Landmarke 10 Auerberg
Oberes Selketal
Harzgrundgebirge Der Auerberg bei Stolberg ( 1 )
Motiv Über die Schichtserien der Harzgeröder Zone erhebt sich bei Stolberg der Auerberg-Porphyrkegel. Vom Parkplatz des Wellness-Vital Hotels Schindelbruch aus ist es nur ein 1 km kurzer Aufstieg hinauf auf den Großen Auerberg (579 m ü. NN) mit dem 38 m hohen Josephskreuz. Der Aussichtsturm ist das größte Doppelkreuz der Welt. Dort, wo sich bereit im 17. Jh. ein Aussichtsturm befand, ließ der kunstsinnige Graf JOSEPH ZU STOLBERG-STOLBERG (1771- 1839) einen ganz besonderen Turm errichten. Mit Karl- Friedrich SCHINKEL (1781-1841) konnte er für dessen Planung den berühmtesten Baumeister des Klassizismus gewinnen. SCHINKEL entwarf den Aussichtsturm in Form eines Doppelkreuzes. Für seinen Bau wurden in den umliegenden Wäldern 365 Eichen gefällt. Der nach dem Grafen benannte Aussichtsturm wurde 1834 eingeweiht, doch Blitzschlag zerstörte dieses Bauwerk bereits im Jahr 1880. In Anlehnung an den ursprünglichen Entwurf wurde das Josephskreuz unter Mitwirkung des Harzklubs von der fürstlichen Kammer zu Stolberg 1896 wieder errichtet, nun aus Metall – erbaut von der Dampfkessel- und Gasometerfabrik Braunschweig. Als großes Vorbild diente wohl der Eiffelturm, der sieben Jahre zuvor in Paris anlässlich der Weltausstellung eröffnet wurde. 2006 wurde das komplett sanierte Josephskreuz als schönster Aussichtsturm des gesamten Harzes mit dem Harzer Naturparkpreis prämiert. Turm und Umfeld werden vom Wirt des Bergstübels gepflegt. Das urgemütliche Bergstübel Josephskreuz ist täglich ab 9 Uhr geöffnet und wartet mit regionaler Küche auf. Nur im Winter ist montags Ruhetag. Die Rhyolithlava des Auerbergs besteht aus einer schnell erkalteten feinkristallinen Grundmasse und den darin „schwimmenden“ Kristallen – die „Stolberger Diamanten“. Es handelt sich dabei um 1 bis 13 mm große, in Dihexaeder auskristallisierte Quarze und bis 8 mm große Orthoklase. Das Wellness-Vital Hotel Schindelbruch, das nicht nur mit Sonnenterrasse und großem Kinderspielplatz zum Besuch einlädt, hat in seinem unmittelbaren Umfeld einen wunderschönen Walderlebnispfad eingerichtet. An der Rezeption des Hotels können wir Schutzbrillen ausleihen, denn am Walderlebnispfad können mit bereitliegendem Werkzeug die „Stolberger Diamanten“ auch aus eigens platzierten Steinen geklopft werden.
