Landmarke 17
Schloss Mansfeld
Schloss Mansfeld
Geologie des Gebietes
Im Nordwesten der Landmarke „Schloss Mansfeld“ erhebt sich
die Wippraer Zone des Harzgebirges mit mehr als 400 Mio.
Jahre alten Tonschiefern und Quarziten. Sie gehört zum
altpaläozoischen Grundgebirge (Ordovizium – Silur). Im Osten
wird das Grundgebirge von oberkarbonen Sedimenten bedeckt,
die bei der Abtragung des variszischen Gebirges entstanden. Es
sind überwiegend rote Sandsteine, Konglomerate und
Schiefertone („Mansfeld-Schichten“). Etwas jünger sind die
Sandsteine der „Hornburg-Schichten“ und die sogenannten
„Melaphyre“, als Zeugen des Vulkanismus aus dem Unterperm
(Rotliegend, ca. 300 Mio. Jahre alt). Die jüngsten Sedimente des
Rotliegend bestehen aus Konglomeraten der Eisleben-
Formation. Zwischen dieser und den „Mansfeld-Schichten“
besteht eine zeitliche Lücke aus der keine Ablagerungen
überliefert sind. Sie wird Saale-Diskordanz genannt.
Im Zechstein vor ca. 250 bis 257 Mio. Jahren überflutete das
stark salzhaltige Zechsteinmeer den Harz und sein Umland. An
der Basis der salinaren Zechsteinsedimente liegt das nur
wenige Dezimeter mächtige dunkle Kupferschieferflöz, welches
über 800 Jahre Gegenstand des Bergbaus war.
Schloss Mansfeld ( 1 )
Auf den bergigen Ausläufern
des Ostharzes
erhebt sich am Rand einer
steil zum Tal abfallenden
Hochfläche die gewaltige
Anlage von Schloss und
Festung Mansfeld. Im Jahr
1060 wurde zum ersten
Mal ein Graf von Mansfeld
urkundlich erwähnt. Aufzeichnungen über eine
Burg datieren auf das Jahr
1229. Ein großer Brand
vernichtete 1509 die
mittelalterliche Burganlage.
Anfang des 16. Jh. ließen dort die Grafen drei Renaissance-
Schlösser (Vorderort, Mittelort und Hinterort) errichten.
Gemeinsame Befestigungsanlagen entstanden von 1517 bis
1549. In diese Zeit fällt auch der Erwerb bzw. Bau der
Stadtsitze der drei Linien der Mansfelder Grafen und der
St. Annenkirche.
Wegen großer Verschuldung gerieten die Grafen ab 1570 in
Zwangsverwaltung. Seither verfielen die Schlösser Mittelort
und Hinterort. Dennoch präsentiert sich das Schloss heute als
eine der imposantesten Bauten des Harzvorlandes. 1780 fiel
das Schloss an den preußischen Staat. Im 19. Jh. wurde
Schloss Vorderort neu gestaltet, nachdem es von 1794 - 1810
im Besitz des Oberbergrats CARL FRIEDRICH BÜCKLING, des
Erbauers der ersten deutschen Dampfmaschine nach
Wattschem Prinzip, war.
Schloss Mansfeld wurde
1947 zur Nutzung an die
Evangelische Kirche übergeben und ist seit 1999
Eigentum des Fördervereins
Schloss Mansfeld.
In den vergangenen Jahren
erfuhr es umfangreiche
Sanierungsmaßnahmen
und wird gegenwärtig als
christliche Jugendbildungs-
und Begegnungsstätte genutzt.
Im Bereich des äußeren
Schlossgrabens finden wir
einen sehenswerten geologischen
Aufschluss der
Sandsteine der Rotliegendformation,
über den eine
Infotafel Auskunft gibt.
Am Schloss beginnt ein
Natur- und Geopfad, der
zu weiteren beschilderten
Aufschlüssen führt.
Kupferschiefer Mansfeld Museum und Hettstedt ( 2 )
Um das Jahr 1200 begann der
Bergbau auf dem Hettstedter
Kupferberg. Der Sage nach
waren es zwei zugewanderte
Bergleute, NAPPIAN und NEUKE, die
dort das erste Kupfererz
entdeckten. Das Bergbaudenkmal
auf dem Hettstedter Markt
erinnert da ran.
