Landmarke 16
Sachsenstein
Sachsenstein
Kleine geologische Einführung Am Rande der Eichsfeldschwelle
Am Südharz zwischen Barbis und Nüxei liegt eine kleine
Paßanhöhe (Standort der markanten Branntweinseiche).
Die mit 333 m über NHN höchste Erhebung an der B 243
ist Teil eines unscheinbaren Höhenzuges, der westlich von
Steina vom Harz nach Südwesten schwenkt und in das
thüringische Eichsfeld abtaucht. Geologisch wird dieser
Höhenzug „Eichsfeldschwelle“ genannt. Diese Anhöhe, die
den Bereich der Landmarke „Sachsenstein“ im Westen
begrenzt, ist Wasserscheide zwischen Elbe und Weser. Die
westlichen Südharzflüsse gelangen über Rhume, Leine,
Aller und Weser in die Nordsee. Hart östlich fließt bereits
die Steina im großen Bogen ostwärts um den Harz über
Ichte, Helme, Unstrut, Saale und Elbe in die Nordsee. Das
Gebiet ist geologisch geprägt vom Übergang der
Eichsfeldschwelle in das südöstlich angrenzende Südharzbecken
mit den mächtigen Gipsablagerungen und –
überwiegend in den Tieflagen – Ablagerungen von
Flußschottern aus den Eiszeiten. Geobotanisch trennt die
Eichsfeldschwelle die Pflanzengesellschaften des atlantisch
getönten gemäßigt feuchten Klimas Westeuropas
vom zunehmend kontinentaleren mitteldeutschen Raum.
Geologen können zeigen, dass der Südharz seit über 250
Mio. Jahren durch diesen bis 20 km breiten Höhenrücken,
der das umgebende Terrain um mehrere hundert Meter
überragte, geprägt wird. Als ein Meer vor 260 Mio. Jahren
am Beginn der Zechsteinzeit das Harzgebiet und weite
Teile Mitteleuropas überflutete, bildete diese Schwelle
eine langgestreckte Untiefenzone mit zahlreichen Inseln.
In den westlich und östlich angrenzenden Meeresbecken
lagerten sich u.a. der Kupferschiefer, später dann die
mächtigen Gipse – wie hier etwa die des Sachsensteines –
ab. Die Abbildung zeigt einen entlang des Südharzes
gezeichneten Querschnitt dieser Meeresablagerungen.
Recht schnell jedoch zunächst nur flach wurde die
Schwelle überflutet. Es entstanden Inseln und Flachwasser
zonen: Bedingungen, die das Wachstum von Riffen
ermöglichten (siehe Römerstein ). Damals lag der
Südharz in 30o N, dort, wo geographisch heute etwa Kairo
liegt. Es herrschten klimatische Bedingungen wie heute im
Roten Meer. Das trockene Klima, flaches durchlichtetes
Wasser und hohe Gehalte an gelösten Stoffen förderten
das Wachstum von Riffen. Diese wurden aus organischem
Kalk gebildet und ragten bis zur Wasseroberfläche. Als die
Riffe abstarben, wurden sie von den in ihrer Umgegend
vorherrschenden Ablagerungen – meist geschichtetem
Dolomit oder Gips – überdeckt. Noch zuvor, im Zeitabschnitt
des unteren Perm, bildeten sich am Südharz Vulkane:
Ravensberg und Stauffenbüttel sind beredte Zeugnisse
des schon lange erloschenen Vulkanismus.
Legende zum Geologischen Querprofil über die Eichsfeldschwelle entlang des Südharzes von Förste bis Ilfeld
Schwarz: Zechstein-Riffe - Rot: Vulkanische Bildungen - Grün: Werraanhydrit - Gelb: Werra-Steinsalz - Orange: Rotliegendes - Mittelblau: Staßfurtdolomit/Stinkschiefer - Punktiert: Flachwasserablagerungen -Dunkelblau: Zechsteinkalk · Nach J. PAUL, Göttingen
Legende zum Geologischen Querprofil über die Eichsfeldschwelle entlang des Südharzes von Förste bis Ilfeld
Schwarz: Zechstein-Riffe - Rot: Vulkanische Bildungen - Grün: Werraanhydrit - Gelb: Werra-Steinsalz - Orange: Rotliegendes - Mittelblau: Staßfurtdolomit/Stinkschiefer - Punktiert: Flachwasserablagerungen -Dunkelblau: Zechsteinkalk · Nach J. PAUL, Göttingen
Andhyrit Sachsenstein zwischen Bad Sachsa und Walkenried ( 1 )
Der Sachsenstein zwischen
Bad Sachsa und
Walk en ried stellt einen
markanten Bergsporn
des Werraanhydrits dar
und gehört mit einem
Alter von ca. 260 Mio.
