Landmarke 13
Rübeländer Tropfsteinhöhlen
Geologie des Gebietes
Im geologisch gut abgegrenzten Raum des Elbingeröder Komplexes sind rund 400 Millionen Jahre geologischer Entwicklung manifestiert. Nach der Sedimentation toniger Schlammschichten im Unterdevonmeer begann vor 380 Mio. Jahren eine nachhaltige Vulkantätigkeit, die zur Bildung der Gesteine Keratophyr und Spilit (bergmännisch „Schalstein“) führte. Die Laven schufen (zwischen Königshütte und Blankenburg) vier meist submarine Spaltenvulkane. Die Vulkanite variieren stark, meist sind sie grün, seltener rötlich. Sie führen eingewalztes Fremdmaterial, sind blasig oder fragmentiert und auch pseudogeschichtet. Nach der vulkanischen Hauptphase erfolgte dann die Bildung einer der größten Eisenerzlagerstätten Deutschlands. Untermeerisch austretende, mineralisierte Hydrothermen aus den Magmenherden brachten die unterschiedlichsten Elemente direkt auf den Lavaoberflächen zum Absatz. Je nach den örtlichen Bedingungen entstanden so die verschiedensten Eisenminerale: Magnetit, Hämatit, Siderit und Chlorit, dazu noch wechselnd Quarz und (aus dem Meerwasser) Kalkstein. Deshalb ändert sich nicht nur die Zusammensetzung der Eisenerze, sondern auch ihre räumliche Erstreckung. Die Erzkörper sind bis zu 30 m mächtig und manchmal über mehrere hundert Meter lang. Daneben entstanden zeitgleich im Mitteldevon chemisch reinste Korallenkalkstein-Sedimente mit bis zu 600 m Mächtigkeit. Die optimalen Bedingungen dafür waren die Äquatorlage im Devon und die Kalziumlieferung aus den Vulkanen. Gleichzeitig sank der Meeresgrund hier kontinuierlich ab, so dass die Korallen ihre Bauten ständig der lebensnotwendigen Wassertiefe von maximal 60 m anpassen mussten. Mitten im Elbingeröder Komplex war auch noch Schwefel im Angebot der Hydrothermen, so dass als Sondertyp eine gleichalte Pyritabscheidung stattfand. Im Oberdevon tauchte dann der ganze Komplex ab, wurde da durchlandfern und mit Schiefersedimenten zugedeckt. Der nächste Magmatismus lieferte im Perm zwischen Wernigerode und Ilfeld die Mittelharzer Porphyr-Gänge. Jüngste geologische Prozesse, gebunden an die Heraushebung als Harzgebirge, sind die Höhlenbildung (Verkarstung) im Kalkstein und die Oxidation der Pyritlagerstätte zu Brauneisenerz (Eiserner Hut).
