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Bösenburger SteinmetzschuleBurgberg in Bösenburg (1)
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Der spornartige Burgberg (170 m über NHN) in Bösenburg überragt das Tal des Fleischbaches um 40 m und wird von der romanisch-frühgotischen Kirche St. Michael gekrönt. Sie ist als Landmarke weithin sichtbar. Bereits in der Bronzezeit existierte an dieser geschichtsträchtigen Stelle eine 15 ha große Höhen siedlung. Im Zuge der germanischen Besiedlung entstand hier ab dem 4. Jh. eine heute längst verschwundene Fluchtburg mit Begräbnisplatz, Gerichtsstätte und religiösem Zentrum. Diese Burg galt als Mittelpunkt des Thüringerreiches. Sie wurde aber vermutlich im 11. Jh. wieder aufgegeben. Der Name „Bösenburg“ geht wahrscheinlich auf den thüringischen König BISINUS (um 460) zurück. Wir können den Burgberg von der Dorfstraße aus über einen schmalen Fahrweg erreichen. Am Hang sind Spuren des alten, unterirdischen Sandsteinabbaus zu sehen: nackte Felspartien, ein vergittertes, fast verschüttetes Mundloch und Haldenmaterial. Ziel des Abbaus waren Werksteine des Mittleren Buntsandsteins (Solling-Formation, Chirotherien-Sandstein). Der begehrte, helle, gut zu behauende Sandstein wurde zum großen Teil im Ort selbst durch einheimische Steinmetze bearbeitet. Zwischen 1620 und 1630 wanderten Fachleute aus dem böhmischen Olmütz ein, die mit ihrer speziellen Kunstfertigkeit das Gewerk zu höchster Blüte führten. Daher stammt auch der Begriff „Bösenburger Steinmetzschule“. Lokal und regional ist der Sandstein in vielen Bauten und Kunstwerken präsent (u. a. Kirche und Wassermühle in Bösenburg, Grabmale auf den Friedhöfen von Bösenburg und Burgsdorf). Während des Zweiten Weltkrieges dienten die bombensicheren Hohlräume des Friedrichsbruchs als Depot für Bestände der Universitäts- und Landesbibliothek Halle.

Die Kirche kann nach Anmeldung besichtigt werden.
Kontakt: Gudrun Scheffler
Tel.: 034773 - 20390
SandsteinStraßenanschnitt bei Polleben (2)
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Zwischen Helmsdorf und Polleben führt die Straße durch das Schlenzetal. Der Bach durchquert hier widerständige Sandsteinschichten. Sein in Polleben noch weites und flachhängiges Tal verengt sich jetzt auf 50 m Breite. Auf Höhe der Steinmühle fällt am westlichen Straßenrand eine Felswand auf. Der 50 m lange und 5 m hohe Aufschluss zeigt blassgelbe und rotbraune Ablagerungen des Buntsandsteins (Hardegsen- Formation). Die schräg gestellten Schichten fallen mit ca. 15° Neigung nach Süden zum Zentrum der Mansfelder Mulde hin ein, das 3 km entfernt östlich von Polleben liegt. Dort wird der Buntsandstein bereits von Muschelkalk überdeckt. Der im Straßenanschnitt dünnbankige Sand- und Schluffstein ist als Werkstein ungeeignet. In den 300 m südlich im Schlenzetal liegenden Altsteinbrüchen hingegen wurde dickbankiger Sandstein der Solling-Formation abgebaut.