Jahren zur ältesten Serie
des Zechsteins. Zechstein
und Rotliegendes
bilden zusammen das
Erdzeitalter des Perm.
Das Sachsenstein-Massiv
fällt unter Ausprägung
von Klippen nach Norden,
Westen und Südwesten
zum Uffetal steil ab. Die
Uffe kommt hier ständig
mit dem relativ leicht
löslichen Werraanhydrit
in Berührung. Der aus
der Wand fallende Gipsblockschutt
wird sehr
rasch aufgelöst und so
wird die Wand stets steil
gehalten. Ebenso tragen Karstgerinne, deren Wässer von
der Uffe unter den Sachsenstein ziehen, zur
Lösungsunterschneidung der Steilwand bei.
Ausgangspunkt für die Besteigung des Sachsensteins
(Stempelstelle 166 der Harzer Wandernadel) ist der
Ortseingang Neuhof aus Richtung Bad Sachsa kommend.
Dort gibt es auch Informationen über eine Lorenseilbahn,
die zwischen 1938 und 1962 den Gipssteinbruch am
Kranichstein mit dem Gipswerk Kutzhütte verband. Der
Steinbruch ist inzwischen sehr schön renaturiert. Eine
Schutzhütte lädt dort zum Verweilen ein. Erreichbar ist der
aufgelassene Steinbruch auf dem Karstwanderweg in
Richtung Westen. Ein Spaziergang dorthin verspricht allerlei
Abwechslung. Schon am Eichholzweg befindet sich ein großer
Kinderspielplatz und am Unteren Kranichteich lassen
sich verschiedene Wasservogelarten beobachten.
Dolomit Römerstein bei Steina ( 2 )
Der Römerstein (N51o34.530’;
E010o31.460’) ist am besten
vom Parkplatz der Gaststätte
„Alter Grenzkrug“ in Nüxei (an
der B 243 zwischen Mackenrode
und Ostern hagen) zu
erreichen.
Der hochaufragende Römerstein
besteht aus Dolomit. Das
Riff dürfte sich auf einem kleinen
Rotliegend-Vulkan gebildet
haben, als dieser vor ca. 257
Mio. Jahren vom Meer der
Zechsteinzeit bedeckt wurde.
Im Riff kommen viele Moostierchen,
Muscheln und Armfüßer
vor. Die ursprüngliche
Gesamtmächtigkeit des kegelförmigen
Riffes kann 100 Meter
betragen haben.
Das Gelände südlich des Römersteines
weist zahlreiche Belege
der Anwesenheit des steinzeitlichen Menschen auf.
„Römerstein“ geht wahrscheinlich
auf die germanische Sagengestalt
„Romar“ zurück.
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen
Georoute rund um den Sachsenstein.
Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung
und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte
im Natur- und Geopark Harz!Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www. stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Rhyolith Ravensburg bei Bad Sachsa ( 3 )
Die Rhyolithe (früher Porphyr
oder Felsit porphyr genannt) des
Ravensberges, welcher am nordwestlichen
Stadt rand von Bad
Sachsa mit einer Höhe von
660 m ü. NHN das Skizentrum
des Kurortes markiert, stellen
ebenso wie die des Stauffenbüttels
bei Steina rosafarbene
und dichte Vulkanite dar, die
relativ arm an Einsprenglingen
sind. Chemische und röntgenographische
Untersuchungen
haben gezeigt, dass beide
Vulkanite genauso wie der
Ilfelder Rhyolith aus sehr kieselsäurereichen
Magmen bestehen,
die im Süden in einen Porphyr-
Tuff übergehen. Stratigraphisch
sind alle drei Vulkanite mit
einem Alter zwischen 290 und
298 Mio. Jahren dem
Rotliegenden zuzuordnen.