Die über 800-jährige Tradition
des Kupferschieferbergbaus,
des Hüttenbetriebes und der
Halbzeugherstellung im Mansfelder
Revier ist im Mansfeld Museum Hettstedt dokumentiert.
Dieses ist in einem barocken Schlösschen untergebracht, in
dem WILHELM VON HUMBOLDT (1767-1835) und seine Frau
CAROLINE, geborene VON DACHERÖDEN (1766-1829) für einige
Jahre wohnten. Im Museum sind außerdem Mineralien und
Fossilien des Kupferschiefers, z. B. der Kupferschieferhering
Palaeoniscum freieslebeni, ausgestellt. Vielfältige Sachzeugen
und Dokumente sowie technische Modelle geben einen
Einblick in das Bergwesen der Vergangenheit.
Im Freigelände können
Maschinen und Geräte sowie eine nachgestellte
Bergbausituation besichtigt
werden, ebenso die Übertageanlage
des Wetterschachts Lichtloch 24 des
Schlüsselstollens.
Hauptattraktion des Museums ist der
originalgetreue Nachbau der ersten
deutschen Dampfmaschine Wattscher
Bauart. Die Maschine wurde von dem
Bergassessor CARL FRIEDRICH BÜCKLING
(1750-1812) gebaut und 1785 erstmals
in Gang gebracht. Ihren Einsatz hatte
sie im König-Friedrich-Schacht nahe
Hettstedt, um das Grubenwasser
abzupumpen. Da ein Kauf der Maschine
bei der Firma Boulton & Watt in
Birmingham zu kostenintensiv und
außerdem mit einem 14-jährigen
Liefermonopol verbunden gewesen wäre, wurden BÜCKLING und
der Oberbergrat WAIZ FREIHERR VON ESCHEN auf eine Studienreise
geschickt. Auf Befehl der preußischen Regierung sollten sie
die neuen Maschinen so eingehend erkunden, dass ein
Nachbau in Deutschland möglich würde, was mittels der
Industriespionage auch gelang. Bereits 1794 musste die
Dampfmaschine durch eine stärkere Maschine abgelöst
werden. Die alte Maschine wurde nach Löbejün in eine
Steinkohlegrube umgesetzt, wo sie noch ca. 50 Jahre arbeitete.
Der im Jahr 1985 entstandene Nachbau wird zu Veranstaltungen
auch in Betrieb gesetzt. Ebenso wird die einzige
noch betriebsfähige Kesseldampfmaschine Sachsen-Anhalts
regelmäßig unter Dampf genommen. Auf dem Kupferberg in Hettstedt steht
mit der St. Gangolf Kirche die älteste
Kirche Hettstedts. Deren Vorgängerbau,
eine Kapelle für den
ehemaligen kleinen Bergbauort,
errichteten die FREIHERREN VON ARNSTEIN.
Sie bauten außerdem ein Hospital für
alte und kranke Bergleute, welches
aber nur ca. 30 Jahre bestand. Seit
einigen Jahren kümmert sich ein
Verein um das nicht mehr kirchlich
genutzte Gebäude und organisiert hier
beispielsweise Konzerte oder Ausstellungen.
Vom Kupferberg aus
haben wir einen guten Blick auf Hettstedt
mit seinen Türmen und Resten
der Stadtmauer. Besonders fallen der Saigerturm und der Zuckerhutturm
auf. „Saiger“ ist hier nicht im geologischen oder
bergbaulichen Sinne zu verstehen, sondern ein Ausdruck für
„Uhr“. Der Zuckerhutturm dagegen erhielt seinen Namen auf
Grund seiner pyramidenförmigen aufgemauerten Spitze.Öffnungszeiten: Mi. – So. 10.00 – 16.00 Uhr
Auf dem Kupferberg in Hettstedt steht die älteste Kirche Hettstedts, die St. Gangolf Kirche, deren Vorgängerbau, eine Kapelle für den kleinen Bergbauort, von den FREIHERREN VON ARNSTEIN, errichtet wurde. Sie bauten außerdem ein Hospital für alte und kranke Bergleute, welches aber nur ca. 30 Jahre bestand. Seit einigen Jahren kümmert sich ein Verein um das nicht mehr kirchlich genutzte Gebäude und organisiert hier beispielsweise Konzerte oder Ausstellungen. Vom Kupferberg aus haben wir einen guten Blick auf Hettstedt mit seinen Türmen und Resten der Stadtmauer. Besonders fallen der Saigerturm und der Zuckerhutturm auf. „Saiger“ ist hier nicht im geologischen oder bergbaulichen Sinne zu verstehen, sondern ein Ausdruck für „Uhr“. Der Zuckerhutturm dagegen erhielt seinen Namen auf Grund seiner pyramidenförmigen aufgemauerten Spitze.