Motiv
Rübeländer Tropfsteinhöhlen ( 1 )
Motiv Nicht ohne Grund würdigte schon JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749- 1832) die Schönheit der Baumannshöhle. Die Baumannshöhle glänzt durch ihren Tropfsteinschmuck, der von Deckenzapfen (Stalaktiten) über Bodenzapfen (Stalagmiten) – zu sammengewachsenen Stalagnaten – bis zu Sinterterrassen reicht. Die Formen der Gebilde, die aus an Kalziumbikarbonat reichen Niederschlagswässern kristallisieren, hängen von der unterschiedlichen Wasserzufuhr ab. Stalaktiten entstehen durch das von der Decke ablaufende bzw. abtropfende Wasser, die Bodenzapfen dagegen aus den Aufschlagswässern. Sintergalerien bilden sich, wenn die Wässer von der Oberfläche her auf längeren Klüften eindringen können. Die Hermannshöhle ist das Paradebeispiel dafür, wie sich eine Flusshöhle entwickelt. Wir können hier sehen, wie die Hohlraumbildung von weitreichenden Klüften (Erdbebenrissen) aus geht und wie hier in den zusammengewachsenen großen Räumen Bruchfelder entstehen. Auch ist deutlicher als anders wo die etappenweise Vertiefung der Höhle mit Schaffung neuer Räume parallel zur jeweiligen Vertiefung des Bodelaufes zu erkennen. In der Hermannshöhle leben, vor vielen Jahren aus Slowenien importierte, männliche Grottenolme Proteus anguineus ohne Chance auf Vermehrung. An einer besonderen Stelle der Hermannshöhle gibt es eine exquisite, weltweit sehr seltene Sekundärbildung: Aus einem einst stehenden Wasserbecken kristallisierte ein Rasen von wenigen Millimetern großen Calciten aus. Beiden Höhlen gemeinsam sind aber der Tropfsteinschmuck, die niedrigen Temperaturen von ganzjährig nur 8o C, eine hohe Luftfeuchtigkeit, Tropfnässe, Knochenfunde prähistorischer Tiere (z. B. Höhlenbär) sowie Lehmeinschwemmungen. In der Baumannshöhle gestaltete man einen 2.500 m2 großen Hohlraum zum Goethe-Saal mit dem künstlichen Wolfgang- See: Ort von Höhlenfestspielen.

Rübeländer Tropfsteinhöhlen
Öffnungszeiten: täglich ab 9 Uhr
(in Vor- und Nachsaison jeweils nur eine Höhle)
(03 94 54) 4 91 32
www.harzer-hoehlen.de
Motiv
Der Blaue See bei Hüttenrode ( 2 )
Motiv Soll der See am Garkenholz bei Hüttenrode seinem Namen gerecht werden, so müssen wir ihn im Frühjahr besuchen. Er füllt ein kleines, 50 Jahre altes Tagebaurestloch im Kalkstein. Niederschlagswässer mit gelöstem Kalziumbikarbonat strömen ihm zu, ein Teil verdunstet und eine geringe Menge fließt auch ab. Durch die Verdunstung reichert sich der gelöste Stoff soweit an, dass ein sogenannter überkritischer Zustand entsteht. Jeder Fremdkörper im Wasser wirkt als Kristallisationskeim und beseitigt das Ungleichgewicht. Auf dem Seeboden setzt sich Kalkschlamm ab. So wird jegliches Leben im See unmöglich. Derart „wüstes“ Wasser reflektiert vornehmlich die blauen Anteile des Lichtes. Mit fortschreitender Jahreszeit reicht der gelöste Stoffanteil dann nicht mehr aus, alles Fremde abzusenken – der See wird durch Algenwuchs grün und bleibt es bis zum Frühjahr. Im abfließenden Rinnsal setzt sich der Fällungsprozess fort, Blätter und Gräser werden versteinert – als Vorstufe eines Travertin-Vorkommens. Der Blaue See liegt in einem um 1886 begonnenen großen Kalkstein-Abbaufeld. Von dem einstmals hier zum Kalkbrand verwendeten Ringofen ist nur noch die Ruine zu erahnen. In der Steinbruchwand im Osten des Geländes zeigt sich eine Doline als Einsturztrichter oder Karstrinne des Tertiär. Ein Gemenge aus Tertiärquarziten und Tonschieferbruchstücken, in braunem Lehm gebettet, ist eingeschwemmt. Am Fuß des Bruches liegt an der B 27 ein unbewachter Parkplatz.
