Landmarke 17
Schloss Mansfeld
Geologie des Gebietes
Im Nordwesten der Landmarke „Schloss Mansfeld“ erhebt sich die Wippraer Zone des Harzgebirges mit mehr als 400 Mio. Jahre alten Tonschiefern und Quarziten. Sie gehört zum altpaläozoischen Grundgebirge (Ordovizium – Silur). Im Osten wird das Grundgebirge von oberkarbonen Sedimenten bedeckt, die bei der Abtragung des variszischen Gebirges entstanden. Es sind überwiegend rote Sandsteine, Konglomerate und Schiefertone („Mansfeld-Schichten“). Etwas jünger sind die Sandsteine der „Hornburg-Schichten“ und die sogenannten „Melaphyre“, als Zeugen des Vulkanismus aus dem Unterperm (Rotliegend, ca. 300 Mio. Jahre alt). Die jüngsten Sedimente des Rotliegend bestehen aus Konglomeraten der Eisleben- Formation. Zwischen dieser und den „Mansfeld-Schichten“ besteht eine zeitliche Lücke aus der keine Ablagerungen überliefert sind. Sie wird Saale-Diskordanz genannt. Im Zechstein vor ca. 250 bis 257 Mio. Jahren überflutete das stark salzhaltige Zechsteinmeer den Harz und sein Umland. An der Basis der salinaren Zechsteinsedimente liegt das nur wenige Dezimeter mächtige dunkle Kupferschieferflöz, welches über 800 Jahre Gegenstand des Bergbaus war.
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Schloss Mansfeld ( 1 )
Motiv Auf den bergigen Ausläufern des Ostharzes erhebt sich am Rand einer steil zum Tal abfallenden Hochfläche die gewaltige Anlage von Schloss und Festung Mansfeld. Im Jahr 1060 wurde zum ersten Mal ein Graf von Mansfeld urkundlich erwähnt. Aufzeichnungen über eine Burg datieren auf das Jahr 1229. Ein großer Brand vernichtete 1509 die mittelalterliche Burganlage. Anfang des 16. Jh. ließen dort die Grafen drei Renaissance- Schlösser (Vorderort, Mittelort und Hinterort) errichten. Gemeinsame Befestigungsanlagen entstanden von 1517 bis 1549. In diese Zeit fällt auch der Erwerb bzw. Bau der Stadtsitze der drei Linien der Mansfelder Grafen und der St. Annenkirche. Wegen großer Verschuldung gerieten die Grafen ab 1570 in Zwangsverwaltung. Seither verfielen die Schlösser Mittelort und Hinterort. Dennoch präsentiert sich das Schloss heute als eine der imposantesten Bauten des Harzvorlandes. 1780 fiel das Schloss an den preußischen Staat. Im 19. Jh. wurde Schloss Vorderort neu gestaltet, nachdem es von 1794 - 1810 im Besitz des Oberbergrats CARL FRIEDRICH BÜCKLING, des Erbauers der ersten deutschen Dampfmaschine nach Wattschem Prinzip, war. Schloss Mansfeld wurde 1947 zur Nutzung an die Evangelische Kirche übergeben und ist seit 1999 Eigentum des Fördervereins Schloss Mansfeld. In den vergangenen Jahren erfuhr es umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und wird gegenwärtig als christliche Jugendbildungs- und Begegnungsstätte genutzt. Im Bereich des äußeren Schlossgrabens finden wir einen sehenswerten geologischen Aufschluss der Sandsteine der Rotliegendformation, über den eine Infotafel Auskunft gibt. Am Schloss beginnt ein Natur- und Geopfad, der zu weiteren beschilderten Aufschlüssen führt.
