Landmarke 19

Bösenburg

Bösenburger Steinmetzschule

Burgberg in Bösenburg

Innenraum der Kirche St. Michael
Innenraum der Kirche St. Michael

Der spornartige Burgberg (170 m über NHN) in Bösenburg überragt das Tal des Fleischbaches um 40 m und wird von der romanisch-frühgotischen Kirche St. Michael gekrönt. Sie ist als Landmarke weithin sichtbar. Bereits in der Bronzezeit existierte an dieser geschichtsträchtigen Stelle eine 15 ha große Höhensiedlung. Im Zuge der germanischen Besiedlung entstand hier ab dem 4. Jh. eine heute längst verschwundene Fluchtburg mit Begräbnisplatz, Gerichtsstätte und religiösem Zentrum. Diese Burg galt als Mittelpunkt des Thüringerreiches. Sie wurde aber vermutlich im 11. Jh. wieder aufgegeben. Der Name „Bösenburg“ geht wahrscheinlich auf den thüringischen König BISINUS (um 460) zurück.

Grabmal aus Sandstein
Grabmal aus Sandstein

Wir können den Burgberg von der Dorfstraße aus über einen schmalen Fahrweg erreichen. Am Hang sind Spuren des alten, unterirdischen Sandsteinabbaus zu sehen: nackte Felspartien, ein vergittertes, fast verschüttetes Mundloch und Haldenmaterial. Ziel des Abbaus waren Werksteine des Mittleren Buntsandsteins (Solling-Formation, Chirotherien-Sandstein). Der begehrte, helle, gut zu behauende Sandstein wurde zum großen Teil im Ort selbst durch einheimische Steinmetze bearbeitet. Zwischen 1620 und 1630 wanderten Fachleute aus dem böhmischen Olmütz ein, die mit ihrer speziellen Kunstfertigkeit das Gewerk zu höchster Blüte führten. Daher stammt auch der Begriff „Bösenburger Steinmetzschule“. Lokal und regional ist der Sandstein in vielen Bauten und Kunstwerken präsent (u. a. Kirche und Wassermühle in Bösenburg, Grabmale auf den Friedhöfen von Bösenburg und Burgsdorf). Während des Zweiten Weltkrieges dienten die bombensicheren Hohlräume des Friedrichsbruchs als Depot für Bestände der Universitäts- und Landesbibliothek Halle.

Die Kirche kann nach Anmeldung besichtigt werden.
Kontakt: Gudrun Scheffler
Tel.: 034773 - 20390

Sandstein

Straßenanschnitt bei Polleben

Straßenanschnitt
Straßenanschnitt

Zwischen Helmsdorf und Polleben führt die Straße durch das Schlenzetal. Der Bach durchquert hier widerständige Sandsteinschichten. Sein in Polleben noch weites und flachhängiges Tal verengt sich jetzt auf 50 m Breite. Auf Höhe der Steinmühle fällt am westlichen Straßenrand eine Felswand auf. Der 50 m lange und 5 m hohe Aufschluss zeigt blassgelbe und rotbraune Ablagerungen des Buntsandsteins (Hardegsen- Formation). Die schräg gestellten Schichten fallen mit ca. 15° Neigung nach Süden zum Zentrum der Mansfelder Mulde hin ein, das 3 km entfernt östlich von Polleben liegt. Dort wird der Buntsandstein bereits von Muschelkalk überdeckt. Der im Straßenanschnitt dünnbankige Sand- und Schluffstein ist als Werkstein ungeeignet. In den 300 m südlich im Schlenzetal liegenden Altsteinbrüchen hingegen wurde dickbankiger Sandstein der Solling-Formation abgebaut.