Marmorbruch Krockstein ( 3 )
Motiv An der B 27 zwischen Rübeland und Hüttenrode nehmen unterhalb des Krocksteins die bis dahin parallel verlaufende Straße und die Bode unterschiedliche Wege. Zwischen den Häusern führt ein schmaler Pfad bergauf zu den Brüchen und den Abraumhalden. Der hier seit dem 12. Jh. ab ge baute Marmor ist ein differenziert hämatitisierter, fossilreicher Kalkstein eines devonischen Riffatolls und als solcher das zeitliche Äquivalent der Eisenerzlagerstätten. Die hohe Zeit des Abbaus datiert zwischen 1715 und 1889. Eine starke tektonische Verschuppung der Gesteinsfolgen ließ im Prinzip nur die Fertigung von Dekorationselementen zu (z. B. im Berliner Dom). Am steilen Wandabbruch zur Bode ist ebenso Vorsicht zu wahren wie bei der Visite in den Brüchen. Schon der Blick Richtung Rübeland über das Bodetal entschädigt für die Mühen des Aufstiegs. Am Fuße des Krocksteins an der Bushaltestelle beeindruckt ein exzellenter Aufschluss in einer Kulm-Grauwacke.
Besucherbergwerk„Drei Kronen & Ehrt“ ( 4 )
Motiv Nach 101 Jahren Tiefbau verließ am Barbaratag des Jahres 1990 (4. Dezember) der letzte Förderwagen die „Grube Einheit“. Zeitgleich mit der Verwahrung der Schwefelkiesgrube begann der Ausbau des Besucherbergwerks „Drei Kronen & Ehrt“. Die Lagerstätte hatte wäh rend ihrer Betriebsperioden einiges an Rohstoffen zu bieten. In ihrem ausstreichenden Verwitterungsbereich (Pinge „Großer Graben“) reichte es über Jahrhunderte von Brauneisen- bis zu Manganerzen. Über fast 100 Jahre war dann der Pyrit (Schwefelkies) von alleinigem Interesse. Er diente als Grundlage für die Schwefelsäure- Industrie und war das einzige abbauwürdige Pyritvorkommen in der DDR. Die hohen Gestehungskosten führten mit der Währungsunion 1990 zur Schließung. Eine Besonderheit war die 1982 in geringsten Mengen angetroffene, fleckig-rot durch Hämatitimprägnierte grüne Keratophyrlava. Der Rohstein konnte vor der Verwahrung geborgen werden. Er dient seither unter der Bezeichnung „Harzer Blutstein“ zur Fertigung von geschliffenen und hochglanz polierten unikaten Schmucksteinen aller Art. Zu besichtigen sind Geologie und Technik in 800 m (von einst 45.000 m) Grubenstrecke und ein Abbau. Alles ist mit Bergbaumaschinen letzter DDR-Tage ausgestattet. Jede Maschine ist funktionstüchtig und wird Besuchern vorgeführt. Ein Zug mit für den Personentransport umgebauten Hunten bringt uns in den Berg. Schutzkleidung wird gestellt. Bergbautypische Exponate auf dem Betriebshof und ein kleines Museum komplettieren die Ausstellung. Ansehenswert sind die Bandbreiten der Calcitkristalle und vulkanischen Gesteine aus der Grube „Einheit“. Ein bergmännisch drapierter Zugang zum Besucherbergwerk liegt etwa auf der Mitte zwischen Elbingerode und Rübe land an der B 27. Hinweisschilder weisen den Weg zum Parkplatz.