Auf dem Weg von Bad Sachsa
über die Katzentalstraße zum
Ravensberggipfel passieren wir den Abzweig zum
Harzfalkenhof. Unweit davon befindet sich der
„Märchengrund“, welcher am Fuße des Katzensteins
(N51o36.480’; E010o32.013’) einen der ältesten
Märchenparks Deutschland beherbergt. Vom Gipfel des
Ravensberges haben wir bei klarer Sicht einen sehr schönen
Ausblick in das Gebiet der Landmarke 16.
Grenzen Dreiherrenstein
Fahren wir auf der Straße zum
Gipfel des Ravensbergs weiter, so
erreichen wir alsbald einen Punkt
(N51o37.350’; E010o31.795’), an
welchem einstmals (bis 1866) die
Grenzen dreier deutscher Länder
aufeinander trafen: Preußen und
Hannover - beides bis dahin eigenständige
Königreiche - und das
Herzogtum Braunschweig. Den
Punkt markiert ein besonderer
Grenzstein: der Dreiherrenstein.
Dessen Inschriften bedeuten auf
preußischer Seite „S“ für Sachsa,
auf hannoverscher Seite „FG“ für Fürstentum Grubenhagen
und „L“ für Lauterberger Forst, auf braunschweiger Seite „W“
für das Stiftsamt Walkenried. Die römischen Ziffern sind der
laufenden Nummerierung der Grenzsteine entnommen.
Kupferschiefer Schwiebachtal bei Bad Sachsa ( 4 )
Am Bahnhof Bad
Sachsa zweigt von der
Straße ein Weg in
das romantische
Schwie bachtal ab
( N 5 1 o 3 5 . 0 2 0 ’ ;
E010o34.501’). Im
Tal steht an mehreren
Stellen oberflächennah
Kupferschiefer
an.
An einem Themenpunkt
des Naturlehrpfades
im Schwiebachtal
ist der Horizont
des Kupferschiefers
freigelegt. Der Kupferschiefer entstand vor 260
Millionen Jahren als Faulschlammablagerung eines tropischen
Meeres. Die Ablagerung des ca. 40 cm dicken, schwarzen
Horizontes dauerte etwa 50.000 Jahre. Die Besonderheit
des Kupferschiefers ist sein Reichtum an Metallerzen und an
eingelagerten Fossilien. Es sind vor allem fossile Fische in
hoher Artenzahl zu finden; bekannt ist der sogenannte
„Mansfelder Hering“ Palaeoniscus freieslebeni. Seine
Bedeutung verdankt der Kupferschiefer den Metallen: Er enthält
neben bis zu 4 % Kupfer auch Blei, Zink, Silber und weitere
Schwermetalle. Ausführlichere Information zur
Entstehung, zu den Fossilien des Kupfer schiefers und zur
bergbaulichen Nutzung finden Sie auf einer Informationstafel
am Aufschluss vor Ort. Am sichersten erreichen Sie den
Aufschluss, wenn Sie dem Rundweg des Schwiebachlehrpfades,
am Bahnhof Bad Sachsa beginnend, folgen.
Direkt am Kurpark in
Bad Sachsa befindet
sich das Naturzeitmuseum
. Mit den
hier ausgestellten
Fossilien des Kupferschiefers
vom Fisch
bis zum Saurier bietet
das Museum Einblicke
in das Leben vor ca.
270 Mio. Jahren.
Dargestellt sind auch
die geologischen
Geschehnisse vom
Vulkanismus bis zur
Entstehung des
Gipses am Südharz.
