Landmarke 17
Schloss Mansfeld
Schloss Mansfeld
Geologie des Gebietes
Im Nordwesten der Landmarke „Schloss Mansfeld“ erhebt sich
die Wippraer Zone des Harzgebirges mit mehr als 400 Mio.
Jahre alten Tonschiefern und Quarziten. Sie gehört zum
altpaläozoischen Grundgebirge (Ordovizium – Silur). Im Osten
wird das Grundgebirge von oberkarbonen Sedimenten bedeckt,
die bei der Abtragung des variszischen Gebirges entstanden. Es
sind überwiegend rote Sandsteine, Konglomerate und
Schiefertone („Mansfeld-Schichten“). Etwas jünger sind die
Sandsteine der „Hornburg-Schichten“ und die sogenannten
„Melaphyre“, als Zeugen des Vulkanismus aus dem Unterperm
(Rotliegend, ca. 300 Mio. Jahre alt). Die jüngsten Sedimente des
Rotliegend bestehen aus Konglomeraten der Eisleben-
Formation. Zwischen dieser und den „Mansfeld-Schichten
besteht eine zeitliche Lücke aus der keine Ablagerungen
überliefert sind. Sie wird Saale-Diskordanz genannt.
Im Zechstein vor ca. 250 bis 257 Mio. Jahren überflutete das
stark salzhaltige Zechsteinmeer den Harz und sein Umland. An
der Basis der salinaren Zechsteinsedimente liegt das nur
wenige Dezimeter mächtige dunkle Kupferschieferflöz, welches
über 800 Jahre Gegenstand des Bergbaus war.
Schloss Mansfeld ( 1 )
Auf den bergigen Ausläufern
des Ostharzes
erhebt sich am Rand einer
steil zum Tal abfallenden
Hochfläche die gewaltige
Anlage von Schloss und
Festung Mansfeld. Im Jahr
1060 wurde zum ersten
Mal ein Graf von Mansfeld
urkundlich erwähnt. Aufzeichnungen über eine
Burg datieren auf das Jahr
1229. Ein großer Brand
vernichtete 1509 die
mittelalterliche Burg an lage.
Anfang des 16. Jh. bauten die Grafen drei Renaissance-
Schlösser (Vorderort, Mittelort und Hinterort), die von 1517
bis 1549 gemeinsam mit starken Befestigungswerken
umgeben wurden. In diese Zeit fällt auch der Erwerb bzw. Bau
der Stadtsitze und der St.-Annenkirche in Eisleben durch die
Mansfelder Grafen.
Wegen großer Verschuldung gerieten die Grafen ab 1570 in
Zwangsverwaltung. Seither verfielen die Schlösser Mittelort
und Hinterort. Trotz Schleifung 1674/75, Verfall und starker
Übergrünung präsentiert sich das Schloss heute dennoch als
eine der imposantesten Anlagen des Harzvorlandes. 1780 fiel
das Schloss an den preußischen Staat. Im 19. Jh. wurde
Schloss Vorderort neu gestaltet, nachdem es von 1794 - 1810
im Besitz des Oberbergrats CARL FRIEDRICH BÜCKLING, des
Erbauers der ersten
deutschen Dampfmaschine
nach Wattschem
Prinzip, war.
Schloss Mansfeld wurde
1947 zur Nutzung an die
Evangelische Kirche übergeben und ist seit 1999
Eigentum des Fördervereins
Schloss Mansfeld
e. V. In den vergangenen
Jahren erfuhr es um fangreiche
Sanierungsmaßnahmen
und wird gegenwärtig
als christliche Jugendbildungs-
und Begegnungsstätte genutzt.
Im Bereich des äußeren
Schlossgrabens finden wir
einen sehenswerten geologischen
Aufschluss der
Sandsteine der Rotliegendformation.