Hinterlassenschaft des Mansfelder Kupferschieferbergbaus

Mundloch des Schlüsselstollens

Mundloch
Mundloch

400 m westlich vom Ortsausgang Friedeburg in Richtung Gerbstedt führt ein Feldweg zur Neumühle. Unweit des Gebäudes befindet sich der Schlüsselstollen. Die starke Wasserführung am Mundloch lässt erkennen, welche Bedeutung dem schon im 18. Jh. begonnenen, 1809 bis 1879 weitergefahrenen Bauwerk zukam: Es bildete das Rückgrat der Entwässerung des gesamten Kupferschiefer-Reviers! Die Sammlung der Grubenwässer erfolgte über kanalartige „Ritzstrecken“, die ca. 2 m tief in das unterhalb des Kupferschieferflözes liegende Gestein eingehauen wurden. Pumpstationen leiteten das sich in freiem Gefälle an den tiefsten Stellen der Grubenbaue sammelnde Wasser dem Schlüsselstollen zu. Der Stollen setzt westlich von Eisleben an, zieht sich auf einer Länge von 31,06 km über Klostermansfeld und Gerbstedt bis Friedeburg und entwässert über die Schlenze in die Saale.

Blick auf die „Mansfelder Pyramiden“

Hoyerstein bei Welfesholz

Mansfelder Pyramiden
Hoyerstein

Den Hoyerstein erreichen wir über den am südlichen Ortsrand von Welfesholz nach Osten führenden Feldweg. Auch „Löchriger Stein“ genannt, erinnert er an die Schlacht am Welfesholz, bei der im Jahre 1115 aufständische Fürsten unter der Führung des Sachsenherzogs Lothar von Süpplingenburg († 1137) die Truppen des Kaisers Heinrich V. († 1125) besiegten. Der Anführer der Kaiserlichen, Graf Hoyer von Mansfeld verlor dabei im Zweikampf sein Leben. Schon auf dem Weg zum

Hoyerstein geraten drei gewaltige Halden in den Blick, die das Relief des Mansfelder Landes unverwechselbar prägen. Die im 20. Jh. aufgeschütteten „Mansfelder

Pyramiden“ zeugen vom 800-jährigen Kupferschieferbergbau. Die Haldenspitze des nördlich von Volkstedt gelegenen Ernst-Thälmann-Schachtes (1915 bis 1962, früher Vitzthum-Schacht) liegt bei 350 m über NHN und überragt ihre Umgebung um 130 m.

Rohmontanwachs für die Welt

Tagebau Amsdorf

Blick vom Aussichtspunkt des Tagebaus
Blick vom Aussichtspunkt des Tagebaus

Südlich des ehemaligen Salzigen Sees befinden wir uns geologisch gesehen in der Querfurter Mulde. Von der Mansfelder Mulde trennt sie der Teutschenthaler Sattel. Unterirdische Salzauslaugung und –abwanderung führten zu einer Senke, die mit mächtigen Bildungen aus dem Tertiär (Braunkohle, Sand, Ton) gefüllt ist und von einer Decke aus eiszeitlichen Ablagerungen (Sand, Kies, Steine) überlagert wird.

Östlich von Stedten befindet sich auf der Südseite des seit 1958 betriebenen Tagebaus ein Aussichtspunkt. Im Norden sind die Produktionsanlagen der Firma

Romonta („Rohmontanwachs aus Amsdorf“) zu sehen. Pro Jahr werden ca. 500.000 t Kohle gefördert. Der Rohstoff dient vorrangig der Herstellung von Rohmontanwachs. Das etwa in Polituren, Schmierstoffen und Schuhcremes enthaltene Produkt wird durch spezielle Verfahren extrahiert und in 60 Länder geliefert.