www.dreikronenundehrt.de
Altbergbau-Pinge „Großer Graben“ ( 5 )
Motiv „… wo der Stein mit Keilhacken ohne einige Mühen losgerissen werden kann“, so ist 1620 in einer Beschwerde der Elbingeröder Bergleute an das Bergamt zu lesen, als sie für ihr „hartes“ Roteisenerz eine höhere Bezahlung forderten als sie für das Erz vom Großen Graben üblich war. Es war weiches Brauneisenerz, ein Verwitterungsprodukt von Pyrit in der Nähe der Tagesoberfläche, entstanden durch Nässe zusammen mit dem Sauerstoff der Luft und begünstigt durch das Wirken von Schwefelbakterien, die Sulfiderze zersetzen. Da das Brauneisen auch noch höhere Gehalte an Mangan besaß, bestand eine große Nachfrage bei den Hütten. Die nächstgelegenen Hütten an der Bode konnten obendrein günstig angefahren werden. Auch lieferte diese Lagerstätte zuverlässiger als andere, da sie kaum Schwierigkeiten mit zusetzenden Wässern hatte, denn die benachbarten, 70 m tiefer liegenden Täler von Bode und Mühlenbach entwässerten auf natürlichem Wege das hangende Kalksteingebirge über die Karst-(Höhlen-) räume und verminderten so den Wasserzutritt in den Tagebau erheblich. Heute sehen wir eine leicht zugewachsene ovale Vertiefung mit einem braunen Kegel im Zentrum. Die mittige Erhebung ist verwitterte unbauwürdige Keratophyr-Lava. Um zum Geo- Punkt zu gelangen, biegen wir auf der B 27 hinter Elbingerode in Richtung Rübeland unmittelbar vor dem Ortsausgangsschild nach rechts ab und überqueren aufmerksam den schlecht einsehbaren Bahnübergang. Dann folgen wir dem schmalen Weg bis zum oberen Betriebstor zu Füßen des zentralen Fördergerüstes. Von hier aus laufen wir die restlichen 250 m entlang eines kleinen Wäldchens bis zum Aussichtspunkt. Die Pinge ist gesperrt, weil auf ihrem Grund mehrere unverfüllte Schächte eine Gefahr darstellen. Von der Zufahrt haben wir einen herrlichen Blick auf Elbingerode, auf Kalksteinbrüche und –halden, das Hohne-Massiv und den Brocken.
Galgenberg ( 6 )
Motiv Östlich von Elbingerode liegt am „Weg Deutscher Kaiser und Könige“ der Galgenberg mit seinen imposanten, das ebene Wiesengelände überragenden Klippen (506 m ü. NN). Devonischer Kalkstein des Harzer Grundgebirges baut diese Klippen auf. Von hier haben wir einen herrlichen Ausblick über einen Teil der Elbingeröder Hochfläche. Mit etwas Glück und scharfem Auge können wir auch herausgewitterte Fossilien der ehemaligen Korallenstöcke erkennen. Der geringmächtige, kalkreiche Boden des Klippenumlandes trägt eine entsprechende artenreiche Vegetation von Gräsern, Kräutern und sogar Orchideen. Südlich erstreckt sich ein Tagebau auf Kalkstein mit mehreren Sohlen. Hier wird, wie auch auf der anderen Seite des Ortes im „Neuen Tagebau“ (Informationspunkt), Kalkstein abgebaut und in den unmittelbar benachbarten Schachtöfen gebrannt. Eine steilstehende, in den Kalkstein eingeschuppte karbonische Schieferscholle fällt durch ihre dunkle Farbe auf. In frühen Zeiten soll sich auf dem Galgenberg eine Thing- und Gerichtsstätte und ab dem 16. Jahrhundert eine Hinrichtungsstätte befunden haben. Heute finden wir hier die Stempelstelle Nr. 38 für die „Harzer Wandernadel“.
Bockberg bei Königshütte ( 7 )
Rabenklippe Fahren wir auf der B 27 von Königshütte in Richtung Mandelholz, so queren wir unmittelbar vor der Eisenbahnbrücke das Teichtal. Dort ragt an der B 27 eine steile Wand empor. Grüne, basische Vulkanite (Schalsteine) des Mitteldevon zeigen hier exemplarisch, wie auf Klüften im Gestein einst die wässrigen, eisenführenden Lösungen durch das Gestein in Richtung Meeresboden nach oben wanderten. Die Klüfte sind in einigen Bereichen, oft auch begleitet von einer Hämatitisierung des Gesteins selbst, mit Hämatiterzen sowie mit Quarz, seltener mit Calcit gefüllt. Im weiteren Verlauf der B 27 stehen nach etwa 300 m am rechten Straßenrand einige kleine Gebäude, in denen wir abgesehen von sehr wenig Fremdgestein fast alle Varietäten derjenigen Schalsteine verbaut finden, die es um Elbingerode herum gibt. Auch die Elbingeröder Kirche ist nur aus Schalstein gebaut.