Hinterlassenschaft des Mansfelder KupferschieferbergbausMundloch des Schlüsselstollens (3)
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400 m westlich vom Ortsausgang Friedeburg in Richtung Gerbstedt führt ein Feldweg zur Neumühle. Unweit des Gebäudes befindet sich der Schlüsselstollen. Die starke Wasserführung am Mundloch lässt erkennen, welche Bedeutung dem schon im 18. Jh. begonnenen, 1809 bis 1879 weitergefahrenen Bauwerk zukam: Es bildete das Rückgrat der Entwässerung des gesamten Kupferschiefer-Reviers! Die Sammlung der Grubenwässer erfolgte über kanalartige „Ritzstrecken“, die ca. 2 m tief in das unterhalb des Kupferschieferflözes liegende Gestein eingehauen wurden. Pumpstationen leiteten das sich in freiem Gefälle an den tiefsten Stellen der Grubenbaue sammelnde Wasser dem Schlüsselstollen zu. Der Stollen setzt westlich von Eisleben an, zieht sich auf einer Länge von 31,06 km über Klostermansfeld und Gerbstedt bis Friedeburg und entwässert über die Schlenze in die Saale.
Blick auf die „Mansfelder Pyramiden“Hoyerstein bei Welfesholz ( 4 )
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Schon von fern fallen drei gewaltige graue, kegelartige Erhebungen auf, die das Relief des Mansfelder Landes unverwechselbar prägen. Es sind im 20. Jh. aufgeschüttete Großhalden, auch „Mansfelder Pyramiden“ genannt. Sie zeugen vom 800-jährigen Kupferschieferbergbau. Die drei Halden sind vom Hoyerstein aus gut zu sehen (auch „Löchriger Stein“). Ihn erreichen wir über den am südlichen Ortsrand von Welfesholz nach Osten führenden Feldweg. Der Hoyerstein erinnert an die Schlacht am Welfesholz, bei der im Jahre 1115 Truppen aufständischer Fürsten unter der Führung des Sachsenherzogs LOTHAR VON SÜPPLINGENBURG († 1137) die Einheiten von Kaiser HEINRICH V. († 1125) besiegten. Der Führer der Kaiserlichen, Graf HOYER VON MANSFELD, verlor damals im Zweikampf sein Leben. Die Halde des südlich von Volkstedt abgeteuften Fortschrittschachtes I (1909 bis 1967, früher Wolf- Schacht) bringt es auf 311 m über NHN und ca. 140 m Höhe. Die Haldenspitze des nördlich von Volkstedt gelegenen Ernst-Thälmann-Schachtes (1915 bis 1962, früher Vitzthum-Schacht) liegt bei 350 m über NHN und überragt ihre Umgebung um 130 m. Östlich von Augsdorf befindet sich der Otto-Brosowski-Schacht (1906 bis 1969, früher Paul-Schacht), dessen Halde mit 283 m über NHN und etwa 100 m Höhe in dieser Rangfolge den dritten Platz einnimmt. Diese drei Spitzkegelhalden bilden zusammen mit den Sargdeckelhalden des 19. und 20. Jh. die dritte und letzte Haldengeneration. Aus dem 18. Jh. stammen die recht wenigen, nur bis 30 m hohen Flachhalden der zweiten Generation. Die Anfänge des Bergbaus hingegen werden durch zahllose hügelartige, bis 4 m hohe Kleinhalden markiert. Wegen des Schwer metallgehaltes des Gesteins sind die Halden unbewachsen.

Nach Anmeldung kann die Gedenkstätte zur Schlacht am Welfesholz in Welfesholz, Dorfstraße 36 besichtigt werden.