Motiv www.bergstuebl-josephskreuz.de
Grenzen Museum Alte Münze Stolberg ( 2 )
Motiv Das hier betrachtete Gebiet teilt sich in das frühere Herrschaftsgebiet der Stolberger Grafen (später Preußen) und der anhaltischen Fürsten. Im Museum erfahren wir dazu unter anderem Folgendes: „Im Mai 1563 wurden vier Bergknappen der Grube auf der Beiwende, gehörig zum anhaltischen Amt Harzgerode, durch die Stolberger Grafen gefangengesetzt.“ Dieser und andere Gewaltakte begleiteten einen über 80 Jahre geführten Prozess vor dem Reichskammergericht zwischen den Fürsten VON ANHALT und den Grafen ZU STOLBERG. Anlass war die nach Auffassung der Fürsten VON ANHALT unkorrekte Rückgabe der Schlösser und Orte Güntersberge und Harzgerode im Jahr 1536, welche die Grafen ZU STOLBERG im Jahr 1498 wiederkäuflich erworben hatten. Das Haus Anhalt verlangte die Rückgabe von Land, von dem die Stolberger Grafen behaupteten, es von anderen Familien, wie denen VON HOYM, gekauft zu haben. Auch mehrere vom Reichskammergericht in Speyer eingesetzte Untersuchungskommissionen konnten die Besitzansprüche beider Seiten nicht vollständig klären, da die Grenzmarkierungen verschwunden, unkenntlich gemacht oder bei fehlenden Urkunden widersprüchliche Zeugenaussagen kein Urteil zuließen. Von besonderer Brisanz bei dieser juristischen Auseinandersetzung waren die Festlegungen über die Salz- und Edelmetallbergwerke im Vertrag von 1498. Die Bergwerke gehörten nicht zu den gekauften Nutzungsrechten, was die Grafen aber nicht hinderte, widerrechtlich auf anhaltischem Gebiet Bergbau zu betreiben. Da der Grenz- und Nutzungsstreit beiden Parteien schwere wirtschaftliche Schäden zufügte, einigten sie sich schließlich 1613 in einem gütlichen Vergleich. Infolge des 30jährigen Krieges (1618-1648) kam der Bergbau in der Grafschaft Stolberg zum Erliegen. Die Wiederaufnahme um 1660 hatte nur mäßigen Erfolg. Neue Bergbautechniken und die Reichsgesetze zur Münzprägung führten zum Ende des 17. Jahrhunderts zur erneuten Belebung der Straßberger Gruben. Geschichte und Techniken der Münzprägung widmet die Ausstellung im Museum breiten Raum. Führungen auf Anfrage: Tel.: (034654) 85960

Öffnungszeiten:
Mi. - Fr. 10.00-12.30 und 13.00-17.00 Uhr
Sa., So. & Feiertage 10.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr
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Bergbau in der Grafschaft Stolberg Grube Glasebach Straßberg ( 3 )
Motiv Für die Anreise mit dem Auto stehen direkt an den Tagesanlagen, den überirdischen baulichen Anlagen der Grube Glasebach, ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung; folgen Sie einfach der Beschilderung in Straßberg. Sehr interessant wäre aber auch eine kurze Wanderung auf dem Bergbaulehrpfad vom Haltepunkt „Hüttenplatz“ der Harzer Schmalspurbahn. Die Übertageanlagen zeigen Zeugnisse des Bergbaus aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Vorführungen intakter Maschinen). Den Spuren des historischen Bergbaus aus der Zeit des Altbergbaus folgen wir hingegen in der Grube Glasebach. Die Befahrung (bergmännischer Ausdruck für das Begehen der untertägigen Bereiche) beginnt in der übertägigen Radstube mit dem rekonstruierten Kunstrad (Durchmesser 9,5 m). Die notwendige Schutzausrüstung wird dort angelegt, ehe es hinein geht um die Schwingenkunst (Wasserhebetechnik), die Ausbau- und Abbauarten (Eichenholzverzimmerung aus dem 18. Jh., Trockenmauerung), Schrägschacht und historische Wasserbautechnik sowie die reiche farbige Mineralisierung der Grube zu erkunden. Über eine im Hauptschacht eingebaute Treppenkonstruktion werden die erste und zweite Sohle befahren. Die Führung dauert ca. 80 Minuten. Nach Eröffnung des Silberbergwerks Heidelberg nördlich von Straßberg 1438 nahmen 1462 die ersten Hochöfen der Silbermetallurgie auf der Schmelzhütte der Stolberger Grafen in Straßberg den Betrieb auf. Um 1690 findet eine Grube „Seidenglanz“ (später Grube „Vertrau auf Gott“) Erwähnung. Während der Blütezeit des Straßberger Bergbaus in der ersten Hälfte des 18. Jh., als zeitweilig bis zu 500 Bergleute hier tätig waren, wurde diese Grube unter dem Namen „Glasebach“ neu verliehen. Um die Wende 18./19. Jh. erwirbt Anhalt die Konkursmasse des Straßberger Bergbaus. Fast 150 Jahre später wurde 1950 der alte Schacht wieder geöffnet und die Grube Glasebach neu erkundet. In der Folgezeit gewannen die Bergleute Fluorit und verbrachten es über eine unterirdische Verbindung zum Fluorschacht, wo das Material dann gefördert wurde.