Maschinendenkmal ( 3 )
Am Ortseingang von Hettstedt, aus
Siersleben kommend, folgen wir der
Ausschilderung zum Maschinendenkmal.
Nach einem kurzen Fußweg erreichen
wir das 1890 errichtete Denkmal.
Der Verein Deutscher Ingenieure,
ge gründet 1856 in Alexisbad
(Landmarke 15), stiftete es in
Würdigung des Baus der ersten
Dampfmaschine nach Wattschem
Prinzip. Das Denkmal besteht aus
einem Granitblock mit zwei
Bronzetafeln sowie einem Fundament
aus Buntsandstein und Granitplatten.
Bergbauwanderpfad Mansfelder Land ( 4 )
Vom Maschinendenkmal aus führt
ein Bergbauwanderpfad bis nach
Friedeburg in der Landmarke 19.
Zunächst geht es durch die unter
Denkmalschutz stehende Haldenlandschaft
des Burgörner- und
Welfesholzer Reviers nach Welfesholz
(Landmarke 19, 4 ) bevor wir
über Gerbstedt, Zabenstedt und
Friedeburgerhütte nach Friedeburg
kommen.
Tal der heiligen Reiser ( 5 )
An der Ortsausfahrtstraße von Hettstedt in Richtung Oberwiederstedt liegt rechter Hand das Freibad. Von hier aus führt uns ein
Fußweg in Richtung Osten. Wir überqueren die Wipper, wenden
uns nach rechts
und gehen bis
zur Kreuzung.
Hier biegen wir
nach links in die
Talstraße ein.
Nachdem wir die
Bahndammunterführung passiert
haben, halten wir
uns links und
nehmen an der
Weggabelung -
der Beschilderung
folgend -
den schmalen
Pfad. Noch einige
Meter und wir
erreichen einen
imposanten Aufschluss, den „Grand Canyon“ von Hettstedt. Hier
im Tal der Heiligen Reiser ist eine schwache Verstellung
(Winkeldiskordanz) zwischen ober karbonen Schiefertonen und
Glimmersandsteinen zu den darüber befindlichen
oberrotliegenden Porphyrkonglomeraten der Eisleben-Schichten
zu beobachten. Es handelt sich um eine beträchtliche Zeitlücke,
denn die Hornburg-Schichten fehlen vollständig. Die Saale-
Diskordanz ist eine bedeutende Zeitmarke der variszischen
Gebirgsbildung.
Etwa auf Höhe der
Wipperbrücke beginnt
ein Wanderweg (Wegmarkierung: Jakobspilgerweg), der bis
nach Oberwiederstedt
führt. Im dortigen
Renaissanceschlösschen
wurde GEORG
PHILIPP FRIEDRICH VON
HARDENBERG (1772-
1801), genannt
NOVALIS, geboren.
NOVALIS war Bergbaufachmann
sowie Jurist
und ging vor allem als
Dichter der Frühromantik in die
Geschichte ein. Das
Schloss ist heute
Forschungsstätte für
Frühromantik und
Sitz der Internationalen
Novalisgesellschaft.