Kontakt: Edgard von Stromberg
Tel.: 034783 - 31103
Geologische Übersicht
Das Gebiet der Landmarke 19 liegt im südöstlichen Harzvorland und erstreckt sich stellenweise bis an die Saale. Das Landschaftsbild bietet mit seinen weiten, kaum gegliederten Hochflächen, der steppenartigen Feldflur und der Waldarmut recht wenig Abwechslung. Umso spannender sind die Verhältnisse im Untergrund. Das Blockbild zeigt eine große schüsselartige Struktur: die Mansfelder Mulde. Sie entstand im Jungtertiär vor etwa 20 Mio. Jahren. Ihre Schichtenfolge setzt vor ca. 310 Mio. Jahren mit mächtigen Bildungen des Oberkarbons und des Rotliegenden ein. Dabei handelt es sich vor allem um Abtragungsschutt des zuvor aufgefalteten Variszischen Gebirges. Er sammelte sich in von Flüssen gespeisten Schwemmebenen und besteht meist aus rötlichen Sandsteinen. Es folgen die 258 bis 251 Mio. Jahre alten Ablagerungen des Zechsteins mit dem Kupferschieferflöz an der Basis und den darüber liegenden bis 300 m mächtigen Sulfat- und Salzgesteinen. Diese löslichen Gesteine sind durch mehrfachen Wechsel von Überflutung und Eindampfung eines Flachmeeres entstanden. Darüber folgt die Trias. Sie setzt mit sandig-tonigen Fluss- und Seeablagerungen des 251 bis 243 Mio. Jahre alten Buntsandsteins ein. Ihre z. T. kompakten Sandsteine wurden in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen und sind an vielen Bauwerken wiederzufinden. Der in einem Flachmeer abgelagerte Muschelkalk (Unterer und Mittlerer Muschelkalk, bis vor ca. 239 Mio. Jahren) ist nur noch im Zentrum der Mulde zwischen Polleben und Schochwitz verbreitet. Bildungen des Tertiärs (65 bis 2,6 Mio. Jahre, Braunkohle, Sand, Kies) sind in Randsenken der Sattelstrukturen sowie in lokalen Senkungsgebieten erhalten, die durch Auslaugung vor allem des Zechsteins entstanden. Das größte Tertiärvorkommen wird im Braunkohlentagebau Amsdorf abgebaut. Während des Eiszeitalters (Pleistozän, Beginn vor 2,6 Mio. Jahren) wurde die Region zweimal vom skandinavischen Gletschereis überfahren. Die Hinterlassenschaften der Gletscher und ihrer Schmelzwässer (Geschiebemergel, Sand, Kies, Ton) bedecken das Gebiet weitflächig. Durch Windablagerung bildete sich eine mächtige Lössdecke, auf der sich fruchtbare Schwarzerden entwickelten. Erst während der bis heute andauernden Warmzeit (Holozän, seit 11.600 Jahren) entstanden in Senkungsgebieten über abgelaugtem Zechsteinsalz die Seen des Mansfelder Landes. Die abwechslungsreichen geologischen Verhältnisse beflügelten seit alters her den Bergbau. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung war der nur etwa 40 cm mächtige Kupferschiefer. Er wurde 800 Jahre lang intensiv abgebaut und machte die Mansfelder Mulde als Bergbaurevier weithin bekannt. Erste Anfänge des Abbaus reichen sogar bis in die Bronzezeit zurück. Man nutzte zunächst die am Muldenrand zu Tage tretenden erzführenden Bereiche und arbeitete sich später bis zum Muldenzentrum in immer größere Teufen vor. Der mit 995 m tiefste Grubenaufschluss liegt bei Bösenburg. Drei gewaltige Spitzkegelhalden sind Zeugnisse der letzten Phase dieses Bergbaus, der mit der Erschöpfung der Lagerstätten im Jahre 1969 endete. Insgesamt wurden 80 Mio. t Erz gefördert, die eine Ausbeute von 2 Mio. t Kupfer ergaben.