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Motiv www.strassberg-harz.de
Öffnungszeiten des Bergwerksmuseums
(April-Oktober): Di.- Do. 10.00-16.00 Uhr
sowie Sa./So. 10.00-17.00 Uhr
Sonderöffnung bei Gruppenanmeldungen: Tel.: (039489) 226
Klippen Pfingstfelsen Stolberg ( 4 )
Motiv Vom Stolberger Marktplatz kommend fahren wir die Rittergasse entlang, passieren das Rittertor und stellen das Auto am besten bereits am Hotel „Chalet Waldfrieden“ ab. Architekt des imposanten Hauses war kein Geringerer als der Berliner KARLFRIEDRICH SCHINKEL. Erbaut wurde es 1810 im Auftrag der Grafen STOLBERG ZU STOLBERG als Schützenhaus. Heute beherbergt es neben Hotel und Gaststätte ein Kaffeemaschinen-Museum (www.kaffeemaschinen- museum.de). Nach unserer Wanderung zu den Klippen der Pfingstfelsen werden wir der Einladung von Familie Beutel folgen und diesem einmaligen Museum einen Besuch abstatten (Öffnungszeiten: außer Montag und Dienstag 14-17 Uhr; Eintritt frei). Zunächst geht es aber zu Fuß weiter das Ludetal aufwärts, vorbei am Waldbad und am Reiterhof. Ein landschaftlich besonders reizvoller Blick eröffnet sich auf die Schweizer Hütte inmitten einer ausgedehnten Waldwiese. Der vom Harzklub mit einem gelben Balken auf weißem Grund markierte Weg trägt fortan den kuriosen Namen „Besoffener Weg“. Links des Weges plätschert die Lude und rechts am Hang der Benedixköpfe reihen sich imposante Klippen. Zu ihnen gehören die Pfingstfelsen, die gleichsam ein Fenster in die Erdgeschichte eröffnen. Sichtbar wird anstehender Diabas. Vom Monat Mai bis in den Sommer hinein betört der Duft der Gemeinen Nachtviole, einem bis 2,5 m hohen Kreuzblütengewächs. Wer das Risiko scheut, sich zu verlaufen, der folgt dem Weg bis zum Ludeteich und kehrt sodann zum Ausgangspunkt zurück. Alternativ bietet sich eine Wanderung vorbei am „Tannengarten“ Richtung Stolberger Schloss oder vorbei am Röhrenteich zurück ins Ludetal.
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Erd-und montangeschichtliche Tour Unterwegs im Anhaltischen
Motiv Ausgangspunkt einer erlebnisreichen Tour, die teilweise auch durch das Gebiet der Landmarke 15 verläuft, soll Harzgerode sein. Die Route ist in verschiedene Abschnitte gegliedert, die sich als Tages- oder Halbtagestouren eignen. Als Ausgangspunkt wurde Harzgerode gewählt, weil sich im dortigen eher unscheinbaren Schloss noch im 19. Jahrhundert das Anhaltische Bergamt befand. Eine sehr schöne Darstellung der für den Erzbergbau interessanten Gangzüge bietet der Brunnen auf dem Marktplatz der Stadt (siehe auch Faltblatt der Landmarke 15). Vom großen Parkplatz an der B242 geht es zunächst entlang der B242 in Richtung Alexisbad, vorbei an der Einmündung der Straße „Am Ehrenberg“ und dann nach rechts den romantisch verwachsenen Pfad über den Damm des Hahnröder Teiches. Nach der Querung der Schienen der Harzer Schmalspurbahn halten wir uns zunächst rechts und benutzen den Rundweg Richtung „Himmelsgarten“ bzw. „Liebeslaube“.