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Kupferschiefer Mansfeld Museum und Hettstedt ( 2 )
Motiv Um das Jahr 1200 begann der Bergbau auf dem Hettstedter Kupferberg. Der Sage nach waren es zwei zugewanderte Bergleute, NAPPIAN und NEUKE, die dort das erste Kupfererz entdeckten. Das Bergbaudenkmal auf dem Hettstedter Markt erinnert da ran. Die über 800-jährige Tradition des Kupferschieferbergbaus, des Hüttenbetriebes und der Halbzeugherstellung im Mansfelder Revier ist im Mansfeld Museum Hettstedt dokumentiert. Dieses ist in einem barocken Schlösschen untergebracht, in dem WILHELM VON HUMBOLDT (1767-1835) und seine Frau CAROLINE, geborene VON DACHERÖDEN (1766-1829) für einige Jahre wohnten. Im Museum sind außerdem Mineralien und Fossilien des Kupferschiefers, z. B. der Kupferschieferhering Palaeoniscum freieslebeni, ausgestellt. Vielfältige Sachzeugen und Dokumente sowie technische Modelle geben einen Einblick in das Bergwesen der Vergangenheit. Im Freigelände können Maschinen und Geräte sowie eine nachgestellte Bergbausituation besichtigt werden, ebenso die Übertageanlage des Wetterschachts Lichtloch 24 des Schlüsselstollens. Hauptattraktion des Museums ist der originalgetreue Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher Bauart. Die Maschine wurde von dem Bergassessor CARL FRIEDRICH BÜCKLING (1750-1812) gebaut und 1785 erstmals in Gang gebracht. Ihren Einsatz hatte sie im König-Friedrich-Schacht nahe Hettstedt, um das Grubenwasser abzupumpen. Da ein Kauf der Maschine bei der Firma Boulton & Watt in Birmingham zu kostenintensiv und außerdem mit einem 14-jährigen Liefermonopol verbunden gewesen wäre, wurden BÜCKLING und der Oberbergrat WAIZ FREIHERR VON ESCHEN auf eine Studienreise geschickt. Auf Befehl der preußischen Regierung sollten sie die neuen Maschinen so eingehend erkunden, dass ein Nachbau in Deutschland möglich würde, was mittels der Industriespionage auch gelang. Bereits 1794 musste die Dampfmaschine durch eine stärkere Maschine abgelöst werden. Die alte Maschine wurde nach Löbejün in eine Steinkohlegrube umgesetzt, wo sie noch ca. 50 Jahre arbeitete. Der im Jahr 1985 entstandene Nachbau wird zu Veranstaltungen auch in Betrieb gesetzt. Ebenso wird die einzige noch betriebsfähige Kesseldampfmaschine Sachsen-Anhalts regelmäßig unter Dampf genommen. Auf dem Kupferberg in Hettstedt steht mit der St. Gangolf Kirche die älteste Kirche Hettstedts. Deren Vorgängerbau, eine Kapelle für den ehemaligen kleinen Bergbauort, errichteten die FREIHERREN VON ARNSTEIN. Sie bauten außerdem ein Hospital für alte und kranke Bergleute, welches aber nur ca. 30 Jahre bestand. Seit einigen Jahren kümmert sich ein Verein um das nicht mehr kirchlich genutzte Gebäude und organisiert hier beispielsweise Konzerte oder Ausstellungen. Vom Kupferberg aus haben wir einen guten Blick auf Hettstedt mit seinen Türmen und Resten der Stadtmauer. Besonders fallen der Saigerturm und der Zuckerhutturm auf. „Saiger“ ist hier nicht im geologischen oder bergbaulichen Sinne zu verstehen, sondern ein Ausdruck für „Uhr“. Der Zuckerhutturm dagegen erhielt seinen Namen auf Grund seiner pyramidenförmigen aufgemauerten Spitze.

Öffnungszeiten: Mi. – So. 10.00 – 16.00 Uhr

Auf dem Kupferberg in Hettstedt steht die älteste Kirche Hettstedts, die St. Gangolf Kirche, deren Vorgängerbau, eine Kapelle für den kleinen Bergbauort, von den FREIHERREN VON ARNSTEIN, errichtet wurde. Sie bauten außerdem ein Hospital für alte und kranke Bergleute, welches aber nur ca. 30 Jahre bestand. Seit einigen Jahren kümmert sich ein Verein um das nicht mehr kirchlich genutzte Gebäude und organisiert hier beispielsweise Konzerte oder Ausstellungen. Vom Kupferberg aus haben wir einen guten Blick auf Hettstedt mit seinen Türmen und Resten der Stadtmauer. Besonders fallen der Saigerturm und der Zuckerhutturm auf. „Saiger“ ist hier nicht im geologischen oder bergbaulichen Sinne zu verstehen, sondern ein Ausdruck für „Uhr“. Der Zuckerhutturm dagegen erhielt seinen Namen auf Grund seiner pyramidenförmigen aufgemauerten Spitze.
