Landmarke 19
Bösenburg
Geologische Übersicht
Das Gebiet der Landmarke 19 liegt im südöstlichen Vorland des Harzes und erstreckt sich stellenweise bis an die Saale. Das Landschaftsbild bietet mit seinen weiten, kaum gegliederten Hochflächen, der steppenartigen Feldflur und der Waldarmut recht wenig Abwechslung. Umso spannender sind die Verhältnisse im Untergrund. Das Blockbild zeigt eine große schüsselartige Struktur: die Mansfelder Mulde. Diese Einmuldung entstand im Jungtertiär vor etwa 20 Mio. Jahren. Wenige Millionen Jahre zuvor war das Gebiet noch vom Rupelmeer überflutet. Die Schichtenfolge der Mansfelder Mulde setzt vor ca. 310 Mio. Jahren mit mächtigen Bildungen des Oberkarbons und des Rotliegenden ein. Dabei handelt es sich vor allem um Abtragungsschutt des zuvor aufgefalteten Variszischen Gebirges. Dieser Schutt sammelte sich in von Flüssen gespeisten Schwemmebenen und besteht meist aus rötlichen Sandsteinen. Es folgen die 258 bis 251 Mio. Jahre alten Ablagerungen des Zechsteins mit dem Kupferschieferflöz und den hier bis 300 m mächtigen Sulfat- und Salzgesteinen. Diese löslichen Gesteine sind durch mehrfachen Wechsel von Überflutung und Eindampfung eines flachen Meeres entstanden. Darüber folgt die Trias. Die Sedimentation der Trias setzt mit sandig-tonigen Fluss- und Seeablagerungen des 251 bis 243 Mio. Jahre alten Buntsandsteins ein. Ihre z. T. kompakten Sandsteine wurden in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen und sind an vielen Bauwerken wiederzufinden. Der Muschelkalk (Unterer und Mittlerer Muschelkalk, bis vor ca. 239 Mio. Jahren) ist nur im Zentrum der Mulde zwischen Polleben und Schochwitz verbreitet. Es handelt sich um Ablagerungen eines Flachmeeres, das sich infolge eines globalen Meeresspiegelanstiegs entwickelte. Bildungen des Tertiärs (65 bis 2,6 Mio. Jahre, Braunkohle, Sand, Kies) sind in Randsenken der Sattelstrukturen sowie in lokalen Senkungsgebieten erhalten, die durch Auslaugung vor allem des Zechsteins entstanden. Das größte Tertiär vorkommen liegt im Süden und wird von der Firma Romonta im Braunkohlentagebau Amsdorf abgebaut. Während des Eiszeitalters (Pleistozän, Beginn vor 2,6 Mio. Jahren) wurde die Region zweimal vom skandinavischen Gletschereis überfahren. Die Hinterlassenschaften der Gletscher und ihrer Schmelzwässer (Geschiebemergel, Sand, Kies, Ton) bedecken das Gebiet weitflächig. Durch Windablagerung entstand eine mächtige Lössdecke, auf der sich fruchtbare Schwarzerden entwickelten. Erst während der noch heute andauernden Warmzeit (Holozän, seit 11.600 Jahren) sind in Senkungsgebieten über abgelaugtem Zechsteinsalz die Seen des Mansfelder Landes entstanden (z. B. Süßer See). Die abwechslungsreichen geologischen Verhältnisse beflügelten seit alters her den Bergbau. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung waren die Bildungen des Zechsteins. An seiner Basis lagert der nur etwa 40 cm mächtige Kupferschiefer. Er wurde 800 Jahre lang intensiv abgebaut und machte die Mansfelder Mulde als Bergbaurevier weithin bekannt. Erste Anfänge gehen sogar bis auf die Bronzezeit zurück. Ab der Bronzezeit und im Mittelalter nutzte man zunächst die am Muldenrand zu Tage ausstreichenden erzführenden Bereiche und arbeitete sich später bis zum Zentrum in immer größere Teufen vor. Bei Bösenburg liegt mit 995 m der tiefste Grubenaufschluss des Mansfelder Reviers. Die drei gewaltigen Spitzkegelhalden der ehemaligen Schächte Fortschritt I, Thälmann und Brosowski sind Zeugnisse der letzten Phase dieses Bergbaus, der mit der Erschöpfung der Lagerstätten im Jahre 1969 endete. Insgesamt wurden im Mansfelder Revier 80 Mio. t Erz gefördert, die eine Ausbeute von 2 Mio. t Kupfer ergaben.