Weitere Informationen unter: www.naturzeit-museum.de
Kupferschiefer Schwiebachtal bei Bad Sachsa 4
Tel.: (05523)300915
www.badsachsainfo.de
Waldglas Glasmuseum Steina ( 5 )
Im Jahr 1991 wurde die ehemalige Glashütte Kronshagen
entdeckt. Dies war Auslöser für die Einrichtung eines
Glasmuseums in Steina. Weitere in der Folgezeit entdeckte
Fundstellen von Glashütten zeigen die Bedeutung der
Glasproduktion im 16. und 17. Jh. am südwestlichen Harzrand.
Waldglas besteht aus Quarz, Kalk, Pottasche und Metallen.
Quarz ist dabei der eigentliche Glasbildner, Kalk gewährleistet
die Haltbarkeit des Glases, und Pottasche (Alkalioxyd)
wurde als Flussmittel und zum Herabsetzen der
Schmelztemperatur für Quarz eingesetzt. Charakteristisch
für das Waldglas ist seine grüne Färbung, die durch
Eisenverunreinigungen der Rohstoffe verursacht wurde.
Diese Grünfärbung entsprach aber durchaus dem Zeitgeschmack. Die Glashütten produzierten vielerlei, von Butzenscheiben
über Flaschen und Gläser bis zu Knöpfen.
Die Waldglashütten bildeten eine eigene Epoche in der
Geschichte des Glases. Die Gläsnermeister kamen aus den
Waldglashütten Böhmens, des Bayerischen Waldes und des
Spessarts. Sie wohnten im Wald und bildeten eine streng
organisierte Zunft. Wichtigste Grundlage für den Glas hüttenbetrieb
war ein reicher Holzbestand. Laubholz wurde als
Scheiterholz für die Befeuerung der Öfen und zur Gewinnung
der Pottasche benötigt. Der jährliche Holzverbrauch einer
Glashütte von 2000 bis 3000 Festmeter und die Konkurrenz
zum Berg- und Hüttenwesen erschöpften die Vorräte des
Waldes schnell. Die letzten Hüttenfeuer erloschen im frühen
18. Jh. Besonders schöne Funde brachten Grabungen zur
Wiedaer Weinglashütte. Das Glasmuseum Steina bewahrt in
seinen Räumen das Andenken an ein für den Südharz wichtiges
altes Handwerk. Es zeigt, was man hier vor über 300
Jahren bereits aus Glas fertigen konnte.
Öffnungszeiten Museum Do. - So. 15.00 – 17.00 Uhr oder nach Absprache
Tel.: (0 55 23) 30 33 62
Karst Steinaversickerung bei Steina ( 6 )
Nahe der Steinaer Kirche verschwindet
die Steina. Vom Harz
kommend erreicht der Bach
hier die verkarsteten Zechsteinschichten
und versickert bei
Niedrigwasser vollständig und
gut sichtbar im Untergrund.
Das trockene Bachbett ist rund
4 km weiter nach Süden zu verfolgen
und mündet südlich
Nüxei in die Ichte. Bei Mittelwasser
fließt ein Teil des
Wassers über die Schwundstelle an der Kirche hinaus,
erreicht aber kaum die Bahnlinie. Nur bei Hochwasser
gelangt die Steina über Nüxei hinaus nach Süden.
Ursprünglich dürfte die Steina im Hochwasserfalle in das
weite Nußteichbecken bei Nüxei geströmt und in einer dort
vorhandenen Bachschwinde versiegt sein. Schotter der
Steina unter dem Nußteich belegen dies. Eine weitere
Besonderheit ist die Trogsteinhöhle mit der Fitzmühlenquelle
und dem anschließenden, ebenfalls in den Nußteich
mündenden Blindtal.
Ein Teil des verschwindenden Wassers fließt in den Schottern
weiter. Die Wasserspiegel der teilweise noch heute einstürzenden
Erdfälle im Unterlauf des trockenen Steinabettes
entstammen diesem Grundwasser. Der andere Teil des
Wassers fließt durch Klüfte und Spalten im Gips und
Dolomit weiter. Dieses Wasser nimmt seinen neunmonatigen
unterirdischen Weg in Richtung Salzaspring bei
Nordhausen. Wege entlang des Flusses ermöglichen eine
karsthydrogeologische Rundwanderung.