Ausbildung für Bergleute in Eisleben

Alte Bergschule und Knappenbrunnen

Knappenbrunnen
Knappenbrunnen

Durch die Entwicklung des Bergbaus war der Bedarf an Steigern und Hüttenvögten im Mansfelder Kupferschieferbergbau sehr groß. Schon 1719 beschlossen damalige Gewerkschaften, jungen Bergleuten eine wissenschaftliche Ausbildung nach Freiberger Vorbild zu ermöglichen. In Eisleben wurde der Unterricht zunächst sporadisch nach dem Bedarf und den Möglichkeiten durchgeführt. Die kurfürstlichsächsische Regierung beschloss 1780, den Unterricht in Eisleben regelmäßig anzubieten. 18 Jahre später wurde die Eisleber Bergschule gegründet, in der bis 1808 jährlich acht Schüler mit der Ausbildung begannen. Die Ausbildungskosten übernahmen die Mansfelder Gewerkschaften. Die Schule stand auch weiteren Schülern offen, die allerdings die Kosten selbst zu tragen hatten. Der Schulalltag war mit dem heutigen nicht vergleichbar. Bei anfangs drei Stunden Unterricht pro Woche dauerte die Ausbildung vier Jahre. Bedingung war, dass die Auszubildenden täglich im jeweiligen Betrieb arbeiteten.

Kamerad Martin
Kamerad Martin

In der erstmals im Jahr 994 urkundlich erwähnten Stadt Eisleben erinnern verschiedene Denkmäler an den 800-jährigen Kupferschieferbergbau, so der „Kamerad Martin“ auf dem Breiten Weg oder der Knappenbrunnen, der sich gegenüber der ehemaligen Alten Bergschule befindet. Der Brunnen wurde 1983 vom Mansfeld-Kombinat gestiftet und vom Quedlinburger Bildhauer WOLFGANG DREYSSE gestaltet. Berühmt ist Eisleben auch als Geburts- und Sterbeort MARTIN LUTHERS (1483 - 1546). Luthers Vater war Hüttenmeister und Eigentümer mehrerer Bergwerke und Hütten. Graf ALBRECHT IV. VON MANSFELD († 1560), ein Freund Luthers, gründete die Eisleber Neustadt mit der Kirche St. Anna, in der eine in Europa einmalige Steinbilderbibel zu besichtigen ist.

Schlackesteine

Kornflaschen in Friedeburgerhütte

Kornflasche
Kornflasche

Die Kornflaschen befinden sich links an der Ortseingangsstraße aus Richtung Gerbstedt. Es sind große, aus Schlackesteinen gemauerte Behälter, die zwischen 1825 und 1841 erbaut wurden. Die Gewerkschaft der Kupferkammerhütte ließ sie für die in der dortigen Kupferhütte tätigen Familien anlegen. Sie dienten bis 1870 der Aufbewahrung von Deputatgetreide. Die Kornflaschen haben eine lichte Weite von 4,5 m, sind jeweils 9,5 m hoch und unterirdisch im Lösslehm angelegt. Da die oben befindliche Öffnung der Flaschen etwa einen Meter unter der Erdoberfläche lag und mit einer Steinplatte verschlossen wurde, blieb die Temperatur im Inneren konstant. Das Schlackenmauerwerk schützte vor Feuchtigkeit und Ungeziefer. Von ehemals zehn Kornflaschen sind nur noch drei in Resten erhalten. Sie wurden zwischen 1995 und 2001 gesichert und saniert.

Mansfelder Seen

Galgensäule am Süßen See

Blick von der Galgensäule auf den Süßen See
Blick von der Galgensäule auf den Süßen See

Zwei Seen bestimmten lange Zeit das Landschaftsbild der Region: der Salzige und der Süße See. Sie galten als die „blauen Augen“ des Mansfelder Landes. Ihre Entstehung ist eng mit der Geländeabsenkung durch Auslaugung von Salzen des Zechsteins verknüpft. Vor etwa 8.000 Jahren begann sich der Süße See zu bilden. Er reicht von Seeburg bis Lüttchendorf und ist etwa 4,9 km lang und bei Aseleben knapp 1 km breit. Sein Nordufer besteht aus Unterem Buntsandstein und dient vor allem dem Wein- und Obstanbau. Auf der Anhöhe nördlich des Campingplatzes Seeburg befindet sich die Galgensäule. Es ist der Rest eines 1720 aus Feldsteinen gemauerten Galgenfundaments. Von dort bietet sich ein reizvoller Blick auf den See und den Ort Seeburg mit dem Renaissance-Schloss. Wir erreichen die Anhöhe vom Parkplatz am Nordstrand über die Straße durch die Wochenendsiedlung.

