Landmarke 2
Ottiliae-Schacht- Gerüst Clausthal-Zellerfeld
Oberharzer Bergwerksmuseum Ottiliae-Schacht ( 1 )
Motiv Fahren wir von Westen kommend auf der B 242, so sehen wir bereits kurz vor der Bergstadt Clausthal- Zellerfeld auf der linken Seite das stählerne Gerüst eines Förderturms. Es ist das Ottiliae-Schacht- Gerüst, das zu den bekanntesten montanen Sehenswürdigkeiten der Region gehört. Im Jahr 1876 in der Königlichen Zentralschmiede Clausthal hergestellt, ist es heute eines der ältesten erhaltenen Fördergerüste Mitteleuropas. Bis 1930, als der Bergbau in Clausthal-Zellerfeld eingestellt wurde, war der Ottiliae-Schacht der zentrale Förderschacht dieses Reviers. In den Tagesgebäuden dieses Schachtes, der nach dem Berghauptmann ERNST HERMANN OTTILIAE benannt ist, unterhält das Oberharzer Bergwerksmuseum eine Außenstelle. Die wieder in Betrieb gesetzte Fördermaschine und andere Bergbaumaschinen sind Zeugnisse der Harzer Industriegeschichte und dokumentieren die Techniken im Bergbau von etwa 1880 bis zur Gegenwart. Den Auftakt für eine Besichtigung der Tagesanlagen bildet eine erlebnisreiche Grubenbahn-Fahrt auf der rekonstruierten 2,2 km langen Tagesförderstrecke. Auf ihr wurde während einer Umbauphase unter Tage von 1900 bis 1905 das Erz vom Schacht „Kaiser Wilhelm II.“ zur zentralen Erzaufbereitung am Ottiliae-Schacht transportiert. Im Sommerhalbjahr fährt die Bahn an Wochenenden und Feiertagen vom „Alten Bahnhof“ (Stadtbücherei) zum Ottiliae-Schacht (N51°48.504’; E010°18.794’).
Ältestes Bergwerksmuseum Deutschlands ( 2 )
Motiv Bereits 1892 wurde das älteste Bergwerksmuseum des Landes gegründet. Im Stadtteil Zellerfeld gelegen, vermittelt es einen geschlossenen Überblick über die Entwicklung des Oberharzer Bergbaus vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jh. Das Schaubergwerk mit einem etwa 250 m langen Besucherstollen und originalen Bergwerksgebäuden im Freigelände, darunter der einzige erhaltene bergbauliche Pferdegaipel Deutschlands, die einzige Erzaufbereitung mit einem Pochwerk und das Schachtgebäude aus dem Jahre 1787, sind eindrucksvolle Zeugen der Bergbaugeschichte. Die bergbau- und kulturkundliche Sammlung in 30 Schauräumen des Hauptgebäudes mit der berühmten Modellsammlung, umfangreichen Mineralien- und Münzsammlungen, einer Spezialsammlung von Grubenlampen, bergmännischem Gezähe und Zeugnissen der Wohnkultur vervollständigen das Bild einer Bevölkerung, deren alleinige Lebensgrundlage über Jahrhunderte der Erzbergbau war. Ein vielfältiges kulturpädagogisches Programm ergänzt das Museumsangebot.

Öffnungszeiten: 10.00 bis 17.00 Uhr Tel.: (05323) 98950
Schachtanlage „Kaiser Wilhelm II.“ Clausthal ( 3 )
Motiv Am Rande des TU-Neubaugebietes liegt an der Erzstraße der Schacht „Kaiser Wilhelm II.“ mit dem zweitältesten erhaltenen eisernen Förderturm Mitteleuropas. Der Turm wurde als klassisches Bockgerüst im Jahr 1880 errichtet. Mit dem Schacht „Kaiser Wilhelm II.“ schloss 1930 die letzte Grube Clausthal-Zellerfelds. Heute sind die Tagesanlagen in den Betriebshof der Harzwasserwerke integriert. Auf dem Schachtgelände befinden sich neben den restaurierten Gebäuden des Maschinenhauses, der Schachthalle, der Kaue und anderen Versorgungsgebäuden, fotogene originalgetreue Nachbildungen von hölzernen Wasserrädern. Eine Ausstellung informiert über die Wasserwirtschaft im Oberharz.