Karstwanderweg
Von Förste im Westen bis Pölsfeld (Landmarke
12) im Osten reihen sich am südlichen Harzrand
auf 100 km perlschnurartig Erscheinungen
aneinander, die auf die gesteinsauflösende
Wirkung des Wassers zurückgehen: Höhlen,
Erdfälle und Dolinen, Karstquellen, Bachschwinden
und Flußversinkungen, Karstkegel,
Schlotten, geologische Orgeln, Felsen und weiße
Felswände, gebildet aus dem besonderen
Gestein des Südharzes, dem Gips. Der
Karstwanderweg erschließt diese einzigartige
Gipskarstlandschaft in den Landkreisen Osterode,
Nordhausen und Mansfeld-Südharz. Im Kreis Osterode
bestehen zwei parallele Karstwanderwege, die sich - wie hier
im Raum Bad Sachsa - gut zu Rundwanderungen verbinden
lassen. Ausgewählte Wanderempfehlungen enthält der multimediale
Führer zum Karstwanderweg, der im Buchhandel
oder bei den Tourist-Infos erhältlich ist. Der Förderverein
Karstwanderweg Südharz richtet Veranstaltungen aus, insbesondere
die geführten Sonntagswanderungen.www.karstwanderweg.de
Dolomitwerksteine und Mörtel aus Gips Kloster Walkenried ( 7 )
Von der niederrheinischen Abtei
Camp, dem ersten Kloster der Zisterzienser
auf deutschem Boden entsandt,
kam im Jahre 1129 der erste
Konvent nach Walkenried. Dank großzügiger
Schenkungen der Klosterstifterin ADELHEID VON WALKEN RIED und
u.a. von König LOTHAR III. (778 - 840)
wuchs der Reichtum der jungen Abtei.
Zum Erfolg trugen die Laienbrüder bei,
unter denen sich vorwiegend
Handwerker, Landwirte, Hütten leute
und vermutlich auch Bergleute befanden.
In der Blütezeit waren über 3000
Morgen (1 Morgen entspricht 0,25 ha)
Ländereien, zahlreiche Erzgruben,
Weinberge sowie Anteile an Salzstöcken
in Lüneburg, Handelshöfe in
Göttingen, Goslar, Nordhausen Eigentum
des Klosters. Durch die Urbarmachung
der Goldenen Aue erwarben
sich die Mönche bleibende Verdienste.
Zu den weiteren Verdiensten gehörten
u.a. die Gründung der Klöster Pforta
bei Naumburg und Sittichenbach.
Im 13. Jh. wurde die romanische Klosteranlage (N51o34.990’;
E010o37.123’) durch einen großartigen gotischen Neubau
der Klosterkirche und Klausurgebäude ersetzt.
Dolomitwerksteine des Zechsteins und Mörtel aus örtlichem
Gips bildeten das Baumaterial. Die für das Maßwerk,
Kapitelle etc. bildhauerisch besonders fein bearbeiteten
Werksteine entstammen den dickbankigen Dolomitvorkommen
lagunärer, feingeschichteter Ausbildung an der
Wolfskuhle, der historischen Abbaustätte zwischen Nüxei
und Osterhagen.
Die Ruinen geben einen Eindruck von der achtunggebietenden
Größe und Schönheit der ehemaligen Bauwerke. Mit
92 m Länge und fünfschiffigem Chor gehörte diese gotische
Klosterkirche zu den größten im niedersächsischen
Raum. Der gut erhaltene doppelte Kreuzgang gilt als einer
der schönsten im nördlichen Deutschland.
Im Bauernkrieg wurde das Kloster 1525 beschädigt. Von
1229 bis 1648 regierten in Walkenried 45 Äbte. Nach dem
30-jährigen Krieg wurde das Kloster 1648 aufgelöst. Bis auf
den als Walkenrieder Gemeindekirche nutzbar gebliebenen
Kapitelsaal war das Bauwerk dem Zerfall ausgesetzt. Nach
1972 übernahm der Landkreis Osterode die Trägerschaft
für den Klosterbau. Er sicherte das Bauwerk mit großem
Aufwand und sorgt für eine angemessene Nutzung.
