Landmarke 16
Sachsenstein
Kleine geologische Einführung Am Rande der Eichsfeldschwelle
Am Südharz zwischen Barbis und Nüxei liegt eine kleine Paßanhöhe (Standort der markanten Branntweinseiche). Die mit 333 m über NHN höchste Erhebung an der B 243 ist Teil eines unscheinbaren Höhenzuges, der westlich von Steina vom Harz nach Südwesten schwenkt und in das thüringische Eichsfeld abtaucht. Geologisch wird dieser Höhenzug „Eichsfeldschwelle“ genannt. Diese Anhöhe, die den Bereich der Landmarke „Sachsenstein“ im Westen begrenzt, ist Wasserscheide zwischen Elbe und Weser. Die westlichen Südharzflüsse gelangen über Rhume, Leine, Aller und Weser in die Nordsee. Hart östlich fließt bereits die Steina im großen Bogen ostwärts um den Harz über Ichte, Helme, Unstrut, Saale und Elbe in die Nordsee. Das Gebiet ist geologisch geprägt vom Übergang der Eichsfeldschwelle in das südöstlich angrenzende Südharzbecken mit den mächtigen Gipsablagerungen und – überwiegend in den Tieflagen – Ablagerungen von Flußschottern aus den Eiszeiten. Geobotanisch trennt die Eichsfeldschwelle die Pflanzengesellschaften des atlantisch getönten gemäßigt feuchten Klimas Westeuropas vom zunehmend kontinentaleren mitteldeutschen Raum. Geologen können zeigen, dass der Südharz seit über 250 Mio. Jahren durch diesen bis 20 km breiten Höhenrücken, der das umgebende Terrain um mehrere hundert Meter überragte, geprägt wird. Als ein Meer vor 260 Mio. Jahren am Beginn der Zechsteinzeit das Harzgebiet und weite Teile Mitteleuropas überflutete, bildete diese Schwelle eine langgestreckte Untiefenzone mit zahlreichen Inseln. In den westlich und östlich angrenzenden Meeresbecken lagerten sich u.a. der Kupferschiefer, später dann die mächtigen Gipse – wie hier etwa die des Sachsensteines – ab. Die Abbildung zeigt einen entlang des Südharzes gezeichneten Querschnitt dieser Meeresablagerungen. Recht schnell jedoch zunächst nur flach wurde die Schwelle überflutet. Es entstanden Inseln und Flachwasser zonen: Bedingungen, die das Wachstum von Riffen ermöglichten (siehe Römerstein ). Damals lag der Südharz in 30o N, dort, wo geographisch heute etwa Kairo liegt. Es herrschten klimatische Bedingungen wie heute im Roten Meer. Das trockene Klima, flaches durchlichtetes Wasser und hohe Gehalte an gelösten Stoffen förderten das Wachstum von Riffen. Diese wurden aus organischem Kalk gebildet und ragten bis zur Wasseroberfläche. Als die Riffe abstarben, wurden sie von den in ihrer Umgegend vorherrschenden Ablagerungen – meist geschichtetem Dolomit oder Gips – überdeckt. Noch zuvor, im Zeitabschnitt des unteren Perm, bildeten sich am Südharz Vulkane: Ravensberg und Stauffenbüttel sind beredte Zeugnisse des schon lange erloschenen Vulkanismus.

Legende zum Geologischen Querprofil über die Eichsfeldschwelle entlang des Südharzes von Förste bis Ilfeld