Weitere Informationen: www.oberharzerbergwerksmuseum.de
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Oberharzer Wasserregal Sperberhaier Damm ( 4 )
Motiv Ohne die speziell auf den Bergbau ausgerichtete Wasserwirtschaft wäre der Harzer Erzbergbau nicht denkbar gewesen. Rund um Clausthal-Zellerfeld, Hahnenklee und Sankt Andreasberg sind seit 1530 die Anlagen des heutigen Kulturdenkmals „Oberharzer Wasserregal" entstanden. Es ist ein vernetztes System von insgesamt ca. 700 km Gräben, 120 Teichen und 30 km unterirdischen Wasserläufen, das dazu diente, Wasser aufzufangen, zu speichern und zu transportieren, um z. B. Wasserräder zum Heben von Lasten zu betreiben. Auch Pumpenanlagen wurden mit diesem Wasser angetrieben. Sie waren überlebenswichtig, um das Grubenwasser aus den Bergwerken schaffen zu können. Mit dem sehr aufwändigen System konnte Wasser auch aus größeren Entfernungen auf die Clausthaler Hochfläche geleitet werden, so z. B. das Wasser des Bruchberges und des Brockenfeldes. Dazu wurde in den Jahren 1732 bis 1734 der Sperberhaier Damm erbaut, ein 940 m langes und maximal 16 m hohes Bauwerk an der B 242 zwischen den Einmündungen der B 498 aus Richtung Osterode bzw. Altenau. Die Harzwasserwerke GmbH erhalten und pflegen dieses Kulturdenkmal. Die Teiche und Gräben des Oberharzer Wasserregals können wir gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.

Weitere Informationen: www.harzwasserwerke.de
Technische Universität GeoMuseum Clausthal ( 5 )
Motiv Die Beschäftigung mit geowissenschaftlichen Fragestellungen hat an der im Jahr 1775 als montanistische Lehrstätte gegründeten späteren Bergakademie (1864) und heutigen TU Clausthal eine lange Tradition. Deren mineralogische Sammlungen nehmen mit mehr als 120.000 Sammlungsstücken eine überregionale Spitzenposition ein. Herausragend sind die Sammlungen der Erze und nichtmetallischen mineralischen Rohstoffe - sie sind die Basis für vergleichende Untersuchungen und stehen Wissenschaftlern der ganzen Welt zur Verfügung. Der öffentliche Teil der mineralogischen Sammlung ist nicht nur für Spezialisten von Bedeutung, sondern jedermann zum Besuch zu empfehlen. Die Geo- Abteilung widmet sich den wichtigsten Abläufen der Evolution; einmalig sind die ausgestellten originalgetreuen Modelle der größten fossilen Fluginsekten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Darstellung wichtiger, im Harz und Harzvorland vorkommender Fossilien (Ammoniten und Trilobiten). Die Exponate zur Naturgeschichte des Harzes zeigen Ausschnitte der gesamten überlieferten Erdgeschichte im Harzgebiet von rund 480 Mio. Jahren. Das GeoMuseum befindet sich im Hauptgebäude der Technischen Universität (TU), Adolph-Roemer-Straße 2a.

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch und Freitag 9.30 – 12.30 Uhr
Donnerstag 14.00 – 17.00 Uhr
Sonntag 10.00 – 13.00 Uhr
(außer an gesetzlichen Feiertagen)
Motiv Aus dem Hauptgebäude der TU kommend zur Linken erinnert auf dem zentralen Platz Clausthals ein Denkmal an den Bergamtsassessor FRIEDRICH ADOLPH ROEMER (1809-1869). Es wurde dem berühmten Geologen und Begründer der Bergakademie Clausthal von seinen Schülern 1882 gesetzt und enthält im Sockel charakteristische Gesteine des Harzes. Ein Spaziergang durch das Neubaugebiet der TU Clausthal am Feldgraben führt zur Universitätsbibliothek; deren Calvör’sche Bibliothek - eine Gelehrtenbibliothek der Barockzeit - gehört zu den kostbarsten Kulturgütern des Oberharzes. Der Geologiepfad vermittelt Eindrücke der Harzgeologie, und auch die Paläontologie-Sammlung im Institut kann nach Anmeldung besichtigt werden.