Zum Steinbruch „Schneckenberg“ ( 5 )
Motiv Die „Liebeslaube“ ist eine Schutzhütte und befindet sich direkt oberhalb des bis 1938 betriebenen Steinbruchs „Schneckenberg“. Aufgeschlossen sind dort Hercynkalke eines in fremder Umgebung gelegenen großen Felsblocks (Großolistholith in der Harzgeroder Zone). Er ist Teil des Harzgeröder Olisthostroms, einem Sedimentkörper mit chaotischem Gefüge, der aus einem der Schwerkraft folgenden Schlammfluss entstanden und in den Sedimenten des Gebietes, in dem er zur Ruhe kam, eingelagert ist. Der Steinbruch erschließt einen besonderen tektonischen Aufbau der Devonkalke. Er ist im Harz der bekannteste Fundpunkt der princeps-Kalkfauna (Fossilien aus dem vor 405 Mio. Jahren beginnenden Unterdevon).
Zum Pioniertunnel Alexisbad ( 6 )
Motiv Die Tour wird nach dem Besuch des Steinbruchs „Schneckenberg“ auf dem Rundwanderweg fortgesetzt. Wir gehen den nächsten nach rechts abbiegenden Weg, halten uns dann links und erreichen alsbald die „Paul-Krause-Hütte“ des Harzklubs (Schutzhütte mit Infotafel). Von dort sind es nur noch wenige Schritte bis zum Naturdenkmal „Trompel“, einem Rondell alter Ahorn- und Lindenbäume, das die Lage des 3. Lichtlochs des „Schwefelstollens“ markiert. Um 1880 wurde der Schacht verfüllt und einplaniert. Die Bäume stammen aus jenen Jahren. Der „Schwefelstollen“ folgt dem „Reichen Davidsgang“. Abgebaut wurden bis 1752 Schwefelkies (Pyrit) und Bleiglanz. Anschließend folgen wir dem sehr schön gestalteten Naturlehrpfad in Richtung der 1897 erbauten „Köthener Hütte“. Gleichsam einem Abenteuerspielplatz präsentieren sich an einem Punkt des Lehrpfads verschiedene jagdliche Einrichtungen. Doch es wird noch abenteuerlicher, nachdem wir an der „Köthener Hütte“ den nach Süden gerichteten abschüssigen Weg Richtung Alexisbad eingeschlagen haben. Es ist der „Klippenweg“. Wir passieren zunächst die „Teufelsklippen“, ehe der „Pioniertunnel“ erreicht wird. Hier verläuft die Wanderung dann ein kurzes Stück unter Tage. Errichtet wurde der Tunnel von der 2. Kompanie des Magdeburger Pionierbattallions Nr. 4 im Mai 1900. Er ist teilweise bergmännisch verbaut und bietet Schutz bei Regen oder Abkühlung an heißen Sommertagen.
Motiv Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute. Auch sachkundige Führungen können vermittelt werden (Kontakt: Leiter der Arbeitsgruppe der Geoführer im Regionalverband Harz, Herr Dr. STEIGER (03944) 369085 oder email: T_Steiger@gmx.de). Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Naturparks Harz/Sachsen-Anhalt!