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Rohmontanwachs für die WeltTagebau Amsdorf ( 5 )
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Auf der Hochfläche südlich des ehemaligen Salzigen Sees liegt zwischen Röblingen und Wansleben der Braunkohlentagebau Amsdorf. Geologisch zählt das Gebiet bereits zur Querfurter Mulde, die sich im Süden an die Mansfelder Mulde anschließt und von dieser durch den Teutschenthaler Sattel getrennt wird. Unterirdische Salzauslaugung und -abwanderung haben hier eine große Senke geschaffen, die mit mächtigen Bildungen aus dem Tertiär (Braunkohle, Sand, Ton) gefüllt ist und von einer Decke aus eiszeitlichen Ablagerungen (Sand, Kies, Steine) überlagert wird. Auf der Südseite des Tagebaus befindet sich ein Aussichtspunkt, den wir von Stedten aus Richtung Osten fahrend erreichen. Im Norden sind die Produktionsanlagen der Firma Romonta („Rohmontanwachs aus Amsdorf“) zu sehen. Der Tagebau Amsdorf ist seit 1958 in Betrieb. Pro Jahr werden hier ca. 500.000 t Kohle gefördert. Die Kohle dient nur untergeordnet der Energiegewinnung. Vorrangig verwendet man sie zur Herstellung von Rohmontanwachs, das durch spezielle Verfahren extrahiert und in 60 Länder geliefert wird. Es ist in Polituren, Schmierstoffen und Schuhcremes enthalten, findet aber auch in der Asphaltindustrie und im Gießereiwesen Verwendung. Wir queren den Tagebau über die Straße in Richtung Norden. Rechts werden rekultivierte Abbauflächen sichtbar, hinter denen die Spitzhalde des ehemaligen Kalischachtes Teutschenthal aufragt. Nach links in Richtung Unterröblingen abbiegend, erreichen wir beim Romonta-Haupttor einen Parkplatz. Vor dem Werkszaun ist die Freilichtausstellung „Rollendes Material“ zur Technikgeschichte des Montanwachs-Weltmarktführers installiert (Loks, Spezialwaggons, Extraktoren u. a.), die jederzeit besichtigt werden kann.

Für Gruppen werden Betriebsbesichtigungen angeboten.
Kontakt: Detlef Berger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 034601 - 40158
Ausbildung für Bergleute in EislebenAlte Bergschule und Knappenbrunnen (6)
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Durch die Entwicklung des Bergbaus war der Bedarf an Steigern und Hüttenvögten im Mansfelder Kupferschieferbergbau sehr groß. Schon 1719 beschlossen damalige Gewerkschaften, jungen Bergleuten eine wissenschaftliche Ausbildung nach Freiberger Vorbild zu ermöglichen. In Eisleben wurde der Unterricht zunächst sporadisch nach dem Bedarf und den Möglichkeiten durchgeführt. Die kurfürstlichsächsische Regierung beschloss 1780, den Unterricht in Eisleben regelmäßig anzubieten. 18 Jahre später wurde die Eisleber Bergschule gegründet, in der bis 1808 jährlich acht Schüler mit der Ausbildung begannen. Die Ausbildungskosten übernahmen die Mansfelder Gewerkschaften. Die Schule stand auch weiteren Schülern offen, die allerdings die Kosten selbst zu tragen hatten. Der Schulalltag war mit dem heutigen nicht vergleichbar. Bei anfangs drei Stunden Unterricht pro Woche dauerte die Ausbildung vier Jahre. Bedingung war, dass die Auszubildenden täglich im jeweiligen Betrieb arbeiteten. In der erstmals im Jahr 994 urkundlich erwähnten Stadt Eisleben erinnern verschiedene Denkmäler an den 800-jährigen Kupfer schieferbergbau, so der „Kamerad Martin“ auf dem Breiten Weg oder der Knappenbrunnen, der sich gegenüber der ehemaligen Alten Bergschule befindet. Der Brunnen wurde 1983 vom Mansfeld-Kombinat gestiftet und vom Quedlinburger Bildhauer WOLFGANG DREYSSE gestaltet. Berühmt ist Eisleben auch als Geburts- und Sterbeort MARTIN LUTHERS (1483 - 1546). Luthers Vater war Hüttenmeister und Eigentümer mehrerer Bergwerke und Hütten. Graf ALBRECHT IV. VON MANSFELD († 1560), ein Freund Luthers, gründete die Eisleber Neustadt mit der Kirche St. Anna, in der eine in Europa einmalige Steinbilderbibel zu besichtigen ist.
