dominierende
Gestein im Bereich der Landmarke Brocken. Die drei Hauptminerale
des Granits sind durch den Merkspruch „Feldspat,
Quarz und Glimmer – die drei vergess’ ich nimmer“ bekannt.
Der Granit ist reich an Quarz, d. h. ein saures Gestein. Vorab
drang der Harzburger Gabbro als Teilausscheidung dieses
Magmas auf. Das relativ seltene Gestein Gabbro kann als
Tiefenvariante des Basalts bezeichnet werden und besteht im
Wesentlichen aus den Mineralen Plagioklas und Pyroxen mit
nur geringen Quarzanteilen.
Beim Eindringen der Granit- und Gabbroschmelzen in die
Umgebungsgesteine sind diese kontakt metamorph überprägt
und verändert worden. An den Kontaktzonen der Magmen zu
den benachbarten Sedimentgesteinen entstanden aufgrund
der hohen Temperaturen die besonders harten, erosions beständigen Hornfelse.
Die Umgebung des Granit-Gabbro-Massivs wird wesentlich aus
Meeresablagerungen aufgebaut, die während der geologisch en
Zeitabschnitte Devon und Unterkarbon und damit vor ca. 440
bis 320 Mio. Jahren entstanden. Sie bestehen vor allem aus
Tonschiefer sowie der für den Harz typischen Grauwacke.
Während des Devons (vor ca. 390 bis 370 Mio. Jahren) entstand
bei untermeerischen Vulkanausbrüchen der Diabas.
Erst im Zuge der Hebung und Abtragung der ehemals überdeck
en den Schichten gelangten die Tiefengesteine Granit und
Gabbro an die Oberfläche. Durch die Harzhebung wurde das
Brockenmassiv dann an seinem Nordrand auf jüngere Gesteine
des Harzvorlandes aufgeschoben. Im Zuge dieser Aufschiebung
wurden die Gesteinsschichten
dort steil aufgerichtet
und teilweise
überkippt.
Der Brockengranit und sein geologisches Umfeld Entwurf: Dr. H.-J. Franzke Zeichnung: I. Joß
Der Brockengranit und sein geologisches Umfeld Entwurf: Dr. H.-J. Franzke Zeichnung: I. Joß
Ausgewählte Hotels und Gaststätten
Hotel BrockenscheideckSchierke – Brockenstraße 49
www.harz-hotel-brockenscheideck.de
Tel.: (039455) 268
Hotel KönigSchierke – Kirchberg 15
www.harz-hotel-koenig.de
Tel.: (039455) 383
BrockenhotelSchierke - Brockenplateau
www.brockenherberge.de
Tel.: (039455) 120
Cafe WinklerSchierke – Barenberg 1
www.brockenwirt.de
Tel.: (039455) 235
Restaurant Grimbart’sBraunlage
www.grimbarts-Braunlage.de
Tel.: (05520) 94310
Wurmberg Alm
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www.wurmberg-alm.de
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Georoute rund um den Brocken. Der Nationalpark Harz bietet
geführte Touren mit den Nationalparkrangern und lädt in die
Nationalparkhäuser ein. www.nationalpark-harz.de
Der Regionalverband Harz e. V. und der Nationalpark Harz
wünschen Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in
Geologie und Geschichte des Geoparks Harz!
Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net-Lizenz-Nr.07-08-110
Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net-Lizenz-Nr.07-08-110
Autoren: Dr. Friedhart Knolle, Dr. Klaus George, Dr. Wilfried Ließmann,
Dr. Volker Wrede
Fotos: Dr. Klaus George, Walter Wimmer
Fotos: Dr. Klaus George, Walter Wimmer