Salziger See

Aussichtspunkt bei Röblingen a. S.

Blick vom Aussichtspunkt
Blick vom Aussichtspunkt

Der ehemalige Salzige See erstreckte sich zwischen Rollsdorf, Amsdorf und Unterröblingen bis nach Röblingen am See. Heute wird er als Wiesen- und Ackerlandschaft von der B 80 durchquert. Den Aussichtspunkt finden wir kurz vor dem Ortseingang Röblingen aus Richtung Aseleben kommend. Erste Seeablagerungen entstanden bereits im Spätglazial vor 14.000 Jahren, doch erst im Holozän vor 11.600 Jahren entwickelte sich eine ausgedehnte Seefläche. Vor ca. 300 Jahren war der Salzige See mit 840 ha der größte See Mitteldeutschlands. Durch die Wasserhaltung des Mans felder Kupfer schiefer bergbaus senkte sich sein Spiegel mehrfach. Nachdem es 1892 zu starken Wassereinbrüchen in die Grubenbaue kam, wurde der See 1894 endgültig trocken gelegt. Binder- und Kerner see südlich von Rollsdorf sowie einige kleinere Seen nördlich von Röblingen sind die Reste des Salzigen Sees.

Orts- und Bergbaugeschichte

Museum Gerbstedt

Museum Gerbstedt
Museum Gerbstedt

Die kleine Stadt Gerbstedt liegt am Nordrand der Mansfelder Mulde und gilt als eine Wiege des mittelalterlichen Kupferschieferbergbaus. Besonders sehenswert ist der historische Ortskern mit dem Renaissance- Rathaus (1566) und der nahe gelegenen Stadtkirche (1739). Ein Teil des ehemaligen Klostergebäudes dient heute als Bürgerhaus und beherbergt ein kleines Museum. Hier wird die Orts- und Bergbaugeschichte lebendig. Gezeigt werden u. a. ein Modell des Nonnenklosters zu Gerbstedt, ein Modell des Otto-Brosowski-Schachts und einige Bergbauuniformen. Bei einem Bummel durch die Stadt stoßen wir auf zahlreiche Miniaturen aus bemaltem Beton. Sie wurden von dem Gerbstedter Künstler GÜNTHER BEINERT geschaffen. Meist sind es phantasievolle Nachbildungen von Burgen und Schlössern der Region, aber auch originelle Handwerkertypen sowie Bergleute und Schmelzer.

Das Museum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr
und sonst nach Anmeldung geöffnet.
Kontakt: Ulrich Elster
Tel.: 034783 - 27502 oder 0152 - 29138507

Dederstedt

Dr. Otto Kleinschmidt – Denkmal

Denkmal für Dr. Otto Kleinschmidt
Denkmal für Dr. Otto Kleinschmidt

Vor dem Pfarrhaus in Dederstedt steht ein Gedenkstein für DR. OTTO KLEINSCHMIDT (1870 – 1954). Seit 1899 wirkte er als Pfarrer im nahe gelegenen Volkmaritz, 1910 wechselte er nach Dederstedt. Er war ein akribischer und unermüdlicher Vogelkundler. Die Ornithologie machte ihn schnell auch über die Dorfgrenzen hinaus bekannt. 1905 gab er erstmals seine Zeitschrift „FALCO“ und die Monographienreihe „Berajah – Zoographia infinita“ heraus. In diesen Schriften griff er die bestehenden Auffassungen zur zoologischen Systematik und zur Darwinschen Abstammungslehre immer wieder an. Sein bekanntestes Werk ist das Bestimmungsbuch „Singvögel der Heimat“. Die Inspiration für seine naturgetreuen Vogelzeichnungen holte sich KLEINSCHMIDT wahrscheinlich auch im Laweketal bei Dederstedt. Welche Vogelarten wann zu beobachten sind, verrät dort eine Informationstafel.