SchlackesteineKornflaschen in Friedeburgerhütte (7)
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Die Kornflaschen befinden sich links an der Ortseingangsstraße aus Richtung Gerbstedt. Es sind große, aus Schlackesteinen gemauerte Behälter, die zwischen 1825 und 1841 erbaut wurden. Die Ge werkschaft der Kupferkammerhütte ließ sie für die in der dortigen Kupferhütte tätigen Familien anlegen. Sie dien ten bis 1870 der Auf be wahrung von Deputatgetreide. Die Kornflaschen haben eine lichte Weite von 4,5 m, sind jeweils 9,5 m hoch und unterirdisch im Lösslehm angelegt. Da die oben befindliche Öffnung der Flaschen etwa einen Meter unter der Erdoberfläche lag und mit einer Steinplatte verschlossen wurde, blieb die Temperatur im Inneren konstant. Das Schlackenmauerwerk schützte vor Feuchtigkeit und Ungeziefer. Von ehemals zehn Kornflaschen sind nur noch drei in Resten erhalten. Sie wurden zwischen 1995 und 2001 gesichert und saniert.
Mansfelder SeenGalgensäule am Süßen See ( 8 )
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Zwei Seen bestimmten lange Zeit das Landschaftsbild der Region: der Salzige und der Süße See. Sie galten als die „blauen Augen“ des Mansfelder Landes. Ihre Entstehung ist eng mit der Geländeabsenkung durch Auslaugung von Salzen des Zechsteins verknüpft. Vor etwa 8.000 Jahren begann sich der Süße See zu bilden. Er reicht von Seeburg bis Lüttchendorf und ist etwa 4,9 km lang und bei Aseleben knapp 1 km breit. Sein Nordufer besteht aus Unterem Buntsandstein und dient vor allem dem Wein- und Obstanbau. Auf der Anhöhe nördlich des Campingplatzes Seeburg befindet sich die Galgensäule. Es ist der Rest eines 1720 aus Feldsteinen gemauerten Galgenfundaments. Von dort bietet sich ein reizvoller Blick auf den See und den Ort Seeburg mit dem Renaissance-Schloss. Wir erreichen die Anhöhe vom Parkplatz am Nordstrand über die Straße durch die Wochenendsiedlung.
Salziger SeeAussichtspunkt bei Röblingen a.S. ( 9 )
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Der ehemalige Salzige See erstreckte sich zwischen Rollsdorf, Amsdorf und Unterröblingen bis nach Röblingen am See. Heute wird er als Wiesen- und Ackerlandschaft von der B 80 durchquert. Den Aussichtspunkt finden wir kurz vor dem Ortseingang Röblingen aus Richtung Aseleben kommend. Erste Seeablagerungen entstanden bereits im Spätglazial vor 14.000 Jahren, doch erst im Holozän vor 11.600 Jahren entwickelte sich eine ausgedehnte Seefläche. Vor ca. 300 Jahren war der Salzige See mit 840 ha der größte See Mitteldeutschlands. Durch die Wasserhaltung des Mans felder Kupfer schiefer bergbaus senkte sich sein Spiegel mehrfach. Nachdem es 1892 zu starken Wassereinbrüchen in die Grubenbaue kam, wurde der See 1894 endgültig trocken gelegt. Binder- und Kerner see südlich von Rollsdorf sowie einige kleinere Seen nördlich von Röblingen sind die Reste des Salzigen Sees.
Orts- und BergbaugeschichteMuseum Gerbstedt (10)
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Die kleine Stadt Gerbstedt liegt am Nordrand der Mansfelder Mulde und gilt als eine Wiege des mittelalterlichen Kupferschieferbergbaus. Besonders sehenswert ist der historische Ortskern mit dem Renaissance- Rathaus (1566) und der nahe gelegenen Stadtkirche (1739). Ein Teil des ehemaligen Klostergebäudes dient heute als Bürgerhaus und beherbergt ein kleines Museum. Hier wird die Orts- und Bergbaugeschichte lebendig. Gezeigt werden u. a. ein Modell des Nonnenklosters zu Gerbstedt, ein Modell des Otto- Brosowski-Schachts und einige Bergbauuniformen. Bei einem Bummel durch die Stadt stoßen wir auf zahlreiche Miniaturen aus bemaltem Beton. Sie wurden von dem Gerbstedter Künstler GÜNTHER BEINERT geschaffen. Meist sind es phantasievolle Nachbildungen von Burgen und Schlössern der Region, aber auch originelle Handwerkertypen sowie Bergleute und Schmelzer.

