Bodetal @Dr. Klaus George
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Bad Grund

 

Städtisches Kurbad Bergstadt Bad Grund © Dr. Klaus George

Von Dr. Klaus George

Der Eisenerzabbau im Iberger Bergbaurevier bei Grund erstreckte sich vom Hübichenstein im Nordwesten bis zum Parkplatz an der Iberger Tropfsteinhöhle. Er lässt sich schon im späten Mittelalter nachweisen und war wohl insgesamt bedeutender als der übrige Bergbau um Grund. Die jüngere Geschichte der heutigen Bergstadt Bad Grund als Teil der Samtgemeinde Bad Grund (Harz), ist aber eben auch auf das Engste verbunden mit der Geschichte seiner Silber- und Bleibergwerke (Bleiglanz und Zinkblende). Während der Eisensteinbergbau am Iberg bereits 1885 eingestellt worden war, endete der übrige Grubenbetrieb erst am 31. März 1992.

1532 erhielt die kleine Bergmannssiedlung Grund Stadtrecht, und wurde so zur ersten der sieben Oberharzer Bergstädte. Entstanden war die Bergmannssiedlung "im Grunde bei Gittelde", wie sie in der von Herzog HEINRICH II. erlassenen Bergfreiheit genannt wurde, bereits viel früher. Herzog HEINRICH II. VON BRAUNSCHWEIG-LÜNEBURG (1489-1568) war regierender Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel. Durch die Ausrufung der Bergfreiheit gelang es ihm, Bergleute aus dem Erzgebirge, Franken und Tirol zur Umsiedlung in seinen Teil des Harzes zu bewegen. Der Bergbau in Grund, Zellerfeld und Lautenthal blühte daraufhin rasch auf. Dabei wird 1543 in Grund mehr Silber gefördert als in Wildemann und Zellerfeld. Erst 1554 erließ auch Herzog ERNST III. (1518-1567) im benachbarten Herzogtum Braunschweig-Grubenhagen eine Bergfreiheit, was eine rasche Entwicklung des Montanwesens nun auch in Clausthal zur Folge hatte. Es soll hier jedoch nicht der Ort sein, die komplexen Familienverhältnisse der im Oberharz herrschenden Welfen zu erörtern. Erwähnt werden muss aber, dass mit der 1635 erzielten Einigung der verschiedenen fürstlichen Linien des Welfenhauses eine gemeinschaftliche Verwaltung im Communion-Oberharz zustande kam. Die Aufsicht über das Communion-Bergamt in Zellerfeld, das auch für Grund zuständig war, übten im jährlichen Wechsel Hannover und Braunschweig aus. Der Communion-Vertrag hatte bis 1788 Bestand. In jenem Jahr verzichtete Braunschweig auf seinen Anteil, so dass fortan der gesamte Oberharzer Bergbau dem Königreich Hannover unterstand, ehe dies 1866 an Preußen fiel.

In der zweiten Hälfte des 19. Jh. machte sich auch im Grunder Revier das anbrechende Industriezeitalter mit modernen Schachtanlagen bemerkbar. Nachdem aber nach dem Ersten Weltkrieg der Staatsbergbau in Preußen in seiner Gesamtheit unwirtschaftlich geworden war, wurde am 9. Oktober 1923 auf der Grundlage eines Gesetzes des Preußischen Landtages die Preußische Bergwerks- und Hütten-AG (Preussag) gegründet. Sie führte den Bergbau in Grund bis 1992 fort. Inzwischen ist aus der Preussag AG der weltgrößte Tourismuskonzern geworden - 2002 umbenannt in die allseits bekannte TUI. Es war nicht lediglich ein Namenswechsel, sondern eine grundlegende Wandlung der Geschäftsfelder. Ähnlich erging es der Bergstadt, die sich zwar auch frühzeitig in Richtung Kurort entwickelte und bereits seit 1916 die offizielle Bezeichnung "Bad" führt, ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt im Tourismus eben aber erst seit den 1990er Jahren hat. Die erste Kurbadeanstalt war am 1. Mai 1855 eröffnet worden.

Heute leben in Bad Grund knapp 2.400 Einwohner. Die Bergstadt Bad Grund, der Flecken Gittelde sowie die Gemeinden Badenhausen, Eisdorf und Windhausen, Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bad Grund (Harz), sind 2011 in einem Zukunftsvertrag übereingekommen, eine Einheitsgemeinde zu gründen.

Wer heute aus der Ferne Bad Grund ansteuert, der ist gut beraten, zunächst zum "HöhlenErlebnisZentrum" an der B242 zu fahren. Eine große Informationstafel am dortigen Parkplatz kennt und beschreibt zwölf Gründe für einen Besuch. Dies sind neben dem Erlebniszentrum und der Bergstadt selbst: das Bergbaumuseum (Schachtanlage Knesebeckschacht), das Uhrenmuseum, der "Geologischer Zeitstrahl", die König-Hübich-Wanderroute, der Iberger Albertturm, der "WeltWald" (Arboretum), der Hübichenstein (ebenfalls an der B242 nördlich der Stadt), das Harzer Rotvieh, das Sohlehallenbad und die Heilstollentherapie (Eisensteinstollen im Teufelstal). Der Heilstollen-Kurbetrieb ist seit 2009 staatlich anerkannt. Dort wo sich die Gebäude der Königlich Preußischen Berginspektion befanden, am heutigen Atrium, erinnern der letzte Förderwagen und mehrere sehr aufschlussreiche Informationstafeln an die bedeutende Bergbaugeschichte. Für weitere Informationen: www.bad-grund.de oder www.atrium-badgrund.de

Quellen:

KLUGE, C. (2011): Bürgermeister leisten Unterschriften. Umwandlung zur Einheitsgemeinde ist besiegelt. HarzKurier vom 26. März 2011, S. 8


LIEßMANN, W. (1992): Historischer Bergbau im Harz. Verlag Sven Loga, Köln.