Wo Luther fror auf letzter Fahrt

Kalte Stelle Unterrißdorf

Denkmal für Dr. Otto Kleinschmidt
Kalte Stelle

Um Streit zwischen den Grafen von Mansfeld zu schlichten, reiste Martin Luther am 28. Januar 1546 nach Eisleben. Als er die Kalte Stelle bei „Rißdorf, hart vor Eisleben gelegen“ passiert hatte, ergriffen ihn Herzbeklemmungen, Atemnot und Schmerzen im linken Arm. Seiner Frau Katharina schrieb er wenig später: „… da ich bei dem Dorf war, ging mir ein solch kalter Wind hinten in den Wagen ein auf meinem Kopf durchs Baret, als wollt mir`s das Hirn zu Eis machen.“ Der Reformator starb am 18. Februar.

In einer Erosionsschlucht gelegen, strömt an der beschriebenen Stelle kalte Luft zu Tal; schwerer als warme Luft fließt sie wie Wasser. Wo reliefbedingt kalte Luft schnell abfließen kann, besteht nur ein geringes Risiko, dass Spätfröste Blüten erfrieren lassen. Das Mansfelder Seengebiet ist deshalb prädestiniert für frostempfindliche Obst- und Weinkulturen.

Residenz der Grafen zu Mansfeld-Bornstedt

Burguine Bornstedt

Denkmal für Dr. Otto Kleinschmidt
Kalte Stelle

Auf einem Bergsporn des Hornburger Sattels thront östlich von Bornstedt die Ruine einer Burganlage, deren Bergfried noch immer ca. 30 Meter misst. Sie besteht aus rötlichem Sandstein (Perm vor ca. 285 Mio. Jahren). Er ist unterhalb der Anlage, an der heutigen Straße Richtung Eisleben, als Steinbruch aufgeschlossen. Als Sperr- und Wachburg an der Grenze zu Thüringen errichtet, fand die „Brunstediburg“ bereits im Jahr 880 im Hersfelder Zehntenverzeichnis Erwähnung. Nach wechselnden Besitzern gelangte die Burg Anfang des 14. Jh. an die Mansfelder Grafen. Die Grafenlinie zu Mansfeld-Bornstedt baute sie zwischen 1531 und 1546 zum Wohnschloss um. Unbewohnt bald als Steinbruch genutzt, verfiel die Burg seit Anfang des 18. Jh. Heute beleben zahlreiche Veranstaltungen, u. a. des Heimatfestvereins und der „Ritterschaft der Burg zuBornstedt“ die Ruine.

Des Bayern neue Burg

Burg Beyernaumburg

Denkmal für Dr. Otto Kleinschmidt
Kalte Stelle

Schon im 9. Jh. finden sie im Hersfelder Zehntverzeichnis urkundliche Erwähnung: der Ort „Niunburc“ und die dazugehörige „Niuuenburg“. Nach 1113 hatte Graf Wichmann von Gleuss-Seeburg aus dem Geschlecht der Querfurter die Burg zum Lehen erhalten. Da er durch seine Mutter zuvor den Besitz der in Bayern gelegenen Grafschaft Gleuß erlangte, nannte man ihn den „Bayer“. Das bot die Möglichkeit, die „Nuenburc“ von ihrer Namensschwester an der Unstrut (heute Naumburg) zu unterscheiden. Außer Resten der Ringmauer blieb der quadratische Bergfried in der der Kernburg westlich vorgelagerten Vorburg erhalten. Die Burg war von 1653 bis 1945 im Besitz der Familie von Bülow. Sie ließ darin das Schloss erbauen. Vom Burgberg schweift der Blick hinüber zur spätromanischen Kirche St. Urbani und in die Niederung der im Hornburger Sattel entspringenden Rohne.

