Aufschluss am Goetheplatz
Geotope sind auffällige Felsformationen, Gesteinsaufschlüsse, Fundstellen von Mineralien oder Fossilien sowie vielerlei Landschaftsformen, darunter Höhlen, Moore oder Dolinen. Hunderte solcher Geotope gibt es im Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen. Viele von ihnen sind als Geopunkte erschlossen. Wie man sie findet, hat der Regionalverband Harz in einer Serie von 17 Faltblättern beschrieben. Aus der Fülle des Angebots soll künftig mit dem „Geotop des Jahres“ ein Ausflugsziel im Natur- und Geopark besonders beworben werden. Der Geoparkbeirat hat für 2010 den Aufschluss am Goetheplatz zum „Geotop des Jahres“ erklärt. Es ist der Geopunkt 4 im Gebiet der Landmarke 4 des UNECSO-Geoparks. Gelegen am Rehberger Graben südlich von Sankt Andreasberg ist der Aufschluss am Goetheplatz momentan nur auf Skiern erreichbar. Wenn aller Schnee getaut ist, soll der interessante Punkt eine neue Informationstafel erhalten. Wie die Ortsbezeichnung „Goetheplatz“ schon vermuten lässt, hatte es die Felswand schon Johann Wolfgang von Goethe angetan. Genau auf die Stelle, wo Granit und Hornfels in Kontakt treten, wollte der Dichter unbedingt seine Hand auflegen. Das gelang ihm nur mit Unterstützung des ihn begleitenden Zellerfelder Berghauptmanns. Friedrich von Trebra ließ Goethe auf seine Schultern steigen. Der euphorische Hobbygeologe sah sich durch das was sich ihm zeigte in seiner irrigen Ansicht bestätigt, Granit sei das „neptunische Urgestein“, das von allen jüngeren Sedimenten überlagert werde. Seinerzeit tobte ein heftiger Meinungsstreit unter Geologen. Wie die Wissenschaft später bewies, waren aber nicht die Neptunisten, sondern die Plutonisten im Recht. Die Sedimente, die sich unter dem Einfluss der hohen Temperaturen der in sie eindringenden Granitschmelze zu Hornfels verwandelten, waren zuerst da. Goethe war also im Unrecht. K.G.
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