Nicht
weit entfernt, am südlichen
Rand des Schlossberges
im “Hasenwinkel”,
wo auch schon sehr früh Bergbau umging, ist der Zechstein
mit dem Kupferschieferflöz aufgeschlossen.
Kupferschiefer Mansfeld Museum und Hettstedt ( 2 )
Um das Jahr 1200 begann der
Kupferschieferbergbau im Mansfelder
Revier. Zwei zugewanderte
Bergleute, NAPPIAN und
NEUKE, sollen es gewesen sein,
die am Kupferberg bei Hettstedt
das erste Kupfererz entdeckten.
Das Bergbaudenkmal auf dem
Hettstedter Markt erinnert
daran.
Die über 800-jährige Tradition
des Kupferschieferbergbaus, des
Hüttenbetriebes und der
Halbzeugherstellung im Mansfelder Revier ist im Mansfeld
Museum Hettstedt dokumentiert. Dieses ist in einem barocken
Schlößchen untergebracht, in dem WILHELM VON HUMBOLDT
(1767-1835) und seine Frau CAROLINE, geborene VON DACHERÖDEN
(1766-1829) für einige Jahre wohnten. Im Museum sind
außerdem Mineralien und Fossilien des Kupferschiefers, z. B.
der Kupferschieferhering Palaeoniscum freieslebeni,
ausgestellt. Vielfältige Sachzeugen und Dokumente sowie
technische Modelle geben einen Einblick
in das Bergwesen der Vergagenheit. Im
Freigelände können Maschinen und Geräte
sowie eine nachgestellte Bergbausituation
besichtigt werden, ebenso die
Übertageanlage des Wetterschachts
Lichtloch 24 des Schlüsselstollens.
Hauptattraktion des Museums ist der
originalgetreue Nachbau der ersten deutschen
Dampfmaschine Wattscher Bauart.
Die Maschine wurde von dem Bergassessor
CARL FRIEDRICH BÜCKLING (1750-1812) gebaut
und 1785 erstmals in Gang gebracht.
Ihren Einsatz hatte sie im König-Friedrich-
Schacht nahe Hettstedt, um das Grubenwasser
abzupumpen. Da ein Kauf der
Maschine bei der Firma Boulton & Watt in
Birmingham zu kostenintensiv und außerdem mit einem
14-jährigen Liefermonopol verbunden gewesen wäre, wurden
BÜCKLING und der Oberbergrat WAIZ FREIHERR VON ESCHEN auf eine
Studienreise geschickt. Auf Befehl der preußischen Regierung
sollten sie die neuen Maschinen so eingehend erkunden, dass
ein Nachbau in Deutschland möglich würde, was mittels der
Industriespionage auch gelang. Bereits 1794 musste die
Dampfmaschine durch eine stärkere Maschine abgelöst
werden. Die alte Maschine wurde nach Löbejün in eine
Steinkohlegrube umgesetzt, wo sie noch ca. 50 Jahre
arbeitete.
Der im Jahr 1985 entstandene Nachbau wird zu Veranstaltungen
auch in Betrieb gesetzt; ebenso wird die einzige
noch betriebsfähige Kesseldampfmaschine Sachsen-Anhalts
regelmäßig unter Dampf genommen.
Öffnungszeiten: Mi. – Fr. 10.00 – 16.00 Uhr
jedes 1. und 3. Wochenende im Monat
Sa. 12.00 – 16.00 Uhr So. 10.00 – 16.00 Uhr
Auf dem Kupferberg in Hettstedt steht die älteste Kirche Hettstedts, die St. Gangolf Kirche, deren Vorgängerbau, eine Kapelle für den kleinen Bergbauort, von den FREIHERREN VON ARNSTEIN, errichtet wurde. Sie bauten außerdem ein Hospital für alte und kranke Bergleute, welches aber nur ca. 30 Jahre bestand. Seit einigen Jahren kümmert sich ein Verein um das nicht mehr kirchlich genutzte Gebäude und organisiert hier beispielsweise Konzerte oder Ausstellungen. Vom Kupferberg aus haben wir einen guten Blick auf Hettstedt mit seinen Türmen und Resten der Stadtmauer. Besonders fallen der Saigerturm und der Zuckerhutturm auf. „Saiger“ ist hier nicht im geologischen oder bergbaulichen Sinne zu verstehen, sondern ein Ausdruck für „Uhr“. Der Zuckerhutturm dagegen erhielt seinen Namen auf Grund seiner pyramidenförmigen aufgemauerten Spitze.