Schwarz: Zechstein-Riffe - Rot: Vulkanische Bildungen - Grün: Werraanhydrit - Gelb: Werra-Steinsalz - Orange: Rotliegendes - Mittelblau: Staßfurtdolomit/Stinkschiefer - Punktiert: Flachwasserablagerungen -Dunkelblau: Zechsteinkalk · Nach J. PAUL, Göttingen
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Andhyrit Sachsenstein zwischen Bad Sachsa und Walkenried ( 1 )
Motiv Der Sachsenstein zwischen Bad Sachsa und Walk en ried stellt einen markanten Bergsporn des Werraanhydrits dar und gehört mit einem Alter von ca. 260 Mio. Jahren zur ältesten Serie des Zechsteins. Zechstein und Rotliegendes bilden zusammen das Erdzeitalter des Perm. Das Sachsenstein-Massiv fällt unter Ausprägung von Klippen nach Norden, Westen und Südwesten zum Uffetal steil ab. Die Uffe kommt hier ständig mit dem relativ leicht löslichen Werraanhydrit in Berührung. Der aus der Wand fallende Gipsblockschutt wird sehr rasch aufgelöst und so wird die Wand stets steil gehalten. Ebenso tragen Karstgerinne, deren Wässer von der Uffe unter den Sachsenstein ziehen, zur Lösungsunterschneidung der Steilwand bei. Ausgangspunkt für die Besteigung des Sachsensteins (Stempelstelle 166 der Harzer Wandernadel) ist der Ortseingang Neuhof aus Richtung Bad Sachsa kommend. Dort gibt es auch Informationen über eine Lorenseilbahn, die zwischen 1938 und 1962 den Gipssteinbruch am Kranichstein mit dem Gipswerk Kutzhütte verband. Der Steinbruch ist inzwischen sehr schön renaturiert. Eine Schutzhütte lädt dort zum Verweilen ein. Erreichbar ist der aufgelassene Steinbruch auf dem Karstwanderweg in Richtung Westen. Ein Spaziergang dorthin verspricht allerlei Abwechslung. Schon am Eichholzweg befindet sich ein großer Kinderspielplatz und am Unteren Kranichteich lassen sich verschiedene Wasservogelarten beobachten.
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Dolomit Römerstein bei Steina ( 2 )
Motiv Der Römerstein (N51o34.530’; E010o31.460’) ist am besten vom Parkplatz der Gaststätte „Alter Grenzkrug“ in Nüxei (an der B 243 zwischen Mackenrode und Ostern hagen) zu erreichen. Der hochaufragende Römerstein besteht aus Dolomit. Das Riff dürfte sich auf einem kleinen Rotliegend-Vulkan gebildet haben, als dieser vor ca. 257 Mio. Jahren vom Meer der Zechsteinzeit bedeckt wurde. Im Riff kommen viele Moostierchen, Muscheln und Armfüßer vor. Die ursprüngliche Gesamtmächtigkeit des kegelförmigen Riffes kann 100 Meter betragen haben. Das Gelände südlich des Römersteines weist zahlreiche Belege der Anwesenheit des steinzeitlichen Menschen auf. „Römerstein“ geht wahrscheinlich auf die germanische Sagengestalt „Romar“ zurück.
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Motiv
Motiv Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute rund um den Sachsenstein. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im Natur- und Geopark Harz!

Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www. stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Rhyolith Ravensburg bei Bad Sachsa ( 3 )
Motiv Die Rhyolithe (früher Porphyr oder Felsit porphyr genannt) des Ravensberges, welcher am nordwestlichen Stadt rand von Bad Sachsa mit einer Höhe von 660 m ü. NHN das Skizentrum des Kurortes markiert, stellen ebenso wie die des Stauffenbüttels bei Steina rosafarbene und dichte Vulkanite dar, die relativ arm an Einsprenglingen sind. Chemische und röntgenographische Untersuchungen haben gezeigt, dass beide Vulkanite genauso wie der Ilfelder Rhyolith aus sehr kieselsäurereichen Magmen bestehen, die im Süden in einen Porphyr- Tuff übergehen. Stratigraphisch sind alle drei Vulkanite mit einem Alter zwischen 290 und 298 Mio. Jahren dem Rotliegenden zuzuordnen. Auf dem Weg von Bad Sachsa über die Katzentalstraße zum Ravensberggipfel passieren wir den Abzweig zum Harzfalkenhof. Unweit davon befindet sich der „Märchengrund“, welcher am Fuße des Katzensteins (N51o36.480’; E010o32.013’) einen der ältesten Märchenparks Deutschland beherbergt. Vom Gipfel des Ravensberges haben wir bei klarer Sicht einen sehr schönen Ausblick in das Gebiet der Landmarke 16.
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Grenzen Dreiherrenstein
Motiv Fahren wir auf der Straße zum Gipfel des Ravensbergs weiter, so erreichen wir alsbald einen Punkt (N51o37.350’; E010o31.795’), an welchem einstmals (bis 1866) die Grenzen dreier deutscher Länder aufeinander trafen: Preußen und Hannover - beides bis dahin eigenständige Königreiche - und das Herzogtum Braunschweig. Den Punkt markiert ein besonderer Grenzstein: der Dreiherrenstein. Dessen Inschriften bedeuten auf preußischer Seite „S“ für Sachsa, auf hannoverscher Seite „FG“ für Fürstentum Grubenhagen und „L“ für Lauterberger Forst, auf braunschweiger Seite „W“ für das Stiftsamt Walkenried. Die römischen Ziffern sind der laufenden Nummerierung der Grenzsteine entnommen.
Kupferschiefer Schwiebachtal bei Bad Sachsa ( 4 )
Motiv Am Bahnhof Bad Sachsa zweigt von der Straße ein Weg in das romantische Schwie bachtal ab ( N 5 1 o 3 5 . 0 2 0 ’ ; E010o34.501’). Im Tal steht an mehreren Stellen oberflächennah Kupferschiefer an. An einem Themenpunkt des Naturlehrpfades im Schwiebachtal ist der Horizont des Kupferschiefers freigelegt. Der Kupferschiefer entstand vor 260 Millionen Jahren als Faulschlammablagerung eines tropischen Meeres. Die Ablagerung des ca. 40 cm dicken, schwarzen Horizontes dauerte etwa 50.000 Jahre. Die Besonderheit des Kupferschiefers ist sein Reichtum an Metallerzen und an eingelagerten Fossilien. Es sind vor allem fossile Fische in hoher Artenzahl zu finden; bekannt ist der sogenannte „Mansfelder Hering“ Palaeoniscus freieslebeni. Seine Bedeutung verdankt der Kupferschiefer den Metallen: Er enthält neben bis zu 4 % Kupfer auch Blei, Zink, Silber und weitere Schwermetalle. Ausführlichere Information zur Entstehung, zu den Fossilien des Kupfer schiefers und zur bergbaulichen Nutzung finden Sie auf einer Informationstafel am Aufschluss vor Ort. Am sichersten erreichen Sie den Aufschluss, wenn Sie dem Rundweg des Schwiebachlehrpfades, am Bahnhof Bad Sachsa beginnend, folgen. Direkt am Kurpark in Bad Sachsa befindet sich das Naturzeitmuseum . Mit den hier ausgestellten Fossilien des Kupferschiefers vom Fisch bis zum Saurier bietet das Museum Einblicke in das Leben vor ca. 270 Mio. Jahren. Dargestellt sind auch die geologischen Geschehnisse vom Vulkanismus bis zur Entstehung des Gipses am Südharz.