Geologischer Aufschluss Walbeck ( 6 )
Auf dem Weg zum Tierpark
Walbeck, der sich in einem Teil der
alten Schlossparkanlage befindet,
kommen wir an einem sehr schönen
Aufschluss vorbei. Hier stehen
kohlige, pflanzenführende Tonschiefer
aus dem Unterkarbon der
geologischen Einheit „Wippraer
Zone“ an. Im Tierpark können wir
vorzugsweise einheimische Tierarten,
wie Hirsche, Wildschweine,
Kolkraben u. a. bestaunen. Vom
Tierpark aus führt ein Naturlehrpfad,
mit Informationen zu verschiedenen Lebensräumen der heimischen
Flora und Fauna, weiter
durch die ehemalige Schlossparkanlage. Am Wege steht die
mächtige Adelheideiche. Gegenüber
finden wir die in Sandstein eingefasste
Adelheidquelle. An einem Teich vorbei gelangen wir bis
zum Planteurhaus. Das klassizistische Haus wurde 1802 vom
damaligen Schlossbesitzer BARTELS für den Planteur gebaut. Der
Planteur war verantwortlich für die Bäume der ausgedehnten
Parkanlagen. Als 1817 der Besitzer starb, sollen hier ca. 20.000
Obstbäume gestanden haben. Das Planteurhaus mit seiner
Ausflugsgaststätte befindet sich heute in Privatbesitz.
KAISER OTTO I. (912 - 973) schenkte seiner zweiten Frau ADELHEID
(931 - 999) im Jahre 951 eine Pfalzanlage in Walbeck. Ihre
gemeinsame Tochter MATHILDE (955 - 999), die die erste Äbtissin in
Quedlinburg war, gründete hier 992 ein Benediktinerinnenkloster.
Nach der Säkularisierung im 16. Jh. wechselte die Anlage
mehrmals die Besitzer und gelangte im 18. Jh. an die Familie VON
DEM BUSSCHE, die sie in eine spätbarocke Dreiflügelanlage umbauen
ließ. Nach weiteren Eigentümer wechseln und der Enteignung
1945, wurde die Anlage weitestgehend landwirtschaftlich genutzt.
Die Schlossanlage kann nur von außen besichtigt werden.
Der Ort Walbeck wurde erst mals 950 urkundlich erwähnt. Der
Ortsname ist von dem Bach Walbke oder auch Walbach abgeleitet.
Da Walbeck verkehrsgünstig zwischen den Pfalzen des Ostharzes
lag, kam ihm eine
große Bedeutung als
Reichshof zu.Öffnungszeiten des Tierparks Walbeck:
April – Oktober tgl. 9.00 bis 19.00 Uhr
November – März tgl. 9.00 bis 15.30 Uhr
Tel.: (03476) 55 93 67
Neckendorfer Sandstein„Eine Kanzel für den Teufel...“ ( 7 )
Westlich der Ortschaft
Neckendorf erstreckt sich
entlang des Neckendorfer
Grundes ein landschaftlich sehr
reizvolles bewaldetes Gebiet.
Es genießt in seinem Westteil
als Naturschutzgebiet sogar
einen besonderen Schutz (NSG
Eislebener Stiftsholz). An
mehreren Stellen ist hier früher
Sandstein gebrochen worden.
Als Neckendorfer Sandstein
fand er in vielen Bauwerken der
Region Verwendung.
Von Neckendorf aus erreichen
wir entlang des Grundes nach
ca.1km im bewaldeten Nordhang
die Halden und Steinbrüche
des letzten erst in den
1930iger Jahren stillgelegten
ehemaligen Steinbruchbetriebs
Held. Kurz dahinter schwenken
wir in den Teufelsgrund ein, wo
der Volksmund aus Felsklippen
des Teufels Kanzel und Küche machte. Weiter westlich gibt es
rechts und links des Grundes weitere Klippen und kleine
Steinbrüche, der westlichste ist der ehemalige Steinbruch
Dockhorn am Nordrand des Naturschutzgebietes.
An den Steinbruchswänden sind auch heute noch die charakteristisch
rotgefärbten Sedimentgesteine des Oberrotliegenden gut
aufgeschlossen. Sie gehören zur Oberen Hornburg-Formation,
die nach neuesten Untersuchungen ca. 265 Mill. Jahre alt ist
(Äquivalent der Mirow-Formation). In den Steinbrüchen
überwiegen zumeist massige, grobkörnige und wenig
geschichtete Konglomerate und konglomeratische Sandsteine
mit ihren bis kindskopfgroßen Quarzitgeröllen (Oberes
Quarzitkonglomerat). Auch die markante Klippe der
Teufelskanzel besteht aus diesem Quarzitkonglomerat. Darüber
folgen deutlich geschichtete Fein- und Mittelsandsteine
(Rundkörniger Sandstein), die nach oben in fein geschichtete
Schluff- und Tonsteine, sogenannte Blättertone übergehen. Die
Blättertone sind jedoch nur selten in den Steinbrüchen
aufgeschlossen, da als Werksteine vor allem die massigeren
Sandsteine genutzt wurden.