Maschinendenkmal ( 3 )
Am Ortseingang von Hettstedt, aus
Siersleben kommend, folgen wir der Ausschilderung zum Maschinendenkmal.
Nach einem kurzen Fußweg erreichen wir
das 1890 errichtete Denkmal. Der Verein
Deutscher Ingenieure, gegründet 1856 in
Alexisbad (Landmarke 15), stiftete es in
Würdigung des Baus der ersten
Dampfmaschine nach Wattschem Prinzip.
Das Denkmal besteht aus einem Granitblock mit zwei Bronzetafeln
sowie einem Fundament aus Buntsandstein und Granitplatten.
Vom Denkmal aus haben wir einen sehr guten Blick auf die sich
weit nach Süden und Osten erstreckende Bergbau-Halden landschaft
der Mansfelder Mulde mit Kleinst-, Flach- und Spitzkegelhalden.
Bergbauwanderpfad Mansfelder Land ( 4 )
Vom Maschinendenkmal aus können
wir auf einem gut aus geschilderten
Weg bis nach Friedeburg wandern.
Der Weg führt durch die unter
Denkmalschutz stehende Haldenlandschaft
des Burgörner- und
Welfesholzer Reviers nach Welfesholz.
Bei Welfesholz findet man einen
Hinweis auf den Hoyer stein, der der
Sage nach an die berühmte “Schlacht
am Welfesholze” erinnert. Hier soll es am 11. Februar 1115 zu
einer Schlacht zwischen den Truppen Kaiser HEINRICH V. (1086-
1125) und den Sachsen gekommen sein, die als Höhepunkt der
kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und
den sächsischen Edelleuten gilt. Für den Kaiser kämpfte auch sein
Feldmarschall Graf HOYER VON MANSFELD, der im Falle eines Sieges
mit der sächsischen Herzogswürde geadelt werden sollte. Graf
HOYER war vom Sieg überzeugt. Er steckte seine Faust in den Stein und sagte: „Ich, Graf Hoyer, ächt geboren, habe noch nie eine
Schlacht verloren; So wahr ich greif in diesen Stein, auch diese
muß gewonnen sein“. Jedoch wurde die Schlacht nicht gewonnen
und Graf HOYER fiel in derselben.
Weiter führt der Weg über Gerbstedt, Zabenstedt, Friedeburgerhütte
nach Friedeburg. In der Nähe der Neu mühle sieht man
das Mundloch des 32 km langen Schlüsselstollens. Im 19. Jh.
aufgefahren, diente der Stollen bis zur Einstellung des Bergbaus
der Ableitung der Gruben wässer aus den Mansfelder
Kupferschieferrevieren.
Tal der heiligen Reiser ( 5 )
An der Ortsausfahrtstraße
von Hettstedt in Richtung
Oberwiederstedt liegt
rechter Hand das Freibad.
Von hier aus führt uns ein
Fußweg in Richtung
Osten. Wir überqueren
die Wipper, wenden uns
nach rechts und gehen
bis zur Kreuzung. Hier
biegen wir nach links in
die Talstraße ein.
Nachdem wir die Bahndammunterführung
passiert haben, halten wir
uns links und nehmen an
der Weggabelung den
schmalen Pfad, der uns
wiederum nach links führt. Noch einige Meter und wir erreichen
einen imposanten Aufschluss, den „Grand Canyon“ von Hettstedt.