Weitere Informationen unter: www.naturzeit-museum.de

Kupferschiefer Schwiebachtal bei Bad Sachsa 4
Tel.: (05523)300915
www.badsachsainfo.de
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Waldglas Glasmuseum Steina ( 5 )
Motiv Im Jahr 1991 wurde die ehemalige Glashütte Kronshagen entdeckt. Dies war Auslöser für die Einrichtung eines Glasmuseums in Steina. Weitere in der Folgezeit entdeckte Fundstellen von Glashütten zeigen die Bedeutung der Glasproduktion im 16. und 17. Jh. am südwestlichen Harzrand. Waldglas besteht aus Quarz, Kalk, Pottasche und Metallen. Quarz ist dabei der eigentliche Glasbildner, Kalk gewährleistet die Haltbarkeit des Glases, und Pottasche (Alkalioxyd) wurde als Flussmittel und zum Herabsetzen der Schmelztemperatur für Quarz eingesetzt. Charakteristisch für das Waldglas ist seine grüne Färbung, die durch Eisenverunreinigungen der Rohstoffe verursacht wurde. Diese Grünfärbung entsprach aber durchaus dem Zeitgeschmack. Die Glashütten produzierten vielerlei, von Butzenscheiben über Flaschen und Gläser bis zu Knöpfen. Die Waldglashütten bildeten eine eigene Epoche in der Geschichte des Glases. Die Gläsnermeister kamen aus den Waldglashütten Böhmens, des Bayerischen Waldes und des Spessarts. Sie wohnten im Wald und bildeten eine streng organisierte Zunft. Wichtigste Grundlage für den Glas hüttenbetrieb war ein reicher Holzbestand. Laubholz wurde als Scheiterholz für die Befeuerung der Öfen und zur Gewinnung der Pottasche benötigt. Der jährliche Holzverbrauch einer Glashütte von 2000 bis 3000 Festmeter und die Konkurrenz zum Berg- und Hüttenwesen erschöpften die Vorräte des Waldes schnell. Die letzten Hüttenfeuer erloschen im frühen 18. Jh. Besonders schöne Funde brachten Grabungen zur Wiedaer Weinglashütte. Das Glasmuseum Steina bewahrt in seinen Räumen das Andenken an ein für den Südharz wichtiges altes Handwerk. Es zeigt, was man hier vor über 300 Jahren bereits aus Glas fertigen konnte.