Weg Deutscher Kaiser und Könige Zur Grube „Mühlenberg-Zug unter der Erichsburg“ ( 7 )
Rabenklippe Jahrhunderte zuvor befand sich unten im Selketal das Klostergut Hagenrode. Im Jahr 993 gestattete König OTTO III. dem Abt das Markt-, Münz- und Zollrecht in Hagenrode, welches zu diesem Zeitpunkt Verwaltungszentrum der Harzer Besitzungen des Klosters Nienburg war. Nach Auflösung der Klöster im Zuge der Reformation fiel es von der Nienburger Güterverwaltung an den Landesherren. Im Bauernkrieg 1525 wurde es Opfer mordbrennerischer Bauern. Die Steine wurden 1870 beim Bau des Hotels „Klostermühle“ genutzt. Von diesem historischen Ort aus folgen wir dem „Weg Deutscher Kaiser und Könige“ das Friedenstal hinauf. Alsbald wird eine Stelle erreicht an der, vom Bachlauf freigespült, eine im gewachsenen Fels eingetiefte Fahrspur einstmals eisenbereifter Räder erkennbar wird. Ebendort gut sichtbar sind vertikal eingeschichtete Schieferplatten als Untergrundsicherung und zur Herstellung einer trittsicheren Oberfläche für die Zugtiere. Dieser aufwändige Wegebau lässt auf die einstmals große Bedeutung des Friedenstals schließen. Weiter talaufwärts befanden sich früher kaskadenartig angelegte Stauteiche, in denen Aufschlagwasser für die Wasserräder der verschiedensten Nutzungen im Bereich Mägdesprung (Landmarke ) gespeichert wurde. Schließlich erreichen wir das Mundloch der Grube, in der von 1708 bis 1741 unter dem damaligen Grubennamen „Fürst Karl Wilhelm“ insgesamt 12.000 Tonnen Kupferkies abgebaut wurden, ausreichend für eine jährliche Kupfererzeugung von 25 Tonnen. Auch Flussspat, Arsenkies, Schwefelkies und Wolframit führte der Gangzug. Der Gang fällt im Granit rund 65° nach Süden ein. Als 1742 Fürst VIKTOR II. FRIEDRICH VON ANHALT-BERNBURG (1700-1765) die Bergwerke im anhaltischen Harz übernahm, wurde die Förderung eingestellt. Die Grube war offensichtlich nicht mehr rentabel.
Raubrittertum und Schlageinteilung der Wälder Vom Bergrat Müller Teich zur Erichsburg
Motiv Zur Wasserhaltung der Grube „Fürst Karl Wilhelm“ wurden oberhalb der Erichsburger Teich (1709) und 1737/38 der Bergrat Müller Teich (8) angelegt. Bergrat MÜLLER aus Gernrode war ein bedeutender Bergbaufachmann seiner Zeit. Ein kleiner und stark verwachsener Steinbruch am Bergrat Müller Teich schließt Zweiglimmergranit des Rambergs mit gut ausgebildeter Verwitterungszone auf (Oberkarbon). Beachtenswert ist ein Grenzstein am Damm des Bergrat Müller Teichs. Er ist Zeugnis der Schlageinteilung der Wälder, mit der der fürstlich anhaltische Forstkommissar JOHANN JACOB BÜCHTIG (1729-1799) beauftragt war. BÜCHTIG war der erste deutsche Forstpraktiker mit einem Universitätsstudium (Universität Halle) und bekleidete ab 1765 das Amt des Bergamtsassessors in Harzgerode. Von der romantischen Blockhaussiedlung des Ferienparks Merkelbach entlang der „Beckstraße“ nur 700 m in Richtung Siptenfelde entfernt führt ein schmaler Pfad links die Böschung hinauf zum Erichsberg. Auf ihm befinden sich die Wallanlagen und die noch heute sichtbaren Reste des Burgfrieds, eines Wohngebäudes und Wohnturms der früheren steinernen Kernburg. Die Erichsburg (9) wurde 1320 an die Grafen VON STOLBERG verkauft. Über ihr weiteres Schicksal weiß Spangenbergs Mansfeldische Chronica von 1572 zu berichten, dass Graf HERMANN VON STOLBERG als Raubritter schlimmster Art keinen schonte und sein Handwerk trieb, bis der Landgraf von Thüringen mit Erfurtern, Mühlhäusern und auch Nordhäusern Bürgern das Raubnest ausnahm und strengstes Gericht hielt. Der Graf musste sich verpflichten, die Burg niemals wieder aufzubauen. Sie ist seither wüst. Im unmittelbaren Burgbereich wurde im Mittelalter möglicherweise Bergbau betrieben (sogenannter „Erichsburger Glanz“).