Bergbau bis 1812 Schalker Teich Oberschulenberg ( 6 )
Motiv Wir fahren hinab in das Tal der Schalke und parken in Oberschulenberg (N51°49.812’; E010°23.928’). Aufgeschlossen ist hier die Grenze zwischen Clausthaler Kulmfaltenzone und Oberharzer Devonsattel. Sie wird vom Bockswieser Gangzug gebildet, einer Verwer-fung, die über 12 km Länge vom Innerstetal im Westen bis östlich des Okertals zu verfolgen ist. Örtlich wies der Gang Erze auf, die bis 1907 abgebaut wurden. Südlich der Verwerfung stehen Unterkarbongesteine an, wie sie der nach Westen entlang des Baches ins Mertenstal führende Forstweg aufschließt. Nördlich der Störung treten dagegen devonische Gesteine auf, die auf einer kleinen Wanderung rund um den Schalker Teich zu sehen sind. Der Untere Schalker Teich wurde 1729 bis 1733 angelegt, um die hier liegenden Gruben und Pochwerke mit Aufschlagswasser versorgen zu können. Am zweiten Weihnachtstag 1733 brach der Damm; die Flutwelle forderte neun Todesopfer und richtete schwere Verwüstungen im gesamten Okertal an. Der Damm wurde jedoch umgehend wieder aufgebaut. Wer sich für seine Erkundungen weniger Zeit nehmen möchte, sollte am oberen Ende der Häuserreihe dem nach rechts führenden Pfad folgen. Er führt zu zwei historischen Lochsteinen, die die Grenze der Grubenfelder markieren. Etwas weiter erreichen wir den Erzgang; neben dem hier aus Quarz bestehendem tauben Gang deuten Pingen den Verlauf der Erzkörper an. Nach Osten schließen sich die ausgedehnten Oberschulenberger Halden an – sie wurden bekannt durch das Auftreten von Kupfer-, Zink- und Blei-Sekundärmineralien, von denen der Schulenbergit nach diesem Fundort benannt wurde.
Bogenstaumauer Okertalsperre ( 7 )
Motiv Im Verlauf unserer weiteren Talfahrt erreichen wir die Okertalsperre (N51°51.051’; E010°27.510’). Linker Hand wird die Straßenböschung teilweise von riesigen, freiliegenden Schichtflächen der Kulmtonschiefer gebildet. Die ca. 260 m lange Staumauer stellt eine ungewöhnliche Konstruktion dar: auf eine 55 m hohe Bogenstaumauer, die den Druck des angestauten Wassers auf die Talflanken ablenkt, wurde eine 13 m hohe Gewichtsmauer aufgesetzt. Ausschlaggebend hierfür war die Geologie, da die im höheren Teil der Talflanken anstehenden Grauwacken im Gegensatz zu den darunterliegenden, kontaktmetamorph gehärteten Tonschiefern keine entsprechenden Kräfte aufnehmen können. Das Stauvolumen der Talsperre beträgt max. 47 Mio. m3. Die Abgabe des Wassers erfolgt entweder durch den Grundablass oder durch einen 1,7 km langen Druckstollen, der zum Kraftwerk Romkerhalle führt. Auf der Talsperre verkehrt ein Ausflugsschiff.