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Maschinendenkmal ( 3 )
Motiv Am Ortseingang von Hettstedt, aus Siersleben kommend, folgen wir der Ausschilderung zum Maschinendenkmal. Nach einem kurzen Fußweg erreichen wir das 1890 errichtete Denkmal. Der Verein Deutscher Ingenieure, ge gründet 1856 in Alexisbad (Landmarke 15), stiftete es in Würdigung des Baus der ersten Dampfmaschine nach Wattschem Prinzip. Das Denkmal besteht aus einem Granitblock mit zwei Bronzetafeln sowie einem Fundament aus Buntsandstein und Granitplatten.
Bergbauwanderpfad Mansfelder Land ( 4 )
Motiv Vom Maschinendenkmal aus führt ein Bergbauwanderpfad bis nach Friedeburg in der Landmarke 19. Zunächst geht es durch die unter Denkmalschutz stehende Haldenlandschaft des Burgörner- und Welfesholzer Reviers nach Welfesholz (Landmarke 19, 4 ) bevor wir über Gerbstedt, Zabenstedt und Friedeburgerhütte nach Friedeburg kommen.
Tal der heiligen Reiser ( 5 )
Motiv An der Ortsausfahrtstraße von Hettstedt in Richtung Oberwiederstedt liegt rechter Hand das Freibad. Von hier aus führt uns ein Fußweg in Richtung Osten. Wir überqueren die Wipper, wenden uns nach rechts und gehen bis zur Kreuzung. Hier biegen wir nach links in die Talstraße ein. Nachdem wir die Bahndammunterführung passiert haben, halten wir uns links und nehmen an der Weggabelung - der Beschilderung folgend - den schmalen Pfad. Noch einige Meter und wir erreichen einen imposanten Aufschluss, den „Grand Canyon“ von Hettstedt. Hier im Tal der Heiligen Reiser ist eine schwache Verstellung (Winkeldiskordanz) zwischen ober karbonen Schiefertonen und Glimmersandsteinen zu den darüber befindlichen oberrotliegenden Porphyrkonglomeraten der Eisleben-Schichten zu beobachten. Es handelt sich um eine beträchtliche Zeitlücke, denn die Hornburg-Schichten fehlen vollständig. Die Saale- Diskordanz ist eine bedeutende Zeitmarke der variszischen Gebirgsbildung. Etwa auf Höhe der Wipperbrücke beginnt ein Wanderweg (Wegmarkierung: Jakobspilgerweg), der bis nach Oberwiederstedt führt. Im dortigen Renaissanceschlösschen wurde GEORG PHILIPP FRIEDRICH VON HARDENBERG (1772- 1801), genannt NOVALIS, geboren. NOVALIS war Bergbaufachmann sowie Jurist und ging vor allem als Dichter der Frühromantik in die Geschichte ein. Das Schloss ist heute Forschungsstätte für Frühromantik und Sitz der Internationalen Novalisgesellschaft.