Hier im Tal der Heiligen Reiser ist eine schwache Verstellung
(Winkeldiskordanz) zwischen ober karbonen Schiefertonen und
Glimmersandsteinen zu den darüber befindlichen
oberrotliegenden Porphyrkonglomeraten der Eisleben-Schichten
zu beobachten. Es handelt sich um eine beträchtliche Zeitlücke,
denn die Hornburg-Schichten fehlen vollständig. Die Saale-
Diskordanz ist eine bedeutende Zeitmarke der variszischen
Gebirgsbildung.
Etwa auf Höhe der Wipperbrücke beginnt ein Wanderweg (Wegmarkierung: Jakobspilgerweg), der bis nach Oberwiederstedt
führt. Hier im Renaissanceschlösschen wurde
GEORG PHILIPP FRIEDRICH VON
HARDENBERG (1772-1801),
genannt NOVALIS, geboren.
NOVALIS war Bergbaufachmann
sowie Jurist
und ging vor allem als
Dichter der Frühromantik
in die Geschichte ein. Das
Schloss ist heute
Forschungsstätte für
Frühromantik und Sitz
der Internationalen Novalisgesellschaft.
Geologischer Aufschluss Walbeck ( 6 )
Auf dem Weg zum Tierpark Walbeck,
der sich in einem Teil der alten
Schlossparkanlage befindet,
kommen wir an einem sehr schönen
Aufschluss vorbei. Hier stehen
kohlige, pflanzenführende Tonschiefer
aus dem Unterkarbon der
geologischen Einheit „Wipp raer
Zone“ an. Im Tierpark können wir
vorzugsweise einheimische Tierarten,
wie Rot- und Damwild,
Wildschweine, Kolkraben u. a.
bestaunen. Vom Tierpark ausführt
ein Naturlehrpfad, mit Informationen
zu verschiedenen Lebensräumen
der heimischen Flora und Fauna,
weiter durch die ehemalige Schlossparkanlage.
Am Wege steht die
mächtige Adelheideiche. Gegenüber
finden wir die in Sandstein eingefasste
Adelheidquelle. An einem Teich vorbei gelangen wir bis
zum Planteurhaus. Das klassizistische Haus wurde 1802 vom
damaligen Schlossbesitzer BARTELS für den Planteur gebaut. Der
Planteur war verantwortlich für die Bäume der ausgedehnten
Parkanlagen. Als 1817 der Besitzer starb, sollen hier ca. 20.000
Obstbäume gestanden haben. Das Planteurhaus mit seiner
Ausflugsgaststätte befindet sich heute in Privatbesitz.
OTTO I. (912 - 973) schenkte seiner zweiten Frau ADELHEID (931 -
999) im Jahre 951 eine Pfalzanlage in Walbeck als Morgengabe.
Ihre gemeinsame Tochter MATHILDE (955 - 999), die die erste
Äbtissin in Quedlinburg war, gründete hier 992 ein Benediktinerinnenkloster.
Nach der Säkularisierung im 16. Jh. wechselte die
Anlage mehrmals die Besitzer und gelangte im 18. Jh. an die
Familie VON DEM BUSSCHE, die sie in eine spätbarocke Dreiflügelanlage
umbauen ließ. Nach weiteren Eigentümer wechseln und der
Enteignung 1945, wurde die Anlage weitestgehend landwirtschaftlich
genutzt. Die Schlossanlage kann nur von außen
besichtigt werden.
Der Ort Walbeck wurde erst mals 950 urkundlich erwähnt. Der
Ortsname ist von dem Bach Walbke oder auch Walbach abgeleitet.