Von der Königsburg zum Hahnenkopf ( 8 )
Motiv Die Königsburg liegt am Zusammenfluss von Kalter und Warmer Bode oberhalb Königshütte in Richtung Tanne. Gestalterische Elemen te des Parkplatzes zu ihren Füßen sind große Brocken Kalkstein aus dem Neuen Tagebau Elbingerode. Dieses Gestein ist wegen seiner intensiven Durchsetzung mit grobspätigem Calcit wirtschaftlich unbrauchbar aber dennoch schön an zu sehen. Der Turm der Burg aus dem 10. Jh. und die Mauerruinen bestehen aus Gesteinen der näheren, aber auch weiteren Umgebung: Schiefer, Diabas, Schalstein, Granit, Kalkstein, Grauwacke, Keratophyr, Flinzkalk, Wetzschiefer – nur Roteisenerz scheint zu fehlen. Erstaunlich ist auch, dass ausgesprochen wenig Flussgerölle verbaut sind. Folgen wir linksseitig der abwärts fließenden Bode, so finden wir Gesteine aus dem Liegenden des Elbingeröder Komplexes. Zuerst allerdings treffen wir auf einen Mittelharzer Granitgang, der als Härtling herausgewittert ist. Sein Grenzbereich (Salband) zum Schiefer verläuft unregelmäßig, ist aber deutlich wahrnehmbar. In die unterdevonischen Schiefer sind immer wieder wechselnd mächtige Diabaskörper eingelagert. Sie fallen durch ihre weißen Einsprenglinge von Feldspat in einer dichten Grundmasse auf und sind stets herauspräpariert. So auch der Papenberg nördlich der Überleitungssperre Königshütte, dessen Hangvorsprung mit Klippenbildung unterhalb des einmündenden Bachtales besonders mächtig ist. Diese durch unterschiedliche harte Gesteine bedingte Morphologie bestimmt die Talausbildung bis nach Rübeland. Wir können das Tal entlang der Überleitungssperre bis zur Staumauer erleben. Dort angelangt, folgen wir ca. 500 m weit dem Weg in Richtung Elbingerode, um dann den Wanderweg (Teil der nördlichen Route des Harzer Hexenstiegs bzw. auf dem „Weg deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters“) Richtung Susenburg und Hahnenkopf einzuschlagen.
Motiv
Susenburg ( 9 )
Motiv Viel wissen wir nicht über Alter und Bedeutung der Susenburg. Womöglich war es nur eine unvollendete 167 m lange und 60 m breite Anlage auf dem von der Bode umflossenen Bergsporn. Ein Besuch lohnt wegen des atemberaubenden Ausblicks und der Stille hoch über der Bode den noch. Eine Bank lädt zum Verweilen ein. Wandern wir danach weiter auf dem „Weg deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters“ in Richtung Rübeland, so queren wir zwischen den Ortsteilen Susenburg und Hahnenkopf die Bode. Alsbald gelangen wir zu einer Halde mit unverwertbarem Material aus einem dahinterliegenden Bruch. Die Betriebsperiode auf die se dunkelblaugrauen Kulmtonschiefer ist in das 18. Jh. zu setzen. Letzte Versuche liefen in den Nachkriegsjahren 1946/47. Große Bedeutung scheint dieses Vorkommen aber nicht gehabt zu haben. Am Hahnenkopf liegen die Vulkanite bereits über 800 m tief. Oberhalb der Hermannshöhle Rübeland empfehlen wir einen Abstecher zum Aussichtspavillon „Der Hohe Kleef“.