Motiv
Burgberg in Bösenburg ( 1 )
Motiv Der spornartige Burgberg (170 m über NN) in Bösenburg überragt das Tal des Fleischbaches um 40 m und wird von der romanisch-frühgotischen Kirche St. Michael gekrönt, die als Landmarke weithin sichtbar ist. Bereits in der Bronzezeit existierte an dieser geschichtsträchtigen Stelle eine 15 ha große Höhensiedlung. Im Zuge der germanischen Besiedlung entstand hier ab dem 4. Jh. eine heute längst verschwundene Fluchtburg mit Begräbnisplatz, Gerichtsstätte und religiösem Zentrum. Diese Burg galt als Mittelpunkt des Thüringerreiches. Sie wurde aber vermutlich im 11. Jh. wieder aufgegeben. Der Name „Bösenburg“ geht wahrscheinlich auf den thüringischen König BISINUS (um 460) zurück. Wir können den Gipfel von der Dorfstraße aus über einen schmalen Fahrweg erreichen. Am Hang sind Spuren des alten, unterirdischen Sandsteinabbaus zu sehen: nackte Felspartien, ein vergittertes, fast verschüttetes Mundloch und Haldenmaterial. Ziel des Abbaus waren Werksteine des Mittleren Buntsandsteins (Solling-Formation, Chiroth erien-Sandstein). Der begehrte, helle, gut zu behauende Sandstein wurde zum großen Teil im Ort selbst durch einheimische Stein metze bearbeitet. Zwischen 1620 und 1630 wanderten Fachleute aus dem böhmischen Olmütz ein, die mit ihrer spe ziellen Kunstfertigkeit („Bösen burger Stein metz schule“) das Gewerk zu höchster Blüte führten. Lokal und regional ist der Sandstein in vielen Bauten und Kunstwerken präsent (u. a. Kirche und Wassermühle in Bösenburg, Grabmale auf den Friedhöfen von Bösenburg und Burgsdorf). Während des Zweiten Weltkrieges dienten die bombensicheren Hohlräume des Fried richs bruchs als Depot für Bestände der Universitäts- und Landesbibliothek Halle.

Die Kirche kann nach Anmeldung besichtigt werden. Kontakt: Gudrun Scheffler (034773) 20390
Motiv
Straßenanschnitt im Sandstein bei
Polleben (2)
Motiv Zwischen Helmsdorf und Polleben führt die Landstraße durch das obere Schlenzetal. Der Bach durchquert hier widerständige Sandsteinschichten. Sein in Polleben noch weites und flachhängiges Tal verengt sich jetzt auf nur 50 m Breite. Steile, bis 30 m hohe Flanken geben ihm einen fast mittelgebirgsartigen Charakter. Auf Höhe der Steinmühle fällt am westlichen Straßenrand eine helle Felswand auf. Der 50 m lange und 5 m hohe Aufschluss zeigt blassgelbe und rotbraune Ablagerungen des Buntsandsteins (Hardegsen-Formation). Wir befinden uns knapp unterhalb des Niveaus der in Bösenburg gewonnenen Werksteine (Solling-Formation). Interessant ist die Schrägstellung der Schichten. Sie fallen mit ca. 15° Neigung nach Süden zum Zentrum der Mansfelder Mulde hin ein, das in 3 km Entfernung östlich von Polleben liegt. Dort wird der Buntsandstein bereits von Muschelkalk überdeckt. Der im Straßenanschnitt dünnbankige, oft nur zentimetergeschichtete Sand- und Schluffstein ist als Werkstein ungeeignet. In den beiderseits des Schlenzetales 300 m weiter südlich liegenden, zugewachsenen Steinbrüchen wurden hingegen – wie in Bösenburg – die festen Sandsteinbänke der Solling-Formation gewonnen.
