Landmarke 12
Spitzkegelhalde „Hohe Linde“
Geologie des Gebietes
Motiv Zwischen Sangerhausen und Wallhausen liegt das Niederungsgebiet der Helme. Bis zu 2 Mio. Jahre alt und mehr als 50 m mächtig können die meisten Tone, Schluffe, Sande und Kiese sein, mit denen die Helme die Niederung im Pleistozän auffüllte. Sie bilden mit den Gesteinen des Tertiär das Lockergesteinsstockwerk. Im darunterliegenden Tafel deckgebirge lagern ca. 250 Mio. Jahre alte Ton-, Schluff- und Sandsteine der Trias. Auch Kalksteine, Anhydrite und Salzgesteine des Zechsteins gehören zu den Ablagerungen des Tafel deckgebirges. Durch tektonische Vorgänge vor etwa 80 - 50 Mio. Jahren wurde die ursprünglich flache Lagerung der Meeres- und Seesedimente verändert. Heute treten in den Gesteinsschollen verschieden alte Gesteine aus unterschiedlichen Bildungsräumen nebeneinander auf und zeugen von vertikalen Bewegungsvorgängen, die z. T. mehrere 100 Meter erreichten. Diese tektonisch bedingte Zerblockung wird „saxonischer Bruchschollenbau“ genannt. Sobald die Gesteine des Zechsteins in die Nähe der Erdoberfläche kommen, beginnen auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung Lösungsprozesse durch Wasser. Dieser Vorgang heißt Verkarstung. Gipskarst ist am gesamten Südharz zu finden und zeichnet sich durch romantische Höhlen, bizarre morphologische Formen und eine seltene Flora aus, die entlang des Karstwanderwegs zu beobachten ist. Älter als die chemischen Sedimente des Zechsteins sind die groben verfestigten Kiese (Konglomerate) und die roten Sandsteine des Rotliegend. Es sind Abtragungsprodukte des alten variszischen Gebirges. Im Bereich des Hornburg Sattels treten sie auch an die Oberfläche. Nach Norden beginnt das Grundgebirge mit den Gesteinen der Wippra-Zone. Durch die Metamorphose (Gesteinsumwandlung) während der variszischen Gebirgsbildung vor 350 – 330 Mio. Jahren entstanden aus tonigen und sandigen Meeresablagerungen des Ordoviziums und Silurs Tonschiefer und Grauwacken. Weiter nach Nordwesten folgen Sedimente des Unterkarbons.
Spitzkegelhalde „Hohe Linde“ ( 1 )
Die weithin sichtbare Halde nördlich der Stadt Sangerhausen ist die Abraumhalde des ehemaligen Thomas-Müntzer-Schachtes und ein unübersehbares Denkmal der Bergbaugeschichte. Die Voraussetzung für den über 800 Jahre währenden Bergbau im Sangerhäuser Revier bildete eine etwa 30 cm starke Gesteinsschicht: der Kupferschiefer. In einer Schenkungsurkunde von Kaiser HEINRICH II. aus dem Jahr 1006 ist der Bergbau in diesem Gebiet erstmals verzeichnet. Die technische Entwicklung des Bergbaus lässt sich eindrucksvoll an der Größe und Beschaffenheit der Halden verfolgen und reicht von den Familienhalden aus den Anfängen des Bergbaus bis zu der riesigen Spitzkegelhalde aus der jüngsten Vergangenheit. Im Jahr 1944 wurde nördlich von Sangerhausen eine neue Schachtanlage bis 52 m unter Tage abgeteuft. Nach kriegsbedingter Unterbrechung konnten die Teufarbeiten ab 1947 wieder aufgenommen werden. Den Namen „Thomas Müntzer“ erhielt die erste Großschachtanlage dieses Gebietes 1950. Drei Jahre später erreichte die Teufe bereits 686 m. Nachdem die bis dahin genutzte Brühltalhalde an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen war, musste eine neue Möglichkeit der Abraumlagerung geschaffen werden. Ab Ende 1955 wurde der Berghaldenbetrieb auf der „Hohen Linde“ aufgenommen. Der Transport des Haldenmaterials erfolgte über eine Hängeseilbahn von 900 m Länge, eine Zwischenstation zur Übergabe der Gondeln von der Seilbahn zum Höhenförderer und schließlich die Kippstation auf der Halde. 1990 wurden die Arbeiten im Thomas-Müntzer-Schacht und die Verkippung eingestellt. Auf der „Hohen Linde“ lagern ca. 20 Millionen Tonnen Abraum, aufgetürmt zu einer fast 150 m hohen Halde.
Motiv
Wippraer Zone An den Pferdeköpfen ( 2 )
Motiv Die Wippraer Zone durchzieht das hier behandelte Gebiet in einem Band in Richtung Osten von Breitungen bis über die Kohlenstraße nach Gorenzen. Sie besteht aus metamorphen Gesteinen. Fahr en wir auf der L 230 von Grillenberg nach Wippra, so kreuzen wir die Kohlenstraße. Ihr Name geht auf jene Zeit zurück, als auf ihr die Holzkohle aus den Waldgebieten in die Hüttenorte transportiert wurde. Direkt an der Kreuzung befindet sich ein Parkplatz. Von dort aus wandern wir in fünf Minuten zum ehemaligen Steinbruch an den Pferdeköpfen (N51°33.153’; E011°18.144’). Im Steinbruch ist Grünschiefer aufgeschlossen. Gewonnen wurden verschiedene Sortimente für den Straßenbau bevor der Abbau um das Jahr 1960 endete. Auf dem Weg zum Steinbruch kommen wir an einem geodätischen Punkt vorbei. Er ist einer von fünf Punkten, die in den 1960er Jahren an verschiedenen Stellen im Harz gesetzt wurden, um die Harzhebung zu beobachten.
Motiv
Grillenburg ( 3 )
Motiv Oberhalb des Ortes Grillenberg sind die Ruinen der Grillenburg zu finden (N51°32.067’; E011°18.870’). Wir folgen der Ausschilderung des Wanderwegs, der an einem kleinen Parkplatz am Fuße des Schlossberges in der Ortslage beginnt. Errichtet worden ist die Burg überwiegend aus Konglomeraten und Sandstein des Rotliegend, den Gesteinen der näheren Umgebung. Bemerkenswert ist die Verwendung von Ziegelstein als Baumaterial für die Aufbauten. Im Jahr 1217 wird die „Grellenberch“ erst mals urkundlich erwähnt. 1483 noch teilweise bewohnt, war die Burg 100 Jahre später Ruine. Das Dorf ist wesentlich älter und wird bereits Ende des 9. Jh. im Hersfelder Zehntregister genannt. In der Umgebung Grillenbergs können wir weitere Zeugnisse der Vergangenheit kennen lernen, z. B. die Wüstung Hohenrode. Bereits seit den 1930er Jahren erfolgten dort Ausgrabungen.
Südharzer Zechsteingürtel Bergbaumuseum Röhrigschacht Wettelrode ( 4 )
Motiv Das Museum in Wettelrode ist eingebettet in die historische Bergbaulandschaft des südöstlichen Harzvorlandes. Die Geschichte des Kupferschieferbergbaus in der Region, dem einst größten Kupferschieferabbaugebiet Europas, wird hier anschaulich dargestellt. Das übertägige Museum informiert über Entstehung der Lagerstätte, über Geologie und Mineralogie sowie über den Bergbau. Weithin sichtbar ist das stählerne Schachtfördergerüst. Es ist eines der ältesten noch erhaltenen Schachtfördergerüste Europas. Im Haldenbereich befindet sich eine Ausstellung zur Schachtfördertechnik, darunter eine Zahnradbahn, die nur im Kupferschieferbergbau untertägig eingesetzt war. In einer kleinen Ausstellung wird des Weiteren über das Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“ informiert. Im Jahr 1991 wurde das Schaubergwerk eröffnet. Wir können mit einer originalen Schachtförderanlage 283 m tief in den Schacht „einfahren“, wie es in der Sprache der Bergleute heißt. Weiter geht es dann mit der Grubenbahn über 1.000 m weit in ein Abbaufeld aus dem 19. Jh., wo anhand von Schauobjekten die Abbauentwicklung von den Anfängen bis zur Neuzeit vorgeführt und erläutert wird. Die Untertageexkursion dauert 75 min. Es können bis zu 31 Personen an einer Befahrung teilnehmen. Spezielle Halb- oder Ganztagesbefahrungen können ebenfalls im Museum gebucht werden. Die Zufahrt zum Museum ist gut ausgeschildert. Am Bergbaumuseum beginnt ein interessanter Bergbaulehrpfad, der auf einer Länge von 4 km durch die Altbergbaulandschaft führt. Auf zwei Rundwegen sind die Sachzeugen des Kupferschieferbergbaus aus dem 14. bis 19. Jh. zu besichtigen, darunter geologische Aufschlüsse, wasserwirtschaftliche Anlagen, Schürfgräben, Schachthalden und ein Wetterofen. Der Bergbaulehrpfad führt auch am Kunstteich Wettelrode vor bei, der 1728 angelegt und bis 1880 für bergbauliche Zwecke genutzt wurde.

Füh rungen werden auf Anfrage über das Bergbaumuseum Wettelrode vermittelt.

Öffnungszeiten:
Juni – Aug. Di. – So. 9.30 – 17.00 Uhr
Sept. – Mai Mi. – So. 9.30 – 17.00 Uhr
Seilfahrten: 10.00, 11.15, 12.30, 13.45, 15.00 Uhr
(0 34 64) 58 78 16
www.roehrigschacht.de
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Rogenstein Schlösschenkopf bei Lengefeld ( 5 )
Motiv Zwischen Sangerhausen und Lengefeld erhebt sich der Schlösschenkopf, der an seinem höchsten Punkt von einem im Jahr 1903 errichteten Aussichtsturm, der Moltkewarte, gekrönt wird (N51°29.573’; E011°16.245’). Der Weg zur Moltkewarte ist von Lengefeld aus gut ausgeschildert. Als Baumaterial fand vor allem Rogenstein Verwendung. Er wurde im Gebiet um die Warte in mehreren kleinen Steinbrüchen gewonnen. In den umliegenden Orten finden wir vielfach Häuser, Kirchen und Mauern, bei deren Bau ebenfalls Rogenstein genutzt wur de. Dieser spezielle Kalkstein stammt aus dem Unteren Buntsandstein. Zu dieser Zeit, vor ca. 240 Mio. Jahren, war das Gebiet von einem flachen, warmen, übersalzenen Meer bedeckt. Im bewegten Wasser formten sich sehr kleine sandige Kalkkügelchen (Ooide), die äußerlich Fischrogen gleichen und des wegen Rogenstein genannt werden.
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Motiv
Motiv Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute rund um die Spitzkegelhalde „Hohe Linde“. Der Regionalverband Harz e. V. und das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz wünschen Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Natur- und Geoparks Harz!

Auf Anfrage geführte Wanderungen:
Biosphärenresevat
Karstlandschaft Südharz
(03 46 51) 29 88 90
www.bioreskarstsuedharz.de
www.karstwanderweg.de

Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net - Lizenz-Nr. 07-08-110
Karst Dinsterbachschwinde (6)
Motiv Etwa 1 km östlich von Questenberg liegt un weit der Straße nach Hainrode die Dinsterbachschwinde, die größte Schwinde im Bereich des Karstwanderweges. Es ist die Stelle, von wo aus der Dinsterbach seinen Weg im Untergrund fortsetzt. Bereits an der Straße steht eine Informationstafel. Wandern wir über die Wiese, erreichen wir nach ca. 5 min. die näch ste Tafel, die direkt an der Schwinde über die örtlichen Gegebenheiten informiert. Der etwa 200 km lange Karstwanderweg verbindet die Südharzer Karstlandschaft über die Grenzen der Länder Sachsen- Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. An ausgewählten Punkten informieren Tafeln über die vielfältigen Karst erscheinungen.
Bauerngraben (7)
Motiv Westlich von Questenberg liegt der Bauern graben. Es ist ein Becken im Talgrund des Glasebaches, der an dieser Stelle in einer Bachschwinde unter dem sich steil aufragenden Karsthöhenzug „verschwindet“. Das Becken füllt sich zeitweilig mit Wasser. Zu anderen Zeiten fällt der See jedoch wieder völlig trocken. Ein günstiger Ausgangspunkt für Wanderungen zum Bauerngraben ist der Parkplatz an der Straße von Roßla nach Agnesdorf.
Zeugnisse der ErdgeschichteAlabasterkugeln und Gletschertöpfe (8 )
Rabenklippe Inmitten des tiefeingeschnittenen Durchbruchstales der Nasse in einmalig idyllischer Lage finden wir den Ort Questenberg, dessen Wahrzeichen die Queste ist. Sie ist ein altes Sonnensymbol. Die Sage berichtet, dass sich die Tochter des Burgherren beim Blumenpflücken im Wald verirrte. Die besorgten Eltern ließen das Kind von Bewohnern der umliegenden Dörfer suchen. Sie fanden das Kind endlich am 3. Pfingsttag auf einer Wiese bei Rotha, wo es mit einem Kranz, der zwei Quasten hatte, saß. Der Burgherr belohnte die Bewohner reichlich und seitdem wird alljährlich am 3. Pfingsttag die Queste mit frischem Grün wieder neu aufgestellt. Das sogenannte Questenfest dauert mehrere Tage und wird wohl schon seit einigen Jahrhunderten gefeiert. In einer Felswand am Osthang des Questenberges ist Gips mit Alabasterkugeln aufgeschlossen. Alabasterkugeln entstehen aus Calciumsulfat, das sich an einzelnen Stellen innerhalb eines Muttergesteins sammelte, bevor sich dieses gefestigt hatte, und dann später zu Alabasterkugeln verhärtete. Zu sehen sind diese Alabasterkugeln am besten von der Straße aus Richtung Hainrode kommend. Interessant sind auch die Gletschertöpfe am Fuße des Questenberges am nördlichen Ortsrand, an deren Standort eine Schautafel die Geologie erklärt. Geologisch bemerkenswert ist außerdem der Durchbruch der Nasse durch die „Wippraer Zone“, ca. 1 km oberhalb von Questenberg. Schiefer aus dem Erdaltertum (Ordovizium, Silur) bilden an dieser Stelle eindrucksvolle Felswände. Zu erreichen ist dieses Gebiet auf einem ca. 15 min. währenden Fußmarsch von Questenberg aus. Unweit des Ortes liegt auf dem Schlossberg die Ruine der aus dem 13. Jh. stammen den Questen burg, die noch im 30-jährigen Krieg (1618–1648) mit Militär belegt war. Als Baumaterial fanden die Gesteine der Umgebung Verwendung, darunter Zechsteinkalk, Schiefer, Buntsandstein und Anhydrit.
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Heimkehle bei Uftrungen (9)
Motiv Der Besucher ein gang zur Heimkehle liegt westlich der Straße zwischen Rottleberode und Berga in Sachsen-Anhalt. Von der ca. 2 km langen Höhle sind 750 m touristisch erschlossen. Der Rundweg führt durch Gänge und Hallen, darunter der 22 m hohe „Große Dom“. Die erste urkundliche Erwähnung der Heimkehle in einer Grenzurkunde datiert auf das Jahr 1735. Die ersten Erschließungsversuche fanden Anfang des 20. Jh. statt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde hier eine Produktionsanlage der Junkers-Werke eingebaut.

Öffnungszeiten: Nov. – April Di. – So. 10.00 – 16.00 Uhr
Mai – Okt. Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr
www.hoehle-heimkehle.de
Die Krebsbachwand bei
Rottleberode (10)
Motiv Südwestlich der Ortslage Rottleberode überragt mit einer bis zu 100 m hohen Geländestufe der Alte Stolberg die Aue von Thyra und Krebsbach. Markant ist die durch den Gipsabbau über prägte Krebsbachwand. Im Bereich dieser Wand war die Vergipsungsrate des Anhydrits größer als die Lösungs rate des Gipses und so konnte sich bis zum Beginn des Gipsabbaus eine 10 bis 30 m mächtige Gipsrinde an der Oberfläche über dem darunter „liegenden“ Anhydrit herausbilden. Diese Gipsrinde wurde zwischen 1950 und 1990 abgebaut. Der Steilhang der Krebsbachwand blieb jedoch erhalten. Rekultivierungsmaßnahmen der Fa. Knauf binden die Krebsbachwand in das karstgeprägte Umfeld ein und verfolgen das Ziel der Wiederherstellung stabiler Waldgesellschaften. Bleiben wird dennoch ein hoher Anteil gehölzarmer Felsflächen, die den geologischen Untergrund sichtbar erhalten und seltenen Arten als Lebensraum dienen. Wegen des laufenden Tagebaubetriebes in Randbereichen der Krebsbachwand sind diese Aufschlüsse derzeit leider nicht zugänglich. Deshalb werden dem Besucher die wichtigsten Gesteinstypen der Lagerstätte am Geopunkt vorgestellt, den wir vom Schlossteich Rottleberode aus erreichen, indem wir dort durch die Schlossstraße fahren. Am Friedhof vorbei finden wir den Geopunkt un mittelbar am rechten Straßenrand gelegen.
Zeugnisse der GeschichteNeue Morungsburg (11)
Motiv Unweit von Morungen befinden sich die Reste von zwei Burganlagen: Alt- und Neu-Mo rungen. Alt-Morungen ist nach der Errichtung von Neu-Morungen um 1200 aufgegeben wor den. In den Mauern der Burgen finden wir Buntsandstein, Zechsteinkalk und Schiefer aus der Umgebung. Das Gebiet um Morungen ist geologisch sehr vielgestaltig. Neben der nördlich des Ortes verlaufenden „Wippraer Zone“ mit ihren metamorphen Gesteinen sind es Konglomerate, die durch ihre markante Rotfärbung auffallen. Unweit der Wippraer Zone durch zieht ein Gangzug mit Vorkommen von Schwerspat und Kupferkies das Gebiet. Diesen Gangzug können wir sehr gut in einem Aufschluss unter halb der Neuen Morungsburg unweit des Forstweges im Tal am nördlichen Ortsrand sehen (N51°31.136’; E011°13.744’).
Königspfalz Tilleda ( 12 )
Motiv Die Königspfalz liegt auf dem Pfingstberg in unmittelbarer Nähe zum nördlich en Hang des Kyffhäusergebirges. Sie stammt aus dem Jahre 972 und war ein Hochzeitsgeschenk OTTO II. (955–983) für seine byzantinische Frau THEOPHANO (ca. 955–991). Bis in das hohe Mittelalter gehörte Tilleda zu den bedeutendsten Pfalzen des Reiches. Durch umfangreiche Ausgrabungen sind Fundamente und Gebäudeteile freigelegt und zum Teil rekonstruiert worden. Die gesamte Anlage ist heute ein einzigartiges Freilichtmuseum, das einen guten Einblick in das Leben und die Arbeit der Menschen im Mittel alter gibt. Die Bauten sind aus Sandstein und Dolomit errichtet, der in der näheren Umgebung gebrochen worden ist.

Öffnungszeiten: April – Okt. 10.00 – 18.00 Uhr
Nov. & März 10.00 – 16.00 Uhr
www.pfalz-tilleda.de
Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung Helmestausee (13)
Motiv Am Ortsausgang Kelbra in Richtung Sondershausen liegt der über 600 ha große Helmestausee. Teile des im Winterhalbjahr abgelassenen Stausees sind Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und Europäisches Vogelschutzgebiet. Im Herbst rasten hier regelmäßig über 20.000 Kraniche. Vom Parkplatz wandern wir auf dem Weg, der weiter nach Westen zur Numburg durch den Uferwald führt. Bald hinter der Numburg, nahe der Uferlinie, tritt eine Solequelle zu Tage, die die im Zechstein eingelagerten Steinsalz- und Kalisalzschichten auslaugt und Schwefelgeruch verbreitet. Nebenan finden sich die Reste eines kleinen Steinbruchs mit anstehendem Buntsandstein.
Altmammutskelett Sangerhausen
mit Spengler-Museum (14)
Motiv Im Spengler-Museum sind 6.000 Jahre menschlicher Siedlungsgeschichte im Raum Sangerhausen nach erlebbar. In sechs Abteilungen (Geologie, Naturkunde, Paläontologie, Urgeschichte, Stadtgeschichte, Bergbau) werden ca. 2.000 Exponate gezeigt. Die größte Attraktion ist das vollständig aufgebaute Skelett eines Altmammuts. Im September 1930 sind erste Teile des Tieres in den eiszeitlichen Schichten der Kiesgrube bei Edersleben entdeckt worden. Der daraufhin informierte Heimatforscher GUSTAV ADOLF SPENGLER (1869-1961) barg das Skelett in den Jahren 1932/33. Das Wohnhaus SPENGLERS, in der Altstadt Sangerhausens gelegen, wurde 2001 als Nebenstelle des Museums eröffnet. Es ist zu Fuß in ca. 15 Minuten vom Museum aus er reichbar. Führungen und Projekttage werden von der Museumsleitung als Sonderprogramme angeboten. Urkundlich ist Sangerhausen erstmals im 10. Jh. erwähnt. Um 1200 erhielt Sangerhausen das Stadtrecht und damit auch die Befugnis zur Errichtung einer Stadtmauer. Die in weiten Teilen restaurierten Gebäude der Altstadt machen einen Rundgang lohnend. Aus der ersten Hälfte des 12. Jh. stammt die Ulrichskirche, ein Kleinod romanischer Baukunst. Sehenswert ist auch die Jakobikirche, die eine reiche Innenausstattung aufweist. Geschichtlich ist die Stadt seit 1249 mit dem sächsischen Herrschergeschlecht der Wettiner verbunden. Im Jahr 1815 wurde Sangerhausen preußisch und entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einem bedeutenden Industriestandort. Der seit dem 14. Jh. erfolgte Kupferschieferbergbau und die Metallurgie prägten die Stadtentwicklung. Bemerkenswert ist das 1903 eingerichtete Rosarium, ein Landschaftspark, der die bedeutendste Rosensammlung der Welt beherbergt.

Öffnungszeiten Spengler-Museum:
Di. – So. 13.00 – 17.00 Uhr (Wohnhaus Spengler in der Hospitalstr. 56
nur sonntags 13.00 – 17.00 Uhr).
Weitere Auskünfte: (0 34 64) 57 30 48

Rosenstadt Sangerhausen GmbH,
(0 34 64) 19 43 3
www.sangerhausen-tourist.de
zum
zum
Ausgewählte Informationsstellen
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
MotivHotel „Katharina“ Sangerhausen
www.hotelkatharina.de
Tel.: (03464) 2429-0
MotivHotel „Am Rosarium“, Sangerhausen
Finkenstraße 24
Tel.: (03464) 578273
MotivRosen-Hotel, Sangerhausen
www.rosenhotel.net
Tel.: (03464) 544644
MotivLandgasthaus „Jägerstube“, Dankerode
www.harzer-jaegerstube.de
Tel.: (039484) 2136
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Der Geopark Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen wurde 2002 gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der Regionalverband Harz e. V. übernommen. Träger im nördlich angrenzenden Gebiet ist der Verein FEMO mit Sitz in Königslutter. Der Übersichtskarte können Sie die Lage aller Landmarken entnehmen. Wie dieses Faltblatt werden Ihnen auch die Faltblätter für die anderen Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im Naturund Geopark zu planen.
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Herausgeber: Regionalverband Harz e. V., Hohe Straße 6, 06484 Quedlinburg
Telefon: 0 39 46 - 9 64 10, Fax: 0 39 46 - 96 41 42
4., neu bearbeitete Auflage. © Regionalverband Harz e. V.
Alle Rechte vorbehalten. Quedlinburg 2010
Internet: www.harzregion.de
Autoren: Dipl.-Agr.-Ing. U. Kramer, Dr. K. George, Dipl.-Agr.-Ing. C. Linke,
Dr. M. Thomae, Dipl.-Ing. M. Wadewitz, Dr. J. Ziebell
Fotos: Biosphärenreservat Südharz, George, RVH, Schwab, Spengler-Museum,
Thomae, Ziebell
Geol. Blockbild: Dr. M. Thomae, Dr. I. Rappsilber
Redaktion: Dr. K. George, C. Linke
Gestaltung: Design Office Agentur für Kommunikation, Wernigerode
Druck: Koch-Druck, Halberstadt

Mit freundlicher Unterstützung von:
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