Da Walbeck verkehrsgünstig zwischen den
Pfalzen des Ostharzes
lag, kam ihm eine
große Bedeutung als
Reichshof zu.Öffnungszeiten des Tierparks Walbeck:
1. Mai – 30. Sept. tgl. 9.00 bis 19.00 Uhr
1. Okt. – 30. April tgl. 10.00 bis 17.00 Uhr
Tel.: (03476) 55 93 67
Alte Bergschule und Knappenbrunnen Eisleben ( 7 )
Durch die Entwicklung des Bergbaus
war der Bedarf an Steigern und
Hüttenvögten im Mansfelder Kupferschieferbergbau sehr groß. Schon 1719
wurde auf dem Generaltag der
Mansfelder „Eislebisch und Hettstedtischen
Gewerkschaften“ beschlossen,
jungen Bergleuten eine wissenschaftliche
Ausbildung zu vermitteln. Als Vorbild
diente Freiberg. Dort gab es bereits
seit 1702 die Möglichkeit für angehende
Bergbeamte, sich entsprechend schulen
zu lassen. In Eisleben wurde der
Unterricht zunächst sporadisch nach
dem Bedarf und den Möglichkeiten
durchgeführt. Die kurfürstlichsächsische
Regierung beschloss 1780,
den Unterricht in Eisleben regelmäßig
durchzuführen. Immer hin 18 Jahre
später, am 14. Juli 1798, wurde die Eisleber Bergschule
gegründet. Bis zum Jahre 1808 wurden, entsprechend dem
damaligen Beamtenbedarf, jährlich acht Schüler pro Jahr aufgenommen. Die Ausbildungskosten übernahmen die Mansfelder
Gewerkschaften. Die Schule stand auch weiteren Schülern
offen, die allerdings die Kosten selbst zu tragen hatten. Der
Schulalltag war mit dem heutigen nicht vergleichbar. Bei
anfangs drei Stunden Unterricht pro Woche dauerte die
Ausbildung vier Jahre. Bedingung war, dass die Auszubildenden
täglich im jeweiligen Betrieb arbeiteten.
Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte die Grafschaft
Mansfeld zu Preußen. Das Bergamt
Eisleben und das Oberbergamt Halle
waren nun die zuständigen Bergbehörden
des preußischen Staates.
In der erstmals im Jahr 994
urkundlich erwähnten Stadt Eisleben
erinnern verschiedene Denk mäler
im Stadtgebiet an den 800-jährigen
Kupferschieferbergbau, so der
„Kamerad Martin“ auf dem Breiten
Weg oder der Knappenbrunnen der
sich gegenüber der ehemaligen alten
Bergschule befindet. Der Brunnen
wurde 1983 vom Mansfeld Kombinat
gestiftet und vom Quedlinburger
Bildhauer WOLFGANG DREYSSE gestaltet.
Berühmt ist Eisleben, das den
Beinamen „Lutherstadt“ trägt, auch
als Geburts- und Sterbeort MARTIN
LUTHERS (1483– 1546). LUTHERS Vater
war Hüttenmeister und Eigentümer
mehrerer Bergwerke und Hütten.
Graf ALBRECHT IV. VON MANSFELD, ein Freund LUTHERS, war der
Gründer der Eis leber Neustadt mit der Kirche St. Anna, in der
eine in Europa einmalige Steinbilderbibel zu besichtigen ist.
Das Wohnhaus Graf ALBRECHTS IV., ein repräsentatives
spätgotisches Haus am Markt, beherbergte über Jahrhunderte
die Bergbaubehörden.
Lapidarium Helbra ( 8 )
Das Lapidarium - eine
Gesteinssammlung - wurde
im Garten des Bürgerhauses
der Gemeinde
Helbra angelegt. Hier
können wir Gesteine aus
der Mansfelder Mulde
und aus dem Unterharz
besichtigen. Die Fundorte
der Gesteine reichen von
Tilkerode (Landmarke 15)
und den Pferdeköpfen
bei Wippra über Biesenrode,
Siebigerode, Bösenburg
und Wettin bis zum
Braunkohlentagebau in Amsdorf. Der Besucher erfährt Wissenswertes
über Entstehung, Vorkommen und Verwendung der
Gesteine.
(Besichtigung nach Vereinbarung unter: 034772/28583). Vor dem Gemeindehaus informiert eine Tafel über Bergbau- Wanderwege um Helbra.
Mansfelder Bergwerksbahn
Am 15. November 1880
wurde für den Transport
des Kupferschiefers von
den Glück hilfschächten
bei Welfesholz zur Kupferkammerhütte Hettstedt
eine zu nächst
5 km lange Schmalspurbahn
(750 mm) in
Betrieb genommen. In
den folgenden Jahren
wurde das Streckennetz
auf alle Förderschächte
und Hüttenwerke zwischen
Eisleben und Hettstedt
ausgedehnt. Mit
der Auserzung der
Mans elder Mulde – bis
1969 wurden alle Schächte geschlossen – drohte das Aus für
die Bahn. Bis 1990 diente die auf ca. 20 km geschrumpfte
Str cke nur noch dem Transport von Zwischenprodukten in
und zwischen den Hütten in Helbra und Hettstedt.
Der Verein Mansfelder Bergwerksbahn e. V. unterhält auf dem
verbliebenen Streckenabschnitt Klostermansfeld – Hettstedt
einen Museumsbahnbetrieb nach Fahrplan oder mit Sonderfahrten auf Anmeldung. www.bergwerksbahn.de
Kornflaschen in Friedeburgerhütte ( 9 )
Friedeburgerhütte besitzt ein einmaliges
Denkmal der Produktionsgeschichte des
Mansfelder Bergbaus und Hüttenwesens: die
Kornflaschen. Sie befinden sich direkt links
neben der Ortseingangsstraße aus Richtung
Gerbstedt. Die Kornflaschen sind große, aus
Schlackesteinen (“Wickelschlacken”) gemauerte
Behälter, in denen man bis zur Einstellung
der dortigen Kupferhütte 1870 das Deputatgetreide
für die Arbeiter aufbewahrte. In folge
der Missernte 1847 und der daraus resultierenden
Hungersnot ließ die Gewerkschaft
Kupferkammerhütte, die der Friedeburgerhütte
angegliedert war, diese Magazine herstellen. Die Kornflaschen
waren jeweils 9,5 m hoch, hatten eine lichte Weite von
4,5 m und waren unterirdisch im Lößlehm angelegt. Da die oben
befindliche Öffnung der Flaschen etwa einen Meter unter der
Erdoberfläche lag und mittels einer Steinplatte verschlossen
wurde, blieb die Temperatur im Inneren relativ konstant. Das
verfugte Schlackenmauerwerk ließ keine Feuchtigkeit eindringen
und gewährleistete dadurch eine lange Haltbarkeit sowie Schutz
vor Ungeziefer und anderen Räubern.
Von ehemals 11 bis 13 dieser Kornflaschen sind noch drei
erhalten, ihre Sicherung erfolgte im Jahr 1995. Die imposante
Anlage kann jederzeit besichtigt werden.
Burgruine Arnstein ( 10 )
Die Burgruine Arnstein steht auf einem nach
drei Seiten steil abfallenden Bergsporn über
dem romantischen Einetal am Ortsrand von
Harkerode. Das Einetal inspirierte FRIEDRICH
BARON DE LA MOTTE-FOUQUÉ (1777–1843) zu seinem
Kunstmärchen „Undine“, welches ALBERT
LORTZING (1801-1851) als Vorlage für seine
gleichnamige Oper nutzte. Wir erreichen
Harkerode, wenn wir in Quenstedt von der
B 180 zwischen Aschersleben und Hettstedt in
Richtung Sylda abbiegen.