Mundloch des Schlüsselstollens
bei Friedeburg ( 3 )
Motiv 400 m westlich vom Ortseingang Friedeburg aus Richtung Gerbstedt führt ein Feldweg zur Neumühle. Unweit des Gebäudes stoßen wir auf eine der imposantesten Hinterlassenschaften des Mansfelder Kupfer schieferbergbaus: den Schlüssel stollen. Die starke Wasser führung am Mundloch lässt erkennen, welche Bedeutung dem schon im 18. Jh. als „Friedeburgischer neuer Haupt- und Erbstollen“ begonnenen, 1809 bis 1879 als „Tiefer Mansfelder Schlüssel stollen“ weitergefahrenen Bauwerk zukam: Es bildete das Rückgrat der Entwässerung des gesamten Reviers. Die Sammlung der Grubenwässer erfolgte über kanalartige „Ritzstrecken“, die ca. 2 m tief in das unterhalb des Kupferschieferflözes liegende Gestein eingehauen wurden. Pumpstationen leiteten das sich in freiem Gefälle an den tiefsten Stellen der Grubenbaue sammelnde Wasser dann dem Schlüsselstollen zu, der für einen Durchfluss von 100 m3/min ausgelegt ist. Der Stollen setzt westlich von Eisleben an, zieht sich am West- und Nordrand der Mansfelder Mulde über Klostermansfeld, Großörner und Gerbstedt bis Friedeburg hin und entwässert über die Schlenze in die Saale. Die Präzision, mit der er bei einem durchschnittlichen Gefälle von nur 14 cm pro km über eine Länge von 31,06 km vorangetrieben wurde, verdient höchsten Respekt.
Blick auf die „Mansfelder Pyramiden“Hoyerstein bei Welfesholz ( 4 )
Motiv Schon aus Dutzenden Kilometern Entfernung fallen drei gewaltige graue, kegelartige Erhebungen ins Auge, die das Relief des Mansfelder Landes auf unverwechselbare Weise prägen. Es sind im 20. Jh. aufgeschüttete Großhalden, die im Volksmund als „Mansfelder Pyramiden“ bezeichnet werden. Sie zeugen vom Höhepunkt und zugleich vom Ende des 800-jährigen Kupferschieferbergbaus. Ein instruktiver Blick auf alle drei Halden bietet sich am Hoyerstein (auch „Löchriger Stein“, Gestein: Tertiärquarzit). Ihn erreichen wir über den am südlichen Ortsrand von Welfesholz nach Osten führenden Feldweg. Der Hoyerstein erinnert an die Schlacht am Welfesholz, bei der im Jahre 1115 Truppen aufständischer Fürsten unter der Führung des Sachsenherzogs LOTHAR VON SÜPPLINGENBURG († 1137) die Einheiten von Kaiser HEINRICH V. († 1125) besiegten. Der Führer der Kaiserlichen, Graf HOYER VON MANSFELD, verlor damals im Zweikampf sein Leben. Vom Südrand des Denkmalplatzes sind die „Mansfelder Pyramiden“ gut sichtbar: Die Halde des südlich von Volkstedt abgeteuften Fortschrittschachtes I (1909 bis 1967, früher Wolf- Schacht) bringt es auf 311 m über NN und ca. 140 m Höhe. Die Haldenspitze des nördlich von Volkstedt gelegenen Ernst- Thälmann-Schachtes (1915 bis 1962, früher Vitzthum-Schacht) liegt bei 350 m über NN und überragt ihre Umgebung um 130 m. Östlich von Augsdorf befindet sich der Otto-Brosowski- Schacht (1906 bis 1969, früher Paul-Schacht), dessen Halde mit 283 m über NN und etwa 100 m Höhe in dieser Rangfolge den dritten Platz einnimmt. Die Spitzkegelhalden der drei „Mansfelder Pyramiden“ bilden zusammen mit den Sargdeckelhalden des 19./20. Jh. die dritte und letzte Haldengeneration. Aus dem 18. Jh. stammen die recht wenigen, nur bis 30 m hohen Flachhalden der zweiten Generation. Die Anfänge des Bergbaus hingegen werden durch zahllose hügelartige, bis 4 m hohe Kleinhalden markiert.