Die Gesteine entstanden unter ariden Klimabedingungen durch
Schutt- und Schlammströme. Diese wurden durch Starkregenereignisse
ausgelöst. Die Wassermassen transportierten
Sedimente aus höheren Lagen über Taleinschnitte und
verzweigte Flusssysteme ins Vorland und führten hier zur
zeitweiligen Überflutung und Ablagerung flacher Schwemmfächer,
sogenannter alluviale Fächer. Auch bildeten sich
kurzlebige Seen, die heute als Blätterton überliefert sind. Im
Blätterton haben sich sogar Insektenspuren und Fährten
größerer Tiere erhalten. Die Wirkung der Flüsse ist u. a. durch
Schrägschichtung und die Bildung von Rinnen (Bruch Dockhorn)
im Gestein dokumentiert.Lapidarium Helbra ( 8 )
Das Lapidarium - eine
Gesteinssammlung - wurde
im Garten des Bürgerhauses
der Gemeinde
Helbra angelegt. Hier
können wir Gesteine aus
der Mansfelder Mulde
und aus dem Unterharz
besichtigen. Die Fundorte
der Gesteine reichen von
Tilkerode (Landmarke )
und den Pferdeköpfen
bei Wippra über Biesenrode,
Siebigerode,
Bösenburg und Wettin
bis zum Braunkohlentagebau
in Amsdorf. Der Besucher erfährt Wissenswertes über
Entstehung, Vorkommen und Verwendung der Gesteine.
Besichtigung nach Vereinbarung unter: Tel.: 034772/28583.
Vor dem Gemeindehaus informiert eine Tafel über Bergbau- Wanderwege um Helbra.
Mansfelder Bergwerksbahn
Am 15. November 1880
wurde für den Transport
des Kupferschiefers von
den Glückhilfschächten
bei Welfesholz zur Kupferkammerhütte Hettstedt
eine zu nächst
5 km lange Schmalspurbahn
(750 mm) in
Betrieb genommen. In
den folgenden Jahren
wurde das Streckennetz
auf alle Förderschächte
und Hüttenwerke zwischen
Eisleben und
Hettstedt ausgedehnt.
Mit der Auserzung der
Mansfelder Mulde – bis
1969 wurden alle Schächte geschlossen – drohte das Aus für
die Bahn. Bis 1990 diente die auf ca. 20 km geschrumpfte
Strecke nur noch dem Transport von Zwischenprodukten in
und zwischen den Hütten in Helbra und Hettstedt.
Der Verein Mansfelder Bergwerksbahn e. V. unterhält auf dem
verbliebenen Streckenabschnitt Klostermansfeld – Hettstedt
einen Museumsbahnbetrieb.www.bergwerksbahn.de
Siebigeröder SandsteinEhemaliger Steinbruch ( 9 )
Aus Mansfeld kommend fahren wir nach rechts in
Richtung Blumerode. Nach ca. 500 m befindet
sich auf der linken Seite der ehemalige Steinbruch.
Die hier aufgeschlossenen feldspatreichen
Sandsteine und die darin eingelagerten
Konglomerate und Tonsteine sind im höchsten
Oberkarbon vor ca. 300 Mio Jahren entstanden.
Sie werden zur Siebigerode-Formation
zusammengefasst und sind Abtragungsprodukte
des variszischen Gebirges, die im Vorland durch
Flüsse zusammengeschwemmt worden sind.
Bemerkenswert ist das Auftreten von verkieselten
Hölzern. Die Stammreste zeigen z. T. noch gut
erkennbare Zellstrukturen. Einige dieser Stämme
sind in den Grünanlagen von Siebigerode ausgestellt.
Der feste massige Sandstein fand als Werkstein u. a. für
Kirchenbauten in Siebigerode, in Kreisfeld (St. Wigberti) und
Eisleben (St. Andreas, St. Pancratius), aber auch für Grabsteine,
Taufbecken und Futtertröge Verwendung. Hauptsächlich wurde
er jedoch zur Herstellung von Mühlsteinen genutzt. Im 18. Jh.
wurden in privaten und staatlich betriebenen Steinbrüchen
jährlich bis zu 1000 Mühlsteine hergestellt.
