Landmarke 16

Sachsenstein

Andhyrit

Sachsenstein bei Neuhof

Am Ortseingang Neuhof
Am Ortseingang Neuhof

Der Sachsenstein ist als Teil des 315 ha großen Naturschutzgebietes „Priorteich/Sachsenstein“ bereits seit 1949 geschützt. Er stellt einen markanten Bergsporn des Werraanhydrits dar und gehört mit einem Alter von ca. 260 Mio. Jahren zur ältesten Serie des Zechsteins. Zechstein und Rotliegend bilden zusammen das Erdzeitalter des Perm. Das Sachsenstein-Massiv fällt unter Ausprägung von Klippen nach Norden, Westen und Südwesten steil ab zum Tal der Uffe. Der kleine Fluss entspringt bei ca. 600 m NHN auf dem Großen Boxtalkopf, einem Nebengipfel des Ravensberges und fließt zunächst durch Sachsa. Ehe der Fluss das Sachsensteinmassiv erreicht, markiert er ein kurzes Stück der früheren Grenze zwischen der Provinz Sachsen (Preußen) mit dem Ortsteil Sachsa und dem Herzogtum Braunschweig mit dem Ortsteil Neuhof der Stadt Bad Sachsa.

Detailansicht
Detailansicht

Am Sachsenstein kommt die Uffe dann ständig mit dem relativ leicht löslichen Werraanhydrit in Berührung. Der aus der Wand fallende Gipsblockschutt wird sehr rasch aufgelöst und so wird die Wand stets steil gehalten. Ebenso tragen Karstgerinne, deren Wässer von der Uffe unter den Sachsenstein ziehen, zur Lösungsunterschneidung der Steilwand bei. Ausgangspunkt für die Besteigung des Sachsensteins (Stempelstelle Nr. 166 der Harzer Wandernadel) ist der Ortseingang Neuhof aus Richtung Sachsa kommend. Am Ortseingang Neuhof gibt es Informationen über eine Lorenseilbahn, die zwischen 1938 und 1962 den Gipssteinbruch am Kranichstein (Geopunkt 8) mit dem Gipswerk Kutzhütte verband. Wir laufen von dort auf der Themenroute „Entlang historischer Grenzwege durch Natur und Geschichte“ auf dem Karstwanderweg in Richtung Nordost. Das Wasser der Uffe fließt heutzutage von Neuhof über den Sachsengraben Richtung Branderode in Thüringen.

Dolomit

Römerstein bei Nüxei

Historische Darstellung des Römersteins
Historische Darstellung des Römersteins

Der Römerstein (345 m NHN) ist am besten vom Parkplatz der Gaststätte „Alter Grenzkrug“ in Nüxei (an der B 243 zwischen Mackenrode und Osternhagen) zu erreichen. Die hoch aufragenden Felsen des Römersteins bestehen aus Dolomit. Das Zechstein-Riff dürfte sich auf einem kleinen Rotliegend-Vulkan gebildet haben, als dieser vor ca. 257 Mio. Jahren vom Meer bedeckt wurde. Im Riff kommen viele Moostierchen, Muscheln und Armfüßer vor. Die ursprüngliche Gesamtmächtigkeit des kegelförmigen Riffes kann 100 m betragen haben. Das Gelände südlich des Römersteines weist zahlreiche Belege der Anwesenheit des steinzeitlichen Menschen auf. „Römerstein“ geht wahrscheinlich auf die germanische Sagengestalt „Romar“ zurück. Der Römerstein ist umgeben vom 73 ha großen Naturschutzgebiet „Weißensee und Steinatal“ im FFH-Gebiet „Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa“.

Karstwanderweg

Am südlichen Harzrand reihen sich auf über 100 km perlschnurartig Erscheinungen aneinander, die auf die gesteinsauflösende Wirkung des Wassers zurückgehen: Höhlen, Erdfälle und Dolinen, Karstquellen, Bachschwinden und Flussversinkungen, Karstkegel, Schlotten, geologische Orgeln, Felsen und weiße Felswände. Dazu gehören auch der Sachsen- und der Römerstein. Der Karstwanderweg erschließt diese einzigartige Gipskarstlandschaft in den Landkreisen Osterode am Harz und Nordhausen bis hin nach Pölsfeld im Landkreis Mansfeld-Südharz. Im Landkreis Osterode am Harz verlaufen zwei parallele Stränge des Karstwanderweges. Wie hier im Raum Bad Sachsa lassen sich diese gut auf Rundwanderungen verbinden. Der Förderverein Deutsches Gipsmuseum und Karstwanderweg richtet Veranstaltungen aus und plant derzeit eine Verlängerung bis zum Iberg bei Bad Grund.

