Landmarke 14
Kloster Huysburg
Kloster Huysburg
Kloster Huysburg und die Umgebung des Huy ( 1 )
Etwa 10 km nördlich von Halberstadt thront auf einem der
höchsten Berge des Huy das Benediktinerkloster Huysburg,
dessen Geschichte bis in das Jahr 1084 zurückreicht. Die
Abteikirche aus dem Jahr 1121 ist eines der bedeutendsten
Bauwerke romanischer Baukunst und wurde aus dem
Kalkstein der Umgebung erbaut. Die Inneneinrichtung mit
Kanzel, Altären und Orgel ist barocken Ursprungs. Von der
preußischen Regierung wurde das Kloster 1803 aufgehoben,
jedoch blieben Kirche und angrenzende Gebäude Eigentum
der katholischen Kirche. Seit 1972 ist die Huysburg wieder ein
Benediktinerkloster. Für einen Besuch fahren wir von Halberstadt
aus in Richtung Dingelstedt. Mit bis zu 313 m über NN
erhebt sich der Huy über die umgebenden Ackerflächen.
Zahlreiche Wanderwege führen vorwiegend durch Buchenwälder.
Eine Wanderung lohnt zu jeder
Jahreszeit.
Seit über 1.000 Jahren lieferten die
Muschelkalkbänke der Huyberge das
Baumaterial für Gebäude und Grenzmauern,
deren helles Mauerwerk noch
heute den umliegenden Dörfern ihr
charakteristisches Gepräge gibt. Beispielhaft
soll hier das nördlich vom Huy
gelegene Dorf Schlanstedt erwähnt
werden. Ein Graf ließ dort im 10. Jh.
eine Burg errichten. Die umgebenden
fruchtbaren Böden auf Löss und die
günstigen klimatischen Bedingungen
förderten die Entwicklung der
Landwirtschaft als bedeutendsten
Wirtschaftszweig. Der Landwirt und
Pflanzenzüchter ARNOLD AUGUST WILHELM
RIMPAU (1814 - 1892) ließ 1839 in
Schlanstedt eine der ersten Zuckerfabriken
Deutschlands erbauen. Zum
Transport der Zuckerrüben wurde eine
Feldbahn errichtet. In der Burg Schlanstedt
wird in einem Saatzuchtkabinett
an diese Zeit erinnert, und auch die
Gesteinssammlung von HERBERT G.
WILHELM RIMPAU (geb. 1943) kann hier
besichtigt werden. Die Saatzuchtfirma
STRUBE baute in der Gemarkung
Schlanstedt eine Feldbahn. Diese und
ein agrarorientiertes Feldbahnmuseum
werden heute von einem Verein betreut
und der Öffentlichkeit zu verschiedenen
Anlässen präsentiert.
Schon auf dem Weg vom Huy in
Richtung Schlanstedt fällt etwa 1,5 km
südwestlich des Ortes an der Straße
zwischen Eilsdorf und Schlanstedt ein
kleiner aufgelassener Steinbruch auf.
Hier wurde mürber Rhätsandstein
(Oberer Keuper vor etwa 215 Mio.
Jahren) zur Verwendung als Bau- und
Stubensand abgebaut. 15
Fallstein bei Osterwieck
Ebenso wie Huy und Hakel ist auch der Fallstein
eine Sattelstruktur, in der sich der Muschelkalk
aus der Ebene emporhebt. Nördlich des Fachwerkstädtchens
Osterwieck mit seiner romanischen
Stephanikirche liegt der Große Fallstein
(ca. 287 m über NN). Zahlreiche Wanderwege
führen durch das bewaldete Gebiet. Vom Bismarckturm,
der 1904 am Südrand des Großen
Fallsteins eingeweiht wurde, hat man einen wundervollen
Blick zum Harz. Westlich liegt der
Kleine Fallstein, ein Höhenrücken der von Kalksteinen
der Oberkreide (98 - 66 Mio. Jahre) sowie
Teilen der Unterkreide (144-98 Mio. Jahre) gebildet
ist. Nördlich der Gemeinde Hoppenstedt befindet
sich ein sehr schöner Aufschluss, der als
Naturdenkmal ausgewiesene ehemalige Kalkbruch
Hoppenstedt (2). Im Profil sind sehr gut die
vier Sedimentationseinheiten zu erkennen. Im
Osterwiecker Heimatmuseum gibt eine umfangreiche
prähistorische Sammlung Einblick in die
Geschichte der Region.Öffnungszeiten:
Die - Do. 10 - 12 Uhr und 13 - 16 Uhr
So. 13 - 16 Uhr
Hakel zwischen Heteborn und Cochstedt ( 3 )
Vom nördlichen Harzrand 16 km entfernt
erhebt sich inmitten einer fruchtbaren
Ackerlandschaft die bewaldete
Bergkuppe des Hakel. Gesteine des
Unteren Muschelkalks streichen hier
großflächig oberflächennah aus und
werden nur von einer geringmächtigen
weichselkaltzeitlichen Lössschicht bedeckt.
Wegen seiner Armut an Oberflächengewässern
ist das Gebiet weitgehend
unzersiedelt. Internationale
Berühmtheit erlangte der Hakel als
Wildforschungsgebiet und wegen seiner
einzigartigen Greifvogelfauna. Der
besondere Naturschutzstatus (Landschaftsschutzgebiet seit
1939, Europareservat seit 1995) hat bis heute zur Folge, dass
kaum Wanderwege ausgeschildert sind. Einzig eine Tour zur
Ruine der mittelalterlichen Domburg (244,5 m über NN) kann
empfohlen werden. Dazu fahren wir zum Waldrand des
Großen Hakel bei Heteborn und legen den Rest der Strecke
zu Fuß zurück durch einen wunderschönen Laubwald mit vielen
seltenen Baumarten. Legendär unter ihnen sind die Wildkirschen,
aus deren Holz Schlafzimmermöbel getischlert wurden,
die die Töchter der Hakelförster als Aussteuer in die Ehe
gebracht haben sollen.
Bergbaufolgelandschaft "Seeland"
Concordiasee bei Nachterstedt ( 4 )
Südlich des Hakels und unmittelbar
angrenzend an
das anhaltische Kohlerevier
bei Frose (Landmarke 9)
liegen im ehemals preußischen
Gebiet die Braunkohlevorkommen
Nachterstedt,
Schadeleben und
Königsaue. Durch Salzbewegungen
im Untergrund bildete
sich der Ascherslebener
Sattel. In dessen Randsenken
kam es zur Braunkohlebildung,
die einem
kleineren nordöstlichen Becken (mit dem heute vorrangig
Naturschutzzwecken gewidmetem See im Tagebaurestloch
Königsaue) und einem größeren südwestlichen Becken zugeordnet
werden kann. Hier befindet sich heute der
Concordiasee (Tagebaurestloch Nachterstedt/Schadeleben).
Seine Geschichte begann im Jahr 1856 mit dem Aufschluss
des Tagebaus Nachterstedt, nachdem zuvor bereits seit
1831 Kohle unter Tage abgebaut wurde. Die größte Kohlemächtigkeit
erreichte das Nachterstedter Hauptflöz mit 30
bis 50 m. Hingegen waren die Flöze in der Lagerstätte
Königsaue nur zwischen 2 und 13 m
mächtig. Der Abbau der Braunkohle
erforderte Umsiedlungen, was beispielsweise
an der seit 1928 entstandenen
Bebauung des südlich der Eisenbahn
Aschersleben – Halberstadt gelegenen
Ortsteils von Nachterstedt sichtbar wird.
Im Zeitraum 1963-65 musste das Dorf
Königsaue aufgegeben werden und es
entstand am Nordrand des Tagebaus
Königsaue der Ort Neu-Königsaue. Nach
der Wiedervereinigung Deutschlands
erwies sich die Kohleförderung als unwirtschaftlich,
so dass 1991 auch die
Stilllegung des Tagebaus Schadeleben
eingeleitet wurde; deshalb gelangten ca.
18 Mio. t Kohle nicht mehr zum Abbau.
Während die Wasserhaltung im Tagebaurestloch
Königsaue bereits 1991 eingestellt
wurde, waren im Bereich des heutigen
Concordiasees noch umfangreiche
Sanierungsarbeiten nötig, um in diesem
Gebiet eine Erholungslandschaft anzulegen.
Halberstädter Kreidemulde Lehof bei Quedlinburg ( 5 )
Wir verlassen Quedlinburg hinter dem
Klinikum, folgen dem nach links abbiegenden
Ditfurter Weg und erreichen bald
den Felsen des Lehofs. Wegen seiner
besonderen Eigenart und Schönheit sowie
seiner Bedeutung als Lebensraum seltener
Tier- und Pflanzenarten wurde er frühzeitig
als Naturdenkmal geschützt. So reichen
heute Sandtagebaue bis an den
Felsen heran, dürfen diesen aber nicht
zerstören. Abgebaut wird kreidezeitlicher entfestigter Sandstein,
der die Sedimentfolge beginnend im tieferen Untergrund
mit Sedimenten der Trias und darüber des Jura und
der Kreide mit den sogenannten Involutus-Schichten der oberen
Kreide (Emscher) abschließt. Ein Aufstieg auf den Felsen
des Lehofs lohnt wegen einer wunderschönen Aussicht auf
das nördliche Harzvorland.
Großer Thekenberg bei Westerhausen ( 6 )
Auf dem Steinholzweg verlassen wir Quedlinburg
in nordwestlicher Richtung, um am
Südrand des Naturschutzgebietes „Harslebener
Berge und Steinholz“ zum Großen Thekenberg
(205 m über NN) und damit weiter am Südrand
der Halberstädter Kreidemulde zu wandern.
Wer die weite Entfernung scheut, der fährt von
Westerhausen auf der Landstraße in Richtung
Halberstadt bis zum Wanderparkplatz am Naturschutzgebiet
und beginnt seine Tour dort.
Das Naturschutzgebiet ist Teil einer langgestreckten
Schichtstufe aus Sandsteinen der
Oberkreide (Involutus-Sandstein, Coniac) an
der Südflanke der Halberstädter Kreidemulde.
Nach Westen hin zum Großen Thekenberg werden
die dort unbewaldeten Südhänge immer
steiler. Teilweise steht blanker Fels an. Gravuren
im Sandstein zeugen von der jahrzehntelangen
Anwesenheit von Soldaten der früheren
Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf
den waldfreien Flächen haben sich Trockenrasengesellschaften
mit seltenen und vom Aussterben
bedrohten Pflanzenarten ausgebildet.
Das Wegegebot im Naturschutzgebiet ist deshalb
unbedingt zu beachten. Besonders eindrucksvoll sind in
jedem Frühjahr die blühenden Frühlings-Adonisröschen
(Adonis vernalis).
Am Fuße des Großen Thekenberges gibt es ein besonderes
Naturschauspiel zu beobachten, wenn auf dem Ackerland
plötzlich ein 12 ha großer zu- und abflussloser Flachwassersee
entsteht. Das passiert allerdings nicht in jedem Jahr. Er
trägt im Volksmund den Namen „Schnepfensee“, weil er
durchziehenden Schnepfenvögeln, deren Brutgebiete bis in
die arktischen Tundren reichen, Rastmöglichkeiten bietet.
Interessant sind zwei große Sickerschächte eines Entwässerungssystems
aus dem 19. Jh.Gläserner Mönch bei Langenstein ( 7 )
Ein beliebtes Ausflugsgebiet ist die südlich von
Halberstadt liegende Hügellandschaft. Mitte des
18. Jh. wurden die damals kahlen Spiegelsberge
vom Halberstädter Domdechanten ERNST LUDWIG
CHRISTOPH SPIEGEL (1711-1785) zu einem Landschaftspark
umgestaltet. In den folgenden Jahren
wurden auch die Klusberge aufgeforstet. Die
Klusberge mit ihren Felsklippen befinden sich in
östlicher Richtung.
Wir wandern auf den ausgeschilderten Wegen
vom Gut Spiegelsberge in der Nähe des Tiergeheges
Halberstadt in Richtung Langenstein und
erreichen nach ca. 4 km den Aufstieg zur Felsklippe
„Gläserner Mönch“. Eine rustikale Treppe führt
zur Bergkuppe. Eine weitere Treppe führt dann die
aus Sandstein der Oberkreide bestehende Felsklippe hinauf.
Für die Anstrengungen des Aufstiegs werden wir mit einem
wunderschönen Blick auf den Harz und das Vorland belohnt.
Anschließend empfehlen wir den Besuch der nahegelegenen
Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. In den Jahren 1944/45
leisteten hier Tausende Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen
Schwerstarbeit. Zur Untertageproduktion von Rüstungsteilen
der Junkerswerke mussten die Häftlinge ein Stollensystem
in den Thekenbergen anlegen.
Höhlenwohnungen Langenstein ( 8 )
Das Dorf Langenstein wird südlich von einem
schmalen Sandsteinhöhenzug begrenzt. Im
12. Jh. wurde hier eine Burg erbaut, die in den
folgenden zwei Jh. ein beliebter Aufenthaltsort
der Halberstädter Bischöfe war. Im 17. Jh.
wurde die Burg weitestgehend abgerissen.
Heute zeugen vereinzelte Mauerreste von
ihrer Existenz. Vom Bergkamm aus erschließt
sich uns ein fantastischer Ausblick in Richtung
Norden auf Halberstadt und den Huy sowie in
Richtung Süden auf den Regenstein (Landmarke 9). Weiter
westwärts gelangen wir zu den Sandsteinhöhlenwohnungen,
die an einem schmalen Hohlweg liegen. Seit wann die künstlich
angelegten Höhlen existieren, ist nicht bekannt. Auf jeden
Fall wurde eine der Höhlen noch bis 1916 bewohnt. Auch auf
dem Schäferberg gab es eine „Höhlenstraße“, deren
Wohnungen ebenfalls bis Anfang des 20. Jh. bewohnt waren.
Einer der letzten Höhlenbewohner war ein gewisser LUDCHEN
SCHMIDT, der sein Geld sprichwörtlich „im Handumdrehen“ verdiente:
Er war Drehorgelspieler.
Nach dem Spaziergang in die nähere Umgebung bietet sich
ein Besuch auf dem Schäferhof Langenstein an. Hier lassen
sich bei hausgebackenem Kuchen oder einem herzhaften
Imbiss neue Kräfte sammeln.
Erwähnenswert ist auch das Schloss Langenstein. Es war von
der Freifrau MARIA ANTONIA VON BRANCONI (1746-1793) bewohnt,
die JOHANN WOLFGANG GOETHE (1749-1832) mehrfach zu ihren
Gästen zählte. Um das Schloss erstreckt sich einer der schönsten
Landschaftsparks des nördlichen Harzvorlandes.
Quedlinburger Sattel Hoppelberg zwischen Börnecke und Langenstein ( 9 )
Der Hoppelberg ist mit 308 m über NN
ein bestimmender Berg des nördlichen
Harzvorlandes und bildet morphologisch
den nordwestlichen Scheitelpunkt
in der Schichtrippenlandschaft. Geologisch
ist er das nordwestliche Ende des
Quedlinburger Sattels (Landmarke 9).
Halberstädter Saurier Museum Heineanum Halberstadt ( 10 )
In einer Halberstädter Tongrube fand man
1899 zwei Wirbelknochen, die der Apotheker
JOHANNES MAAK als wissenschaftlich wertvoll
einstufte. Er überzeugte den Grubenbesitzer
davon, nach weiteren Knochen suchen zu lassen.
Dabei wurde das fast vollständige Skelett
eines Rudersauriers (Plesiosaurus) gefunden.
Das Skelett wurde im Städtischen Museum
ausgestellt. In einer anderen Halberstädter
Tongrube fand man ca. 10 Jahre später weitere
fossile Knochen. Nachdem der Greifswalder
Professor OTTO JAEKEL (1863-1929) die Funde
als Dinosaurierreste analysiert hatte, wurde
weitergegraben und man fand hier bis 1912
die Reste von etwa 35 Sauriern, die vorwiegend zur Gruppe der
Plateosaurier gehören. Aber auch Reste von Muscheln, Krebsen
und Fischen sowie das fast vollständige Skelett einer der ältesten
bisher bekannten Landschildkröte wurden geborgen. Die
Dinosaurier lebten im Erdmittelalter, im Keuper vor 220 Mio.
Jahren. Etwa 20-30 Mio. Jahre später, zu Beginn des Jura, lebte
der Rudersaurier. Zu dieser Zeit lag das heutige Harzgebiet am
Rande des Germanischen Binnenmeeres, dessen Ausdehnung
sich häufig veränderte und das sich zu Beginn des Juras weiter
ausgedehnt hatte. Das Klima war subtropisch und feuchtwarm.
Die beiden Skelette des Plateosauriers und des Plesiosauriers
sind im Eingangsbereich des Museums Heineanum ausgestellt.
Ein geologisches Modell zeigt die Schichtfolge des Fundortes.
Das Heineanum ist auch ein einzigartiges Museum für Vogelkunde.
Die ornithologische Sammlung sowie eine umfangreiche
Bibliothek mit Werken der Ornithologie und Zoologie wurden
von Oberamtmann FERDINAND HEINE (1809–1894) angelegt.
Die Ausstellungen befassen sich u. a. mit den Themen „Vögel
der Welt“ und „Vögel des Harzes und seines Vorlandes“. Auf
dem Museumsgelände kann auch ein Stromatolith besichtigt
werden (vgl. Geopunkt 13). www.heineanum.deÖffnungszeiten Museum Heineanum:
Di - Fr 09.00-17.00 Uhr Sa /So 10.00-17.00 Uhr
Führungen auf Anfrage: (03941) 551460
Zum Ensemble des Domplatzes gehören neben dem gotischen Dom und weiteren Museen auch die romanische Liebfrauenkirche, deren Baumaterial im Huy gewonnen wurde. Nach Museumsbesuch und Stadterkundung empfiehlt sich eine Führung im denkmalgeschützten Gebäude der Traditionsfirma HALKO (Führungen Montag bis Freitag, vormittags). Hier werden u. a. die bekannten Halberstädter Würstchen hergestellt; Verkostung ist möglich! www.halberstaedter.de
Zurück in den Huy Daneilshöhle bei Röderhof ( 11 )
Wir fahren mit dem Auto von Röderhof aus in
Richtung Mönchhai und folgen der Ausschilderung
zur Daneilshöhle.
In einer Felswand des Mittleren Buntsandsteins
bilden drei miteinander verbundene Räume
Höhlen, die während der Eiszeit aus dem Sandstein
gewaschen wurden. Die geraden Felswände
und Ausbuchtungen für Sperrbalken deuten darauf
hin, dass die Höhle künstlich erweitert
wurde und zeitweise bewohnt war.
Der Name der Höhle geht auf die Sage vom Räuber
Daneil zurück. Dieser hauste in der Höhle,
überfiel und beraubte vor allem reisende Kaufleute
im Wald. Eines Tages beraubte er auch ein
Mädchen, ließ ihm aber das Leben. Dafür musste sie mit in
seine Räuberhöhle kommen und ihm den Haushalt führen.
Nach einigen Jahren gelang ihr endlich die Flucht. Da sie
Daneil aber versprochen hatte, keinem Menschen etwas von
ihm und seinem Aufenthaltsort zu erzählen, klagte sie dem
steinernen Roland am Halberstädter Rathaus ihr Leid.
Natürlich hörte heimlich jemand mit und die Nachricht verbreitete
sich schnell unter den Bürgern der Umgebung. Mit
reichlich Mehl und Wasser zogen sie in den Wald und kochten
dort große Mengen an Mehlbrei. Diesen schütteten sie in
eine Höhlenöffnung so dass der Räuber und sein Gefolge
jämmerlich darin umkamen.Pleistozän Gletschertöpfe bei Huy-Neinstedt ( 12 )
Die Gletschertöpfe befinden sich ca. 800 m
südlich von Huy-Neinstedt. Sie sind von der
Parkmöglichkeit an der Landstraße zwischen
Athenstedt und Huy-Neinstedt zu erreichen.
An der Straße befindet sich ein
Hinweisschild. Durch den Wald läuft man
ca. 5 Minuten (nach etwa 2 Minuten Fußweg
nimmt man an der Weggabelung den
rechten Weg) und erreicht dann den ehemaligen
Steinbruch am Hardelsbruch. Hier wurden die Gletschertöpfe
beim Gesteinsabbau freigelegt.
Gletschertöpfe sind Gesteinsauswaschungen die durch die
Wirkung eiszeitlichen Schmelzwassers entstanden sind. Die
Gletschertöpfe beweisen die Anwesenheit der skandinavischen
Gletscher an diesem Ort. Ihre Entstehung geht auf
die Saale-Kaltzeit vor mehr als 200.000 Jahren zurück.
Gletschertöpfe sind im außeralpinen Raum sehr selten.
Deswegen hat der Geotop eine überregionale Bedeutung.
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz
persönlichen Georoute rund um die Huysburg. Auch sachkundige
Führungen können vermittelt werden (Kontakt: Leiter der
Arbeitsgruppe der Geoführer im Regionalverband Harz, Herr Dr.
STEIGER Tel.: (03944) 369085 oder e-mail: T_Steiger@gmx.de).
Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung
und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier
vorgestellten Teil des Natur- und Geoparks Harz!
Unterer Bundsandstein Rogenstein und Stromatolithen bei Wilhelmshall ( 13 )
Im ehemaligen Steinbruch am Herrenberg
ca. 300 m südöstlich von Wilhelmshall sind
Rogensteinbänke und Stromatolithen aufgeschlossen.
Der Aufschluss ist von der
Landstraße zwischen Athenstedt und Huy-
Neinstedt auf einem beschilderten Wanderweg
zu erreichen, ebenso von verschiedenen
Wanderwegen aus Richtung Mönchhai
oder Sargstedter Warte.
Im Unteren Buntsandstein, vor ca. 240 Mio.
Jahren, war das Gebiet von einem Meer
bedeckt. Obwohl es ein flaches Meer war,
herrschten extrem lebensfeindliche Bedingungen.
Aus dem Wasser wurden kleine
sandige Kalkkügelchen (Ooide) ausgeschieden,
die sich zu bankigen Schichten am
Meeresboden ablagerten. Wegen ihrer Ähnlichkeit
mit Fischrogen werden diese
Schichten auch Rogenstein genannt. Die
Hauptrogensteinzone des Unteren Buntsandsteins
ist im Huy bis zu 35 m mächtig.
Rogenstein ist besonders charakteristisch am Harz-
Nordrand. Er ist gut bearbeitbar und wurde deshalb zur
Errichtung verschiedenster Bauwerke benutzt.
Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen im Meer des Unteren
Buntsandsteins lebten hier Einzeller, sogenannte Cyanobakterien.
Durch ihre sauerstoffproduzierende Tätigkeit
trugen sie dazu bei, dass weiteres Leben auf der Erde möglich
wurde. Sie lebten in Kolonien z.B. auf Sand und bildeten
nach ihrem Tod eine verhärtete Schicht auf der sich die nächste
Kolonie ansiedelte. So entstanden die Stromatolithen, die
im Huy eine Höhe von über einem Meter erreichen können.
Man erkennt sie an der nach oben konvexen Wölbung.
Cyanobakterien gelten als die ältesten Lebewesen und lebten
schon vor 3,5 Mrd. Jahren. Noch lebende Kolonien wurden
übrigens an der Westküste Australiens entdeckt. Sie zählen
dort zum Weltkulturerbe.Grenzen Der Kiebitzdamm im Großen Bruch bei Dedeleben ( 14 )
In vielfacher Hinsicht besuchen wir
mit dem Großen Bruch ein Grenzgebiet:
Schon in der Urkunde
Königs OTTO III. (980 - 1002) aus
dem Jahr 994 über die Verleihung
des Markt-, Münz- und Zollrechtes
für das Stift Quedlinburg heißt es
sinngemäß, dass sich niemand in
den Marktrechtsbereich einzumischen
hat, „innerhalb der folgenden
Grenzen …vom Süden zum Norden von der Unstrut und
Helme bis zur Bode und dem Sumpfgebiet, das sich zwischen
Oschersleben bis zur Hornburg erstreckt.“ Das Sumpfgebiet
als Teil des Oscherslebener Urstromtals ist ein ursprünglich
knapp 50 km langes und 1 bis 4 km breites Niedermoorgebiet,
ein Sammelbecken des von den angrenzenden Höhenzügen
abfließenden Wassers. Bohrungen wiesen fluviatile
Sedimente nach, die als elster- und saalezeitlich eingestuft
wurden. An der Oberfläche stehen holozäne Niedermoortorfe,
Kalkmudden, Wiesenkalke sowie lössbürtige Abschlämmmassen
an. Bereits im 16. Jh. begannen unter
Herzog HEINRICH VON BRAUNSCHWEIG (1489 - 1568) und dem Kardinal-
Erzbischof ALBRECHT VON MAGDEBURG (1490 - 1545), der
zugleich Bischof von Halberstadt war, erste Entwässerungsmaßnahmen
im Inneren des Großen Bruchs. Lange Zeit vorher
wurden bereits drei befahrbare Übergänge angelegt: der
Hessendamm im Zuge der Braunschweigischen Heerstraße
(heute B 79), der Kiebitzdamm zwischen Dedeleben und Jerxheim
(heute B 244) und der Neudamm im Zuge der Heerstraße nach Helmstedt (heute B 245).
Einer Idee des Herzog JULIUS VON BRAUNSCHWEIG
(1528 - 1589) folgend, einen
schiffbaren Wasserweg zwischen Oker
und Bode und darüber hinaus zwischen
Weser und Elbe zu schaffen, wurde der
Hauptgraben erheblich verbreitert und
vertieft. Tatsächlich haben danach höfische
Lustfahrten auf kleinen Booten
stattgefunden und ein Teil des Wasserweges
wird so auch heute noch als
„Schiffgraben“ bezeichnet. Erst mit dem
Bau der nördlich im Bruch verlaufenden
Eisenbahnstrecke Oschersleben – Braunschweig
1842/43 erübrigten sich weitere
Projekte des Kanalbaus. Die unter
preußischer Herrschaft begonnenen umfangreichen
Kultivierungsarbeiten wurden schließlich durch
Meliorationsarbeiten des Reichsarbeitsdienstes 1933-42 fortgesetzt.
Während der deutschen Teilung verlief im Großen
Bruch ein Teil der innerdeutschen Grenze, die Eisenbahnstrecke
wurde unterbrochen und schließlich nach der
Wiedervereinigung aufgegeben. Heute erinnert der Gedenkstein
am Kiebitzdamm an die Grenzöffnung am 8. Dezember
1989 und fast beiläufig an die frühere Grenze zwischen
Preußen und Braunschweig. Ihren Schrecken hat die Grenze
verloren, auch wenn sie heute zum Teil als solche zwischen
den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt weiterhin
existiert. Reste der ehemals für Menschen unwirtlichen
Natur des Großen Bruchs sind im Gebiet der Landmarke 14
bis heute erhalten geblieben. Die größten Teile des Landschaftsschutzgebietes
werden als Grünland genutzt, auf dem
u. a. der Weißstorch seine Nahrung findet.
Geologie des Gebietes
Der Untergrund des nördlichen Harzvorlandes ist durch Salztektonik geprägt. Infolge Fließbewegungen des Salzes bildeten sich Sättel und Mulden. Dort, wo die älteren Gesteine anstehen (Buntsandstein, Muschelkalk), befinden sich Salzhochlagen und unter den anstehenden jüngeren Schichten (Kreide, Jura, Tertiär) salinare Tieflagen. So fallen im Norden die Muschelkalk-Höhenzüge von Hakel, Huy und Großem Fallstein besonders auf. Im Südosten umgrenzen steilgestellte und herausgewitterte Kreidesandsteine die Strukturen des Quedlinburger Sattels und der Halberstädter Mulde.
Ausgewählte Hotels
Hotel Villa Heine Halberstadtwww.hotel-heine.de
(03941) 31400
Landhotel Schäferhof Langensteinwww.schaeferhof-langenstein.de
(03941) 613841
Hotel-Restaurant WaldhausOsterwieck
www.waldhaus-osterwieck.de
(039421)6180
Camping am Halberstädter SeeHalberstadt
www.camping-am-see.de
(03941) 609308
Der Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen wurde 2002 gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der
Regionalverband Harz e. V. übernommen. Der untenstehenden Übersichtskarte können Sie die Lage der Landmarke 14 - Kloster Huysburg entnehmen. Wie dieses Faltblatt der Landmarke 14 werden Ihnen auch die anderen in den Jahren 2003 bis 2005 erschienenen bzw. noch erscheinenden Faltblätter für die insgesamt 16 Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im Naturpark und Geopark Harz zu planen.
Text: Dr. K. George, Ch. Linke, Dr. M. Thomae; Fotos: George, Linke, RVH
Geolog. Blockbild: Dr. I. Rappsilber, Dr. M. Thomae (Landesamt für Geologie und
Bergwesen Sachsen-Anhalt); Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
4., neubearbeitete Auflage, Quedlinburg 2009
Herausgeber: Regionalverband Harz e. V. · Hohe Straße 6 · 06484 Quedlinburg
Tel.(03946) 96410 · Fax (03946) 964142
Internet: www.harzregion.de; mail: rvh@harzregion.de
© Regionalverband Harz e. V.; Alle Rechte vorbehalten
Konzeption & Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation
Herstellung: Koch-Druck Halberstadt
Mit freundlicher Unterstützung von:
Fremdenverkehrsverband Halberstadt (03941) 55 18 17
Geolog. Blockbild: Dr. I. Rappsilber, Dr. M. Thomae (Landesamt für Geologie und
Bergwesen Sachsen-Anhalt); Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
4., neubearbeitete Auflage, Quedlinburg 2009
Herausgeber: Regionalverband Harz e. V. · Hohe Straße 6 · 06484 Quedlinburg
Tel.(03946) 96410 · Fax (03946) 964142
Internet: www.harzregion.de; mail: rvh@harzregion.de
© Regionalverband Harz e. V.; Alle Rechte vorbehalten
Konzeption & Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation
Herstellung: Koch-Druck Halberstadt
Mit freundlicher Unterstützung von:
Fremdenverkehrsverband Halberstadt (03941) 55 18 17