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Geologischer Aufschluss Walbeck ( 6 )
Motiv Auf dem Weg zum Tierpark Walbeck, der sich in einem Teil der alten Schlossparkanlage befindet, kommen wir an einem sehr schönen Aufschluss vorbei. Hier stehen kohlige, pflanzenführende Tonschiefer aus dem Unterkarbon der geologischen Einheit „Wippraer Zone“ an. Im Tierpark können wir vorzugsweise einheimische Tierarten, wie Hirsche, Wildschweine, Kolkraben u. a. bestaunen. Vom Tierpark aus führt ein Naturlehrpfad, mit Informationen zu verschiedenen Lebensräumen der heimischen Flora und Fauna, weiter durch die ehemalige Schlossparkanlage. Am Wege steht die mächtige Adelheideiche. Gegenüber finden wir die in Sandstein eingefasste Adelheidquelle. An einem Teich vorbei gelangen wir bis zum Planteurhaus. Das klassizistische Haus wurde 1802 vom damaligen Schlossbesitzer BARTELS für den Planteur gebaut. Der Planteur war verantwortlich für die Bäume der ausgedehnten Parkanlagen. Als 1817 der Besitzer starb, sollen hier ca. 20.000 Obstbäume gestanden haben. Das Planteurhaus mit seiner Ausflugsgaststätte befindet sich heute in Privatbesitz. KAISER OTTO I. (912 - 973) schenkte seiner zweiten Frau ADELHEID (931 - 999) im Jahre 951 eine Pfalzanlage in Walbeck. Ihre gemeinsame Tochter MATHILDE (955 - 999), die die erste Äbtissin in Quedlinburg war, gründete hier 992 ein Benediktinerinnenkloster. Nach der Säkularisierung im 16. Jh. wechselte die Anlage mehrmals die Besitzer und gelangte im 18. Jh. an die Familie VON DEM BUSSCHE, die sie in eine spätbarocke Dreiflügelanlage umbauen ließ. Nach weiteren Eigentümer wechseln und der Enteignung 1945, wurde die Anlage weitestgehend landwirtschaftlich genutzt. Die Schlossanlage kann nur von außen besichtigt werden. Der Ort Walbeck wurde erst mals 950 urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist von dem Bach Walbke oder auch Walbach abgeleitet. Da Walbeck verkehrsgünstig zwischen den Pfalzen des Ostharzes lag, kam ihm eine große Bedeutung als Reichshof zu.

Öffnungszeiten des Tierparks Walbeck:
April – Oktober tgl. 9.00 bis 19.00 Uhr
November – März tgl. 9.00 bis 15.30 Uhr
Tel.: (03476) 55 93 67

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Neckendorfer Sandstein„Eine Kanzel für den Teufel...“ ( 7 )
Motiv Westlich der Ortschaft Neckendorf erstreckt sich entlang des Neckendorfer Grundes ein landschaftlich sehr reizvolles bewaldetes Gebiet. Es genießt in seinem Westteil als Naturschutzgebiet sogar einen besonderen Schutz (NSG Eislebener Stiftsholz). An mehreren Stellen ist hier früher Sandstein gebrochen worden. Als Neckendorfer Sandstein fand er in vielen Bauwerken der Region Verwendung. Von Neckendorf aus erreichen wir entlang des Grundes nach ca.1km im bewaldeten Nordhang die Halden und Steinbrüche des letzten erst in den 1930iger Jahren stillgelegten ehemaligen Steinbruchbetriebs Held. Kurz dahinter schwenken wir in den Teufelsgrund ein, wo der Volksmund aus Felsklippen des Teufels Kanzel und Küche machte. Weiter westlich gibt es rechts und links des Grundes weitere Klippen und kleine Steinbrüche, der westlichste ist der ehemalige Steinbruch Dockhorn am Nordrand des Naturschutzgebietes. An den Steinbruchswänden sind auch heute noch die charakteristisch rotgefärbten Sedimentgesteine des Oberrotliegenden gut aufgeschlossen. Sie gehören zur Oberen Hornburg-Formation, die nach neuesten Untersuchungen ca. 265 Mill. Jahre alt ist (Äquivalent der Mirow-Formation). In den Steinbrüchen überwiegen zumeist massige, grobkörnige und wenig geschichtete Konglomerate und konglomeratische Sandsteine mit ihren bis kindskopfgroßen Quarzitgeröllen (Oberes Quarzitkonglomerat). Auch die markante Klippe der Teufelskanzel besteht aus diesem Quarzitkonglomerat. Darüber folgen deutlich geschichtete Fein- und Mittelsandsteine (Rundkörniger Sandstein), die nach oben in fein geschichtete Schluff- und Tonsteine, sogenannte Blättertone übergehen. Die Blättertone sind jedoch nur selten in den Steinbrüchen aufgeschlossen, da als Werksteine vor allem die massigeren Sandsteine genutzt wurden. Die Gesteine entstanden unter ariden Klimabedingungen durch Schutt- und Schlammströme. Diese wurden durch Starkregenereignisse ausgelöst. Die Wassermassen transportierten Sedimente aus höheren Lagen über Taleinschnitte und verzweigte Flusssysteme ins Vorland und führten hier zur zeitweiligen Überflutung und Ablagerung flacher Schwemmfächer, sogenannter alluviale Fächer. Auch bildeten sich kurzlebige Seen, die heute als Blätterton überliefert sind. Im Blätterton haben sich sogar Insektenspuren und Fährten größerer Tiere erhalten. Die Wirkung der Flüsse ist u. a. durch Schrägschichtung und die Bildung von Rinnen (Bruch Dockhorn) im Gestein dokumentiert.