Nach Anmeldung kann die Gedenkstätte zur Schlacht am Welfesholz in Welfesholz, Dorfstraße 36 besichtigt werden. Kontakt: Edgard von Stromberg (034783) 31103
Motiv
Rohmontanwachs für die WeltTagebau Amsdorf ( 5 )
Motiv Auf der Hochfläche südlich des ehemaligen Salzigen Sees liegt zwischen Röblingen und Wansleben der Braunkohlentagebau Amsdorf. Geologisch zählt das Gebiet bereits zur Querfurter Mulde, die sich im Süden an die Mansfelder Mulde anschließt und von dieser durch den Teutschenthaler Sattel getrennt wird. Unterirdische Salzauslaugung und -abwanderung haben hier eine große Senke geschaffen, die mit mächtigen Bildungen aus dem Tertiär (Braunkohle, Sand, Ton) gefüllt ist und von einer Decke aus eiszeitlichen Ablagerungen (Sand, Kies, Steine) überlagert wird.

Vom Aussichtspunkt auf der Südseite des Tagebaus, den wir von Stedten aus Richtung Osten fahrend erreichen, bietet sich ein weiter Blick in das Abbaugelände. Im Norden sind die Produktionsanlagen der Firma Romonta („Rohmontanwachs aus Amsdorf“) zu sehen. Seit 1958 ist der Tagebau Amsdorf in Betrieb. Pro Jahr werden hier ungefähr 500.000 t Kohle gefördert. Das durch spezielle Verfahren extrahierte Rohmontanwachs wird in 60 Länder der Welt exportiert und vielfältig genutzt, so zur Herstellung von Polituren, Schmierstoffen und Schuhcremes, aber auch in der Asphaltindustrie und im Gießereiwesen.

Wir queren den Tagebau über die vor wenigen Jahren gebaute Straße in Richtung Norden. Rechts werden rekultivierte Abbauflächen sichtbar, hinter denen die Spitzhalde des ehemaligen Kalischachtes Teutschenthal aufragt. Nach links in Richtung Unterröblingen abbiegend, erreichen wir beim Romonta- Haupttor einen Parkplatz. Vor dem Werkszaun ist die Freilichtausstellung „Rollendes Material“ zur Technikgeschichte des Montanwachs- Weltmarktführers installiert (Loks, Spezialwaggons, Extraktoren u. a.), die jederzeit besichtigt werden kann.

Für Gruppen werden Betriebsbesichtigungen angeboten. Kontakt: Detlef Berger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (034601) 40158
Motiv
Alte Bergschule und
Knappenbrunnen in Eisleben ( 6 )
Motiv Durch die Entwicklung des Bergbaus war der Bedarf an Steigern und Hüttenvögten im Mansfelder Kupferschieferbergbau sehr groß. Schon 1719 wurde auf dem Generaltag der Mansfelder „Eislebisch und Hettstedtischen Gewerkschaften“ beschlossen, jungen Bergleuten eine wissenschaftliche Ausbildung zu vermitteln. Als Vorbild diente Freiberg. Dort gab es bereits seit 1702 die Möglichkeit für angehende Bergbeamte, sich entsprechend schulen zu lassen. In Eisleben wurde der Unterricht zunächst sporadisch nach dem Bedarf und den Möglichkeiten durchgeführt. Die kurfürstlich-sächsische Regierung beschloss 1780, den Unterricht in Eisleben regelmäßig durchzuführen. 18 Jahre später, am 14. Juli 1798, wurde die Eisleber Bergschule gegründet. Bis 1808 wurden, entsprechend dem damaligen Beamtenbedarf, jährlich acht Schüler aufgenommen. Die Ausbildungskosten übernahmen die Mansfelder Gewerkschaften. Die Schule stand auch weiteren Schülern offen, die allerdings die Kosten selbst zu tragen hatten. Der Schulalltag war mit dem heutigen nicht vergleichbar. Bei anfangs drei Stunden Unterricht pro Woche dauerte die Ausbildung vier Jahre. Bedingung war, dass die Auszubildenden täglich im jeweiligen Betrieb arbeiteten. Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte die Grafschaft Mansfeld zu Preußen. Das Bergamt Eisleben und das Oberbergamt Halle waren nun die zuständigen Bergbehörden des preußischen Staates. In der erstmals im Jahr 994 urkundlich erwähnten Stadt Eisleben erinnern verschiedene Denkmäler an den 800-jährigen Kupfer schieferbergbau, so der „Kamerad Martin“ auf dem Breiten Weg oder der Knappenbrunnen, der sich gegenüber der ehemaligen Alten Bergschule befindet. Der Brunnen wurde 1983 vom Mansfeld- Kombinat gestiftet und vom Quedlinburger Bildhauer WOLFGANG DREYSSE gestaltet. Berühmt ist Eisleben, das den Beinamen „Lutherstadt“ trägt, auch als Geburts- und Sterbeort MARTIN LUTHERS (* 1483, † 1546). Luthers Vater war Hüttenmeister und Eigentümer mehrerer Bergwerke und Hütten. Graf ALBRECHT IV. VON MANSFELD, ein Freund Luthers, gründete die Eisleber Neustadt mit der Kirche St. Anna, in der eine in Europa einmalige Steinbilderbibel zu besichtigen ist. Das Wohnhaus Graf ALBRECHTS IV., ein repräsentatives spätgotisches Haus am Markt, beherbergte über Jahrhunderte die Bergbaubehörden.
Motiv
Kornflaschen in Friedeburgerhütte ( 7 )
Motiv Friedeburgerhütte besitzt ein einmaliges Denkmal der Produktionsgeschichte des Mansfelder Bergbaus und Hüttenwesens und der Landwirtschaft: die Kornflaschen. Sie befinden sich direkt links an der Ortseingangsstraße aus Richtung Gerbstedt. Es handelt sich um große, aus Schlackesteinen („Wickelschlacken“) gemauerte Behälter, die zwischen 1825 und 1841 etappenweise erbaut wurden. Sie dienten bis zur Schließung der dortigen Kupferhütte 1870 der geschützten Aufbewahrung von Deputatgetreide für die Arbeiter und halfen, Notzeiten zu überbrücken. Die Kornflaschen sind jeweils 9,5 m hoch, haben eine lichte Weite von 4,5 m und sind unterirdisch im Lösslehm angelegt. Da die oben befindliche Öffnung der Flaschen etwa einen Meter unter der Erdoberfläche lag und mittels einer Steinplatte verschlossen wurde, blieb die Temperatur im Inneren relativ konstant. Das verfugte Schlackenmauerwerk ließ keine Feuchtigkeit eindringen und gewährleistete dadurch eine lange Haltbarkeit sowie Schutz vor Ungeziefer. Von ehemals zehn dieser Kornflaschen sind nach Abgrabung des Lösslehms im Jahre 1913 nur noch drei in Resten erhalten. Sie wurden zwischen 1995 und 2001 gesichert und saniert. Die imposante Anlage ist jederzeit zugänglich.
Mansfelder SeenGalgensäule am Süßen See ( 8 )
Motiv Zwei Seen bestimmten lange Zeit das Landschaftsbild der Region: der Salzige und der Süße See. Sie galten als die „blauen Augen“ des Mansfelder Landes. Geblieben ist davon nur der Süße See. Ein dritter See, der Faule See, befand sich am Ostrand der Stadt Eisleben. Sein Zentrum lag etwa dort, wo alljährlich das größte Volksfest Mitteldeutschlands, der „Eisleber Wiesenmarkt“ stattfindet. Die Mansfelder Seen bildeten sich nach der letzten Eiszeit während des Holozäns, einer Warmzeit, die vor 11.600 Jahren begann und bis heute anhält. Die Entstehung der Seen ist eng mit der Geländeabsenkung durch Auslaugung von Salzen des Zechsteins verknüpft. Die drei Seen entwickelten sich jedoch nicht gleichzeitig. Vor etwa 8.000 bis 7.000 Jahren begann sich der Süße See zu bilden. Der von Seeburg bis Lüttchendorf reichende, etwa 4,9 km lange und bei Aseleben knapp 1 km breite See nimmt heute eine Fläche von 250 ha ein. Sein steiles, durch Quertäler eingekerbtes Nordufer besteht aus Unterem Buntsandstein und dient vor allem dem Wein- und Obstanbau. Hoch oben von der Anhöhe aus bietet sich ein reizvoller Blick auf den See, den Ort Seeburg und das auf einer Halbinsel gelegene gleichnamige Renaissance-Schloss. Auf der Anhöhe nördlich des Campingplatzes Seeburg befindet sich auch die Galgensäule. Es ist der Rest eines 1720 aus Feldsteinen gemauerten Fundaments eines Galgens. Vom Campingplatz an der Seestraße erreichen wir die Galgensäule entlang eines Pfades, der Hang aufwärts führt.