Geologische Übersicht

Das Gebiet der Landmarke 19 liegt im südöstlichen Harzvorland und erstreckt sich stellenweise bis an die Saale. Das Landschaftsbild bietet mit seinen weiten, kaum gegliederten Hochflächen, der steppenartigen Feldflur und der Waldarmut recht wenig Abwechslung. Umso spannender sind die Verhältnisse im Untergrund. Das Blockbild zeigt eine große schüsselartige Struktur: die Mansfelder Mulde. Sie entstand im Jungtertiär vor etwa 20 Mio. Jahren. Ihre Schichtenfolge setzt vor ca. 310 Mio. Jahren mit mächtigen Bildungen des Oberkarbons und des Rotliegenden ein. Dabei handelt es sich vor allem um Abtragungsschutt des zuvor aufgefalteten Variszischen Gebirges. Er sammelte sich in von Flüssen gespeisten Schwemmebenen und besteht meist aus rötlichen Sandsteinen. Es folgen die 258 bis 251 Mio. Jahre alten Ablagerungen des Zechsteins mit dem Kupferschieferflöz an der Basis und den darüber liegenden bis 300 m mächtigen Sulfat- und Salzgesteinen. Diese löslichen Gesteine sind durch mehrfachen Wechsel von Überflutung und Eindampfung eines Flachmeeres entstanden. Darüber folgt die Trias. Sie setzt mit sandig-tonigen Fluss- und Seeablagerungen des 251 bis 243 Mio. Jahre alten Buntsandsteins ein. Ihre z. T. kompakten Sandsteine wurden in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen und sind an vielen Bauwerken wiederzufinden. Der in einem Flachmeer abgelagerte Muschelkalk (Unterer und Mittlerer Muschelkalk, bis vor ca. 239 Mio. Jahren) ist nur noch im Zentrum der Mulde zwischen Polleben und Schochwitz verbreitet. Bildungen des Tertiärs (65 bis 2,6 Mio. Jahre, Braunkohle, Sand, Kies) sind in Randsenken der Sattelstrukturen sowie in lokalen Senkungsgebieten erhalten, die durch Auslaugung vor allem des Zechsteins entstanden. Das größte Tertiärvorkommen wird im Braunkohlentagebau Amsdorf abgebaut. Während des Eiszeitalters (Pleistozän, Beginn vor 2,6 Mio. Jahren) wurde die Region zweimal vom skandinavischen Gletschereis überfahren. Die Hinterlassenschaften der Gletscher und ihrer Schmelzwässer (Geschiebemergel, Sand, Kies, Ton) bedecken das Gebiet weitflächig. Durch Windablagerung bildete sich eine mächtige Lössdecke, auf der sich fruchtbare Schwarzerden entwickelten. Erst während der bis heute andauernden Warmzeit (Holozän, seit 11.600 Jahren) entstanden in Senkungsgebieten über abgelaugtem Zechsteinsalz die Seen des Mansfelder Landes. Die abwechslungsreichen geologischen Verhältnisse beflügelten seit alters her den Bergbau. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung war der nur etwa 40 cm mächtige Kupferschiefer. Er wurde 800 Jahre lang intensiv abgebaut und machte die Mansfelder Mulde als Bergbaurevier weithin bekannt. Erste Anfänge des Abbaus reichen sogar bis in die Bronzezeit zurück. Man nutzte zunächst die am Muldenrand zu Tage tretenden erzführenden Bereiche und arbeitete sich später bis zum Muldenzentrum in immer größere Teufen vor. Der mit 995 m tiefste Grubenaufschluss liegt bei Bösenburg. Drei gewaltige Spitzkegelhalden sind Zeugnisse der letzten Phase dieses Bergbaus, der mit der Erschöpfung der Lagerstätten im Jahre 1969 endete. Insgesamt wurden 80 Mio. t Erz gefördert, die eine Ausbeute von 2 Mio. t Kupfer ergaben.

© Regionalverband Harz e. V.
Alle Rechte vorbehalten.


Autoren: Hendrik Block, Dr. Carl-Heinz Friedel, Dr. Klaus George, Christiane Linke, Isabel Reuter, Konrad Schuberth
Fotos: Dr. Carl-Heinz Friedel, Dr. Klaus George, Christiane Linke, Isabel Reuter, Konrad Schuberth
Blockbild: Dr. Ivo Rappsilber