Lapidarium Helbra ( 8 )
Rabenklippe Das Lapidarium - eine Gesteinssammlung - wurde im Garten des Bürgerhauses der Gemeinde Helbra angelegt. Hier können wir Gesteine aus der Mansfelder Mulde und aus dem Unterharz besichtigen. Die Fundorte der Gesteine reichen von Tilkerode (Landmarke ) und den Pferdeköpfen bei Wippra über Biesenrode, Siebigerode, Bösenburg und Wettin bis zum Braunkohlentagebau in Amsdorf. Der Besucher erfährt Wissenswertes über Entstehung, Vorkommen und Verwendung der Gesteine.


Besichtigung nach Vereinbarung unter: Tel.: 034772/28583.

Vor dem Gemeindehaus informiert eine Tafel über Bergbau- Wanderwege um Helbra.
Mansfelder Bergwerksbahn
Motiv Am 15. November 1880 wurde für den Transport des Kupferschiefers von den Glückhilfschächten bei Welfesholz zur Kupferkammerhütte Hettstedt eine zu nächst 5 km lange Schmalspurbahn (750 mm) in Betrieb genommen. In den folgenden Jahren wurde das Streckennetz auf alle Förderschächte und Hüttenwerke zwischen Eisleben und Hettstedt ausgedehnt. Mit der Auserzung der Mansfelder Mulde – bis 1969 wurden alle Schächte geschlossen – drohte das Aus für die Bahn. Bis 1990 diente die auf ca. 20 km geschrumpfte Strecke nur noch dem Transport von Zwischenprodukten in und zwischen den Hütten in Helbra und Hettstedt. Der Verein Mansfelder Bergwerksbahn e. V. unterhält auf dem verbliebenen Streckenabschnitt Klostermansfeld – Hettstedt einen Museumsbahnbetrieb.

www.bergwerksbahn.de
Siebigeröder SandsteinEhemaliger Steinbruch ( 9 )
Motiv Aus Mansfeld kommend fahren wir nach rechts in Richtung Blumerode. Nach ca. 500 m befindet sich auf der linken Seite der ehemalige Steinbruch. Die hier aufgeschlossenen feldspatreichen Sandsteine und die darin eingelagerten Konglomerate und Tonsteine sind im höchsten Oberkarbon vor ca. 300 Mio Jahren entstanden. Sie werden zur Siebigerode-Formation zusammengefasst und sind Abtragungsprodukte des variszischen Gebirges, die im Vorland durch Flüsse zusammengeschwemmt worden sind. Bemerkenswert ist das Auftreten von verkieselten Hölzern. Die Stammreste zeigen z. T. noch gut erkennbare Zellstrukturen. Einige dieser Stämme sind in den Grünanlagen von Siebigerode ausgestellt. Der feste massige Sandstein fand als Werkstein u. a. für Kirchenbauten in Siebigerode, in Kreisfeld (St. Wigberti) und Eisleben (St. Andreas, St. Pancratius), aber auch für Grabsteine, Taufbecken und Futtertröge Verwendung. Hauptsächlich wurde er jedoch zur Herstellung von Mühlsteinen genutzt. Im 18. Jh. wurden in privaten und staatlich betriebenen Steinbrüchen jährlich bis zu 1000 Mühlsteine hergestellt. Zeugnisse des bedeutsamen Sandsteinabbaus von Siebigerode sind weitere nordwestlich der B86 gelegene Steinbrüche, von denen einige als Geotope ausgewiesen sind.