Wildes Flusstal Unteres Okertal ( 8 )
Rabenklippe Das Okertal unterhalb der Talsperre verdankt seinen schluchtartigen Charakter und seinen Reichtum an Felsenklippen der Tatsache, dass es ein Granitmassiv durchschneidet. Der Okergranit stellt einen eigenen Intrusionskörper dar und ist nicht die unmittelbare Fortsetzung des Brockenplutons (Landmarke 4). Das Intrusivgestein stieg zum Ende der variszschen Faltung im Oberkarbon empor und drang in das gefaltete Gesteinspaket ein. Der Granit setzt, als ein in unverwittertem Zustand hartes Gestein, der Erosionskraft des Wassers großen Widerstand entgegen. Vorwiegend durch Hitzeeinwirkung des Magmenkörpers wurden auch die älteren devonischen bzw. unterkarbonischen Gesteine, in die die Schmelze eindrang, in ihrem mineralogischen Aufbau "kontaktmetamorph" verändert und dabei gehärtet. Tonige Gesteine und die unterkarbonischen Grauwacken wurden in zähe Hornfelse umgewandelt. Im Okertal treten so vielfältige Gesteinsvarietäten auf, die in zahlreichen Aufschlüssen studiert werden können. Die steil stehende Westflanke der Romkerhaller Mulde ist in der Rabenklippe (N51°51.526’; E010°28.025’) gut aufgeschlossen. Um zur Rabenklippe zu gelangen, gehen wir vom Parkplatz am Romkerhaller Kraftwerk 300 m weit bergan auf dem Fußweg entlang der B 498.
Fantastische Felsbildungen Granitklippen der Käste ( 9 )
Motiv Vom Parkplatz am Kraftwerk wählen wir linksseits des künstlichen Romkerhaller Wasserfalls den steilen Aufstieg über Schöppenstedter Weg – Romkerkopfweg – Klippenweg in Richtung Berggasthaus „Käste“ (ca. 3 km). Nachdem wir einen lichten Abschnitt des Klippenweges - bestanden mit Ginster und Heidekraut - passiert haben, erreichen wir zunächst die Feigenbaumklippe, in der sich eine aus übereinander getürmten Granitblöcken gebildete Überdeckungshöhle befindet. Schon von der Feigenbaumklippe aus genießen wir einen bis in das nördliche Harzvorland reichenden Ausblick. Erosionskräfte haben das Dach des Okergranits freigelegt. Die Granitverwitterung zerlegt das Gestein allmählich in immer kleiner werdende, wie Wollsäcke geformte gehalten. Wir passieren dann noch die „Hexenküche“, um schließlich die am Berggasthaus gelegene Kästeklippe (605 m über NN) zu erreichen. Eine besonders markante Felsbildung wird hier ( N 5 1 ° 5 2 . 1 0 1 ’ ; E010°28.985’) „Der Alte vom Berge“ genannt. Ein bequemerer Weg führt uns über den „Treppenstein“ zurück ins Okertal (ca. 5 km). Auf dem Treppenstein befinden sich Überreste einer Burganlage, die sich mit der Burg auf dem Ilsestein bei Ilsenburg (Landmarke 4) vergleichen lässt.
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Motiv Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute. Auch sachkundige Führungen können vermittelt werden (Kontakt: Leiter der Arbeitsgruppe der Geoführer im Regionalverband Harz, Herr Dr. STEIGER (03944) 369085 oder e-mail: T_Steiger@gmx.de). Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Natur- und Geoparks Harz!

Verwaltungs-Verlag München, Lizenz-Nr. 03/09/92. Weitere Stadtpläne unter www.stadtplan.net
Exkursion in das Innerstetal Pochsandhalden ( 10 )
Motiv Wir verlassen Clausthal in Richtung Bad Grund auf der sich in das Tal des Zellbaches hinunterwindenden B 242 und erreichen nach ca. 2 km das Areal der früheren Clausthaler Bleihütte. Diese ging auf die 1554 gegründete Frankenscharrn- Hütte zurück und wurde bis 1967 betrieben. Nach der Stilllegung der Hütte wurden die Gebäude abgebrochen. Als Folge der Schwefelemissionen des hier über Jahrhunderte betriebenen Röstprozesses der sulfidischen Erze ist die Vegetation in der Umgebung der Hütte abgestorben und regeneriert sich nur langsam. Während der Blütezeit der Calluna- Heide ist dies wohl die „schönste Altlast“ des Harzes! Mit Schwermetallen kontaminierte Pochsandhalden belasten die Auensedimente bis heute, weil das lose Haldenmaterial bei Starkregen abgespült wird und in die Innerste gerät – auch dies ein Erbe des historischen Bergbaus.