Förderverein Gipsmuseum und Karstwanderweg e. V.

www.karstwanderweg.de

Rhyolith

Ravensburg bei Bad Sachsa

Blick von Ravensberg
Blick von Ravensberg

Die Rhyolithe des Ravensberges stellen ebenso wie die Rhyolithe des Stauffenbüttels bei Steina rosafarbene und dichte Vulkanite dar, die relativ arm an Einsprenglingen sind. Chemische und röntgenographische Untersuchungen haben gezeigt, dass beide Vulkanite genauso wie der Ilfelder Rhyolith aus sehr kieselsäurereichen Magmen bestehen, die im Süden in einen Porphyr-Tuff übergehen. Stratigraphisch sind alle drei Vulkanite mit einem Alter zwischen 290 und 298 Mio. Jahren dem Rotliegend zuzuordnen. Auf dem Weg von Bad Sachsa über die Katzentalstraße zum Ravensberggipfel passieren wir den Abzweig zum Harzfalkenhof. Unweit davon befindet sich im „Märchengrund“ einer der ältesten Märchenparks Deutschlands (gegründet 1910). Dort können wir unser Auto stehen lassen. Zum 660 m über NHN hohen Gipfel wollen wir auf dem Liethweg wandern.

W für Stiftsamt Walkenried
W für Stiftsamt Walkenried

Er zweigt an der Kreuzeckhütte von der Straße ab. Gesäumt wird der Weg von zahlreichen Grenzsteinen, die die historische Grenze zwischen Preußen (KP) und dem Herzogtum Braunschweig (HB) markieren. Zu finden sind auch ältere Grenzsteine. Das Amt Sachsa (S) in der Herrschaft Klettenberg gehörte seit dem 13. Jh. zur Grafschaft Hohenstein. 1636 fiel die Herrschaft an das Bistum Halberstadt. Im Westfälischen Frieden wurde 1648 schließlich Kurbrandenburg für den Verlust Pommerns an Schweden mit dem Bistum Halberstadt und der Grafschaft Hohnstein entschädigt. Über Guntrams Wiese kommen wir zum Dreiherrenstein. Er markiert einen Punkt, an dem 1866 drei Länder aufeinandertrafen: Braunschweig, Preußen und das bis dahin eigenständige Königreich Hannover. Auf seiner hannoverschen Seite stehen die Buchstaben FG für das Fürstentum Grubenhagen und das L für Lauterberger Forst, auf der braunschweigischen das W für das Stiftsamt Walkenried.

www.badsachsainfo.de

Kupferschiefer

Schwiebachtal bei Bad Sachsa

Zum Schwiebachtal
Zum Schwiebachtal

Unweit der Jugendherberge führt von Bad Sachsa der Schwiebachweg nach Süden über die L 604 in das romantische Schwiebachtal. Dort steht an mehreren Stellen oberflächennah Kupferschiefer an. Seine Bedeutung verdankt dieser den Metallen. Er enthält bis zu 4 % Kupfer. An einem Themenpunkt des Naturlehrpfades ist der Horizont des Kupferschiefers freigelegt. Kupferschiefer entstand vor 260 Mio. Jahren als Faulschlammablagerung eines tropischen Meeres. Die Ablagerung des ca. 40 cm dicken, schwarzen Horizontes dauerte etwa 50.000 Jahre. Eine Besonderheit ist sein Reichtum an eingelagerten Fossilien. Es sind vor allem fossile Fische zu finden, darunter der Mansfelder Hering Palaeoniscus freieslebeni. Die rezenten Fischarten, die heute in den Fischteichen im Schwiebachtal vorkommen können, sind auf einer der Informationstafeln des Naturlehrpfades abgebildet.