Das Museum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr
und sonst nach Anmeldung geöffnet.
Kontakt: Ulrich Elster
Tel.: 034783 - 27502 oder 0152 - 29138507
DederstedtDr. Otto Kleinschmidt – Denkmal (11)
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Vor dem Pfarrhaus in Dederstedt steht ein Gedenkstein für DR. OTTO KLEINSCHMIDT (1870 – 1954). Seit 1899 wirkte er als Pfarrer im nahe gelegenen Volkmaritz. 1910 wechselte er nach Dederstedt. Er war ein akribischer und unermüdlicher Vogelkundler. Die Ornithologie machte ihn schnell auch über die Dorfgrenzen hinaus bekannt. 1905 gab er erstmals seine Zeitschrift „FALCO“ und die Monographienreihe „Berajah – Zoographia infinita“ heraus. In diesen Schriften griff er die bestehenden Auffassungen zur zoologischen Systematik und zur Darwinschen Abstammungslehre immer wieder an. Sein bekanntestes Werk ist das Bestimmungsbuch „Singvögel der Heimat“. Die Inspiration für seine naturgetreuen Vogelzeichnungen holte sich KLEINSCHMIDT wahrscheinlich auch im Laweketal bei Dederstedt. Welche Vogelarten wann zu beobachten sind, verrät dort eine Informationstafel. Die in der Zeichnung aus der Feder KLEINSCHMIDTs dargestellte Gebirgsstelze brütete 1931 am Pfarrhaus Dederstedt. In der Kirche sind heute noch zwei seiner Originalpräparate zu sehen. 1926 verließ KLEINSCHMIDT Dederstedt um die Leitung des neu gegründeten Kirchlichen Forschungsheims für Welt anschauungskunde in Wittenberg zu übernehmen. Im Juli 1998 enthüllten die Bürger von Dederstedt das Denkmal für OTTO KLEINSCHMIDT. Passend zu dem eigensinnigen Pfarrer und Vogelkundler wählten sie als Gedenkstein einen sehr harten Tertiärquarzit. Diese Gesteine entstanden während des Tertiärs (vor 65 bis 2,6 Mio. Jahren) aus Sanden, die bei subtropischem Klima durch Kieselsäure miteinander verkittet wurden. Zahlreiche Quarzit-Blöcke wurden während der Eiszeit durch die Schürfwirkung der Gletscher freigelegt und von ihrem Entstehungsort an die Erdoberfläche verfrachtet. Für kultische Zwecke fanden sie ebenso Verwendung wie als Mühlsteine.

Nach Anmeldung kann die Kirche St. Susanna besichtigt werden.
Kontakt: Richarda Barth
Tel.: 034773 - 21115
Ausgewählte Informationsstellen,
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
MotivHotel an der Klosterpforte
Eisleben
www.klosterpforte.com
Tel.: (03475) 71440
MotivStrandhotel Zahn
Aseleben
www.strandhotel-zahn.de
Tel.: (034774) 28069
MotivGasthof Zahn
Stedten
www.gasthof-zahn.de
Tel.: (034774) 70090
Herausgeber: Regionalverband Harz e. V., Hohe Straße 6, 06484 Quedlinburg 03946 - 96410, E-Mail: rvh@harzregion.de 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, 15 – 35 Tausend © Regionalverband Harz e. V. Quedlinburg 2012. Alle Rechte vorbehalten.
Internet: www.harzregion.de
Autoren: Dr. Carl-Heinz Friedel, Christiane Linke, Isabel Reuter, Konrad Schuberth
Fotos: Dr. Carl-Heinz Friedel, Dr. Klaus George, Christiane Linke, Isabel Reuter, Konrad Schuberth
Redaktion: Dr. Klaus George, Isabel Reuter
Blockbild: Dr. Ivo Rappsilber
Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation, Wernigerode
Druck: Creaktiv GmbH & Co. KG, Goslar