Burgruine Arnstein ( 10 )
Motiv Die Burgruine Arnstein steht auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Bergsporn über dem romantischen Einetal am Ortsrand von Harkerode. Das Einetal inspirierte FRIEDRICH BARON DE LA MOTTE-FOUQUÉ (1777–1843) zu seinem Kunstmärchen „Undine“, welches ALBERT LORTZING (1801-1851) als Vorlage für seine gleichnamige Oper nutzte. Wir erreichen Harkerode, wenn wir in Quenstedt von der B 180 zwischen Aschersleben und Hettstedt in Richtung Sylda abbiegen. Die Burgruine Arnstein ist eine der größten mittelalterlichen Burganlagen der Harzregion. WALTER VON ARNSTEIN begann mit dem Bau der Burg im Jahr 1130. Zur Freiherrschaft Arnstein gehörte auch der Ort Hettstedt, der sich ab etwa 1200 zu einem bedeutenden Bergbauzentrum entwickelte. Nach dem Aussterben der Arnsteiner Ende des 13. Jh. wechselten die Besitzer häufig. Von 1812 bis 1945 befand sich die Burg im Besitz der Familie VON KNIGGE. Seitdem ist die Gemeinde Harkerode Besitzer der Ruine. Die Reste der Anlagen können wir besichtigen. Das Hauptgebäude ist teilweise saniert. Vom Parkplatz an der Straße zwischen Sylda und Harkerode gehen wir auf einem Fußweg zur Burgruine. Ein fantastischer Blick bietet sich uns auf das Umland. Unter der Burg befindet sich ein über den Brunnen erreichbarer Gang, der als Fluchtweg gedient haben könnte. Später sollen die Eigentümer den Gang als Bierlager genutzt haben.
Wippraer Zone Klippmühle bei Vatterode ( 11 )
Motiv Vom Haltepunkt Klippmühle der Bahnlinie der Wipperliese gehen wir in Richtung Biesenrode. Nach einigen Metern erreichen wir einen sehr schönen Aufschluss. Hier stehen metamorphe Gesteine ordovizischen Alters an (470 Mio. Jahre). Ehemalige Sedimente (Tone, Schluffe und Sande) wurden durch hohen Druck und Temperatur bei der Gebirgsbildung in bunte phyllitische Tonschiefer und dünnplattige, feinklastische Quarzite umgewandelt. Dieser Vorgang wird Metamorphose genannt. Im Zuge der Gebirgsbildung wurden die Schichten intensiv gefaltet und steilgestellt. Die Quarzite sind hier typisch ausgeprägt und in der gesamten geologischen Einheit der Wippraer Zone wieder zu erkennen. Ein Ort, nach welchem ein Gestein für eine größere Region benannt ist, wird „locus typicus“ genannt und hat deshalb für die geologischen Wissenschaften eine überregionale Bedeutung.
Ausgewählte Informationsstellen, Einkehr und
Übernachtungsmöglichkeiten
MotivChristliche Jugendbildungs- und
Begegnungsstätte Schloss Mansfeld
Tel.: (034782) 20201
www.schloss-mansfeld.de
MotivReit- und Sporthotel Nordmann
Stangerode
Tel.: (034742) 9530
www.nordmannharz.de
MotivHeimvolkshochschule Alterode
Bildungshaus am Harz
Alterode
www.heimvolkshochschule-alterode.de
Tel.: (034742) 95030
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Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute rund um das Schloss Mansfeld. Auch sachkundige Führungen können vermittelt werden. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Geoparks Harz!

Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Autoren: Dr. Carl-Heinz Friedel, Christiane Linke, Dr. Matthias Thomae, Monika Wetzel
Fotos: George, Kreisverwaltung Mansfelder Land, LAGB, Linke, Reuter