Karst

Steinaversickerung

Bachbett der Steina
Bachbett der Steina

Nahe der Steinaer Kirche verschwindet die Steina. Vom Harz kommend erreicht der Bach hier die verkarsteten Zechsteinschichten und versickert bei Niedrigwasser vollständig und gut sichtbar im Untergrund. Das trockene Bachbett ist rund 4 km weiter nach Süden zu verfolgen und mündet südlich Nüxei in die Ichte. Bei Mittelwasser fließt ein Teil des Wassers über die Schwundstelle an der Kirche hinaus, erreicht aber kaum die Bahnlinie. Nur bei Hochwasser gelangt die Steina über Nüxei hinaus nach Süden. Ursprünglich dürfte die Steina im Hochwasserfalle in das weite Nußteichbecken bei Nüxei geströmt und in einer dort vorhandenen Bachschwinde versiegt sein. Schotter der Steina unter dem Nußteich belegen dies. Für Karstgebiete typisch fließt das Wasser unterirdisch durch Klüfte und Spalten im Gips oder Dolomit, ehe es unweit von Nordhausen wieder zu Tage tritt.

Harzklub e. V.
www.harzklub.de

Waldglas

Glasmuseum Steina

Kirche Steina
Kirche Steina

Im Jahr 1991 wurde die ehemalige Glashütte Kronshagen entdeckt. Dies war Auslöser für die Einrichtung eines Glasmuseums in Steina. Weitere in der Folgezeit entdeckte Fundstellen von Glashütten zeigen die Bedeutung der Glasproduktion im 16. und 17. Jh. am südwestlichen Harzrand. Besonders schöne Funde brachten Grabungen zur Wiedaer Weinglashütte. Waldglas besteht aus Quarz, Kalk, Pottasche und Metallen. Quarz ist dabei der eigentliche Glasbildner. Kalk gewährleistet die Haltbarkeit des Glases, und Pottasche wurde als Flussmittel und zum Herabsetzen der Schmelztemperatur für Quarz eingesetzt. Charakteristisch für das Waldglas ist seine grüne Färbung, die durch Eisenverunreinigungen der Rohstoffe verursacht wurde. Diese Grünfärbung entsprach aber durchaus dem Zeitgeschmack. Die Waldglashütten produzierten vielerlei: von Butzenscheiben über Flaschen und Gläser bis zu Knöpfen.

Glasmuseum Steina
Glasmuseum Steina

Sie bildeten eine eigene Epoche in der Geschichte des Glases. Die Gläsnermeister kamen aus den Waldglashütten Böhmens, des Bayerischen Waldes und des Spessarts, wohnten im Wald und bildeten eine streng organisierte Zunft. Wichtigste Grundlage für den Glashüttenbetrieb war ein reicher Holzbestand. Laubholz wurde als Scheiterholz für die Befeuerung der Öfen und zur Gewinnung der Pottasche benötigt. Der jährliche Holzverbrauch einer Glashütte von 2.000 bis 3.000 Festmeter und die Konkurrenz zum Berg- und Hüttenwesen erschöpften die Vorräte des Waldes schnell. Die letzten Hüttenfeuer erloschen im frühen 18. Jh. Damals gehörte Steina zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg („Chur-Hannover“). Das Glasmuseum Steina bewahrt in seinen Räumen das Andenken an ein für den Südharz wichtiges altes Handwerk. Es zeigt, was hier vor über 300 Jahren bereits aus Glas gefertigt werden konnte.