Zeugnisse des Bergbaus Durch das Uhlenbachtal
Motiv Nach ca. 1 km verlassen wir die Beckstraße und steigen rechts ins Tal hinab, folgen weiter der Beschilderung zum Forsthaus „Uhlenstein“. Dem idyllisch gelegenen Forsthaus ist ein Teich vorgelagert. Weiter geht es talabwärts zum ehemaligen Steinbruch „Brachmannsberg“ (10) der erst vor wenigen Jahren mit Material aus der Auffahrung der Wasserlösungsstollen im Uhlenbachtal teilweise verfüllt wurde. Am Steinbruch befindet sich auch der im Jahr 1784 getäufte 50-55 m tiefe Hauptschacht der Grube „Brachmannsberg“. Gefördert wurde Flußspat. Fein verteilter Pyrit war für die Bildung schädlicher Grubenwässer verantwortlich, die noch heutzutage nicht ohne entsprechende Behandlung in die Vorflut entlassen werden können. Talabwärts müssen wir die Bundesstraße 242 queren und an dieser ca. 100 m nach rechts gehen. Bald ist das Mundloch des 1995-1998 aufgefahrenen „Brachmannsberger Stollens“ erreicht. Wie auch der „Biwender Stollen“ auf der anderen Talseite dient er der kontrollierten Entwässerung des Altbergbaus. Die BST Mansfeld GmbH & Co. KG betreibt nach der Auffahrung der Wasserlösungsstollen zwischen beiden Mundlöchern eine Wasseraufbereitungsanlage (11). Am Ausgang des Uhlenbachtals in das Selketal führt die Route rechts entlang der Kreisstraße hinein in den Ort Silberhütte. Dort, wo sich zunächst eine Pottaschenhütte und eine Ölmühle befanden, wurde 1692 die Silberhütte eingerichtet. 1752 wich dieses Werk einer fürstlichen Glashütte, die besonders Tafelglas in großen Scheiben herstellte. Eine große Kunstgusstafel weist darauf hin, dass Herzog ALEXIUS FRIEDRICH CHRISTIAN (1767-1834) im Jahr MDCCCXXV 1825 die Schmelzwerke umbauen und verbessern ließ.
Freilichtmuseum Harzer Waldhof Silberhütte ( 12 )
Motiv Zu einem besonderen Anziehungspunkt nicht nur für Schulklassen und Familien mit Kindern hat sich der „Harzer Waldhof“ entwickelt. Eingerichtet wurde dieses Freilichtmuseum 1998 im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Forstamts Harzgerode. Gemeinsam mit einem Förderverein hat der Landesforstbetrieb seither die Anlage weiter vervollkommnet und um eine Ausstellung (u. a. historische Motorsägen) im ehemaligen Bahnhofsgebäude erweitert. Auf dem ständig frei zugänglichen Gelände werden die Entwicklung der Forstwirtschaft und deren (frühere) Bedeutung für den Bergbau und die Köhlerei sowie die heutzutage wichtigen Waldfunktionen Nutzung (Holz), Schutz (Naturschutz, Wasserschutz, Bodenschutz) und Erholungsvorsorge dargestellt.