In einem der größten Klostermuseen Europas, dem
Zisterzienser-Museum Walkenried, wird in den vollständig
erhaltenen Klausurgebäuden aus dem 13. Jh. durch akustische
und visuelle Inszenierungen das Mittelalter wieder
lebendig.
Öffnungszeiten: Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr und an gesetzlichen Feiertagen; am 24. Dez. geschlossen
Renaturierung Kranichstein bei Neuhof ( 8 )
Im von der Saint-Gobain Formula GmbH Walkenried betriebenen
Steinbruch „Kranichstein“ bei Neuhof wird seit Anfang
des 20. Jh. Gipsrohstein gewonnen. Der Gipsstein im Gebiet
Bad Sachsa - Walkenried, welcher regional-geologisch zum
so genannten Zechstein-Gürtel des Südharzes zählt, ist stratigraphisch
dem Werraanhydrit zuzuordnen (siehe auch
Sachsen stein ). Der im Steinbruch Kranichstein gewonnene
Gipsstein weist im Vergleich zu anderen Rohstoffen einen
außergewöhnlichen Reinheits- und Weißgrad auf und ist
dem zu folge prädestiniert für die Herstellung von
Spezialgipsen (z. B. Formengipse für die Porzellan-, Sanitärkeramik-
und Dachziegelindustrie, Dental- und Orthopädiegipse
usw.).
Im Abbaugebiet Kranichstein hat man sich bei der Wiederherrichtung sowohl nach den Grundsätzen der Rekultivierung
gerichtet als auch Maßnahmen der Renaturierung
zur Anwendung gebracht.
Teilweise wurde sogar im Wege der Sukzession ein Teil der
Abbauflächen einer natürlichen Entwicklung überlassen
(keine menschliche Einflussnahme nach dem Abbau). Frühe
Stadien der Sukzession sind für den Artenreichtum von
Pflanzen und Tieren und das Vorkommen besonders seltener
konkurrenzschwacher Arten bekannt.
Das vornehmliche Ziel der Wiederherrichtung bestand darin,
eine der Karstlandschaft angepasste Morphologie zu kreieren.
Basierend hierauf wurde eine einem „Erdfall“ nachempfundene
tiefgreifende Senke mit entsprechend steilen
Wänden gestaltet. Aufgrund der Tatsache, dass der gesamte
„Erdfall“ in seinen Randbereichen großräumig von einer
Bepflanzung ausgenommen worden ist, wird nun mit
Spannung erwartet, welche floristischen aber auch faunistischen
Lebensgemeinschaften – die insbesondere in
Verbindung mit den sich im Westen anschließenden
Steilwänden von großem Interesse sind – sich im Laufe der
Zeit einstellen werden.
In unmittelbarer Nähe des Steinbruchs ist als Bestandteil des
neu eingerichteten Naturlehrpfades Kranichteiche der
Nachbau eines historischen Gipsbrennofens zu besichtigen.
In diesem Schachtofen wurde am 21.10.2006 ein erster
Versuchsbrand in einem
Temperaturbereich von ca.
800° C durchgeführt. Hierbei
wurde ein qualitativ hochwertiges
Hochbrand-Produkt
gewonnen, welches als
Estrichmörtel speziell für
Restaurationszwecke eingesetzt
werden soll. Erste Verwendungs
möglichkeiten werden
seit Januar 2008 an der
Kloster mauer Walkenried
getestet. Es ist geplant, regelmäßig
ein bis zwei Brände
pro Jahr folgen zu lassen.
Führungen auf Anfrage (05523) 3482
www.geotekt.de
Führungen auf Anfrage
Tel.: (05525) 20326 oder 20327
www.bpbformula.com oder www.geotekt-dehne.de
Tel.: (05525) 20326 oder 20327
www.bpbformula.com oder www.geotekt-dehne.de
Roteisenstein Hüttenmuseum Wieda ( 9 )
Die Roteisensteinvorkommen des Kastentaler
Reviers zwischen Wieda und Zorge sowie der
Holz- und Wasserreichtum des Harzes als
natürliche Voraussetzungen ließen den
Hütten ort Wieda seit der 2. Hälfte des 16. Jh.
aufblühen. Im langen Wiedatal reihten sich
eisenverarbeitende Betriebe aneinander. In
Gräben herangeführt, beaufschlagte das
Wiedawasser die Wasserräder der Pochwerke,
Hochöfengebläse, Blasebälge und Hämmer
der Hammerhütten sowie der Mühlen.