Öffnungszeiten Museum Do. - So. 15.00 – 17.00 Uhr oder nach Absprache
Tel.: (0 55 23) 30 33 62
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Karst Steinaversickerung bei Steina ( 6 )
Motiv Nahe der Steinaer Kirche verschwindet die Steina. Vom Harz kommend erreicht der Bach hier die verkarsteten Zechsteinschichten und versickert bei Niedrigwasser vollständig und gut sichtbar im Untergrund. Das trockene Bachbett ist rund 4 km weiter nach Süden zu verfolgen und mündet südlich Nüxei in die Ichte. Bei Mittelwasser fließt ein Teil des Wassers über die Schwundstelle an der Kirche hinaus, erreicht aber kaum die Bahnlinie. Nur bei Hochwasser gelangt die Steina über Nüxei hinaus nach Süden. Ursprünglich dürfte die Steina im Hochwasserfalle in das weite Nußteichbecken bei Nüxei geströmt und in einer dort vorhandenen Bachschwinde versiegt sein. Schotter der Steina unter dem Nußteich belegen dies. Eine weitere Besonderheit ist die Trogsteinhöhle mit der Fitzmühlenquelle und dem anschließenden, ebenfalls in den Nußteich mündenden Blindtal. Ein Teil des verschwindenden Wassers fließt in den Schottern weiter. Die Wasserspiegel der teilweise noch heute einstürzenden Erdfälle im Unterlauf des trockenen Steinabettes entstammen diesem Grundwasser. Der andere Teil des Wassers fließt durch Klüfte und Spalten im Gips und Dolomit weiter. Dieses Wasser nimmt seinen neunmonatigen unterirdischen Weg in Richtung Salzaspring bei Nordhausen. Wege entlang des Flusses ermöglichen eine karsthydrogeologische Rundwanderung.
Karstwanderweg
Motiv Von Förste im Westen bis Pölsfeld (Landmarke 12) im Osten reihen sich am südlichen Harzrand auf 100 km perlschnurartig Erscheinungen aneinander, die auf die gesteinsauflösende Wirkung des Wassers zurückgehen: Höhlen, Erdfälle und Dolinen, Karstquellen, Bachschwinden und Flußversinkungen, Karstkegel, Schlotten, geologische Orgeln, Felsen und weiße Felswände, gebildet aus dem besonderen Gestein des Südharzes, dem Gips. Der Karstwanderweg erschließt diese einzigartige Gipskarstlandschaft in den Landkreisen Osterode, Nordhausen und Mansfeld-Südharz. Im Kreis Osterode bestehen zwei parallele Karstwanderwege, die sich - wie hier im Raum Bad Sachsa - gut zu Rundwanderungen verbinden lassen. Ausgewählte Wanderempfehlungen enthält der multimediale Führer zum Karstwanderweg, der im Buchhandel oder bei den Tourist-Infos erhältlich ist. Der Förderverein Karstwanderweg Südharz richtet Veranstaltungen aus, insbesondere die geführten Sonntagswanderungen.