Zeugnisse des bedeutsamen Sandsteinabbaus von Siebigerode
sind weitere nordwestlich der B86 gelegene Steinbrüche, von
denen einige als Geotope ausgewiesen sind.Burgruine Arnstein ( 10 )
Die Burgruine Arnstein steht auf einem nach
drei Seiten steil abfallenden Bergsporn über
dem romantischen Einetal am Ortsrand von
Harkerode. Das Einetal inspirierte FRIEDRICH
BARON DE LA MOTTE-FOUQUÉ (1777–1843) zu seinem
Kunstmärchen „Undine“, welches ALBERT
LORTZING (1801-1851) als Vorlage für seine
gleichnamige Oper nutzte. Wir erreichen
Harkerode, wenn wir in Quenstedt von der
B 180 zwischen Aschersleben und Hettstedt in
Richtung Sylda abbiegen.
Die Burgruine Arnstein ist eine der größten
mittelalterlichen Burganlagen der Harzregion.
WALTER VON ARNSTEIN begann mit dem Bau der Burg im Jahr 1130.
Zur Freiherrschaft Arnstein gehörte auch der Ort Hettstedt, der
sich ab etwa 1200 zu einem bedeutenden Bergbauzentrum entwickelte.
Nach dem Aussterben der Arnsteiner Ende des 13. Jh.
wechselten die Besitzer häufig. Von 1812 bis 1945 befand sich
die Burg im Besitz der Familie VON KNIGGE. Seitdem ist die
Gemeinde Harkerode Besitzer der Ruine.
Die Reste der Anlagen können wir besichtigen. Das Hauptgebäude
ist teilweise saniert. Vom Parkplatz an der Straße zwischen
Sylda und Harkerode gehen wir auf einem Fußweg zur Burgruine.
Ein fantastischer Blick bietet sich uns auf das Umland.
Unter der Burg befindet sich ein über den Brunnen erreichbarer
Gang, der als Fluchtweg gedient haben könnte. Später sollen die
Eigentümer den Gang als Bierlager genutzt haben.
Wippraer Zone Klippmühle bei Vatterode ( 11 )
Vom Haltepunkt Klippmühle der
Bahnlinie der Wipperliese gehen wir
in Richtung Biesenrode. Nach einigen
Metern erreichen wir einen sehr schönen
Aufschluss. Hier stehen metamorphe Gesteine ordovizischen
Alters an (470 Mio. Jahre). Ehemalige
Sedimente (Tone, Schluffe und Sande)
wurden durch hohen Druck und
Temperatur bei der Gebirgsbildung
in bunte phyllitische Tonschiefer und
dünnplattige, feinklastische Quarzite
umgewandelt. Dieser Vorgang wird
Metamorphose genannt. Im Zuge der
Gebirgsbildung wurden die Schichten
intensiv gefaltet und steilgestellt.
Die Quarzite sind hier typisch ausgeprägt und in der gesamten
geologischen Einheit der Wippraer Zone wieder zu erkennen.
Ein Ort, nach welchem ein Gestein für eine größere Region
benannt ist, wird „locus typicus“ genannt und hat deshalb für
die geologischen Wissenschaften eine überregionale Bedeutung.
Ausgewählte Informationsstellen, Einkehr und
Übernachtungsmöglichkeiten
Übernachtungsmöglichkeiten
Christliche Jugendbildungs- undBegegnungsstätte Schloss Mansfeld
Tel.: (034782) 20201
www.schloss-mansfeld.de
Reit- und Sporthotel NordmannStangerode
Tel.: (034742) 9530
www.nordmannharz.de
Heimvolkshochschule AlterodeBildungshaus am Harz
Alterode
www.heimvolkshochschule-alterode.de
Tel.: (034742) 95030
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen
Georoute rund um das Schloss Mansfeld. Auch sachkundige
Führungen können vermittelt werden.
Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung
und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier
vorgestellten Teil des Geoparks Harz!
Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Autoren: Dr. Carl-Heinz Friedel, Christiane Linke, Dr. Matthias Thomae,
Monika Wetzel
Fotos: George, Kreisverwaltung Mansfelder Land, LAGB, Linke, Reuter
Fotos: George, Kreisverwaltung Mansfelder Land, LAGB, Linke, Reuter