Motiv
Salziger SeeAussichtspunkt bei Röblingen am See ( 9 )
Motiv Der ehemalige Salzige See erstreckte sich zwischen den Ortschaften Rollsdorf, Amsdorf und Unterröblingen bis nach Röblingen und wird heute als Wiesen- und Ackerlandschaft von der B 80 direkt durchquert. Am Aussichtspunkt kurz vor dem Ortseingang Röblingen aus Richtung Aseleben kommend eröffnet sich der Blick auf das ehemalige Seegebiet. Erste Seeablagerungen entstanden bereits im Spätglazial vor 14.000 Jahren, doch erst im Holozän entwick elte sich eine ausgedehnte Seefläche. Seine größte Ausdehnung erreichte der See vor ca. 300 Jahren. Zu dieser Zeit war er mit 840 ha der größte See Mitteldeutschlands. Durch die Wasserhaltung des Mansfelder Kupferschieferbergbaus senkte sich sein Seespiegel mehrfach. Nachdem es 1892 zu starken Wassereinbrüchen in die Grubenbaue kam, wurde der See 1894 endgültig trocken gelegt. Binder- und Kernersee südlich von Rollsdorf sowie einige kleinere Seen nördlich von Röblingen bilden die Überreste des ehemaligen Salzigen Sees.
Museum Gerbstedt ( 10 )
Motiv Die kleine Stadt Gerbstedt liegt am Nordrand der Mansfelder Mulde und gilt als eine Wiege des mittelalterlichen Kupferschiefer berg baus. Besonders sehenswert ist der historische Ortskern mit dem Renaissance- Rathaus (1566) und der nahe gelegenen Stadtkirche (1739). Ein Teil des ehemaligen Klostergebäudes dient heute als Bürgerhaus und beherbergt ein kleines Museum. Hier wird die Orts- und Bergbaugeschichte lebendig. Gezeigt werden u. a. ein Modell des Nonnenklosters zu Gerbstedt, ein Modell des Otto-Brosowski-Schachts und einige Bergbauuniformen. Bei einem Bummel durch die Stadt stoßen wir auf zahlreiche Miniaturen aus bemaltem Beton. Sie wurden durch den Gerbstedter Künstler GÜNTHER BEINERT geschaffen. Meist handelt es sich um recht phantasievolle Nachbildungen von Burgen und Schlössern der Region. Wir können aber auch originelle Handwerkertypen sowie Bergleute und Schmelzer entdecken, die als urige Skulpturen das Stadtbild bereichern.


Das Museum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr und sonst nach Anmeldung geöffnet.
Kontakt: Ulrich Elster (034783) 27502 oder (0152) 29138507
Ausgewählte Informationsstellen,
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
MotivHotel an der Klosterpforte
Eisleben
www.klosterpforte.com
Tel.: (03475) 71440
MotivStrandhotel Zahn
Aseleben
www.strandhotel-zahn.de
Tel.: (034774) 28069
MotivGasthof Zahn
Stedten
www.gasthof-zahn.de
Tel.: (034774) 70090
Motiv
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute rund um Bösenburg. Auch sachkundige Führungen können vermittelt werden. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Geoparks!

Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmigung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Autoren: Dr. Carl-Heinz Friedel, Christiane Linke, Isabel Reuter, Konrad Schuberth
Fotos: Dr. Klaus George, Christiane Linke, Isabel Reuter, Konrad Schuberth
Redaktion: Dr. Klaus George, Isabel Reuter Blockbild: Dr. Ivo Rappsilber