www.karstwanderweg.de
Dolomitwerksteine und Mörtel aus Gips Kloster Walkenried ( 7 )
Motiv Von der niederrheinischen Abtei Camp, dem ersten Kloster der Zisterzienser auf deutschem Boden entsandt, kam im Jahre 1129 der erste Konvent nach Walkenried. Dank großzügiger Schenkungen der Klosterstifterin ADELHEID VON WALKEN RIED und u.a. von König LOTHAR III. (778 - 840) wuchs der Reichtum der jungen Abtei. Zum Erfolg trugen die Laienbrüder bei, unter denen sich vorwiegend Handwerker, Landwirte, Hütten leute und vermutlich auch Bergleute befanden. In der Blütezeit waren über 3000 Morgen (1 Morgen entspricht 0,25 ha) Ländereien, zahlreiche Erzgruben, Weinberge sowie Anteile an Salzstöcken in Lüneburg, Handelshöfe in Göttingen, Goslar, Nordhausen Eigentum des Klosters. Durch die Urbarmachung der Goldenen Aue erwarben sich die Mönche bleibende Verdienste. Zu den weiteren Verdiensten gehörten u.a. die Gründung der Klöster Pforta bei Naumburg und Sittichenbach. Im 13. Jh. wurde die romanische Klosteranlage (N51o34.990’; E010o37.123’) durch einen großartigen gotischen Neubau der Klosterkirche und Klausurgebäude ersetzt. Dolomitwerksteine des Zechsteins und Mörtel aus örtlichem Gips bildeten das Baumaterial. Die für das Maßwerk, Kapitelle etc. bildhauerisch besonders fein bearbeiteten Werksteine entstammen den dickbankigen Dolomitvorkommen lagunärer, feingeschichteter Ausbildung an der Wolfskuhle, der historischen Abbaustätte zwischen Nüxei und Osterhagen. Die Ruinen geben einen Eindruck von der achtunggebietenden Größe und Schönheit der ehemaligen Bauwerke. Mit 92 m Länge und fünfschiffigem Chor gehörte diese gotische Klosterkirche zu den größten im niedersächsischen Raum. Der gut erhaltene doppelte Kreuzgang gilt als einer der schönsten im nördlichen Deutschland. Im Bauernkrieg wurde das Kloster 1525 beschädigt. Von 1229 bis 1648 regierten in Walkenried 45 Äbte. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde das Kloster 1648 aufgelöst. Bis auf den als Walkenrieder Gemeindekirche nutzbar gebliebenen Kapitelsaal war das Bauwerk dem Zerfall ausgesetzt. Nach 1972 übernahm der Landkreis Osterode die Trägerschaft für den Klosterbau. Er sicherte das Bauwerk mit großem Aufwand und sorgt für eine angemessene Nutzung. In einem der größten Klostermuseen Europas, dem Zisterzienser-Museum Walkenried, wird in den vollständig erhaltenen Klausurgebäuden aus dem 13. Jh. durch akustische und visuelle Inszenierungen das Mittelalter wieder lebendig.

Öffnungszeiten: Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr und an gesetzlichen Feiertagen; am 24. Dez. geschlossen
Renaturierung Kranichstein bei Neuhof ( 8 )
Motiv Im von der Saint-Gobain Formula GmbH Walkenried betriebenen Steinbruch „Kranichstein“ bei Neuhof wird seit Anfang des 20. Jh. Gipsrohstein gewonnen. Der Gipsstein im Gebiet Bad Sachsa - Walkenried, welcher regional-geologisch zum so genannten Zechstein-Gürtel des Südharzes zählt, ist stratigraphisch dem Werraanhydrit zuzuordnen (siehe auch Sachsen stein ). Der im Steinbruch Kranichstein gewonnene Gipsstein weist im Vergleich zu anderen Rohstoffen einen außergewöhnlichen Reinheits- und Weißgrad auf und ist dem zu folge prädestiniert für die Herstellung von Spezialgipsen (z. B. Formengipse für die Porzellan-, Sanitärkeramik- und Dachziegelindustrie, Dental- und Orthopädiegipse usw.). Im Abbaugebiet Kranichstein hat man sich bei der Wiederherrichtung sowohl nach den Grundsätzen der Rekultivierung gerichtet als auch Maßnahmen der Renaturierung zur Anwendung gebracht. Teilweise wurde sogar im Wege der Sukzession ein Teil der Abbauflächen einer natürlichen Entwicklung überlassen (keine menschliche Einflussnahme nach dem Abbau). Frühe Stadien der Sukzession sind für den Artenreichtum von Pflanzen und Tieren und das Vorkommen besonders seltener konkurrenzschwacher Arten bekannt. Das vornehmliche Ziel der Wiederherrichtung bestand darin, eine der Karstlandschaft angepasste Morphologie zu kreieren. Basierend hierauf wurde eine einem „Erdfall“ nachempfundene tiefgreifende Senke mit entsprechend steilen Wänden gestaltet. Aufgrund der Tatsache, dass der gesamte „Erdfall“ in seinen Randbereichen großräumig von einer Bepflanzung ausgenommen worden ist, wird nun mit Spannung erwartet, welche floristischen aber auch faunistischen Lebensgemeinschaften – die insbesondere in Verbindung mit den sich im Westen anschließenden Steilwänden von großem Interesse sind – sich im Laufe der Zeit einstellen werden. In unmittelbarer Nähe des Steinbruchs ist als Bestandteil des neu eingerichteten Naturlehrpfades Kranichteiche der Nachbau eines historischen Gipsbrennofens zu besichtigen. In diesem Schachtofen wurde am 21.10.2006 ein erster Versuchsbrand in einem Temperaturbereich von ca. 800° C durchgeführt. Hierbei wurde ein qualitativ hochwertiges Hochbrand-Produkt gewonnen, welches als Estrichmörtel speziell für Restaurationszwecke eingesetzt werden soll. Erste Verwendungs möglichkeiten werden seit Januar 2008 an der Kloster mauer Walkenried getestet. Es ist geplant, regelmäßig ein bis zwei Brände pro Jahr folgen zu lassen.