www.glasmuseum-steina.de

Gipsmörtel Kloster

Walkenried

Ruine der Klosterkirche
Ruine der Klosterkirche

Das erste Kloster der Zisterzienser im deutschsprachigen Raum war das 1123 von FRIEDRICH I. (um 1075– 1131), dem Erzbischof von Köln, gestiftete Kloster Kamp am Niederrhein. Von dort kam im Jahre 1129 der erste Konvent nach Walkenried. Dank großzügiger Schenkungen der Klosterstifterin ADELHEID VON WALKENRIED und auch von KÖNIG LOTHAR III. (1075–1137) wuchs der Reichtum der jungen Abtei. Zum Erfolg trugen die Laienbrüder bei, unter denen sich vorwiegend Handwerker, Landwirte, Hüttenleute und vermutlich auch Bergleute befanden. In der Blütezeit waren über 3.000 Morgen (ein Morgen entspricht gut 0,25 ha) Ländereien, zahlreiche Erzgruben, Weinberge sowie Anteile an Salzstöcken in Lüneburg, Handelshöfe in Göttingen, Goslar und Nordhausen Eigentum des Klosters. Durch die Urbarmachung der Goldenen Aue (zwischen Nordhausen und Sangerhausen) erwarben sich die Mönche bleibende Verdienste.

Detail
Detail

Im 13. Jh. wurde die romanische Klosteranlage durch einen gotischen Neubau der Klosterkirche und Klausurgebäude ersetzt. Werksteine aus dem Dolomit des Zechsteins und Mörtel aus örtlichem Gips bildeten das Baumaterial. Die für das Maßwerk, Kapitelle usw. bildhauerisch besonders fein bearbeiteten Werksteine entstammen den dickbankigen Dolomitvorkommen lagunärer, feingeschichteter Ausbildung an der Wolfskuhle. Zwischen Nüxei und Osterhagen befindet sich die historische Abbaustätte. Die Ruinen des Klosters vermitteln einen Eindruck von der einstmaligen Größe und Schönheit der Bauwerke. Der gut erhaltene doppelte Kreuzgang gilt als einer der schönsten im nördlichen Deutschland. Seit 1972 hat der Landkreis Osterode am Harz die Trägerschaft. Er sicherte das Bauwerk und sorgt für eine angemessene Nutzung. In den vollständig erhaltenen Klausurgebäuden aus dem 13. Jh. befindet sich das Zisterzienser-Museum.

Öffnungszeiten: Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr
und an gesetzlichen Feiertagen;
am 24. und 31.12. geschlossen
www.kloster-walkenried.de

Renaturierung

Kranichstein bei Neuhof

Gipssteinbruch Kranichstein
Gipssteinbruch Kranichstein

Im von der Saint-Gobain Formula GmbH Walkenried betriebenen Steinbruch „Kranichstein“ bei Neuhof wird seit Anfang des 20. Jh. Gipsrohstein gewonnen. Der Gipsstein im Gebiet bei Bad Sachsa und Walkenried ist stratigraphisch dem Werraanhydrit zuzuordnen. Der hier gewonnene Gipsstein weist im Vergleich zu anderen Rohstoffen einen außergewöhnlichen Reinheits- und Weißgrad auf. Deswegen ist er als Rohstoff für die Herstellung von Spezialgipsen (z. B. Dental- und Orthopädiegipse oder Formengipse für die Porzellan- und Sanitärkeramik) prädestiniert. Die Wiederherrichtung des Abbaugebiets erfolgte nach den Grundsätzen der Rekultivierung und Renaturierung. Teilweise wurde sogar im Wege der Sukzession ein Teil der Abbauflächen einer natürlichen Entwicklung überlassen. Frühe Stadien der Sukzession sind für den Artenreichtum von Pflanzen und Tieren und das Vorkommen besonders seltener konkurrenzschwacher Arten bekannt.

Das Ziel der Wiederherrichtung bestand darin, eine der Karstlandschaft angepasste Morphologie zu kreieren. Basierend hierauf wurde eine einem „Erdfall“ nachempfundene tiefgreifende Senke mit entsprechend steilen Wänden gestaltet. Da der gesamte „Erdfall“ in seinen Randbereichen großräumig von einer Bepflanzung ausgenommen worden ist, bleibt abzuwarten, welche floristischen aber auch faunistischen Lebensgemeinschaften sich im Laufe der Zeit einstellen werden. In unmittelbarer Nähe des Steinbruchs ist als Bestandteil des Naturlehrpfades Kranichteiche der Nachbau eines historischen Gipsbrennofens zu besichtigen. Zweimal jährlich wird hier Gips gebrannt. Das dabei qualitativ hochwertige Hochbrand-Produkt kann als Estrichmörtel speziell für Restaurationszwecke eingesetzt werden. Erste Verwendungsmöglichkeiten wurden an der Klostermauer Walkenried getestet.

Führungen auf Anfrage
Tel.: 05525 20326 oder 203704
www.saint-gobain.de

Industriegeschichte

Glas- und Hüttenmuseum Wieda

Blick auf die Lutherkirche
Blick auf die Lutherkirche

Die Roteisensteinvorkommen des Kastentaler Reviers zwischen Wieda und Zorge sowie der Holz- und Wasserreichtum ließen den Hüttenort Wieda ab der zweiten Hälfte des 16. Jh. aufblühen. Im Tal reihte sich ein eisenverarbeitender Betrieb an den anderen. In Gräben herangeführt, beaufschlagte das Wasser der Wieda die Wasserräder der Pochwerke, Hochofengebläse, Blasebälge, der Hämmer der Hammerhütten sowie der Mühlen. Überregional sorgte das Zinnobervorkommen im Silberbachtal für Aufsehen. Das Quecksilbermineral diente der Gewinnung roter Farbpigmente. Der Wirtschaftsverbund um die zentrale Eisenhütte brachte Arbeit und Einkommen für Bergleute, Köhler, Hochöfner, Former, Pochjungen, Arbeiter in den Schmieden, Fuhrleute und Eseltreiber. Bis in die 1970er Jahre produzierte die Wiedaer Hütte ihre berühmten Öfen.

Glockenturm
Glockenturm

Westlich und nördlich von Wieda entstanden um 1600 für mehr als 100 Jahre Glashütten. Die Bevölkerung wuchs und so kam es 1610 zu einem ersten Kirchenbau im Tal der Wieda. Der separate Glockenturm über dem Tal auf dem Ruhme rief bereits ab 1582 zum sonntäglichen Gebet. Den Grundstein für die heutige Lutherkirche legte HERZOG CARL I. ZU BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG (1713–1780), der ab 1735 im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel regierte. An die Grundsteinlegung im Jahr 1770 erinnert bis heute das C unter der Herzogskrone über dem Haupteingang. Im ehemaligen Wiedaer Rathaus befindet sich das Glas- und Hüttenmuseum. Es zeigt die Geschichte des Bergbaus, der Eisenverarbeitung und der Glasmacherkunst. Wunderschöne Fundstücke stammen aus Ausgrabungen, vor allem aus der der Weinglashütte. Der Bereich „Wohnen in der Glasmachersiedlung“ informiert über die Lebensumstände in den Haushalten der Glasmacher. Ein weiterer Bereich widmet sich der Entstehung der Kirche.

Öffnungszeiten: April – Oktober
Mi. und Fr. 13.30 – 15.00 Uhr, So. 15.00 – 17.00 Uhr
und auf Anfrage Tel.: 05586 - 1248

Geopark-Informationszentrum

NatUrzeit-Museum Bad Sachsa

NatUrzeit-Museum
NatUrzeit-Museum

Direkt am Kurpark in Bad Sachsa befindet sich im Kurhaus das NatUrzeit-Museum. Hier können wir in die verschiedensten Welten eintauchen, eine Zeitreise unternehmen durch 290 Mio. Jahre Naturgeschichte der heutigen Südharzregion. In den Feuerwelten wird der Vulkanismus am Südharz erklärt. Ebenda werden die Gesteine des Ravensberges vorgestellt und ihre Entstehung erklärt. Einblicke in die Landschaftsgenese der Region geben die Geowelten. In den Wüstenwelten können wir erfahren, welche Pflanzen- und Tierarten vor 258 Mio. Jahren an den Ufern des Zechsteinmeeres existierten. Gezeigt werden beispielsweise Versteinerungen der ersten Nadelbäume auf unserer Erde und Versteinerungen von Sauriern. Die Meereswelten geben Einblicke in das Leben im Kupferschiefermeer. Dazu gehört die Rekonstruktion fossiler Fische in ihrem damaligen Lebensraum.

... & Regionalgeschichte

Burg Sachsenstein

Burgruine Sachsenstein
Burgruine Sachsenstein

Vom Sachsenstein (Geopunkt 1 ) nur durch den Einschnitt der Südharzbahn (Northeim-Nordhausen) getrennt, finden wir auf dem Sporn der Blumenbergsköpfe die Ruine der Burg Sachsenstein. HEINRICH IV. (1050–1106) ließ sie zur Sicherung seiner Herrschaft im Harzvorland errichten. Sie war eine jener acht Burgen, die durch den im 11. Jh. lebenden Geschichtsschreiber LAMPERT VON HERSFELD bereits für das Jahr 1073 bezeugt sind. Noch sehr gut zu erkennen ist die für Burgen der Salier ab Mitte des 11. Jh. typische Mauertechnik. Das Fischgrätenmuster im Mauerwerk wurde originalgetreu restauriert. Die wahrscheinlich nie ganz fertiggestellte Burg, auf der Ministeriale saßen, die für den König Abgaben eintrieben, musste nach dem Frieden von Gerstungen geschliffen werden. OTTO VON NORTHEIM (um 1020–1083) hatte den Aufstand der Sachsen gegen HEINRICH IV. angeführt.

www.naturzeit-museum.de
Tel.: 05523 - 474990

Entstehung

Geologische Entwicklung des Gebietes

Legende: Schwarz: Zechstein-Riffe - Rot: Vulkanische Bildungen  Grün: Werraanhydrit - Gelb: Werra-Steinsalz - Orange: Rotliegend  Mittelblau:  Staßfurtdolomit/Stinkschiefer - Punktiert: Flachwasser­ablagerungen - Dunkelblau: Zechsteinkalk · Nach J. Paul,
Legende: Schwarz: Zechstein-Riffe - Rot: Vulkanische Bildungen Grün: Werraanhydrit - Gelb: Werra-Steinsalz - Orange: Rotliegend Mittelblau: Staßfurtdolomit/Stinkschiefer - Punktiert: Flachwasser­ablagerungen - Dunkelblau: Zechsteinkalk · Nach J. Paul,

Am Südharz zwischen Barbis und Nüxei liegt eine kleine Paßanhöhe mit der markanten Branntweinseiche. Die Anhöhe ist Teil eines unscheinbaren Höhenzuges, der westlich von Steina vom Harz nach Südwesten schwenkt und in das thüringische Eichsfeld abtaucht. Geologisch wird dieser Höhenzug „Eichsfeldschwelle“ genannt. Sie begrenzt den Bereich der Landmarke 16 im Westen und ist Wasserscheide zwischen Elbe (Steina) und Weser (Rhume). Das Gebiet ist geologisch geprägt vom Übergang der Eichsfeldschwelle in das südöstlich angrenzende Südharzbecken mit den mächtigen Gipsablagerungen und den Ablagerungen eiszeitlicher Flussschotter in den Tieflagen. Geologen können zeigen, dass der Südharz seit über 250 Mio. Jahren durch diesen bis 20 km breiten Höhenrücken, der das umgebende Terrain um mehrere hundert Meter überragte, geprägt wird. Als ein Meer vor 260 Mio. Jahren am Beginn der Zechsteinzeit mit weiten Teilen Mitteleuropas auch das Harzgebiet überflutete, bildete diese Schwelle eine langgestreckte Untiefenzone mit zahlreichen Inseln. In den westlich und östlich angrenzenden Meeresbecken lagerten sich u. a. der Kupferschiefer, später dann die mächtigen Gipse ab. Die Abbildung zeigt einen entlang des Südharzes gezeichneten Querschnitt dieser Meeresablagerungen. Recht schnell war die Schwelle überflutet worden. Es entstanden Inseln und Flachwasserzonen: Bedingungen, die das Wachstum von Riffen ermöglichten. Damals lag der Südharz dort, wo geographisch heute etwa Kairo liegt. Es herrschten tropisch warme Bedingungen wie im Roten Meer. Noch zuvor, im Zeitabschnitt des unteren Perm vor mehr als 250 Mio. Jahren, gab es am Südharz Vulkanismus: Ravensberg und Stauffenbüttel sind beredte Zeugnisse.

© Regionalverband Harz e. V.
Alle Rechte vorbehalten.


Autoren: Dr. Gerald Dehne, Dr. Klaus George & Dipl.-Geol. F. Vladi
Fotos: Dehne, George & Linke