Motiv
Motiv Stadtinformation Harzgerode
(039484) 32 421
www.harzgerode.de
Auf geologischen Wanderwegen Zurück über die Grube Pfaffenberg Neudorf ( 13 )
Motiv Direkt auf dem Waldhofgelände beginnt ein 4 km langer geologischer Wanderweg, der über den Wolfsberg zum Birnbaumteich führt. Will man nicht den Tau von den auf dem Weg wachsenden Gräsern abstreifen, so beginnt man seine Wanderung dort nicht am frühen Morgen! Am Ferienpark Birnbaumteich finden wir den Ausgangspunkt des Neudorfer Bergbaurundwegs. Auf mehreren DENNERT-Tannen erfahren wir vieles über das Gebiet mit dem ältesten bekannten Bergbau in der Region. Durch Fürst OTTO VON ANHALT († 1304) erhielten Klöster bereits um 1300 Schürfrechte im Birnbaumrevier (Biwender Gangzug). Nach 4 km in Neudorf angekommen lohnt dort geduldiges Herumirren, denn der Ort ist voller Zeugnisse der Bergbaugeschichte, die hier erst 1941 endete. So führte von dort 1887-1912 eine 4,5 km lange Erzbahn (750 mm Spurbreite) nach Silberhütte (siehe dort Beschilderung am Bremsenberg). Der Förderschacht des Grubenreviers Meiseberg („Herzog-Alexis-Richtschacht“ auf dem Neudorfer Gangzug, Teufe 180 m) befand sich direkt in Neudorf. Von dessen ehemaligen Standort aus gehen wir „In den Eichen“ und entlang des südlichen Ortsrandes zur Grube Pfaffenberg („Fürst Christian-Schacht“, Teufe 355 m) bzw. zum „Ölkeller“. Mehrere Röschen (untertägige Wasserläufe) verbinden sich hier mit dem Meiseberger Wipperstollen. Sie brachten Aufschlagwasser für ein hier seit 1805 in Betrieb befindliches Wasserrad. 1822/23 wurde an dessen Stelle eine Dampfmaschine zur Hebung des Grundwassers erbaut. Weiter geht es dann vorbei am „Gondelteich“ Neudorf zurück nach Harzgerode über den Harzgeröder Fußweg. Schon mit Blick auf Harzgerode zweigt nach links der Albertinenweg ab (vorbei an der Grube „Fürstin Elisabeth-Albertine“ auf dem Feld und Quellenzug, Förderung von Blei und Silber bis ca. 1850, Teufe 272 m).
Entspannung Zum Bergsee Güntersberge ( 14 )
Motiv Wer des vielen Wanderns müde geworden ist, fährt mit der Selketalbahn von Alexisbad oder Silberhütte nach Güntersberge. Vom Haltepunkt der Harzer Schmalspurbahn, ist es nur ein kurzes Stück Weg bis zum Bergsee (Bademöglichkeit, Bootsverleih). Der Bergsee, auch „Mühlenteich“ genannt, ist sieben Hektar groß und wurde ursprünglich zur Versorgung der Mühlen, der Hammerwerke und des Bergbaus im unterliegenden Selketal erbaut. Am Hang des Südufers befindet sich das Naturdenkmal „Aufschluss Teichdamm“ (N51°39.420’;E010°58.598’). Für Kenner sichtbar ist ein Typusprofil von nationaler Bedeutung. Aufgeschlossen sind devonische Herzynkalke in unterkarbonischer Rutschmasse (Olisthostrom). Im schattigen Wald beginnt unterhalb des Damms ein vom örtlichen Harzklubzweigverein sehr interessant gestalteter Naturlehrpfad, in dessen Verlauf nach 1,5 km die Ruine der „Güntersburg“ erreicht werden kann. 485 m über NN findet sich dort eine ausgedehnte, bereits Anfang des 17. Jh. wüste Siedlung mit Wallanlage, Fundamenten von Tortürmen und sonstigen Gebäuden. Geschichtlich belegt ist an dieser Stelle auf dem Kohlberg im 11. und 12. Jh. eine Siedlungsanlage mit Burg. Auf steinernen Fundamenten standen Holzhäuser, deren Dächer mit Thüringer Schiefer eingedeckt waren. Schon 1319 wurde ein unterhalb der „Kohlbergsburg“ verlaufender Weg als „Hohe Straße“ bezeichnet. Östlich von Güntersberge an der Zufahrt zum Berghotel „Glück auf“ weist eine DENNERT-Tanne auf den Standort der Grube „Anna“ hin. Die Grube (Teufe 35 m) liegt auf dem westlichen Ende des ca. 9 km langen Biwender Gangzuges.