Führungen auf Anfrage (05523) 3482
www.geotekt.de
Führungen auf Anfrage
Tel.: (05525) 20326 oder 20327
www.bpbformula.com oder www.geotekt-dehne.de
Roteisenstein Hüttenmuseum Wieda ( 9 )
Motiv Die Roteisensteinvorkommen des Kastentaler Reviers zwischen Wieda und Zorge sowie der Holz- und Wasserreichtum des Harzes als natürliche Voraussetzungen ließen den Hütten ort Wieda seit der 2. Hälfte des 16. Jh. aufblühen. Im langen Wiedatal reihten sich eisenverarbeitende Betriebe aneinander. In Gräben herangeführt, beaufschlagte das Wiedawasser die Wasserräder der Pochwerke, Hochöfengebläse, Blasebälge und Hämmer der Hammerhütten sowie der Mühlen. Überregional sorgte das Zinnobervorkommen im Silberbachtal für Aufsehen. Das Quecksilbermineral diente der Gewinnung roter Farbpigmente. Der Wirtschaftsverbund um die Eisenhütte im Mittelpunkt gewährleistete Arbeit und Brot für Bergleute, Köhler, Hochöfner, Former, Pochjungen, Arbeiter der verschiedenen Schmieden, Fuhrleute und Eseltreiber und all deren Familien. Bis in die 1970er Jahre produzierte die Wiedaer Hütte ihre berühmten Öfen, an denen man sich noch heute im Winter in manchen Haushalten wärmt. Westlich und nördlich von Wieda siedelten um 1600 für mehr als 100 Jahre Glashütten mit über zehn Hüttenstellen. Glasmacher zogen nach Wieda, die Bevölkerung wuchs und so kam es zum ersten Kirchenbau. Westerwieda entstand als eigene Glasmachersiedlung. Im ehemaligen Wiedaer Rathaus befindet sich das Glasund Hüttenmuseum. Es zeigt den Berg bau, die Eisen verarbeitung und die Glas macherkunst. Wunderschöne Fundstücke stammen aus den Ausgra bungs plätzen, vor allem der Weinglashütte. Das Museum ist auch Ausgangspunkt für Exkursionen ins Bergbaurevier bis nach Zorge und zu den Glas- und Eisenhüttenplätzen. Kunstguss Wiedaer Hütte um 1900

Öffnungszeiten: April – Oktober Mi. und Fr. 13.30 – 15.00 Uhr So. 15.00 – 17.00 Uhr
Tel.: (05586) 1248
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Ausgewählte Hotels
Motiv1.) Hotel garni "Sonnehof" Bad Sachsa
www.sonnenhof-bad-sachsa.de
Tel.: (05523) 9437-0
Motiv2.) Hotel und Restaurant "Lindenhof" Bad Sachsa
www.lindenhof-badsachsa.de
Tel.: (05523) 1053
Motiv4.) Jugend- und Bildungshaus Tettenborn e.V. Bad Sachsa
www.jubi-haus.de
Tel.: (05523) 8995
Motiv3.) Hotel Hannover Bad Sachsa
www.hotel-hannover-badsachsa.de
Tel.: (05523) 30 30 15
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Der Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen wurde 2002 gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der Regionalverband Harz e. V. übernommen. Träger im nördlich angrenzenden Gebiet ist der Verein FEMO mit Sitz in Königslutter. Der Übersichtskarte können Sie die Lage aller Land marken entnehmen. Wie dieses Faltblatt werden Ihnen auch die Faltblätter für die anderen Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im Naturund Geopark zu planen.
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Herausgeber: Regionalverband Harz e. V., Hohe Straße 6, 06484 Quedlinburg
Telefon: 0 39 46 - 9 64 10, Fax: 0 39 46 - 96 41 42
5., neubearbeitete Auflage. © Regionalverband Harz e. V. Alle Rechte vorbehalten. Quedlinburg 2009 Internet: www.harzregion.de
Autoren: Dr. G. Dehne, Dipl.-Geol. F. Vladi, U. Bosse & Dr. K. George
Fotos: Dehne, George, Junke, Pfeiffer, Vladi
Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation, Wernigerode
Druck: Koch-Druck, Halberstadt

Mit freundlicher Unterstützung:

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