Harzköhlerei Stemberghaus ( 10 )
Motiv An der B 81 von Hasselfelde nach Blankenburg liegt unweit von Hasselfelde die Harzköhlerei Stemberghaus. Wie seit Jahrhunderten wird hier noch Holzkohle in Erdmeilern hergestellt. In früheren Jahrhunderten war Holzkohle unverzichtbar für die örtliche Verhüttung der Eisenund Buntmetallerze. Heute setzt man dafür Koks ein. Warum Holzkohle in unserer Zeit nicht nur zum Grillen von Fleisch benötigt wird, darüber informiert das kleine angeschlossene Museum. Ebenso erhalten wir einen Eindruck von den schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen der Köhler, Waldarbeiter und Fuhrleute in früherer Zeit. Von Anfang April bis Ende Oktober werden die traditionellen Erdmeiler aufgebaut und abgekohlt. In der Köhlerei werden so jährlich aus Buche und Eiche etwa 150 t Holzkohle hergestellt. Ein Köhlerweg mit zwölf interessanten Stationen, an denen über die Köhlerei informiert wird, verbindet das Stemberghaus mit Hasselfelde.

Öffnungszeiten: täglich 10 – 18 Uhr
(03 94 59) 7 22 54
www.harzkoehlerei.de
Erzrevier Hasselfelde„Silber-Marie“ bei Trautenstein ( 11 )
Motiv Im rechtsseitigen Tal der Rappbode zwischen Trautenstein und dem Einlauf in die Vorsperre finden wir nach kaum zehnminütigem Fußmarsch vom Haus des Gastes (Parkplatz) das Stollenmundloch des Stollens "Silber-Marie". Eine Tafel vor Ort gibt ausführlichere Informationen. Danach begann der Bergbau wahrscheinlich schon Anfang des 11. Jh. In der ersten Hälfte des 18. Jh. trug die Grube den Namen „Herzog Ludwig“, doch mit Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) wurde ihr Betrieb zunächst eingestellt. Unter dem Namen „Silber-Marie“ erfolgte hier erst wieder ab 1873 Erzgewinnung. In der Region um Hasselfelde finden wir viele weitere Zeugen des vergangenen und teilweise recht alten Bergbaus. Die Gründung der Stadt Hasselfelde an der Kreuzung bedeutender Handelswege ist ungefähr in das 9. Jh. zu datieren. Interessant sind Schlackenfunde an verschiedenen Stellen um Hasselfelde, die eine Verhüttung lange vor dem Jahr 1350 vermuten lassen. Zwei unterschiedliche Lagerstättentypen waren Gegenstand der Gewinnung. Zum einen baute man Eisenerze ab. Dies geschah in historischen Zeiten überall auch aus kleinsten Vorkommen. Von diesem Typ sind dort vier Reviere überliefert, die sich heute nur noch an meist zugewachsenen Pingen z. B. am Radeweg (Parkplatz) erkennen lassen: Dellen im Gelände, sonst morphologisch nicht erklärbare Hügel und zum Teil auch mehr oder weniger reichliche Schlacken funde als Reste einer nicht immer grubennahen Erzverhüttung. Westlich dieses Bergbaus standen dagegen Gangerze in Ausbeute. Von Interesse waren hier sowohl die Metalle Kupfer als auch das in den Bleierzen versteckte edlere Silber, wie eben im Stollen „Silber-Marie“, aber auch im „Nassen Wolf“ und in der Grube „Gertrud“.
Motiv
Druidenstein in Trautenstein ( 12 )
Motiv Unmittelbar an der Kirche in der Ortsmitte von Trautenstein liegt der Druidenstein. Er ist ein imposanter Härtling aus einem Gang fein körnigen Granitporphyrs der Mittelharzer Gangschar, die sich von Wernigerode bis nach Ilfeld quer durch den Harz ziehen. Eindrucksvoll zeigen sich die steilstehenden Abkühlungsflächen in diesem vulkanischen Gestein. An der Rappbode flussabwärts steht neben einer zu überquerenden Brücke eine fasrig verquarzte, nur wenig typische Einschlüsse führende Grauwacke an. Der ehemalige Steinbruch wurde zu einem kleinen Park umgestaltet. Speziell die Gesteinsbezeichnung „Grauwacke“ nahm ihren Weg in die geowissenschaftliche Fachwelt vom Harz aus, denn „Wacke“ ist hier die landläufige Bezeichnung für Steine aller Art.