Die Burgruine Arnstein ist eine der größten
mittelalterlichen Burganlagen im Harz. WALTER VON ARNSTEIN
begann mit dem Bau der Burg im Jahr 1130. Zur Freiherrschaft
Arnstein gehörte auch der Ort Hettstedt, der sich ab etwa 1200
zu einem bedeutenden Bergbauzentrum entwickelte. Nach dem
Aussterben der Arnsteiner Ende des 13. Jh. wechselten die
Besitzer häufig. Von 1812 bis 1945 befand sich die Burg im
Besitz der Familie VON KNIGGE. Seitdem ist die Gemeinde
Harkerode Besitzer der Ruine.
Die Reste der Anlagen können wir besichtigen. Das Hauptgebäude ist teilweise saniert. Vom Parkplatz an der Straße zwischen
Sylda und Harkerode gehen wir auf einem Fußweg zur
Burgruine. Ein fantastischer Blick bietet sich uns auf das Umland.
Unter der Burg befindet sich ein über den Brunnen erreichbarer
Gang, der als Fluchtweg gedient haben könnte. Später sollen die
Eigentümer den Gang als Bierlager genutzt haben.
Wippraer Zone Klippmühle bei Vatterode ( 11 )
Vom Haltepunkt Klippmühle der
Bahnlinie der Wipperliese gehen wir
in Richtung Biesenrode. Nach einigen
Metern erreichen wir einen sehr schönen
Aufschluss. Hier stehen metamorphe Gesteine ordovizischen
Alters an (470 Mio. Jahre). Ehemalige
Sedimente (Tone, Schluffe und Sande)
wurden durch hohen Druck und
Temperatur bei der Gebirgsbildung
in bunte phyllitische Tonschiefer und
dünnplattige, fein klastische Quarzite
umgewandelt. Dieser Vorgang wird
Metamorphose genannt. Im Zuge der
Gebirgsbildung wurden die Schichten
intensiv gefaltet und steilgestellt.
Die Quarzite sind hier typisch ausgeprägt und in der gesamten
geologischen Einheit der Wippraer Zone wieder zu erkennen.
Ein Ort, nach welchem ein Gestein für eine größere Region
benannt ist, wird „locus typicus“ genannt und hat deshalb für
die geologischen Wissenschaften eine überregionale Bedeutung.
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen
Georoute rund um das Schloss Mansfeld. Auch sachkundige
Führungen können vermittelt werden.
Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung
und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier
vorgestellten Teil des Geoparks Harz!Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Ausgewählte Informationsstellen, Einkehr und
Übernachtungsmöglichkeiten
Übernachtungsmöglichkeiten
Christliche Jugendbildungs- undBegegnungsstätte Schloss Mansfeld
Tel.: (034782) 20201
www.schloss-mansfeld.de
Reit- und Sporthotel NordmannStangerode
Tel.: (034742) 9530
www.nordmannharz.de
Heimvolkshochschule AlterodeBildungshaus am Harz
Alterode
www.heimvolkshochschule-alterode.de
Tel.: (034742) 95030
Der Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen wurde 2002
gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der
Regionalverband Harz e. V. übernommen. Träger im nördlich
angrenzenden Gebiet ist der Verein FEMO mit Sitz in Königslutter.
Der Übersichtskarte können Sie die Lage aller Land marken
entnehmen. Wie dieses Faltblatt werden Ihnen auch die Faltblätter
für die anderen Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im
Natur- und Geopark zu planen.
Herausgeber: Regionalverband Harz e. V., Hohe Straße 6, 06484 Quedlinburg
Telefon: 0 39 46 - 9 64 10, Fax: 0 39 46 - 96 41 42
3. Auflage. © Regionalverband Harz e. V.
Alle Rechte vorbehalten. Quedlinburg 2009
Internet: www.harzregion.de
Autoren: Christiane Linke, Dr. Matthias Thomae, Monika Wetzel
Fotos: George, Kreisverwaltung Mansfelder Land, LAGB, Linke
Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation, Wernigerode
Druck: Koch-Druck, Halberstadt
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Autoren: Christiane Linke, Dr. Matthias Thomae, Monika Wetzel
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Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
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Druck: Koch-Druck, Halberstadt