Tal der Steinbrüche und Bergwerke Grauwacke-Steinbrüche im Innerstetal ( 11 )
Motiv Dort, wo sich Zellbach und Innerste vereinigen, biegen wir von der B 242 Richtung Zechenhaus „Untere Innerste“ ab. Nach etwa 500 m (N51°47.800’; E010°17.922’) liegt rechts ein kleiner Steinbruch, in dem steilstehende, grobkörnige bis konglomeratische Kulm-Grauwacken mit Tonschiefer-Zwischenlagen anstehen. Die Ablagerung der Grauwacken wird als Folge untermeerischer Trübeströme gedeutet, die sich von höher gelegenen Bereichen des Meeresbodens aus in tiefere Becken ergossen. Folge dieser Bewegungen sind eindrucksvolle Schleifmarken, die auf der Unterseite der Grauwackenbänke konserviert sind und von mitgerissenen Geröllen am Meeresboden verursacht wurden. Zurück auf der Hauptstraße folgen wir ihr entlang der Innerste in Richtung Wildemann. Bald sehen wir linker Hand das Gerüst des Meding-Schachtes der früher selbständigen Grube „Bergwerkswohlfahrt“. Am Abzweig nach Wildemann halten wir an und besuchen den großen, auf der rechten Straßenseite gelegenen Jung’- schen Steinbruch. In den Grauwacken und besonders auch in den tonigeren Zwischenlagen lassen sich karbonische Pflanzenreste finden, vor allem Schachtelhalmgewächse (Calamiten).
Besucherbergwerk I 19-Lachter-Stollen Wildemann ( 12 )
Motiv Wir fahren im Innerstetal in Richtung Langelsheim und erreichen die Bergstadt Wildemann. Die hiesigen Gruben bauten auf dem Westteil des Zellerfelder Gangzuges, dem Spiegeltaler Gang und dessen westlicher Verlängerung, dem Hüttschentaler Gang. In den letztgenannten Gängen kam der Bergbau schon um 1760 bzw. 1803 praktisch zum Erliegen. Auf dem Zellerfelder Gangzug ging der Bergbau dagegen noch bis etwa 1930 um. Besuchenswert ist der 19-Lachter-Stollen, der bereits um 1551 begonnen wurde und sowohl der Wasserlösung wie der Erzförderung diente. Bis 1924 waren Bergwerk und Stollen in Betrieb; seit 1970 ist hier ein Besucherbergwerk eingerichtet. Von dem 8,8 km langen Stollen, der allein in Handarbeit mit Schlägel und Eisen aufgefahren wurde, kann man bei einem Besuch ca. 500 m erkunden und gelangt dabei 100 m unter Tage.

Führungen: täglich 11.00 Uhr
www.harztourismus.com
Besucherbergwerk II Grube Lautenthals Glück ( 13 )
Motiv Wir fahren weiter talabwärts nach Lautenthal. Die Bergstadt war Sitz des Königlichen Hüttenamtes, das dem Oberbergamt Clausthal unterstand. Der Bergbau auf dem Lautenthaler Gangzug dauerte bis 1945, danach konnten keine wirtschaftlichen Erzreserven mehr erschlossen werden. Als letzte Bergbauaktivität fand bis in die 1970er Jahre die Rückgewinnung von Haldenmaterial mit hohen Zinkgehalten statt. Bis 1967 wurde die Lautenthaler Silberhütte betrieben, in der das Silber der in Clausthal verarbeiteten Bleierze nutzbar gemacht wurde. Am Ortseingang befindet sich rechter Hand die Grube „Lautenthals Glück“ mit Besucherbergwerk und Hüttenmuseum. Der Lautenthaler Gangzug, auf dem die hiesigen Gruben bauten, ist eine bedeutende Verwerfung. Im Bereich der Lautenthaler Lagerstätte war der Gang in mehrere parallele Teilgänge (Trümer) aufgespalten, die mit Bleiglanz und Zinkblende vererzt waren. An einem Wanderweg am Ostufer der Innerste ist die gesamte Schichtenfolge vom Mitteldevon bis zum Unterkarbon gut aufgeschlossen und mit Infotafeln erklärt.