Überregional sorgte das Zinnobervorkommen
im Silberbachtal für Aufsehen. Das Quecksilbermineral
diente der Gewinnung roter
Farbpigmente.
Der Wirtschaftsverbund um die Eisenhütte im
Mittelpunkt gewährleistete Arbeit und Brot für
Bergleute, Köhler, Hochöfner, Former, Pochjungen,
Arbeiter der verschiedenen Schmieden,
Fuhrleute und Eseltreiber und all deren
Familien. Bis in die 1970er Jahre produzierte die Wiedaer
Hütte ihre berühmten Öfen, an denen man sich noch
heute im Winter in manchen Haushalten wärmt.
Westlich und nördlich von Wieda siedelten um 1600 für
mehr als 100 Jahre Glashütten mit über zehn Hüttenstellen.
Glasmacher zogen nach Wieda,
die Bevölkerung wuchs
und so kam es zum ersten
Kirchenbau. Westerwieda entstand
als eigene Glasmachersiedlung.
Im ehemaligen Wiedaer Rathaus
befindet sich das Glasund
Hüttenmuseum. Es zeigt
den Berg bau, die Eisen verarbeitung
und die Glas macherkunst.
Wunderschöne Fundstücke
stammen aus den
Ausgra bungs plätzen, vor
allem der Weinglashütte. Das
Museum ist auch Ausgangspunkt
für Exkursionen ins
Bergbaurevier bis nach Zorge
und zu den Glas- und
Eisenhüttenplätzen.
Kunstguss Wiedaer
Hütte um 1900
Öffnungszeiten: April – Oktober Mi. und Fr. 13.30 – 15.00 Uhr So. 15.00 – 17.00 Uhr
Tel.: (05586) 1248

Ausgewählte Hotels
1.) Hotel garni "Sonnehof" Bad Sachsawww.sonnenhof-bad-sachsa.de
Tel.: (05523) 9437-0
2.) Hotel und Restaurant "Lindenhof" Bad Sachsawww.lindenhof-badsachsa.de
Tel.: (05523) 1053
4.) Jugend- und Bildungshaus Tettenborn e.V. Bad Sachsawww.jubi-haus.de
Tel.: (05523) 8995
3.) Hotel Hannover
Bad Sachsawww.hotel-hannover-badsachsa.de
Tel.: (05523) 30 30 15
Der Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen wurde 2002
gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der
Regionalverband Harz e. V. übernommen. Träger im nördlich
angrenzenden Gebiet ist der Verein FEMO mit Sitz in Königslutter.
Der Übersichtskarte können Sie die Lage aller Land marken entnehmen.
Wie dieses Faltblatt werden Ihnen auch die Faltblätter für
die anderen Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im Naturund
Geopark zu planen.
Herausgeber: Regionalverband Harz e. V., Hohe Straße 6, 06484 Quedlinburg
Telefon: 0 39 46 - 9 64 10, Fax: 0 39 46 - 96 41 42
5., neubearbeitete Auflage. © Regionalverband Harz e. V. Alle Rechte vorbehalten. Quedlinburg 2009 Internet: www.harzregion.de
Autoren: Dr. G. Dehne, Dipl.-Geol. F. Vladi, U. Bosse & Dr. K. George
Fotos: Dehne, George, Junke, Pfeiffer, Vladi
Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation, Wernigerode
Druck: Koch-Druck, Halberstadt
Telefon: 0 39 46 - 9 64 10, Fax: 0 39 46 - 96 41 42
5., neubearbeitete Auflage. © Regionalverband Harz e. V. Alle Rechte vorbehalten. Quedlinburg 2009 Internet: www.harzregion.de
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Fotos: Dehne, George, Junke, Pfeiffer, Vladi
Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation, Wernigerode
Druck: Koch-Druck, Halberstadt
Mit freundlicher Unterstützung: