Landmarke 14
Kloster Huysburg
Kloster Huysburg und die Umgebung des Huy ( 1 )
Motiv Etwa 10 km nördlich von Halberstadt thront auf einem der höchsten Berge des Huy das Benediktinerkloster Huysburg, dessen Geschichte bis in das Jahr 1084 zurückreicht. Die Abteikirche aus dem Jahr 1121 ist eines der bedeutendsten Bauwerke romanischer Baukunst und wurde aus dem Kalkstein der Umgebung erbaut. Die Inneneinrichtung mit Kanzel, Altären und Orgel ist barocken Ursprungs. Von der preußischen Regierung wurde das Kloster 1803 aufgehoben, jedoch blieben Kirche und angrenzende Gebäude Eigentum der katholischen Kirche. Seit 1972 ist die Huysburg wieder ein Benediktinerkloster. Für einen Besuch fahren wir von Halberstadt aus in Richtung Dingelstedt. Mit bis zu 313 m über NN erhebt sich der Huy über die umgebenden Ackerflächen. Zahlreiche Wanderwege führen vorwiegend durch Buchenwälder. Eine Wanderung lohnt zu jeder Jahreszeit. Seit über 1.000 Jahren lieferten die Muschelkalkbänke der Huyberge das Baumaterial für Gebäude und Grenzmauern, deren helles Mauerwerk noch heute den umliegenden Dörfern ihr charakteristisches Gepräge gibt. Beispielhaft soll hier das nördlich vom Huy gelegene Dorf Schlanstedt erwähnt werden. Ein Graf ließ dort im 10. Jh. eine Burg errichten. Die umgebenden fruchtbaren Böden auf Löss und die günstigen klimatischen Bedingungen förderten die Entwicklung der Landwirtschaft als bedeutendsten Wirtschaftszweig. Der Landwirt und Pflanzenzüchter ARNOLD AUGUST WILHELM RIMPAU (1814 - 1892) ließ 1839 in Schlanstedt eine der ersten Zuckerfabriken Deutschlands erbauen. Zum Transport der Zuckerrüben wurde eine Feldbahn errichtet. In der Burg Schlanstedt wird in einem Saatzuchtkabinett an diese Zeit erinnert, und auch die Gesteinssammlung von HERBERT G. WILHELM RIMPAU (geb. 1943) kann hier besichtigt werden. Die Saatzuchtfirma STRUBE baute in der Gemarkung Schlanstedt eine Feldbahn. Diese und ein agrarorientiertes Feldbahnmuseum werden heute von einem Verein betreut und der Öffentlichkeit zu verschiedenen Anlässen präsentiert. Schon auf dem Weg vom Huy in Richtung Schlanstedt fällt etwa 1,5 km südwestlich des Ortes an der Straße zwischen Eilsdorf und Schlanstedt ein kleiner aufgelassener Steinbruch auf. Hier wurde mürber Rhätsandstein (Oberer Keuper vor etwa 215 Mio. Jahren) zur Verwendung als Bau- und Stubensand abgebaut.
Motiv Motiv
Fallstein bei Osterwieck
Motiv Motiv Ebenso wie Huy und Hakel ist auch der Fallstein eine Sattelstruktur, in der sich der Muschelkalk aus der Ebene emporhebt. Nördlich des Fachwerkstädtchens Osterwieck mit seiner romanischen Stephanikirche liegt der Große Fallstein (ca. 287 m über NN). Zahlreiche Wanderwege führen durch das bewaldete Gebiet. Vom Bismarckturm, der 1904 am Südrand des Großen Fallsteins eingeweiht wurde, hat man einen wunder vollen Blick zum Harz. Westlich liegt der Kleine Fallstein, ein Höhen rücken der von Kalkstei nen der Oberkreide (98 - 66 Mio. Jahre) sowie Tei len der Unterkreide (144-98 Mio. Jahre) gebildet ist. Nördlich der Gemeinde Hoppenstedt befindet sich ein sehr schöner Aufschluss, der als Naturdenkmal ausgewiesene ehemalige Kalkbruch Hoppenstedt. Im Profil sind sehr gut die vier Sedimentationseinheiten zu erkennen. Im Osterwiecker Heimatmuseum gibt eine umfangreiche prähistorische Sammlung Einblick in die Geschichte der Region.

Öffnungszeiten:

Die - Do. 10 - 12 Uhr und 13 - 16 Uhr
So. 13 - 16 Uhr

Hakel zwischen Heteborn und Cochstedt ( 3 )
Motiv Vom nördlichen Harzrand 16 km entfernt erhebt sich inmitten einer fruchtbaren Ackerlandschaft die bewaldete Bergkuppe des Hakel. Gesteine des Unteren Muschelkalks streichen hier großflächig oberflächennah aus und werden nur von einer geringmächtigen weichselkaltzeitlichen Lössschicht bedeckt. Wegen seiner Armut an Oberflächengewässern ist das Gebiet weitgehend unzersiedelt. Internationale Berühmtheit erlangte der Hakel als Wildforschungsgebiet und wegen seiner einzigartigen Greifvogelfauna. Der besondere Naturschutzstatus (Landschaftsschutzgebiet seit 1939, Europareservat seit 1995) hat bis heute zur Folge, dass kaum Wanderwege ausgeschildert sind. Einzig eine Tour zur Ruine der mittelalterlichen Domburg (244,5 m über NN) kann empfohlen werden. Dazu fahren wir zum Waldrand des Großen Hakel bei Heteborn und legen den Rest der Strecke zu Fuß zurück durch einen wunderschönen Laubwald mit vielen seltenen Baumarten. Legendär unter ihnen sind die Wildkirschen, aus deren Holz Schlafzimmermöbel getischlert wurden, die die Töchter der Hakelförster als Aussteuer in die Ehe gebracht haben sollen.
Bergbaufolgelandschaft "Seeland" Concordiasee bei Nachterstedt ( 4 )
Motiv Südlich des Hakels und unmittelbar angrenzend an das anhaltische Kohlerevier bei Frose (Landmarke 9 ) liegen im ehemals preußischen Gebiet die Braunkohlevorkommen Nachterstedt, Schadeleben und Königsaue. Durch Salzbewegungen im Untergrund bildete sich der Ascherslebener Sattel. In dessen Randsenken kam es zur Braunkohlebildung, die einem kleineren nordöstlichen Becken (mit dem heute vorrangig Naturschutzzwecken gewidmetem See im Tagebaurestloch Königsaue) und einem größeren südwestlichen Becken zugeordnet werden kann. Hier befindet sich heute der Concordia See (Tagebaurestloch Nachterstedt/Schadeleben). Seine Geschichte begann im Jahr 1856 mit dem Aufschluss des Tagebaus Nachterstedt, nachdem zuvor bereits seit 1831 Kohle unter Tage abgebaut wurde. Die größte Kohlemächtigkeit erreichte das Nachterstedter Hauptflöz mit 30 bis 50 m. Hingegen waren die Flöze in der Lagerstätte Königsaue nur zwischen 2 und 13 m mächtig. Mit der Förderung der Braunkohle ging ein wirtschaftlicher Aufschwung durch die Region; der erste Eimerkettenbagger Deutschlands arbeitete in der Grube Concordia. Um das Jahr 1900 hatte der Tagebau Nachterstedt die höchsten Fördermengen in Preußen. Der Abbau der Braunkohle erforderte in den Folgejahren die Verlegung einer Eisenbahnstrecke (1914) und sogar die Umsiedlung der Orte Nachterstedt (ab 1928) und Königsaue (1965). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erwies sich die Kohleförderung als unwirtschaftlich, so dass 1991 die Stilllegung des Tagebaus Schadeleben eingeleitet wurde; deshalb gelangten ca. 18 Mio. t Kohle nicht mehr zum Abbau. Während die Wasserhaltung im Tagebaurestloch Königsaue bereits 1991 eingestellt wurde, waren im Bereich des heutigen Concordia Sees noch umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig, um in diesem Gebiet eine Erholungslandschaft anzulegen. Das Harzer Seeland ist ein weitläufiges Naturgebiet mit kilometerlangen, gut ausgebauten Wegen und herrlichen Ausblicken. Das Zentrum der touristischen Nutzung liegt gegenwärtig im Norden des Concordia Sees und reicht von der entstehenden Ferienhaussiedlung über den Abenteuerspielplatz, dem Reitsportzentrum Königsaue bis hin zu verschiedenen Aussichtspunkten sowie dem Informations- und Versorgungszentrum mit Gaststätte am Aussichtspunkt Schadeleben. Auch nach dem Erdrutsch von Nachterstedt im Juli 2009 wird die touristische Infrastruktur weiterentwickelt. Dazu gehören u. a. der Ausbau des Europaradweges R1 und der Aufbau eines Infopunktes für Radfahrer.
Motiv
Halberstädter Kreidemulde Lehof bei Quedlinburg ( 5 )
Motiv Wir verlassen Quedlinburg hinter dem Klinikum, folgen dem nach links abbiegenden Ditfurter Weg und erreichen bald den Felsen des Lehofs. Wegen seiner besonderen Eigenart und Schönheit sowie seiner Bedeutung als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten wurde er frühzeitig als Naturdenkmal geschützt. So reichen heute Sandtagebaue bis an den Felsen heran, dürfen diesen aber nicht zerstören. Abgebaut wird kreidezeitlicher entfestigter Sandstein, der die Sedimentfolge beginnend im tieferen Untergrund mit Sedimenten der Trias und darüber des Jura und der Kreide mit den sogenannten Involutus-Schichten der oberen Kreide (Emscher) abschließt. Ein Aufstieg auf den Felsen des Lehofs lohnt wegen einer wunderschönen Aussicht auf das nördliche Harzvorland.
Großer Thekenberg bei Westerhausen ( 6 )
Motiv Auf dem Steinholzweg verlassen wir Quedlinburg in nordwestlicher Richtung, um am Südrand des Naturschutzgebietes „Harslebener Berge und Steinholz“ zum Großen Thekenberg (205 m über NN) und damit weiter am Südrand der Halberstädter Kreidemulde zu wandern. Wer die weite Entfernung scheut, der fährt von Westerhausen auf der Landstraße in Richtung Halberstadt bis zum Wanderparkplatz am Naturschutzgebiet und beginnt seine Tour dort. Das Naturschutzgebiet ist Teil einer langgestreckten Schichtstufe aus Sandsteinen der Oberkreide (Involutus-Sandstein, Coniac) an der Südflanke der Halberstädter Kreidemulde. Nach Westen hin zum Großen Thekenberg werden die dort unbewaldeten Südhänge immer steiler. Teilweise steht blanker Fels an. Gravuren im Sandstein zeugen von der jahrzehntelangen Anwesenheit von Soldaten der früheren Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf den waldfreien Flächen haben sich Trockenrasengesellschaften mit seltenen und vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten ausgebildet. Das Wegegebot im Naturschutzgebiet ist deshalb unbedingt zu beachten. Besonders eindrucksvoll sind in jedem Frühjahr die blühenden Frühlings- Adonisröschen (Adonis vernalis). Am Fuße des Großen Thekenberges gibt es ein besonderes Naturschauspiel zu beobachten, wenn auf dem Ackerland plötzlich ein 12 ha großer zu- und abflussloser Flachwassersee entsteht. Das passiert allerdings nicht in jedem Jahr. Er trägt im Volksmund den Namen „Schnepfensee“, weil er durchziehenden Schnepfenvögeln, deren Brutgebiete bis in die arktischen Tundrenreichen, Rastmöglichkeiten bietet. Interessant sind zwei große Sickerschächte eines Entwässerungssystems aus dem 19. Jh.
Motiv
Gläserner Mönch bei Langenstein ( 7 )
Motiv Ein beliebtes Ausflugsgebiet ist die südlich von Halberstadt liegende Hügellandschaft. Mitte des 18. Jh. wurden die damals kahlen Spiegelsberge vom Halberstädter Dom dechanten ERNST LUDWIG CHRISTOPH SPIEGEL (1711-1785) zu einem Landschaftspark umgestaltet. In den folgenden Jahren wurden auch die Klusberge aufgeforstet. Die Klusberge mit ihren Felsklippen befinden sich in östlicher Richtung. Wir wandern auf den ausgeschilderten Wegen vom Gut Spiegelsberge in der Nähe des Tiergeheges Halberstadt in Richtung Langenstein und erreichen nach ca. 4 km den Aufstieg zur Felsklippe „Gläserner Mönch“. Eine Treppe führt zur Bergkuppe. Eine weitere Treppe führt dann die aus Sandstein der Oberkreide bestehende Felsklippe hinauf. Für die Anstrengungen des Aufstiegs werden wir mit einem wunderschönen Blick auf den Harz und das Vorland belohnt. Anschließend empfehlen wir den Besuch der nahegelegenen Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. In den Jahren 1944/45 leisteten hier Tausende Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Schwerstarbeit. Zur Untertageproduktion von Rüstungsteilen der Junkerswerke mussten die Häftlinge ein Stollensystem in den Thekenbergen anlegen.
Höhlenwohnungen Langenstein ( 8 )
Rabenklippe Das Dorf Langenstein wird südlich von einem schmalen Sandsteinhöhenzug begrenzt. Im 12. Jh. wurde hier eine Burg erbaut, die in den folgenden zwei Jh. ein beliebter Aufenthalts ort der Halberstädter Bischöfe war. Im 17. Jh. wurde die Burg weitestgehend abgerissen. Heute zeugen vereinzelte Mauerreste von ihrer Existenz. Vom Bergkamm aus erschließt sich uns ein fantastischer Ausblick in Richtung Norden auf Halberstadt und den Huy sowie in Richtung Süden auf den Regenstein (Landmarke 9). Weiter westwärts gelangen wir zu den Sandsteinhöhlenwohnungen, die an einem schmalen Hohlweg liegen. Seit wann die künstlich angelegten Höhlen existieren, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall wurde eine der Höhlen noch bis 1916 bewohnt. Auch auf dem Schäferberg gab es eine „Höhlenstraße“, deren Wohnungen ebenfalls bis Anfang des 20. Jh. bewohnt waren. Einer der letzten Höhlenbewohner war ein gewisser LUDCHEN SCHMIDT, der sein Geld sprichwörtlich „im Hand umdrehen“ verdiente: Er war Drehorgelspieler. Nach dem Spaziergang in die nähere Umgebung bietet sich ein Besuch auf dem Schäferhof Langenstein an. Hier lassen sich bei hausgebackenem Kuchen oder einem herzhaften Imbiss neue Kräfte sammeln. Erwähnenswert ist auch das Schloss Langenstein. Es war von der Freifrau MARIA ANTONIA VON BRANCONI (1746-1793) bewohnt, die JOHANN WOLFGANG GOETHE (1749-1832) mehrfach zu ihren Gästen zählte. Um das Schloss erstreckt sich einer der schönsten Landschaftsparks des nördlichen Harzvorlandes.
Quedlinburger Sattel Hoppelberg zwischen Börnecke und Langenstein ( 9 )
Motiv Der Hoppelberg ist mit 308 m über NN ein bestimmender Berg des nördlichen Harzvorlandes und bildet morphologisch den nordwestlichen Scheitelpunkt in der Schichtrippenlandschaft. Geologisch ist er das nordwestliche Ende des Quedlinburger Sattels (Landmarke 9).
Halberstädter Saurier Museum Heineanum Halberstadt ( 10 )
Motiv In einer Halberstädter Tongrube fand man 1899 zwei Wirbelknochen, die der Apotheker JOHANNES MAAK als wissenschaftlich wertvoll einstufte. Er überzeugte den Grubenbesitzer davon, nach weiteren Knochen suchen zu lassen. Dabei wurde das fast vollständige Skelett eines Rudersauriers (Plesio saurus) gefunden. Das Skelett wurde im Städtischen Museum ausgestellt. In einer anderen Halberstädter Tongrube fand man ca. 10 Jahre später weitere fossile Knochen. Nachdem der Greifswalder Professor OTTO JAEKEL (1863-1929) die Funde als Dinosaurierreste analysiert hatte, wurde weitergegraben und man fand hier bis 1912 die Reste von etwa 35 Sauriern, die vorwiegend zur Gruppe der Plateosaurier gehören. Aber auch Reste von Muscheln, Krebsen und Fischen sowie das fast vollständige Skelett einer der ältesten bisher bekannten Landschildkröte wurden geborgen. Die Dinosaurier lebten im Erdmittelalter, im Keuper vor 220 Mio. Jahren. Etwa 20-30 Mio. Jahre später, zu Beginn des Jura, lebte der Rudersaurier. Zu dieser Zeit lag das heutige Harz gebiet am Rande des Germanischen Binnenmeeres, dessen Ausdehnung sich häufig veränderte und das sich zu Beginn des Juras weiter ausgedehnt hatte. Das Klima war subtropisch und feucht warm. Die beiden Skelette des Plateosauriers und des Plesiosauriers sind im Eingangsbereich des Museums Heineanum ausgestellt. Ein geologisches Modell zeigt die Schichtfolge des Fundortes. Das Heineanum ist auch ein einzigartiges Museum für Vogelkunde. Die ornithologische Sammlung sowie eine umfangreiche Bibliothek mit Werken der Ornithologie und Zoologie wurden von Oberamtmann FERDINAND HEINE (1809– 1894) angelegt. Seit 1909 ist die Sammlung öffentlich zugänglich. Das 100 jährige Jubiläum im Jahr 2009 beging das Heineanum mit einer Festwoche und verschiedenen Veranstaltungen. Die Ausstellungen des Heineanums befassen sich u. a. mit den Themen „Vögel der Welt“ und „Vögel des Harzes und seines Vorlandes“. Auf dem Museumsgelände kann auch ein Stromatolith besichtigt werden (vgl. Geopunkt 13).
www.heineanum.de
Öffnungszeiten Museum Heineanum:

Di - Fr 09.00-17.00 Uhr Sa /So 10.00-17.00 Uhr
Führungen auf Anfrage: (03941) 551460

Zum Ensemble des Domplatzes gehören neben dem gotischen Dom und weiteren Museen auch die romanische Liebfrauenkirche, deren Baumaterial im Huy gewonnen wurde.
Zurück in den Huy Daneilshöhle bei Röderhof ( 11 )
Motiv Wir fahren mit dem Auto von Röderhof aus in Richtung Mönchhai und folgen der Ausschilderung zur Daneilshöhle. In einer Felswand des Mittleren Buntsandsteins bilden drei miteinander verbundene Räume Höhlen, die während der Eiszeit aus dem Sandstein gewaschen wurden. Die geraden Felswände und Ausbuchtungen für Sperrbalken deuten darauf hin, dass die Höhle künstlich erweitert wurde und zeitweise bewohnt war. Der Name der Höhle geht auf die Sage vom Räuber Daneil zurück. Dieser hauste in der Höhle, über fiel und beraubte vor allem reisende Kaufleute im Wald. Eines Tages beraubte er auch ein Mädchen, ließ ihr aber das Leben. Dafür musste sie mit in seine Räuberhöhle kommen und ihm den Haushalt führen. Nach einigen Jahren gelang ihr endlich die Flucht. Da sie Daneil aber versprochen hatte, keinem Menschen etwas von ihm und seinem Aufenthaltsort zu erzählen, klagte sie dem steinernen Roland am Halberstädter Rathaus ihr Leid. Natürlich hörte heimlich jemand mit und die Nachricht verbreitete sich schnell unter den Bürgern der Umgebung. Mit reichlich Mehl und Wasser zogen sie in den Wald und kochten dort große Mengen an Mehlbrei. Diesen schütteten sie in eine Höhlenöffnung so dass der Räuber und sein Gefolge jämmerlich darin umkamen.
Pleistozän Gletschertöpfe bei Huy-Neinstedt ( 12 )
Motiv Die Gletschertöpfe befinden sich ca. 800 m südlich von Huy-Neinstedt. Sie sind von der Parkmöglichkeit an der Landstraße zwischen Athenstedt und Huy-Neinstedt zu erreichen. An der Straße befindet sich ein Hinweisschild. Durch den Wald läuft man ca. 5 Minuten (nach etwa 2 Minuten Fußweg nimmt man an der Weggabelung den rechten Weg) und erreicht dann den ehemaligen Steinbruch am Hardelsbruch. Hier wurden die Gletschertöpfe beim Gesteinsabbau freigelegt. Gletschertöpfe sind Gesteinsauswaschungen die durch die Wirkung eiszeitlichen Schmelzwassers entstanden sind. Die Gletschertöpfe beweisen die Anwesenheit der skandinavischen Gletscher an diesem Ort. Ihre Entstehung geht auf die Saale-Kaltzeit vor mehr als 200.000 Jahren zurück. Gletschertöpfe sind im außeralpinen Raum sehr selten. Deswegen hat der Geotop eine überregionale Bedeutung.
Unterer Bundsandstein Rogenstein und Stromatolithen bei Wilhelmshall ( 13 )
Motiv Im ehemaligen Steinbruch am Herrenberg ca. 300 m südöstlich von Wilhelmshall sind Rogensteinbänke und Stromatolithen aufgeschlossen. Der Aufschluss ist von der Landstraße zwischen Athenstedt und Huy- Neinstedt auf einem beschilderten Wanderweg zu erreichen, ebenso von verschiedenen Wanderwegen aus Richtung Mönchhai oder Sargstedter Warte. Im Unteren Buntsandstein, vor ca. 240 Mio. Jahren, war das Gebiet von einem Meer bedeckt. Obwohl es ein flaches Meer war, herrschten extrem lebensfeindliche Bedingungen. Aus dem Wasser wurden kleine sandige Kalkkügelchen (Ooide) ausgeschieden, die sich zu bankigen Schichten am Meeresboden ablagerten. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit Fischrogen werden diese Schichten auch Rogenstein genannt. Die Hauptrogensteinzone des Unteren Buntsandsteins ist im Huy bis zu 35 m mächtig. Rogenstein ist besonders charakteristisch am Harz-Nordrand. Er ist gut bearbeitbar und wurde deshalb zur Errichtung verschiedenster Bauwerke benutzt. Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen im Meer des Unteren Buntsandsteins lebten hier Einzeller, sogenannte Cyanobakterien. Durch ihre sauerstoffproduzierende Tätigkeit trugen sie dazu bei, dass weiteres Leben auf der Erde möglich wurde. Sie lebten in Kolonien z.B. auf Sand und bildeten nach ihrem Tod eine verhärtete Schicht auf der sich die nächste Kolonie ansiedelte. So entstanden die Stromatolithen, die im Huy eine Höhe von über einem Meter erreichen können. Man erkennt sie an der nach oben konvexen Wölbung. Cyanobakterien gelten als die ältesten Lebewesen und lebten schon vor 3,5 Mrd. Jahren. Noch lebende Kolonien wurden übrigens an der Westküste Australiens entdeckt. Sie zählen dort zum Weltkulturerbe.
Grenzen Der Kiebitzdamm im Großen Bruch bei Dedeleben ( 14 )
Motiv In vielfacher Hinsicht besuchen wir mit dem Großen Bruch ein Grenzgebiet: Schon in der Urkunde Königs Otto III. aus dem Jahr 994 über die Verleihung des Markt-, Münz- und Zollrechtes für das Stift Quedlinburg heißt es sinngemäß, dass sich niemand in den Marktrechtsbereich einzumischen hat, der sich „innerhalb der folgenden Grenzen ... vom Süden zum Norden von der Unstrut und Helme bis zur Bode und dem Sumpfgebiet, das sich zwischen Oschersleben bis zur Hornburg ersteckt.“ Das Sumpfgebiet als Teil des Oscherslebener Urstromtals ist ein ursprünglich knapp 50 km langes und 1 bis 4 km breites Niedermoorgebiet, ein Sammelbecken des von den angrenzenden Höhenzügen abfließenden Wassers. Bohrungen wiesen fluviatile Sedimente nach, die als elster- und saalezeitlich eingestuft wurden. An der Oberfläche stehen holozäne Niedermoortorfe, Kalkmudden, Wiesenkalke sowie lößbürtige Abschlämmmassen an. Während der deutschen Teilung verlief im Großen Bruch die innerdeutsche Grenze. Die über den Kiebitzdamm verlaufende Eisenbahnstrecke wurde unterbrochen und schließlich nach der Wiedervereinigung aufgegeben. Heute erinnert der Gedenkstein an die Grenzöffnung am 8. Dezember 1989 und fast beiläufig an die frühere Grenze zwischen Preußen und Braunschweig. Ihren Schrecken hat die Grenze verloren, auch wenn sie heute als solche zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt weiter existiert.
Älteste Wasserburg Deutschlands Wasserschloss Westerburg ( 16 )
Motiv Die von zwei Burgwällen und zwei Burggräben umgebene Anlage ist vollständig erhalten. Bei der Kernburg handelt es sich um eine nahezu quadratische Ringmauerburg mit rundem Bergfried, der vermutlich um 1200 entstand. Die Wohnburg entstand hauptsächlich in der Spätgotik. Weitere Ausbauten erfolgten in der Renaissance, in der auch der Wirtschaftshof auf ovalem Grundriss errichtet wurde. Ein Kleinod ist die barokke Schlosskapelle, deren Innenausstattung unverändert erhalten ist. Erste Erwähnung fand das Gebiet um die Burg im Jahr 1052, als es Kaiser Heinrich III. dem Bistum Halberstadt schenkte. Es folgten mehrmalige Besitzerwechsel. Heute beherbergt die denkmalgerecht sanierte Burg ein Fist-Class-Superior Hotel.
Geologie des Gebietes
Der Untergrund des nördlichen Harzvorlandes ist durch Salztektonik geprägt. Infolge Fließbewegungen des Salzes bildeten sich Sättel und Mulden. Dort, wo die älteren Gesteine anstehen (Buntsandstein, Muschelkalk), befinden sich Salzhochlagen und unter den anstehenden jüngeren Schichten (Kreide, Jura,Tertiär) salinare Tieflagen. So fallen im Norden die Muschelkalk- Höhenzüge von Hakel, Huy und Großem Fallstein besonders auf. Im Südosten umgrenzen steilgestellte und herausgewitterte Kreidesandsteine die Strukturen des Quedlinburger Sattels und der Halberstädter Mulde.
Motiv
Ausgewählte
Übernachtungsmöglichkeiten
Motiv Hotel Villa Heine Halberstadt
www.hotel-heine.de
(03941) 31400
Motiv Landhotel Schäferhof Langenstein
www.schaeferhof-langenstein.de
(03941) 613841
MotivHotel-Restaurant Waldhaus
Osterwieck
www.waldhaus-osterwieck.de
(039421)6180
MotivCamping am Halberstädter See
Halberstadt
www.camping-am-see.de
(03941) 609308
MotivRomanik-Hotel Wasserschloss Westerburg
www.hotel-westerburg.de
(039422) 9550
Motiv
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute rund um die Huysburg. Auch sachkundige Führungen können vermittelt werden (Kontakt: Leiter der Arbeitsgruppe der Geoführer im Regionalverband Harz, Herr Dr. STEIGER Tel.: (03944) 369085 oder e-mail: T_Steiger@gmx.de). Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Natur- und Geoparks Harz!
Autoren: Dr. K. George, Ch. Linke, Dr. M. Thomae
Geol. Blockbild: Dr. I. Rappsilber, Dr. M. Thomae (Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt)
Fotos: George, Lerche, Linke, Seeland GmbH, RVH