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Geologische Entwicklung des Gebietes
Für die Betrachtung des Gebietes rings um den Auerberg bietet sich ein Rückblick in die frühe Phase der Entstehung der Tonschiefer und Grauwacken an. Es ist die Zeit des Erdaltertums, als im Silur, Devon und Unterkarbon (vor 400-300 Mio. Jahren) ein weiter Ozean das Gebiet des heutigen Mitteleuropas einnahm. In diesen Ozean hinein wurden über Jahrmillionen gewaltige Massen von Sedimenten geschüttet. Fern der Küsten gelangten dabei nur die sehr feinen Partikel, wurden dort als Tonschlamm abgelagert und unter großem Druck verfestigt. Anderswo bildeten sich im Meeresboden tiefe Spalten an denen glutflüssige Basaltmagma austrat und zur Bildung der heute im Harz weit verbreiteten Diabase führte. Die weitere Entwicklung beschreibt KNAPPE (1976) so: „Fortwährend wurde dieser ständig absinkende Meerestrog, die sogenannte Geosynklinale, weiter mit Ton, Sand, Kalk oder vulkanischem Gestein aufgefüllt.“ Im Oberkarbon (vor ca. 300 Mio. Jahren) erfasste dann die von SE nach NW vordringende variszische Faltung den mit Sedimenten gefüllten Trog. Durch eine fortdauernde Aufwärtsbewegung wurde dieser gesamte Komplex schließlich über den Meeresspiegel hinaufgehoben (Auffaltung des variszischen Gebirges). Am Ende der Faltungsära stiegen abermals glutflüssige Gesteinsschmelzen meist granitischer Zusammensetzung aus der Tiefe auf, wurden in die gefalteten Schichten hineingepresst, und erstarrten dort langsam zu richtungslosen körnigen Tiefengesteinen (Gabbro, Granit). Schon im 19. Jh. erkannten Geologen einen Zusammenhang zwischen den Granitkörpern (z. B. des Rambergs) und dem Auftreten von Erzgängen. Die großen magmatischen Körper lieferten während ihrer langen Abkühlungsphase 100-400 °C heiße, metall- und mineralreiche Lösungen, die während ihres Aufstiegs langsam abkühlten und dabei ihre mitgeführte Fracht als Erz- oder Granitminerale in vorhandenen Hohlräumen ausfällten. Das Zentrum der Unterharzer Gangmineralisation liegt im Gebiet Straßberg-Neudorf-Harzgerode (LIEßMANN 1992). Der Auerberg ist ein zeitlich jüngeres Ergussäquivalent des Ramberg-Plutons. Wahrscheinlich ist, dass beide Gesteine einen gemeinsamen Herd besitzen.
Ausgewählte Hotels
MotivWellness Hotel „Schindelbruch“
Stolberg/Harz - Auerberg
www.harzlive.de
(034654) 8080
MotivHotel Beutel „Chalet
Waldfrieden“ Stolberg/Harz
www.hotel-beutel.de
(034654) 8090
MotivFerienpark Merkelbach
Siptenfelde-Friedrichsbrunn
www.ostharz.de
(039487) 7530
MotivBerghotel „Glück auf“
Güntersberge
www.berghotel-guentersberge.de
(039488) 301
MotivKinder- und Erholungszentrum
Güntersberge e.V.
Güntersberge
www.kiez-harz.de
(039488) 7622
MotivHotel „Zur Güntersburg“
Güntersberge
www.hotel-guentersburg.de
(038488) 330
Motiv
Der Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen wurde 2002 gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der Regionalverband Harz e. V. übernommen. Der untenstehenden Übersichtskarte können Sie die Lage der Landmarke Auerberg - Oberes Selketal entnehmen. Wie dieses Faltblatt der Landmarke 10 werden Ihnen auch die anderen Faltblätter der 17 Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im Natur- und Geopark Harz zu planen.
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Herausgeber: Regionalverband Harz e. V.,
Hohe Straße 6,
06484 Quedlinburg
Tel.: 03946-96410,
Fax: 03946-964142
Internet: www.harzregion.de
Email: rvh@harzregion.de
5., neubearbeitete Auflage
© Regionalverband Harz e. V.
Alle Rechte vorbehalten
Quedlinburg 2009
Text: Dr. K. George Fotos: George, Hotels
Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke
Konzeption & Gestaltung: DESIGN OFFICE Agentur für Kommunikation
Herstellung: Koch-Druck Halberstadt