Talsperrensystem des Bodewerkes Geologischer Informationspunkt Wendefurth ( 13 )
Motiv Die Rappbodetalsperre als Hauptstauwerk des Systems ist mit ihrer 415m langen und 106 m hohen Mauer ein beeindruckendes Objekt der Wasserbaukunst. Die größte Talsperre Deutschlands erreicht bei Vollstau eine Wasserfläche von 390 ha (Stauvolumen über 109 Mio. m3). Die nach der Schneeschmelze im Brockengebiet und hohen Niederschlägen immer wieder auftretenden Überschwemmungen im Harz und Vorharz brauchen die Bewohner des Gebietes seit 1958 immer seltener zu fürchten. Trinkwasser wird seither von der Rappbodetalsperre bis weit hinein in den mitteldeutschen Raum geliefert. Zum System gehören die Vorsperren von Rappbode und Hassel, die Überleitungssperre bei Königshütte und die Mandelholztalsperre, das Pumpspeicherwerk Wendefurth und die Nachstausperre Wendefurth. An der Staumauer der Wendefurther Talsperre ist ein Informationspunkt des Talsperrenbetriebs eingerichtet. Nach einer Videovorführung über das Talsperrensystem der Rappbode und weitere Talsperren in Sachsen-Anhalt starten von hier aus Führungen durch die Kontrollgänge der Staumauer. Geologisch ist die seitliche Gründung der Mauer im anstehenden Felsen von Interesse. Es handelt sich dabei um Wissenbacher Schiefer des Unterdevons. Auf dem Freigelände unterhalb der Staumauer befindet sich ein geologischer Informationspunkt. Er zeigt modellhaft den Verlauf der verschiedenen Bode-Quellflüsse und stellt das Talsperrensystem dar. Die für die jeweiligen Gebiete typischen Gesteine sind ebenso dokumentiert wie charakteristische Pflanzenarten der Region. Eine Informationstafel gibt Auskunft über den Weg des Wassers durch die Gesteine des Harzes. Der unmittelbare Zugang zu diesem Modell ist vom Parkplatz an der B 81 aus möglich.

Führungen Talsperre Wendefurth: April – Oktober
Mittwoch 14 Uhr, Samstag 11 Uhr
Talsperrenbetrieb: (0 39 44) 9 42 - 0
www.talsperren-lsa.de
Motiv
Ausgewählte Informationsstellen
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
MotivHotel-Restaurant-Café
„Grüne Tanne“ · Elend
www.mandelholz.eu
Tel.: (03 94 54) 460
MotivRestaurant Grimbart’s · Braunlage
www.grimbarts-braunlage.de
Tel.: (0 55 20) 9 43 10
MotivPension & Gaststätte „Alte
Straßenmeisterei“ · Hasselfelde
www.alte-strassenmeisterei.de
Tel.: (03 94 59) 7 04 44
MotivFerienhotel & Reisedienst „Forelle“
Treseburg · www.hotel-forelle.de
Tel.: (03 94 56) 5 64 - 0
Motiv
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute rund um die Rübeländer Tropfsteinhöhlen. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und inte ressante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestell ten Teil des Natur- und Geoparks Harz!

Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmigung des Verwaltungs-Verlages München – www.stadtplan.net – Lizenz-Nr. 07-08-110
Autor: Dr. Horst Scheffler
Fotos: George, Kruse, Linke, Scheffler, Schuhose Geol.
Blockbild: Dr. M. Thomae, Dr. I. Rappsilber (Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt)