Landmarke 12
Spitzkegelhalde „Hohe Linde“
Spitzkegelhalde „Hohe Linde“
Geologie des Gebietes
Zwischen Sangerhausen und Wallhausen liegt das
Niederungsgebiet der Helme. Bis zu 2 Mio. Jahre alt und mehr
als 50 m mächtig können die meisten Tone, Schluffe, Sande und
Kiese sein, mit denen die Helme die Niederung im Pleistozän
auffüllte. Sie bilden mit den Gesteinen des Tertiär das
Lockergesteinsstockwerk. Im darunterliegenden Tafel deckgebirge
lagern ca. 250 Mio. Jahre alte Ton-, Schluff- und
Sandsteine der Trias. Auch Kalksteine, Anhydrite und Salzgesteine
des Zechsteins gehören zu den Ablagerungen des Tafel deckgebirges.
Durch tektonische Vorgänge vor etwa 80 - 50 Mio. Jahren wurde
die ursprünglich flache Lagerung der Meeres- und Seesedimente
verändert. Heute treten in den Gesteinsschollen verschieden alte
Gesteine aus unterschiedlichen Bildungsräumen nebeneinander
auf und zeugen von vertikalen Bewegungsvorgängen, die z. T.
mehrere 100 Meter erreichten. Diese tektonisch bedingte
Zerblockung wird „saxonischer Bruchschollenbau“ genannt.
Sobald die Gesteine des Zechsteins in die Nähe der Erdoberfläche
kommen, beginnen auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung
Lösungsprozesse durch Wasser. Dieser Vorgang heißt
Verkarstung. Gipskarst ist am gesamten Südharz zu finden und
zeichnet sich durch romantische Höhlen, bizarre morphologische
Formen und eine seltene Flora aus, die entlang des
Karstwanderwegs zu beobachten ist.
Älter als die chemischen Sedimente des Zechsteins sind die
groben verfestigten Kiese (Konglomerate) und die roten Sandsteine
des Rotliegend. Es sind Abtragungsprodukte des alten
variszischen Gebirges. Im Bereich des Hornburg Sattels treten
sie auch an die Oberfläche.
Nach Norden beginnt das Grundgebirge mit den Gesteinen der
Wippra-Zone. Durch die Metamorphose (Gesteinsumwandlung)
während der variszischen Gebirgsbildung vor 350 – 330 Mio.
Jahren entstanden aus tonigen und sandigen Meeresablagerungen
des Ordoviziums und Silurs Tonschiefer und
Grauwacken.
Weiter nach Nordwesten folgen Sedimente des Unterkarbons.
Spitzkegelhalde „Hohe Linde“ ( 1 )
Die weithin sichtbare Halde nördlich der Stadt Sangerhausen ist
die Abraumhalde des ehemaligen Thomas-Müntzer-Schachtes
und ein unübersehbares Denkmal der Bergbaugeschichte. Die
Voraussetzung für den über 800 Jahre währenden Bergbau im
Sangerhäuser Revier bildete eine etwa 30 cm starke
Gesteinsschicht: der Kupferschiefer.
In einer Schenkungsurkunde von Kaiser HEINRICH II. aus dem Jahr
1006 ist der Bergbau in diesem Gebiet erstmals verzeichnet.
Die technische Entwicklung des Bergbaus lässt sich eindrucksvoll
an der Größe und Beschaffenheit der Halden verfolgen und
reicht von den Familienhalden aus den Anfängen des Bergbaus
bis zu der riesigen Spitzkegelhalde aus der jüngsten
Vergangenheit.
Im Jahr 1944 wurde nördlich von Sangerhausen eine neue
Schachtanlage bis 52 m unter Tage abgeteuft. Nach
kriegsbedingter Unterbrechung konnten die Teufarbeiten ab
1947 wieder aufgenommen werden. Den Namen „Thomas
Müntzer“ erhielt die erste Großschachtanlage dieses Gebietes
1950. Drei Jahre später erreichte die Teufe bereits 686 m.
Nachdem die bis dahin genutzte Brühltalhalde an ihre
Kapazitätsgrenzen gekommen war, musste eine neue
Möglichkeit der Abraumlagerung geschaffen werden. Ab Ende
1955 wurde der Berghaldenbetrieb auf der „Hohen Linde“
aufgenommen. Der Transport des Haldenmaterials erfolgte
über eine Hängeseilbahn von 900 m Länge, eine Zwischenstation
zur Übergabe der Gondeln von der Seilbahn zum
Höhenförderer und schließlich die Kippstation auf der Halde.
1990 wurden die Arbeiten im Thomas-Müntzer-Schacht und die
Verkippung eingestellt.
Auf der „Hohen Linde“ lagern ca. 20 Millionen Tonnen Abraum,
aufgetürmt zu einer fast 150 m hohen Halde.
Wippraer Zone An den Pferdeköpfen ( 2 )
Die Wippraer Zone durchzieht
das hier behandelte
Gebiet in einem Band in
Richtung Osten von
Breitungen bis über die
Kohlenstraße nach Gorenzen.
Sie besteht aus metamorphen
Gesteinen.
Fahr en wir auf der L 230
von Grillenberg nach
Wippra, so kreuzen wir
die Kohlenstraße. Ihr
Name geht auf jene Zeit
zurück, als auf ihr die
Holzkohle aus den Waldgebieten in die Hüttenorte transportiert
wurde. Direkt an der Kreuzung befindet sich ein Parkplatz. Von
dort aus wandern wir in fünf Minuten zum
ehemaligen Steinbruch an den Pferdeköpfen
(N51°33.153’; E011°18.144’). Im Steinbruch
ist Grünschiefer aufgeschlossen. Gewonnen
wurden verschiedene Sortimente für den
Straßenbau bevor der Abbau um das Jahr
1960 endete.
Auf dem Weg zum Steinbruch kommen wir
an einem geodätischen Punkt vorbei. Er ist
einer von fünf Punkten, die in den 1960er
Jahren an verschiedenen Stellen im Harz
gesetzt wurden, um die Harzhebung zu
beobachten.
Grillenburg ( 3 )
Oberhalb des Ortes Grillenberg sind die
Ruinen der Grillenburg zu finden
(N51°32.067’; E011°18.870’). Wir folgen
der Ausschilderung des Wanderwegs,
der an einem kleinen Parkplatz am Fuße
des Schlossberges in der Ortslage
beginnt. Errichtet worden ist die Burg
überwiegend aus Konglomeraten und
Sandstein des Rotliegend, den Gesteinen
der näheren Umgebung. Bemerkenswert
ist die Verwendung von Ziegelstein als
Baumaterial für die Aufbauten.
Im Jahr 1217 wird die „Grellenberch“
erst mals urkundlich erwähnt. 1483 noch
teilweise bewohnt, war die Burg
100 Jahre später Ruine. Das Dorf ist wesentlich älter und wird
bereits Ende des 9. Jh. im Hersfelder Zehntregister genannt.
In der Umgebung Grillenbergs können wir weitere Zeugnisse der
Vergangenheit kennen lernen, z. B. die Wüstung Hohenrode.
Bereits seit den 1930er Jahren erfolgten dort Ausgrabungen.
Südharzer Zechsteingürtel Bergbaumuseum Röhrigschacht
Wettelrode ( 4 )
Das Museum in Wettelrode ist
eingebettet in die historische
Bergbaulandschaft des südöstlichen
Harzvorlandes. Die
Geschichte des Kupferschieferbergbaus in der Region, dem
einst größten Kupferschieferabbaugebiet Europas, wird hier
anschaulich dargestellt.
Das übertägige Museum informiert
über Entstehung der Lagerstätte,
über Geologie und
Mineralogie sowie über den Bergbau.
Weithin sichtbar ist das stählerne Schachtfördergerüst. Es ist
eines der ältesten noch erhaltenen Schachtfördergerüste Europas.
Im Haldenbereich befindet sich eine Ausstellung zur Schachtfördertechnik,
darunter eine Zahnradbahn, die nur im Kupferschieferbergbau untertägig eingesetzt war. In einer kleinen
Ausstellung wird des Weiteren über das Biosphärenreservat
„Karstlandschaft Südharz“ informiert.
Im Jahr 1991 wurde das Schaubergwerk eröffnet. Wir können mit
einer originalen Schachtförderanlage 283 m tief in den Schacht
„einfahren“, wie es in der Sprache der Bergleute heißt. Weiter geht
es dann mit der Grubenbahn über 1.000 m weit in ein Abbaufeld
aus dem 19. Jh., wo anhand von Schauobjekten die Abbauentwicklung
von den Anfängen bis zur Neuzeit vorgeführt und
erläutert wird. Die Untertageexkursion dauert 75 min. Es können
bis zu 31 Personen an einer Befahrung teilnehmen. Spezielle
Halb- oder Ganztagesbefahrungen
können ebenfalls im Museum gebucht
werden. Die Zufahrt zum Museum ist
gut ausgeschildert.
Am Bergbaumuseum beginnt ein interessanter
Bergbaulehrpfad, der auf
einer Länge von 4 km durch die Altbergbaulandschaft führt. Auf zwei
Rundwegen sind die Sachzeugen des
Kupferschieferbergbaus aus dem 14.
bis 19. Jh. zu besichtigen, darunter
geologische Aufschlüsse, wasserwirtschaftliche
Anlagen, Schürfgräben,
Schachthalden und ein Wetterofen. Der Bergbaulehrpfad führt auch
am Kunstteich Wettelrode vor bei, der
1728 angelegt und bis 1880 für
bergbauliche Zwecke genutzt wurde.Füh rungen werden auf Anfrage über das Bergbaumuseum Wettelrode vermittelt.
Öffnungszeiten:
Juni – Aug. Di. – So. 9.30 – 17.00 Uhr
Sept. – Mai Mi. – So. 9.30 – 17.00 Uhr
Seilfahrten: 10.00, 11.15, 12.30, 13.45, 15.00 Uhr
(0 34 64) 58 78 16
www.roehrigschacht.de
Rogenstein Schlösschenkopf bei Lengefeld ( 5 )
Zwischen Sangerhausen und Lengefeld erhebt
sich der Schlösschenkopf, der an seinem
höchsten Punkt von einem im Jahr 1903
errichteten Aussichtsturm, der Moltkewarte,
gekrönt wird (N51°29.573’; E011°16.245’).
Der Weg zur Moltkewarte ist von Lengefeld
aus gut ausgeschildert. Als Baumaterial fand
vor allem Rogenstein Verwendung. Er wurde
im Gebiet um die Warte in mehreren kleinen
Steinbrüchen gewonnen. In den umliegenden
Orten finden wir vielfach Häuser, Kirchen und
Mauern, bei deren Bau ebenfalls Rogenstein
genutzt wur de. Dieser spezielle Kalkstein
stammt aus dem Unteren Buntsandstein. Zu
dieser Zeit, vor ca. 240 Mio. Jahren, war das
Gebiet von einem flachen, warmen, übersalzenen
Meer bedeckt. Im bewegten Wasser
formten sich sehr kleine sandige Kalkkügelchen
(Ooide), die äußerlich Fischrogen gleichen
und des wegen Rogenstein genannt werden.
Die Karte hilft Ihnen bei der Planung
Ihrer ganz persönlichen Georoute rund
um die Spitzkegelhalde „Hohe Linde“.
Der Regionalverband Harz e. V. und das
Biosphärenreservat Karstlandschaft
Südharz wünschen Ihnen gute Erholung
und interessante Einblicke in Geologie
und Geschichte im hier vorgestellten
Teil des Natur- und Geoparks Harz!Auf Anfrage geführte Wanderungen:
Biosphärenresevat
Karstlandschaft Südharz
(03 46 51) 29 88 90
www.bioreskarstsuedharz.de
www.karstwanderweg.de
Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München www.stadtplan.net - Lizenz-Nr. 07-08-110
Karst Dinsterbachschwinde (6)
Etwa 1 km östlich von Questenberg liegt
un weit der Straße nach Hainrode die
Dinsterbachschwinde, die größte Schwinde
im Bereich des Karstwanderweges. Es ist
die Stelle, von wo aus der Dinsterbach
seinen Weg im Untergrund fortsetzt.
Bereits an der Straße steht eine
Informationstafel. Wandern wir über die
Wiese, erreichen wir nach ca. 5 min. die
näch ste Tafel, die direkt an der Schwinde
über die örtlichen Gegebenheiten
informiert.
Der etwa 200 km lange Karstwanderweg
verbindet die Südharzer Karstlandschaft
über die Grenzen der Länder Sachsen-
Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. An ausgewählten
Punkten informieren Tafeln über die vielfältigen Karst erscheinungen.
Bauerngraben (7)
Westlich von Questenberg liegt der
Bauern graben. Es ist ein Becken im
Talgrund des Glasebaches, der an dieser
Stelle in einer Bachschwinde unter dem
sich steil aufragenden Karsthöhenzug
„verschwindet“. Das Becken füllt sich
zeitweilig mit Wasser. Zu anderen Zeiten
fällt der See jedoch wieder völlig trocken.
Ein günstiger Ausgangspunkt für
Wanderungen zum Bauerngraben ist der
Parkplatz an der Straße von Roßla nach
Agnesdorf.
Zeugnisse der ErdgeschichteAlabasterkugeln und Gletschertöpfe (8 )
Inmitten des tiefeingeschnittenen
Durchbruchstales der
Nasse in einmalig idyllischer Lage
finden wir den Ort Questenberg,
dessen Wahrzeichen die Queste
ist. Sie ist ein altes Sonnensymbol.
Die Sage berichtet, dass sich die
Tochter des Burgherren beim
Blumenpflücken im Wald verirrte.
Die besorgten Eltern ließen das
Kind von Bewohnern der umliegenden Dörfer suchen. Sie fanden
das Kind endlich am 3. Pfingsttag
auf einer Wiese bei Rotha, wo
es mit einem Kranz, der zwei
Quasten hatte, saß. Der Burgherr
belohnte die Bewohner reichlich
und seitdem wird alljährlich am
3. Pfingsttag die Queste mit
frischem Grün wieder neu aufgestellt.
Das sogenannte Questenfest dauert mehrere Tage und
wird wohl schon seit einigen Jahrhunderten gefeiert.
In einer Felswand am Osthang des Questenberges ist Gips mit
Alabasterkugeln aufgeschlossen. Alabasterkugeln entstehen aus
Calciumsulfat, das sich an einzelnen Stellen innerhalb eines
Muttergesteins sammelte, bevor sich dieses gefestigt hatte, und
dann später zu Alabasterkugeln verhärtete. Zu sehen sind diese
Alabasterkugeln am besten von der Straße aus Richtung
Hainrode kommend.
Interessant sind auch die Gletschertöpfe am Fuße des
Questenberges am nördlichen Ortsrand, an deren Standort eine
Schautafel die Geologie erklärt.
Geologisch bemerkenswert ist außerdem der Durchbruch der
Nasse durch die „Wippraer Zone“, ca. 1 km oberhalb von
Questenberg. Schiefer aus dem Erdaltertum (Ordovizium, Silur)
bilden an dieser Stelle eindrucksvolle Felswände. Zu erreichen ist
dieses Gebiet auf einem ca. 15 min. währenden Fußmarsch von
Questenberg aus.
Unweit des Ortes liegt
auf dem Schlossberg
die Ruine der aus dem
13. Jh. stammen den
Questen burg, die noch
im 30-jährigen Krieg
(1618–1648) mit Militär
belegt war. Als Baumaterial
fanden die
Gesteine der Umgebung
Verwendung, darunter
Zechsteinkalk, Schiefer,
Buntsandstein und
Anhydrit.
Heimkehle bei Uftrungen (9)
Der Besucher ein gang zur Heimkehle
liegt westlich der Straße
zwischen Rottleberode und Berga
in Sachsen-Anhalt. Von der ca. 2 km
langen Höhle sind 750 m touristisch
erschlossen. Der Rundweg führt
durch Gänge und Hallen, darunter
der 22 m hohe „Große Dom“.
Die erste urkundliche Erwähnung
der Heimkehle in einer Grenzurkunde
datiert auf das Jahr 1735.
Die ersten Erschließungsversuche fanden Anfang des 20. Jh.
statt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde hier eine Produktionsanlage der Junkers-Werke eingebaut.Öffnungszeiten: Nov. – April Di. – So. 10.00 – 16.00 Uhr
Mai – Okt. Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr
www.hoehle-heimkehle.de
Die Krebsbachwand bei
Rottleberode (10)
Rottleberode (10)
Südwestlich der Ortslage
Rottleberode überragt
mit einer bis zu
100 m hohen Geländestufe
der Alte Stolberg
die Aue von Thyra und
Krebsbach. Markant ist
die durch den Gipsabbau
über prägte
Krebsbachwand. Im
Bereich dieser Wand
war die Vergipsungsrate
des Anhydrits größer
als die Lösungs rate des
Gipses und so konnte
sich bis zum Beginn des Gipsabbaus eine 10 bis 30 m
mächtige Gipsrinde an der Oberfläche über dem darunter
„liegenden“ Anhydrit herausbilden. Diese Gipsrinde wurde
zwischen 1950 und 1990 abgebaut. Der Steilhang der
Krebsbachwand blieb jedoch erhalten. Rekultivierungsmaßnahmen
der Fa. Knauf binden die Krebsbachwand in das
karstgeprägte Umfeld ein und verfolgen das Ziel der
Wiederherstellung stabiler Waldgesellschaften. Bleiben wird
dennoch ein hoher Anteil gehölzarmer Felsflächen, die den
geologischen Untergrund sichtbar erhalten und seltenen
Arten als Lebensraum dienen. Wegen des laufenden Tagebaubetriebes
in Randbereichen der Krebsbachwand sind diese
Aufschlüsse derzeit leider nicht zugänglich. Deshalb werden
dem Besucher die wichtigsten Gesteinstypen der Lagerstätte
am Geopunkt vorgestellt, den wir vom Schlossteich Rottleberode
aus erreichen, indem wir dort durch die Schlossstraße
fahren. Am Friedhof vorbei finden wir den Geopunkt un mittelbar
am rechten Straßenrand gelegen.
Zeugnisse der GeschichteNeue Morungsburg (11)
Unweit von Morungen befinden sich die Reste
von zwei Burganlagen: Alt- und Neu-Mo rungen.
Alt-Morungen ist nach der Errichtung von
Neu-Morungen um 1200 aufgegeben wor den.
In den Mauern der Burgen finden wir Buntsandstein, Zechsteinkalk und Schiefer aus der
Umgebung. Das Gebiet um Morungen ist geologisch
sehr vielgestaltig. Neben der nördlich
des Ortes verlaufenden „Wippraer Zone“ mit
ihren metamorphen Gesteinen sind es Konglomerate,
die durch ihre markante Rotfärbung
auffallen. Unweit der Wippraer Zone durch zieht ein Gangzug mit
Vorkommen von Schwerspat und Kupferkies das Gebiet. Diesen
Gangzug können wir sehr gut in einem Aufschluss unter halb der
Neuen Morungsburg unweit des Forstweges im Tal am nördlichen
Ortsrand sehen (N51°31.136’; E011°13.744’).
Königspfalz Tilleda ( 12 )
Die Königspfalz liegt auf dem Pfingstberg in
unmittelbarer Nähe zum nördlich en Hang
des Kyffhäusergebirges. Sie stammt aus
dem Jahre 972 und war ein Hochzeitsgeschenk
OTTO II. (955–983) für seine
byzantinische Frau THEOPHANO (ca. 955–991).
Bis in das hohe Mittelalter gehörte Tilleda
zu den bedeutendsten Pfalzen des Reiches.
Durch umfangreiche Ausgrabungen sind Fundamente und
Gebäudeteile freigelegt und zum Teil rekonstruiert worden. Die
gesamte Anlage ist heute ein einzigartiges Freilichtmuseum, das
einen guten Einblick in das Leben und die Arbeit der Menschen
im Mittel alter gibt. Die Bauten sind aus Sandstein und Dolomit
errichtet, der in der näheren Umgebung gebrochen worden ist.Öffnungszeiten: April – Okt. 10.00 – 18.00 Uhr
Nov. & März 10.00 – 16.00 Uhr
www.pfalz-tilleda.de
Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung Helmestausee (13)
Am Ortsausgang Kelbra in Richtung
Sondershausen liegt der über 600 ha große
Helmestausee. Teile des im Winterhalbjahr
abgelassenen Stausees sind Feuchtgebiet von
internationaler Bedeutung und Europäisches
Vogelschutzgebiet. Im Herbst rasten hier
regelmäßig über 20.000 Kraniche. Vom
Parkplatz wandern wir auf dem Weg, der
weiter nach Westen zur Numburg durch den
Uferwald führt. Bald hinter der Numburg,
nahe der Uferlinie, tritt eine Solequelle zu
Tage, die die im Zechstein eingelagerten
Steinsalz- und Kalisalzschichten auslaugt und
Schwefelgeruch verbreitet. Nebenan finden
sich die Reste eines kleinen Steinbruchs mit
anstehendem Buntsandstein.
Altmammutskelett Sangerhausen
mit Spengler-Museum (14)
mit Spengler-Museum (14)
Im Spengler-Museum
sind 6.000 Jahre
menschlicher Siedlungsgeschichte
im
Raum Sangerhausen
nach erlebbar. In
sechs Abteilungen
(Geologie, Naturkunde,
Paläontologie,
Urgeschichte,
Stadtgeschichte,
Bergbau) werden
ca. 2.000 Exponate
gezeigt. Die größte
Attraktion ist das vollständig aufgebaute Skelett eines Altmammuts.
Im September 1930 sind erste Teile des Tieres in den
eiszeitlichen Schichten der Kiesgrube bei Edersleben entdeckt
worden. Der daraufhin informierte Heimatforscher GUSTAV ADOLF
SPENGLER (1869-1961) barg das Skelett in den Jahren 1932/33.
Das Wohnhaus SPENGLERS, in der Altstadt Sangerhausens gelegen,
wurde 2001 als Nebenstelle des Museums eröffnet. Es ist zu
Fuß in ca. 15 Minuten vom Museum aus er reichbar. Führungen
und Projekttage werden von der Museumsleitung als Sonderprogramme
angeboten.
Urkundlich ist Sangerhausen erstmals im 10. Jh. erwähnt. Um
1200 erhielt Sangerhausen das Stadtrecht und damit auch die
Befugnis zur Errichtung einer Stadtmauer. Die in weiten Teilen
restaurierten Gebäude der Altstadt machen einen Rundgang
lohnend. Aus der ersten Hälfte des 12. Jh. stammt die Ulrichskirche,
ein Kleinod romanischer
Baukunst. Sehenswert ist auch
die Jakobikirche, die eine reiche
Innenausstattung aufweist.
Geschichtlich ist die Stadt seit
1249 mit dem sächsischen
Herrschergeschlecht der Wettiner
verbunden. Im Jahr 1815
wurde Sangerhausen preußisch
und entwickelte sich in der
zweiten Hälfte des 19. Jh. zu
einem bedeutenden Industriestandort. Der seit dem 14. Jh.
erfolgte Kupferschieferbergbau und die Metallurgie prägten
die Stadtentwicklung.
Bemerkenswert ist das 1903
eingerichtete Rosarium, ein
Landschaftspark, der die
bedeutendste Rosensammlung
der Welt beherbergt.
Öffnungszeiten Spengler-Museum:
Di. – So. 13.00 – 17.00 Uhr (Wohnhaus Spengler in der Hospitalstr. 56
nur sonntags 13.00 – 17.00 Uhr).
Weitere Auskünfte: (0 34 64) 57 30 48
Rosenstadt Sangerhausen GmbH,
(0 34 64) 19 43 3
www.sangerhausen-tourist.de
Ausgewählte Informationsstellen
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
Hotel „Katharina“ Sangerhausenwww.hotelkatharina.de
Tel.: (03464) 2429-0
Hotel „Am Rosarium“, SangerhausenFinkenstraße 24
Tel.: (03464) 578273
Rosen-Hotel, Sangerhausenwww.rosenhotel.net
Tel.: (03464) 544644
Landgasthaus „Jägerstube“, Dankerodewww.harzer-jaegerstube.de
Tel.: (039484) 2136
Der Geopark Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen wurde 2002
gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der
Regionalverband Harz e. V. übernommen. Träger im nördlich
angrenzenden Gebiet ist der Verein FEMO mit Sitz in Königslutter.
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Herausgeber: Regionalverband Harz e. V., Hohe Straße 6, 06484 Quedlinburg
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