Fossilreicher Aufschluss Steinbruch am Großen Trogtaler Berg ( 14 )
Motiv Wir verlassen Lautenthal nach Norden (Richtung Langelsheim) und biegen dann nach links ab auf die Landesstraße in Richtung Seesen. Dort, wo die Straße ihren höchsten Punkt erreicht, fahren wir auf den Parkplatz „Sternplatz“. Weiter geht es dann zu Fuß entlang des Wanderweges in Richtung Luchsstein. Noch ehe der Luchsstein erreicht wird, der an den Abschuss des letzten autochthonen Luchses (Lynx lynx) des Harzes im März 1818 erinnert, treffen wir am Südhang des Großen Trogtaler Berges auf einen kleinen Steinbruch. Hier ist eine fossilreiche Schichtenfolge aus dem höheren Unterkarbon aufgeschlossen. In diesen sogenannten „Posidonien- Schiefern“ finden sich versteinerte Muscheln (Posidonia becheri), Goniatiten und zahlreiche andere Fossilien. Die Suche im anstehenden Gestein ist nicht erlaubt, wohl aber auf der Steinbruchshalde. Die Schichten sind etwa 335 Mio. Jahre alt. Die starke Verfaltung der unterkarbonischen Schichten ist im Steinbruch selbst nicht zu erkennen, jedoch in der Wegeböschung etwa 100 m weiter in Richtung Luchsstein.
Motiv
Gaststätte auf dem Schacht Maaßener Gaipel ( 15 )
Motiv Zurück in Lautenthal, biegen wir in der Ortsmitte in Richtung Hahnenklee-Bockswiese links ab. Die Straße führt bergan und wird rechter Hand von einem ausgedehnten Haldengelände begleitet. Am oberen Ende der Halden folgen wir einem Fahrweg nach rechts, der uns im Bogen zurück zu dem hoch über Lautenthal gelegenen Waldgasthaus bringt. Von hier genießen wir einen reizvollen Blick über die Bergstadt Lautenthal. Wir stehen inmitten einer sehenswerten Bergbaulandschaft mit Stollenmundlöchern, Halden und Lochsteinen, die durch beschilderte Wanderpfade erschlossen und mit Informationstafeln erläutert werden. Auf den Halden findet sich besonders häufig Zinkblende. Auf einigen Halden besteht allerdings ein Sammelverbot, um Erosionsschäden zu vermeiden und nun die seltene Schwermetallvegetation zu schützen. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen konnte der Harzklub 2004 umfangreiche Pflegemaßnahmen im gesamten Gelände dieses Geopunktes realisieren.
Zuständig für ganz Norddeutschland Landesbergamt Clausthal-Zellerfeld
Motiv Das Landesbergamt residiert im alten Amtshaus* in Clausthal schräg gegenüber des Hauptgebäudes der TU (Geopunkt 5 ). Hierher kamen der König oder seine Minister bei Harzbesuchen; zu besonderen Anlässen nahm der Berghauptmann oder sein ranghöchster Gast vom Balkon des Hauses aus in den Abendstunden die bergmännische Aufwartung im Schein der Grubenlichter der Bergleute und der Fackeln der Hüttenleute entgegen. Das Gebäude wurde nach dem großen Stadtbrand 1725 in den Jahren 1726- 1730 neu erbaut und erhielt 1904 -1912 einen Erweiterungsbau u. a. für die Oberbergamtsbibliothek und das wertvolle, 450 Jahre alte Bergamtsarchiv. Dieses wurde später zum Bergarchiv Clausthal erweitert und ist heute eine Aussenstelle des Hauptstaatsarchivs Hannover; dafür wurde 2000 ein moderner Neubau errichtet. Seit 2001 führt das traditionsreiche Amt den Namen "Landesbergamt". Sein heutiger Zuständigkeitsbereich umfasst Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen einschließlich der Erdöl- und Gasförderung im Festlandsockel der Nord- und Ostsee. Während der Teilung Deutschlands war es sogar zuständiges Bergamt Westberlins.

* u. a. Sitz des Königlich Hannoverschen Berg- und Forstamtes, später des Königlich Preußischen Oberbergamtes und 1943-1945 des Reichs-Oberbergamtes
Geologische Entwicklung des Gebietes
Die Clausthaler Kulmfaltenzone nimmt den größten Teil des nordwestlichen Oberharzes im Bereich der Landmarke 2 ein und besteht vorwiegend aus einer Wechsellagerung von Grauwacken und Tonschiefern der Kulm-Ausbildung (Fazies) des Unterkarbon. Sie gehen lückenlos aus dem unterlagernden Devon hervor und wurden in einem Meeresbecken abgelagert, in das sich Schuttströme vom umliegenden Festland hinein ergossen. Die Sortierung der Sedimente - die gradierte Schichtung - zeigt diesen Vorgang sehr deutlich: zunächst wurde das schwerere grobe Material abgelagert, dann nach und nach das leichtere Feinmaterial und zuletzt die Tonminerale, aus denen sich später die Tonschiefer entwickelten. Anhand von Schleifmarken auf dem Meeresgrund, die sich über Jahrmillionen erhalten haben, lässt sich die Transportrichtung der Schuttströme rekonstruieren. Sie kam von einem Hochgebiet, das südlich bis südwestlich des Harzes lag. Pflanzenreste in den Sedimenten dokumentieren die Vegetationsverhältnisse im Unterkarbon. Die Kulmfaltenzone wird im Nordosten durch die Harz- Nordrandstörung abgeschnitten (Landmarke 3 ); im Süden und Westen greift Zechstein diskordant auf die steil aufgerichteten Schichten der Kulmfaltenzone über, wie z. B. am Geopunkt Fuchshalle (Landmarke 11 ) sichtbar wird. Die Kulmfaltenzone wurde während der variszischen Gebirgsbildung, d. h. vor ca. 300 Mio. Jahren, intensiv gefaltet. Quer durch diese Faltenzone ziehen sich parallel zum Harzrand verlaufende tektonische Brüche, denen die Oberharzer Mineralgänge aufsitzen. Der Metallinhalt dieser Gänge war die Grundlage für einen intensiven Bergbau im Bereich der Landmarke 2. Der Bergbau und die Forstwirtschaft haben hier eine markante Kulturlandschaft geprägt.
Ausgewählte Hotels
MotivHotel „Goldene Krone“ Clausthal-Zellerfeld
www.goldenekrone-harz.de
Tel.: (05323) 9300
MotivWaldhotel Untermühle Clausthal-Zellerfeld
www.untermuehle.harz.de
Tel.: (05323) 983098
MotivWaldhotel Café-Restaurant Pixhaier Mühle Clausthal-Zellerfeld
www.pixhaier-muehle.harz.de
Tel.: (05323) 2215
MotivHarzhotel zum Prinzen Clausthal-Zellerfeld
www.zum-prinzen.de
Tel.: (05323) 96610
Motiv
Der Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen wurde 2002 gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der Regionalverband Harz e. V. übernommen. Der Übersichtskarte können Sie die Lage der Landmarke 2 – Ottiliae-Schacht-Gerüst Clausthal-Zellerfeld entnehmen. Wie dieses Faltblatt werden Ihnen auch die anderen Faltblätter für die insgesamt 16 Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im Natur- und Geopark Harz zu planen.
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Autoren: Dipl.-Geol. Friedhart Knolle, Dr. Volker Wrede & Dr. Klaus George
Fotos: George, Oberharzer Bergwerksmuseum
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